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Nr. 135.
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Dienstag den 14. Juni
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
In Folge Neupflasterung der Frankfurterstraße, anschließend an die im vorigen Jahre ausgeführte Pflasterung in der Richtung nach dem Frankfurterthor, wird die Absperrung der vorbezeichneten Straßenstrecke vom 15. d. M. ab bis zu deren Fertigstellung hierdurch angeordnet.
Hanau am 11. Juni 1887.
Der Königliche Landrath
P. 3492 Gf. Bismarck.
Der Mühlenbesitzer Thylmann zu Kilianstädten beabsichtigt seinen Wasserbau in eine Turbinen. Anlage umzuändern.
Nach §. 17 der Gewerbeordnung wird dies hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Einwendungen gegen die Anlage innerhalb 14 Tagen bei dem Unterzeichneten, in dessen Bureau Zeichnung und Beschreibung des Umbaues aufliegen, anzubringen sind.
Hanau am 8. Juni 1887.
Der Königliche Landrath
A. 1265.__Gf. Bis^narck.______________
MenstU aus dem Kreise.
Gefunden: Ein schwarzer Sonnenschirm. Ein neues buntes Wachstuch. Ein rothes Taschentuch. Ein Kinderschuh. Ein Kinderstrumpf nebst Kragen. Ein österr. Coupon. Ein Packet, Schuhe, Hemden Strümpfe 2C. enthaltend. Ein schwarzseidener Regenschirm.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund m. Geschl.
Verloren: Ein s. g. Vorschlag von einer Wagendeichsel; dem Wiederbringer eine Belohnung. Drei Portemonnaies mit Geld. Ein vierreihiges ächtes Corallenarmband.
Entflogen: Ein Kanarienvogel.
Entlaufen: Ein schwarzer Pudel mit weißer Brust, auf den Namen „Marke" hörend.
Hanau am 14. Juni 1887.
Heinrich Klein zu Bruchköbel ist zum Wasenmeister dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet worden. _________________________________V. 2677
Tagesschau.
P. Aus dem Reichstage. Berlin, 11. Juni. Der Reichst ag nahm heute in zweiter Berathung die Novelle zum Post- dampfer-Subventionsgesetz mit überseeischen Ländern nach längerer Debatte unverändert an. Die Abstimmung über die eingebrachte Resolution wegen Anordnung einer Statistik über den Personen- und Waarenverkehr auf den subventionirten Linien wird in der dritten Lesung erfolgen. Demnächst wurde die zweite Berathung der auf die Arbeiterschutzgesetzgebung bezüglichen Anträge bei der Frage der Frauenarbeit fortgesetzt. Die Kommission hat im §. 135 der Gewerbeordnung den Zeitraum, wonach Wöchnerinnen drei Wochen nach ihrer Niederkunft in Fabriken nicht beschäftigt werden dürfen, auf vier Wochen erhöht und außerdem bezüglich der Frauenarbeit einen neuen §. 136a eingefügt, welcher eine Reihe von die Frauenarbeit einschränkenden Bestimmungen enthält, zu dem wiederum eine Reihe von Abänderungs-Anträgen vorliegt. Nach langer Debatte, an welcher sich auch heute der Bundesrath nicht betheiligte, wurde der Antrag der Kommission, betreffend die Schonung von Wöchnerinnen, angenommen. In dem neuen §. 136a, der im Wesentlichen gleichfalls nach den Vorschlägen der Kommission Annahme fand, wurde wie bei der Kinderarbeit auch hier ein Uebergangsstadium bis zum 1. April 1890 beschlossen und außerdem dem Bundesrathe die Ermächtigung ertheilt, auf Antrag der Industrie auch hier Ausnahmen zu gestatten. Die von der Kommission vorgeschlagene Aenderung des §. 154 wurde in dem Hauptpunkte (Ausdehnung der Anwendung der §§. 134 bis 139b auf alle Werkstätten rc., in welchen durch elementare Kraft bewegte Triebwerke zur Verwendung kommen) abgelehnt. Die von der Kommission vorgeschlagene Resolution, betreffend eine Enquete bezüglich der übermäßigen Ausdehnung der Arbeitszeit erwachsener Arbeiter in Fabriken (Maximalarbeitstag), wird erst in dritter Berathung zur Abstimmung gelangen. Nächste Sitzung Montag 10 Uhr (Gesetzentwurf für Elsaß-Lothringen, betr. die Anwendung abgeänderter Reichsgesetze auf landesgesetzliche An- gclegenheiten und zweite Berathung der Branntweinsteuervorlage).
Berlin, 13. Juni. Der „R. u. St.-A." veröffentlicht: ^Allgemeine Verfügung vom 4, Juni 1887, betr. den zum Zwecke der Ein
1887.
ziehung von Gerichtskosten unter den Bundesstaaten zu leistenden Beistand. — 2) Allgemeine Verfügung vom 6. Juni 1887, betr. die Bestellung von Amtskautionen mit Prioritäts - Obligationen von Staatseisenbahnen.
Berlin, 11. Juni. In dem Befinden Sr. Majestät des Kaisers und Königs ist eine größere Ruhe eingetreten. Der Schlaf in der Nacht war weniger oft, und nur auf kürzere Zeit unterbrochen. Das Allgemeinbefinden ist befriedigend, und haben Se. Majestät das Bett heute Nachmittag verlassen.
Berlin, n. Juni. Die gestrige Konsultation der Aerzte bei dem Kronprinzen bestätigte, daß das abgelöste und untersuchte Stückchen von keiner Bösartigkeit ist. Die bisherige Behandlungsweise soll fortgesetzt werden; die bisherigen örtlichen Ergebnisse derselben werden als befrie digende betrachtet. Das Allgemeinbefinden des Kronprinzen ist recht gut.
Berlin, 12. Juni. Ueber das Befinden des Kaisers wird uns gemeldet, daß heute eine entschiedene Besierung eingetreten ist. Der Kaisi r hat eine ziemlich ruhige Nacht gehabt und recht gut geschlafen. Die krampfartigen Beschwerden im Unterleib treten nur noch in großer Inte- vallen ruckweise auf und sind bei Weitem nicht mehr so heftig, wie in den Tagen zuvor. Auch die katarrhalische Affektion der Augen scheint nachzulassen. Auf den Rath seiner Leibärzte verließ der Kaiser gegen 10 Uhr das Bett und empfing bald darauf seine treue Pflegerin, die Groß- Herzogin von Baden. Dieselbe begab sich um lO1^ Uhr zum Gottesdienst und kehrte nach einer Stunde zum Kaiser zurück. Um 12^2 Uhr traf die Erbprinzessin von Meiningen im kaiserlichen Palais ein und weilte über eine Stunde mit der Großherzogin beim Kaiser. Beim Aufziehen der Wache erschien der Kaiser nicht am Fenster. Die Leibärzte lösen sich, wie üblich, in der Ueberwachung des hohen Patienten ab. — Die Nachricht, daß die Kaiserin ihren Aufenthalt in Baden unterbrochen und nach Berlin kommen werde, bestätigt sich nicht. — Der Hofbericht schreibt: Die kronprinzliche Familie wird morgen Abend, Montag, den 13. d. M., Berlin verlassen und sich zunächst nach London begeben, um den bevorstehenden Jubiläums-Feierlichkeiten daselbst beizuwohnen. Später folgt dann ein mehrwöchentlicher Aufenthalt auf der Insel Wight. (D. M.-Bl.)
Berlin, 13. Juni. Se. Majestät der Kaiser und König verließen heute das Bett Nachmittags 13/4 Uhr. Der Kronprinz und die Kronprinzeffin, welche sich nach ihrer Verabschiedung vom Kaiser heute Nachmittag 1 Uhr nach Potsdam zurückbegaben, fahren heute Abend 83Äi Uhr zu Wagen nach Spandau und besteigen dort um 10*/4 Uhr die Eisenbahn zur Reise nach England. General von Los begleitet das kronprinzliche Paar. (RH. K.)
Berlin, 13. Juni. Das Befinden Sr. Majestät des Kaisers und Königs ist, nach dem „R. u. St.-A.", in den letzten Tagen in allmählicher Besserung begriffen. Allerhöchstdieselben haben kurze Zeit außer Bett zugebracht. Die Augenreizung nähert sich ihrem Ende.
Berlin, 13. Juni. Die äußere Erscheinung und das Allgemeinbefinden Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen sind, wie der „R. u. St. A." unterm 11. d. M. meldet, durchaus zufriedenstellend, so daß Höchstderselbe Sich wohl fühlt und in gewohnter Weise Sich viel im Freien bewegt. Dagegen ist die durch eine langdauernde örtliche Affektion bedingte Heiserkeit noch nicht gehoben und bedarf weiterer örtlicher Behandlung. Auf den Wunsch Sr. Majestät des Kaisers und Sr. Kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen wird während des bevorstehenden Aufenthaltes in England die Behandlung, im Einverständniß mit den begleitenden Aerzten, Leibarzt General-Arzt Dr. Wegner und Stabsarzt Dr. Landgraf, von dem durch die hiesigen Autoritäten hinzugezogenen Spezialarzt Dr. Mackenzie fortgeführt werden, nachdem darüber ärztliche Berathungen stattgefunden haben. Die letzten Untersuchungen deuten auf eine, wenn auch langsam, doch bestimmt zu erwartende Besserung der örtlichen Erkrankung.
' Berlin, 11. Juni. In der gestern unter dem Vorsitz des Staats- Ministers, Staatssekretärs des Innern, v. Boetticher abgehaltenen Plenarsitzung ertheilte der Bundesrath dem Gesetzentwurf, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, die Zustimmung. Einer Eingabe wegen Anrechnung der von Studirenden deutscher Nationalität auf der Universität zu Prag verwendeten Zeit, beschloß die Versammlung keine Folge zu geben.
Berlin, 11. Juni. S. M. Kreuzer „Albatroß", Kommandant Korvettenkapitän von Frantzius, ist am 10. Juni er. in Sydney eingetroffen.