Erfreulich. Heute Morgen wurde im Kinzigdorf zum ersten Male in diesem Jahre der frühlingsverkündende Gesang der Amsel wahrgenommen.
, Amerikanisches Geld. Die „H. M." schreibt: Wie uns mit- getheilt wird, ist in der letzten Zeit hier außergewöhnlich viel amerikanisches Papiergeld bei den Bankhäusern gewechselt worden. Wahrscheinlich stammt dasselbe aus dem sozialdemokratischen Wahlf-mds, um welchen Herr Liebknecht An Amerika sich außerordentlich verdient gemacht haben soll. Das nächste Mal wird man in Amerika wohl sein Geld behalten, da man dort doch jedenfalls auf einen Sieg nicht aber auf eine Niederlage der deutschen Sozialdemokratie gerechnet hat.
Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Samstag den 5. März.
Vormittags 10 Uhr soll auf dem hiesigen Posthofe das beim Umbau des Postgebäudes abfällig gewordene Baumaterial gegen Baarzahlung verkauft werden (s. Nr. 44 „Hau. Anz.".).
Für heute. Hanauer Stadttheater: NM> Benefiz für Fräul. Elly Gebhardt: Zum ersten Male: „Das Paradies", Gesangsposte in 4 Akten von Leon Treptow und L. Herrmann, Musik von Joseph Gollrich; Anfang 7 Uhr. — Abends 9 Uhr: Männerabtheilung der Turngemeinde: Turnen.
Bauernregeln. Hier und da wird noch sehr viel auf die Bauernregeln gehalten. Wir veröffentlichen deshalb die auf den Monat März bezüglichen: Ein grüner März bringt selten etwas Gutes. — März trocken, April naß, Mai luftig, von Beiden was, bringt Korn in Sack und Wein in's Faß. — Märzenwinde, Aprilenregen, verheißen im Mai großen Segen. — Maria Verkündigung verkündet das Frühjahr, jagt aber den Winter noch nicht hinaus. — Märzengrün, Jungfrau kühn.— Wenn März und April zu trocken und licht, so geräth das gatter. — Märzschnee thut der Saat weh. — Märzendonner macht fruchtbar.
[? ] Ostheim, 2. März. Zur heutigen Stichwahl beschloß der hiesige Kriegerverein einstimmig, dem Kandidaten, dessen Devise „Treu zu Kaiser und Reich", Herrn Dr. Schier, die Stimme zu geben.
Am 2. März, Vormittags 10 Uhr, versammelte sich der Verein vollzählig in der Wirthschaft des Herrn I. Schernik, zog von dort ab nach der Wohnung des Vizepräsidenten, holte die Kriegervereins-Fahne in militärischer Ordnung ab und begab sich dann mit wehender Fahne und mit dem Vereinszeichen geschmückt nach dem Wahllokal. Dorten angekommen, ließ der Präsident H. W. Dahlheimer Halt machen, hielt eine kurze, aber ergreifende Rede, worin er auf die wehende Fahne hin- wies als Zeichen der Erinnerung von 1870/71 und ganz besonders auf die Worte, welche auf der Fahne zu lesen sind „Treu zu Kaiser und Reich».
Am Schlüsse brächte der Präsident noch ein dreimaliges donnerndes Hoch auf unseren verehrten Heldenkaiser, in welches der Kriegerverein sowie die umstehenden Bürger begeistert mit einstimmten.
Frankfurt a. M., 4. März. Ein hiesiger Papierindustrieller I
hat an seine Gläubiger ein Zirkular gerichtet, worin er sie zu einer Versammlung einladet, behufs Ertheilung eines Moratoriums auf 2 Jahre. Nach seiner Aufstellung übersteigen die Aktiven Sie Passiven um 280,000 Mark. — Der Raum, welchen der eigentliche Festplatz beim Jubiläums-Bundesschießen einnimmt, ist etwas größer als derjenige des ersten Bundesschießens vor 25 Jahren. Die Akten über das erste Schützenfest wurden wieder erhaben, um die alten Rechnungen nachzusehen. Da findet sich denn, daß zu den Festbauten 312,000 Fuß Holz, und zwar 117,000 Fuß Rundholz und 195,000 Fuß geschnittenes Holz, 53,000 Stück oder 580,000 Quadratfuß Dielen und 1,510,000 Nägel verbraucht wurden. Beschäftigt waren 4 Wochen lang 120 Zimmerleute. Das verwendete Personal betrug 457 Personen. Das Metzgerhandwerk hatte täglich 4 Ochsen und 25 Hämmel, Kälber und Schweine zu liefern, die Bäcker 16,000 Brövchen und 1000 Stück dreipfündige Laib Brod ein Konditor 400 Stück Torten rc. Der Festplatz beim Jubiläumsschießen ist großartiger angelegt als der erste, doch wird die Festhalle nicht mehr Sitzplätze bei den Banketten haben wie die erste, nämlich 4000.
Frankfurt ß. M., 3. März. Die Kunden eines hiesigen Bäckermeisters waren vorgestern nicht wenig überrascht, Frühbrödchen von ganz erstaunlichen Größen-Dimensionen zu bekommen Die Kundschaft zeigte sich über die neuen Brödchen sehr befriedigt und fand, daß man bei den billigen Frucht- und Mehlpreisen ganz wohl größere Brödchen als seither geben könne. Manche Hausfrau sagte: Das ist doch einmal ein richtiger Bäcker, der seinen Kunden auch etwas gönnt. Anders, wie in der Familie, hieß es in der Backstube und in der Wohnung des Bäckers. „Mensch", schrie derselbe seinen neuen Gesellen an, „zeige Deine Händel Ich kann Dich mit solchen Händen nicht zum Formen meiner Brövchen brauchen. Wo soll das hinaus, wenn man die Kunden so verwöhnt. Den Schaden mußt Du mir ersetzen. Du verdirbst das ganze Handwerk!" Damit nur seine Kunden nicht verwöhnt würden, schickte der Meister des Nachmittags sein Dienstpersonal zu seinen sämmtlichen Künden und ließ ihnen sagen, sie möchten nur nicht glauben, die Brödchen blieben immer so groß; dem Gesellen sei ein Unglück passirt, er habe das richtige Gewicht nicht genommen. , (G.-A.)
Gietzen. Herr Meyerfeld, ein geachteter hiesiger Bürger, ist dar Opfer seiner Unvorsichtigkeit geworden. Derselbe putzte sein Jagdgewehr, ohne zu ahnen, daß eJ geladen war. Dasselbe entluv sich und der durchs Herz gehende Schuß streckte ihn todt zu Boden.
Briefkasten der Redaktion.
R W. in 8t Depesche erhalten. Besten Dank. — V. M. Leider anonym, können deshalb das Eingesandt nicht bringen.
Thermometer st and.
3. März. Mittags 2 Uhr + 7'/-°, Abends 7 Uhr + 5'/?;
4. März. Morgens 7 Uhr + S1^0, Vormittags 10 Uhr + 5°.
Bekanntmachung
Alle Diejenigen, welche mit Zahlung von Umlage und Schulgeld noch im Rückstände sind, werden an alsbaldige Zahlung mit dem Bemerken erinnert, dast mit dem 9. März cr. die Beitreibung aller sür das Etatsjahr 1. April 1886 bis 31. März 1887 noch schuldigen Beträge beginnt.
Hanau, am 24. Febr. 1887.
_______________Stadtkasse.________ 1874
Versteigerung.
Montag den 7. März d. I., von Nachmittags 2 Uhr an, soll Schulgasse 1, gegenüber der Allst. Apotheke, erbtheilungshalber:
ein Theil Mobiliar, bestehend in 1 Kommode, 2 Bettstellen, 1 einthür. u. 1 zweithür. Kleiderschrank, 1 Eckschrank mit Glasaufsatz, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder, Waschschrank Waschtisch, 1 Conversations-Lexikon, Schiller's Werke und andere Bücher, Bettwerk, Leinen- geräth, Herrnhemden, Haus- u. Küchensachen, Porzellan, 1 Regulatoruhr sowie Verschiedenes gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
M. Ullrich,
2057__beeid. Taxator u. Auctionator. Sterngasse 24 1 möbl. Zim. zu verm. 2006 Kirchg. 8, 1. St., 1 möbl. Zimmer. 1996
Inserate.
Die Karkier- u. Friseur-IuMug jjanans macht die Eltern und Vormünder hiermit aufmerksam, daß ihre Söhne und Pflegebefohlenen, welche nach Ostern in die Lehre zu treten wünschen, nur bei einem dem Jnnungsverbande ungehörigen Prinzipale eintreten können, wenn sie nach beendigter Lehrzeit auf Erlangung von Verbandspapieren (Lehrbrief) Anspruch machen wollen; sie können alsdann bei jedem dem Verbände ungehörigen Prinzipal als Gehülfe eintreten. Denjenigen Gehülfen aber, welchen die Verbandspapiere fehlen, werden nach den Statuten die Arbeit bei den Jnnungscollegen verweigert, es sei denn, daß sie sich verpflichten, noch ein halbes Jahr bei einem Jnnungsmeister nachzulernen, um in den Besitz der Verbauds- papiere kommen zu können.
Jede gewünschte Auskunft ertheilt bereitwilligst 1368 der Oberälteste der Innung
J. Crumpfer.
Für mein Kistchen-Ausstattungs-Geschäft suche ich einen tüchtigen und energischen Aufseher.
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