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Nr. 150. Freitag den 1. Juli 1887.
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Bekanntmachungen Kümgl.
Landiathsamts.
Nachstehend werden die diesjährigen Durchschnittspreise zu Johanni
b. I. zur Kenntniß gebracht.
1. Weizen, a 100 Kilogramm
. 20 Mark 20 Pf.
„ „ 1 Hektoliter
. 16 „ 34 „
2. Roggen, „ 100 Kilogramm
. 14 „ 22 „
„ „ 1 Hektoliter
. 10 „ 62 „
3. Gerste, „ 100 Kilogramm
. 13 „ 38 „
„ „ 1 Hektoliter
. . 8 „ 82 „
4. Hafer, „ 100 Kilogramm
. 11 „ 88 „
„ „ 1 Hektoliter
. 5 „ 32 „
5. Roggenstroh, ä 50 Kilogramm 2 „ 44 „
6. Haferstroh, „ 50
„ 1 „ 88 „
7. Gerstenstroh, „ 50
„ 1 „ 60 „
8. Heu, „ 50
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9. Kartoffeln, ordinäre, „ 100
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10. „ englische, „ 100
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11. Welschkorn, „ 100
„ 15 „ 50 „
'12. Buchenscheitholz, „ 1 Raummeter 8 „ 60 „
13. Eichenscheitholz, „ 1
14. Tannenscheitholz, „ 1
„ 6 „ 20 „
Hanau am 30. Juni 1887.
Der Königliche Landralh
P. 3906 Gf. Bismarck.
Tagesschau.
Berlin, 30. Juni. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen im Laufe des Vormittags zum Vortroge den Chef des Militär- kabinets, General der Kavallerie, General • Adjutanten v. Albedpll, sowie den Kriegsminister, General-Lieutenant Bronsart v. Schellendorff, und machten sodann eine Spazierfahrt.
Berlin, 30. Juni. Der Bundesrath stimmte in seiner heutigen Sitzung den Gesetzentwürfen, betr. die Zuckerbesteuerung und die Unfallversicherung der Seeleute mit den vom Reichstage beschlossenen Aenderungen zu und überwies die vom Reichstage bei Berathung des Branntweinsteuergesetzes beschlossenen Resolutionen dem Reichskanzler.
Berlin, 30. Juni. Bei dem l 50jährigen Jubiläum der Perrücken- macher- und Friseur-Innung zu Berlin findet vom 18. bis einschließlich 24. Juli eine Fachgeweibe-Ausstellung im Concerthaus, Leipzigerstraße 48, statt. Ebendaselbst erfolgt am 19. Juli ein großes internationales Damen- Schau- und Preisfrisiren. Die Kaiserin hat einen Ehrenpreis für die beste Lehrlingsarbeit auf der Fachausstellung des Bundes deutscher Per- rückenmacher- und Friseur-Innungen in Höhe von 150 M. bewilligt. In dem Begleitschreiben des Cabinetsraths von dem Knesebeck heißt es ausdrücklich, es sei bisher nicht üblich gewesen, daß bei Fachgeworbe-Aus- stellungen Ehrenpreise seitens der Kaiserin bewilligt werden wären; die Ausnahme von der Regel erfolge auf Wunsch der hohen Frau.
Die neue Reichsanleihe soll nach dem „Rh. K." im Betrage von 100 Millionen Mk. am 5. Juli zur Subskription aufgelegt werden, und zwar wahrscheinlich zum Kurse von 99 Procent. Auch alle Reichs- banksttllen sollen Zeichnungen annehmen. Die Dauer der Subskription ist aus einen Tag beschränkt worden.
Der Krenzzeitung zufolge wird Prinz Wilhelm das Commando des Garde-Husaren-Regiments voraussichtlich noch einige Monate behalten; die Angabe, daß alsdann Oberst Graf v. Wartensleben, jetzt Commandeur des Thüringischen Husaren-Regiments Nr. 12, sein Nachfolger werden soll, sei unwahrscheinlich.
Wie die „Nordd. Allg. Ztg." wittheilt, richteten die am Sonntag auf dem Niederwald versammelten nationalliberalen Vereine an den Reichskanzler Fürsten v. Bismarck ein Begrüßungstelegramm, welches lautete: „Tausende deutscher Männer aus den Gauen des Rheins und des Mains am Fuße des Nationaldenkmals in vaterländischer Gesinnung versammelt, senden dem großen Führer der deutschen Nation freudigen Gruß und wünschen ihm volle Erholung und Erfrischung in Friebrichsruh."
Fürst v. Bismarck antwortete durch ein an den Oberbürgermeister Dr. Miguel gerichtetes Telegramm: „Sehr erfreut durch freundliche Be- prüßung danke ich herzlich für dieselbe und kann schon jetzt erkennbare D'sserung meiner Gesundheit mittheilen."
Die „Norvd. Allg. Ztg." veröffentlichte dieser Tage "Auslassungen der „Nat. - Ztg." über private Betheiligung an der Pariser Weltausstellung von 1889. Das letztgenannte Blatt hegt Zweifel an dem Zustandekommen des Projekts, weniger in Folge der Ablehnung der offiziellen Betheiligupg durch die Regierungen, als der Verfolgung, welcher Ausländer eben in Frankreich ausgesetzt sind. Nicht nur Deutsche, auch deutschredende Schweizer und Oesterreicher, vor allem auch die Engländer seien Gegenstand unaufhörlicher roher Angriffe in der französischen Presse, und zahlreich seien die Fälle, in welchen Fremde behelligt oder gar mißhandelt würden. Unter diesen Verhältnissen sei es ein Widersinn, das Ausland in ein fremdenfeindlich gewordenes Land einzuladen, und dieser Widersinn werde sich, wenn nicht ein völliger Umschlag erfolge, in dem Schicksal der Ausstellung widerspiegeln. z
Es sollte unseres Dafürhaltens nicht unbemerkt bleiben, wenn an einer Stelle, wie die „Nordd. Allg. Ztg." ist, auf derartige Zustände in Frankreich hingewiesen wird. Nachdem die Hetzereien gegen Deutschland aus diskreditirten Blättern, die man vielleicht mit Unrecht bisher wenig beachtet hat, nun auch in relativ gemäßigte Zeitungen übergegangen sind, möchte es doch wohl an der Zeit sein, daß in weiteren Kreisen der Bevölkerung sich der eigenthümlichen Lage, die in Frankreich geschaffen worden ist, größere Aufmerksamkeit zuwendete, als bisher der Fall gewesen.
Bonn, 30. Juni. Prinz Wilhelm traf Nachmittags aus London ein, um morgen dem sechszigjährigen Stiftungsfest des Korps „Borussia" beizuwohnen. Seine Gemahlin mit dem ältesten Prinzen reiste nach Koblenz weiter, um die Kaiserin zu besuchen.
Kiel, 28. Juris. Im Jahre 1849 wurde im Kieler Hafen unter großer Spannung her' Bevölkerung, insbesondere der schifffahrttreibenden Kreise, ein von dem Erfinder Bauer angegebenes und unter seiner Leitung von der Firma Schweffel und Howaldt hierselbst erbautes Taucher- oder Unterwasserschiff einer Probefahrt unterworfen. Anfangs arbeiteten die Maschinen nach Wunsch und das Fahrzeug glitt unter dem Wasserspiegel rasch dahin, bis plötzlich gegenüber der jetzigen kaiserlichen Werft eine Stockung eintrat und das Schiff in die Tiefe sank. Man glaubte die Bedienungsmannschaft verloren, doch ereignete sich der seltene Fall, daß es dieser gelang, unterstützt vom Luftdruck im Schiff, eine Lücke zu öffnen, und ganz unerwartet kamen die Leute, und zwar mit solcher Schnelligkeit aus der Tiefe heraus, daß sie eine Strecke über die Oberfläche des Wassers geschleudert wurden und bald von dem Begleitschiff ausgenommen werden konnten. Damals war und blieb das Unterwasserschiff verloren und mit ihm die Bauart, da, wie uns mitgetheilt wird, auch die Modelle sich an Bord befunden haben sollen. Gegenwärtig beim Bau des Torpedobootshafens vor der kaiserlichen Werft beschäftigt, hat man beim Baggern am Samstag mehrere zu dem versunkenen Schiffe gehörende Theile gefunden, die sehr gut erhallen sind. Voraussichtlich wird man seitens der kaiserlichen Marinebehörde weitere Nachforschungen anstellen, um wenn möglich das ganze Fahrzeug zu heben. (K. Z)
Bremen, 30. Juni. Das vom Senat bereits genehmigte Gesetz, betreffend die Korrektion der Unter Weser, ist in der gestrigen Sitzung der Bürgerschaft einstimmig angenommen worden. Der Kostenbetrag ist auf 30 Millionen Mark angesetzt.
Bremen, 29. Juni. Die „Wes.-Ztg." meldet: An Bord des Dampfers „Fulda", Kapitän Ringk, welcher vorgestern von New - Aork auf der Weser anlangte brach 5 Tage nach der Abfahrt von New Iork unter der Ladung Feuer aus. Dem Vernehmen nach sind 20 Listen Tabak und 40 Ballen Baumwolle geworfen worden. Die betreffende Abtheilung, in welcher das Feuer ausbrach, mußte theilweise voll Wasser gelassen werden, um die Flammen zu bewältigen.
Brüssel, 29. Juni. Die Repräsentantenkammer »genehmigte eine Herabsetzung des Einfuhrzolles auf Kaffee. Der Betrag der Reduktion wird auf 600 000 Frcs. geschätzt.
Paris, 30. Juni. (K. Z.) Der Ministerrath beschloß die Einsetzung einer Cemmission, welche die der französischen Branntweinbrennerei durch das neue deutsche Branntweinsteuergesetz bereitete Lage prüfen soll. — Der Handelsminister hat den Entwurf eines Gesetzes eingereicht, das die Fabrikmarken wirksamer, als es bisher möglich war, schützen soll. — Lema.:>, der frühere Generalresident in Hub, ist zum Generalbevollmächtigten und Gesandün in Pecking an Stelle von Constans ernannt worden.
Der edle Teronltde hat sich verrechnet mit seiner großen