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Erscheint täglich mit Ausnahme der G«iW- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 70.

Donnerstag den 24. März

1887.

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Mit dem 1. April 1887 beginnt ein neues Abonnement auf den

Hanauer Anzeiger",

Mgleich amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.

Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanan, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Cours- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- AuSschusses, ferner Geschäfts- und Privat - Anzeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.

Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die Ispaltige Zeile nur 10 Pf.

Der Abonnementspreis betrügt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.

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Die Expedition des Hanauer Anzeigers.

Tagesschau.

§W- Auch heute bringen fast sämmtliche Tagesblätter wieder zahlreiche Berichte über zu Ehren des 90. Geburtstages unseres Kaisers veranstaltete Festlichkeiten.

Berlin, 23. März. DerReichsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß ves Kaisers, worin er für die tief empfundene Theilnahme des Volkes an seinem Geburtstag und für die so zahlreich ihm erwiesenen liebevollen Aufmerksamkeiten seinen innigsten Dank ausspricht. Sodann heißt es: In frühester Jugend habe ich die Monarchie meines tiefgebeug­ten Vaters in einer verhängnißvollen Heimsuchung gesehen, habe aber auch die hingebenste Treue und Opferfreudigkeit, sowie die ungebrochene Kraft und den unverzagten Muth des Volkes in den Tagen seiner Erhe­bung und Befreiung kennen gelernt; jetzt in meinem Alter blicke ich nach so manchen Wechselfällen meines Lebens mit Stolz und Befriedigung auf die großen Wandelungen, welche die ruhmvolle Vergangenheit der jüngsten Zeit, ein unvergeßliches Zeugniß Deutscher Einigkeit und aufrichtiger Vaterlandsliebe, in Deutschland geschaffen haben. Mögen unserem theuren Vaterlands diese lang ersehnte Errungenschaft, wie ich es zuversichtlich hoffe, in ungestörter segensreicher Friedensarbeit zu stets wachsender Wohl­fahrt aller Klassen der Nation gereichen.

Berlin, 23. März. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute die beiden Grafen Brandenburg und nahmen den Vortrag des Ge­heimen Civilkabinets entgegen. Demnächst machten Allerhöchstdieselben Besuche bei hier anwesenden fremden Fürstlichkeiten.

Berlin, 23. März. Bei dem gestrigen Diner beim Reichskanzler, woran die Botschafter und Gesandten der'fremden Mächte und die Vor­tragenden Räthe des Auswärtigen Amtes theilnahmen, toastete der ita­lienische Botschafter auf den Kaiser, der Reichskanzler auf die fremden Souveräne und Staatsoberhäupter und der österreichische Botschafter auf den Reichskanzler. (Fr. N.)

Breslau, 23. März. Die Marie Magdalenenkirche steht in Hellen Flammen. Ein Thurm ist eingestürzt, die Gefahr für den zweiten Thurm und das Innere der Kirche scheint beseitigt.

Münster, 22. März. DerWests. Merk." meldet,, daß die Wie-, dereröffnung der bischöflichen theologischen Lehranstalt in Pelplin gesichert' ist unv daß bezüglich der Wiedereröffnung der Posener Lehranstalt die Regierung mit dem Erzbischof Dinder neu verhandelt.

Pest, 22. März. Sämmtliche Blätter feiern den Geburtstag des deutschen Kaisers. DerPester Lloyd" betont, daß der Freuventag der

deutschen Kaiserfamilie und des deutschen Volkes auch in Ungarn und von Ungarn in der herzlichsten und teilnehmendsten Weise mit gefeiert werde. Egyetertes" weist darauf hin, daß das Leben des deutschen Kaisers das kräftigste, unerschütterlichste Unterpfand des Friedens sei, dessen Verlänge­rung auf noch weitere Jahre nicht nur das deutsche Volk, sondern jeder, der ein Freund des Friedens und ein Feind des Krieges sei, wünsche. DerPesti Naplo" sagt: Mit vertrauensvoller Zuversicht blicken wir zum deutschen Thron auf, auf welchem wir den ruhmgekrönten Greis sein Va­terland und Volk segnend erblicken.

DerR. Fr. Pr" wird aus Prag vom 22. März gemeldet: Große Sensation erregt hier die gestern Abend erfolgte Verhaftung des Kaffendirektors des hiesigen Hauptpostamtes, Heinrich Hackl. Derselbe hat bei den Skontrirungen, statt mit Silbergulden, mit Vierkreuzerstücken ge­füllte Rollen ausgewiesen. Gestern kam der seit drei Jahren von ihm geübte Betrug bei der Skontrirung hervor. Der verursachte Schaden be­trägt 8000 fl. Hackl, der bereits dem Strafgerichte eingeliefert wurde, ist 71 Jahre alt und hat 48 Dienstjahre.

Kopenhagen, 22. März. Aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers Wilhelm übermittelten der König und sämmtliche Prinzen sowie die hiesigen Gesandten dem deutschen Gesandten, Stumm, ihre Glück­wünsche. Nachmittags findet bei dem Gesandten Stumm ein Festdiner statt.

Rom, 22. März. Der deutsche Botschafter v. Keudell überreichte heute Vormittag dem Minister des Auswärtigen Grafen Robilant die Abzeichen des Schwarzen Adlerordens.

Madrid, 23. März. Der Senat hat mit 111 gegen 85 Stim­men den Gesetzentwurf betreffend die Verpachtung der Tabakregie ange­nommen.

Paris, 22. März. (K. Z.) Die hiesigen Blätter besprechen das deutsche Kaiserfest meist in einer der Person des Kaisers freundlichen Weise. Spuller schreibt in derRopubligue Frangaise":Kaiser Wilhelm ist der älteste aller Souveräne der Welt. Mit der Majestät des Alters verbin­det er die Majestät des Ruhmes. Die Welt ist in Frieden, aber ein Zucken seiner Augenbrauen kann sie erbeben machen." Der Berliner Be­richterstatter desFigaro" schreibt über den Fackelzug in Berlin von gestern Abend:Es ist unmöglich, den Eindruck wiederzugeben, den diese Kundgebung auf die anwesenden Franzosen machte. Man fühlte wahr­haft, daß Fürst und Volk in diesem Lande eins sind. Dabei war nichts künstlich vorbereitet, sondern die wirkliche Gesinnung der ganzen Bevölke­rung kam zum Ausdruck. Für morgen werden noch wärmere Kundge­bungen erwartet; das scheint mir unmöglich."

Paris, 22. März. Unter den Personen, die zu dem Empfange bei dem deutschen Botschafter, Grafen Münster, zur Feier des Geburts­tages des deutschen Kaisers erschienen, befanden sich auch die zwei Präsidenten des französischen Senats und der Deputirtenkammer, Leroyer und Floguet, die Minister Berthelot und Granet, Senator Leon Say und der Depu- tirte Andrieux.

Warschau, 22. März. Anläßlich des heutigen Geburtstages des Deutschen Kaisers fanden von Seiten der hiesigen deutschen Kolonie Fest- Diners im Europäischen Hotel, im Bruel'schen Hotel und in den Restau­rants Dreyer, Alkazar und Belvödöre statt. Bei dem ersteren führte der deutsche Generalkonsul den Vorsitz.

Bombay, 22. März. Der Geburtstag des Kaisers Wilhelm ist gestern Abend von den der hiesigen deutschen Kolonie Angehörigen durch ein Festmahl, bei welchem der deutsche Konsul den Vorsitz führte, festlich begangen worden.

Bremen, 22. März. Der Dampfer des Norddeutschen Llpyd Donau" ist in Baltimore eingetroffen.

Hamburg, 22. März. Der PostdampferRugia" von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrts- Aktiengesellschaft ist in New-Iork eingetroffen.

Reichsgerichts-Eutscheidnnge».

Bei der Freisprechung eines Angeklagten und Nebenbeklagten fallen nach einem Urtheil des Reichsgerichts, I. Strafsenats, vom 13. Januar d. I., auch die in Folge von Anträgen des Nebenklägers erwachsenen