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Erscheint täglich mit AuSMhme der S«M- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 71.
Freitag den 25. März
1887.
Abonnements-Einladung.
Mit dem 1. April 1887 beginnt ein neues Abonnement auf den „Hanauer Anzeiger", zugleich amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.
Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Cours- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ausschusses, ferner Geschäfts- und Privat - Anzeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der „Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.
Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.
Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.
Neu zutretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung ab bis Anfang des Quartals unentgeldlich.
Die Expedition des Hanauer Anzeigers.
Amtliches.
BeksMNtmachungM auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.
Auf Grund des §. 11 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird die vom heutigen Tage datirte Nummer 1 1, sowie das fernere Erscheinen der periodischen Zeitschrift: „Der Baugewerkschafter" — Verlag von H. Ricke in Braunschweig. Druck von A. Vogel & Co. in Braunschweig — durch die unterzeichnete Behörde, als zuständige Landes-Polizeibehörde, hiermit verboten.
Braunschweig den 13. März 1887.
_______________Herzogliche Polizei-Direktion. R. Pockels.__
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Die Lehrerstelle an der ev. Schule in Ravolzhausen ist vacant und mit 1. Juni c. zu besetzen. Mit der Stelle ist ein Einkommen von 840 Mark nebst freier Wohnung und eine Vergütung von 90 Mark für Feuerung verbunden.
Bewerber werden aufgefordert, ihre mit den nöthigen Zeugnissen versehenen Meldungsgesuche binnen drei Wochen bei dem Herrn Lokal- schulinspektor Pfarrer Bechtel in Ravolzhausen einzureichen.
Hanau am 18. März 1887.
Namens des Schulvorstandes:
Der. Königliche Landrath
V. 1185 Gf. Bismarck.
Gefunden: Eine Kriegs-Denkmünze von 1840. Ein Griffelkasten. Ein Ohrring mit blauem Stein. Ein Schlachtmesser. Ein Packet mit s. g. Schusterlack. Ein schwarzer weicher Filzhut. Ein seidenes Knöpf- tüchelchen.
Vom Wasenmeister ein gefangen:. ein grau-gelber Hund m. Geschl.
Entlaufen: Ein junger kleiner schwarzer Hund m. Geschl. mit Halsband.
Hanau am 25. März 1887.
__Aus Königl. Landrathsamt._____________________
Tagesscha«.
P. Aus den Parlamenten. Berlin, 23. März. Der Reich sta g erledigte heute den Rest des Etats in zweiter Lesung. Zu
einer längeren Debatte führte dabei nur der Etat der Zölle und Steuern, bei welchen die Reform der Zuckersteuer von verschiedenen Seiten angeregt wurde. Der Staatssekretär des Reichsschatzamts Dr. Jacobi erklärte auf eine Anfrage, daß wegen einer Reform der Zuckersteuer bereits Erhebungen angeordnet seien; über den Inhalt der demnächstigen Vorlage könne er zwar heute noch keine näheren Mittheilungen machen, doch werde eine Schädigung der Interessenten nach Kräften vermieden werden. Bei der Börsensteuer wurde Finanzminister Dr. v. Scholz veranlaßt, sich gegen die Unterstellung der Deutschfreisinnigen zu verwahren, als habe er mit seinen früheren Aeußerungen über die Defraudationen bei der Börsensteuer dem ehrenwerthen Handelsstande zu nahe treten wollen, thatsächlich sei aber richtig, daß zum guten Theil die geringen Einnahmen aus dieser Steuer auf Defraudationen, namentlich der kleinen Spekulanten, zurück- zuführen seien. Der Etat selbst wurde überall nach den Anträgen der Kommission unverändert genehmigt. Morgen: Anträge auf Abänderung der Gewerbe-Ordnung. (Befähigungsnachweis.)
Im Herrenhause begann heute die Berathung über die kirchen- politische Vorlage. Nachdem der Referent die Kommissionsanträge, welche bekanntlich mehrfach über die Regierungsvorlage hinausgehen, eingehend erörtert, erhielt Bischof Dr. Kopp das Wort, welcher zunächst Sr. Majestät dem Kaiser, sowie der Regierung und dem Reichstage seinen Dank für das bisher bereits Gewährte aussprach, dann aber betonte, daß, so erfreut er auch über die gegenwärtige neue Vorlage sei, in derselben doch noch verschiedenes fehle, was für den Heiligen Stuhl und für die Katholiken dringend wünschenswerth sei. Deswegen habe er mehrere Abänderungsanträge eingebracht, welche er sehr eingehend begründete. Professor Dr. Beseler hatte Bedenken gegen die Vorlage, weil Hoheitsrechte damit vergeben würden, welche der Kurie dauernd zu Gute kämen, während die Gegenbewilligungen lediglich persönliche Konzessionen des Heiligen Vaters seien. Frieden wolle auch er, aber nur einen ehrenvollen und dauernden. — Ministerpräsident, Reichskanzler Fürst v. Bismarck, betonte, daß er seinerseits die ganze Angelegenheit vom politischen Standpunkt beurtheile. Er habe auch nie einen anderen als ehrenvollen Frieden abgeschlossen (Bravo!); beide Vertragsschließenden würden in keinem Vertrage vollständig ihre Wünsche erfüllt sehen; dauernd sei nichts, die Dauer hänge von Gott ab. Hoheitsrechte würden nicht vergeben, was aber der Staat nicht nothwendig gebrauche, könne er der Kurie gewähren, zumal, wenn es den Wünschen eines großen Theiles des eigenen Volkes entspreche. Die Regierung habe seinerzeit die Maigesetze nur als Kampfgesetze betrachtet und sei von der Hoffnung ausgegangen, mit einem anderen Papste zum Frieden zu gelangen. Deshalb habe er schon im Jahre 1878 ein Friedensprogramm entworfen, welches alles das enthalte, was bisher aus der Revision der Maigesetzgebung hervorgegangen sei, einschließlich auch des jetzt vorliegenden Gesetzes. Er sei aber nicht der allmächtige Minister, für welchen er gelte, er hätte deswegen die Hindernisse nicht überwinden können, welche seinem schon damals auf das jetzige Ziel gerichteten Streben entgegenstanden. Zweifelhaft sei es allerdings, ob der Frieden mit dem Papste uns auch den Frieden im Innern bringen werde, aber es sei nicht zweifelhaft, daß bei dem Kampfe zwischen der Kurie und dem Zentrum die erstere siegen werde. Schließlich bat der Ministerpräsident, diejenigen Amendements, welche der Kultusminister demnächst empfehlen werde, anzunehmen, um zu dem erstrebten Ziele zu gelangen. — Es sprachen dann noch mit warmen Worten für die Vorlage die Herren Graf Franckenstein und v. Kleist-Retzow, während Herr Struckmann sich gegen dieselbe erklärte, da von ihr ein dauernder Friede nicht zu erwarten sei. Morgen: Fortsetzung.
Berlin, 24. März. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute die Generale ä la suite, v. Derenthall und Graf Schliessen und nahmen die Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des Militär- kabinets entgegen. Später empfingen Se. Majestät den Abschiedsbesuch Sr. Kaiserlichen Hoheit des Großfürsten Wladimir von Rußland, sowie demnächst Se. Hoheit den Herzog von Sachsen-Altenburg und Se. Königliche Hoheit den Prinzen Heinrich.
Berlin, 24. März. Die „K. 3 " schreibt: Die Versetzung des deutschen Botschafters v. Keudell zu Rom in den Ruhestand ist, wie mir