>*<«Mat*at*>
*hU: ,
Dthrlich 9 Sind. ♦«16t. «M. SVPf,.
Viirttgährlich « Statt 26 Psg.
84t auswärtige Hbonnenten
MU f.tm betreffen» H«Ä P,tzaufschlag. ®u einjelne tfium» v^r 10 Pfg.
ZugteicH AmtttcHes girgan för Stcröt- und Landkreis Kcrrrcru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
SttfetfienS«
Stets:
Sie ifpaltige Larmondzeile »1, beten Raum
10 Sfo
Sie 2Hatt. 3eile
20 P!
SieSlFaltigeßcile
30 Pfg
Dienstag den 5. Juli
Nr. 153
WWWBMWgSffi»^^
Amtliches.
Bei der heute in Gegenwart eines Notars öffentlich bewirkten 13. Verloosung von Schuldverschreibungen der 4procentigen Staatsanleihe von 1868 A. sind die in der Anlage verzeichneten Nummern gezogen worden.
Dieselben werden den Besitzern mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgeloosten Nummern verschriebenen Kapitalbeträge vom 1. Januar 1888 ab gegen Quittung und Rückgabe der Schuldverschreibungen und der dazu gehörigen Anweisungen zur Abhebung der Zinsscheinreihe VI bei der Staatsschulden-Tilgungskasse Hierselbst, Taubenstraße Nr. 29, zu erheben.
Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jeden Monats. Die Einlösung geschieht auch bei den Regie- rungs-Hauptkassen und in Frankfurt a/M. bei der Kreiskasse.
Zu diesem Zwecke können die Schuldverschreibungen nebst Zinsscheinanweisungen einer dieser Kassen schon vom 1. Dezember d. Js. ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden-Tilgungskasse zur Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung vom 1. Januar 1888 ab bewirkt.
Mit dem 1. Januar 1888 hört die Verzinsung der verloosten Schuldverschreibungen auf.
Zugleich werden die bereits früher ausgeloosten, auf der Anlage verzeichneten, noch rückständigen Schuldverschreibungen wiederholt und mit dem Bemerken aufgerufen, daß die Verzinsung derselben mit dem Tage ihrer Kündigung aufgehört hat.
Die Staatsschulden-Tilgungskasse kann sich in einen Schriftwechsel mit den Inhabern der Schuldverschreibungen über die Zahlungsleistung nicht einlassen.
Formulare zu den Quittungen werden von den obengedachten Kassen unentgeltlich verabfolgt.
Berlin, den 1. Juni 1887.
Haupt-Verwaltung der Staatsschulden. -
Wird hierdurch veröffentlicht mit dem Hinzufügen, daß die vorerwähnte Nummerliste hier eingesehen werden kann, auch in den Geschäftslokalen der Königlichen Steuerkassen offen liegt.
Hanau am 2. Juli 1887.
Der Königliche Landrath.
V. 3260 _______________I. V.: Baabe.______________________
Orenft-Aachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine weiße Kinderschürze. Ein Portemonnaie mit einigen Pf. Ein messingener Krahnen. Ein weißes Medaillon. Ein Korallenkettchen. Ein schwarzes Mantelet. Ein katholischer Katechismus mit der Inschrift „Heinrich Müller". Eine unächte Uhrkette.
Zugelaufen: Ein großer dunkelgrauer Hund mit langen Ohren und langer Ruthe, m. Geschl.
Verloren: Ein Portemonnaie mit ca. 9 Mark.
Entlaufen: Ein schwarz-grauer langhaariger Wolfshund, m. Geschl.
Hanau am 5. Juli 1887.
Tagesschau.
Berlin, 4. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern, Sonntag, eine Deputation des Königs - Grenadier - Regiments (2. Westpreußischen) Nr. 7 und nahmen die Meldungen des Generals des 15. Armeekorps, sowie des Obersten Baumann entgegen. Nachmittags hörten Se. Majestät den Vortrag des Staatssekretärs Grafen v. Bismarck- Schönhausen. Heute arbeiteten Se. Majestät mit dem Chef des Civilka- binets und empfingen den kommandirenden General des 3. Armeekorps, General der Kavallerie Grafen v. Wartensleben. Allerhöchstdieselben beabsichtigen heute Abend nach Ems abzureisen.
Berlin, 3. Juli. Der Theil der Wucherung auf den Stimmbändern des Kronprinzen, den Dr. Mackenzie am vorigen Mittwoch entfernt hatte, ist hier am Freitag von Professor Dr. Virchow in derselben Weise, wie es bei dem letzten Partikelchen geschehen ist, mikroskopisch unter-
1887.
sucht worden. Das Ergebniß war das gleiche, wie das der letzten Untersuchung; die Wucherung hat demzufolge nach wie vor einen durchaus gutartigen Charakter.
Berlin, 4. Juli. S. M. Segel-Fregatte „Niobe", Kommandant Kapitän zur See Aschenborn, ist am 1. Juli cr. in Rothesay (Schottland) eingetroffen und beabsichtigt am 12. dess. Monats wieder in See zu gehen. — S. M. Schiffsjungen - Schulschiff „Ariadne", Kommandant Kapitän zur See Barandon, ist am 1. Juli cr. in Vigo eingetroffen und beabsichtigt am 23. deff. Monats die Reise fortzusetzen. — Der Dampfer „Bayern" mit dem Ablösungskommando für S. M. Kreuzer „Nautilus", ist am 3. Juli cr. in Southampton eingetroffen und hat an demselben Tage die Reise fortgesetzt. — Der Dampfer „Höhenstaufen" mit dem Ablösungskommando für S. M. Kreuzer „Adler" ist am 1. Juli cr. in Suez eingetroffen und beabsichtigt am 4. Juli cr. die Reise fortzusetzen.
Berlin, 3. Juli. Der außerordentliche Delegirtentag des Verbandes der deutschen Kunstgewerbevereine, welcher heute hier zusammen- trat, um über die Einladung des bayerischen Kunstgewerbevereins zu einer im Jahre 1888 in München zu verunstaltenden deutschnationalen Kunstgewerbeausstellung zu berathen, zu welcher auch Ausübende und Vertreter des deutschen Kunstgewerbes innerhalb Oesterreichs und der Schweiz aufgefordert werden sollen, war von 18 Orten durch 15 stimmberechtigte Delegirte beschickt und beschloß nach längerer Berathung, daß der heutige Delegirtentag als ein Delegirtentag im Sinne und in Ge- mäßheit des Paragraphen 11 des Verbandsstatuts nicht anzusehen sei, daß die Delegirten indeß den Vortrag des bayerischen Kungewerbevereins- Vorstandes, Professor Lange, über die für München geplante Ausstellung mit Interesse entgegengenommen und bei ihren Vereinen die möglichst würdige Beschickung der Ausstellung befürworten würden. (F. N.)
Berlin, 4. Juli. Der frühere Feldpropst Dr. Thielen ist heute früh in Potsdam gestorben.
Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge' kommen von dem Ertrage der Getreide- und Viehzölle pro 1886/87 außer 15 Millionen Mark, welche der Staatskasse verbleiben, auf Grund der lex Huene 6,180,112 M. auf die Kommunalverbände zur Vertheilung und zwar auf Ostpreußen 349,821 M., Westpreußen 259,570 M., Berlin 438,997 M., Brandenburg 493,608 M., Pommern 335,241 M., Posen 309,363 M., Schlesien 788,569 M., Sachsen 613,528 M., Schleswig-Holstein 351,757 M., Hannover 533,007 M., Westfalen 431,411 M., Hessen-Nassau
361,981 M., Rheinprovinz 899,243 M. und auf Hohenzollern 13,591 M.
Leipzig, 4. Juli. In dem Landesverrathsproceß gegen Klein und Genossen wurde heute Morgen die ganze Anklage nebst" den dazu gehörenden Briefen vorgelesen. Klein gesteht alles zu 13 Zeugen und 4 Sachverständige sind geladen.
Leipzig, 4. Juli. Im Fortgange der Beweisaufnahme fielen wesentlich drei Briefe Schnäbeles an Klein ins Gewicht, worin derselbe aufgefordert wird, über militärische Vorbereitungen und Rüstungen in Straßburg Auskunft zu geben, ähnlich wie Schnäbele angeblich durch Arbeiter in den Grenzorten sich Informationen über Metz verschafft hat. Zeuge Untersuchungsrichter Leoni sagt aus: Schnäbele verweigerte bei seiner Vernehmung zuerst die Auskunft über die Briefe, gab aber dann die Authentizität zu. In den Briefen hatte Schnäbele sich des Pseudonyms Picard bedient. Die Angeklagten Grebert und Erhärt verbleiben bei der Versicherung ihrer Unschuld, sie wollen durchaus nicht gewußt haben, daß Klein ein im Sold Schnäbele's stehender Spion war. (F. N.)
München, 4. Juli. Der „Allg. Ztg." zufolge wird auf der voraussichtlichen Reise des Kaisers nach Gastein doch eine Begrüßung seitens des Prinzregenten erfolgen, jedoch nicht hier, sondern zur Vermeidung der unausbleiblichen anstrengenden Ovationen auf einem anderen bayerischen Bahnhof, dessen Bekanntmachung erst in letzter Stunde erfolgt. , _ (Fr. N)
Katlskuhk, 4. Juli. Die zweite Kammer nahm einstimmig die Branntweinsteuervorlage an.
Wien, 4. Juli. (K. Z.) Eine Petersburger Zuschrift der „Pont. Corr." umreit, Rußland billige Milans Reise nach Wien, halte sich zusriedkngcstklll durch das Ausscheiden der feindlichen Minister und durch die Ueberzeugung, daß Serbien bei einem Streite auf der Balkanhalbinsel