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Nr. 33.
Dienstag den 8. Februar
1887.
BeAuntwachungen Königl. Llmdrathsamts.
Bekanntmachung.
Nachdem ein Theil des dem 8. Reichstagswahlkreise des diesseitigen Regierungsbezirks angehörenden Kreises Hanau in Folge der durch die Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau am 7. Juni 1885 eingeführten anderweiten Kreiseintheilung dieser Provinz zu dem Landkreise Frankfurt a. M. gelegt worden ist, hat der Herr Minister des Innern bestimmt, daß die aus den §§. 24, 34 und 35 und der Anlage D. des Wahlreglements vorn 28. Mai 1870 sich ergebenden Zuständigkeiten der RcgierungsPräsidenten hinsichtlich des vorgedachlen Wahlkreises von dem Königlichen Regierungs-Präsidenten zu Cassel wahrzunehmen sind.
Cassel den 4. Februar 1887.
Der Königliche Regierungs-Präsident.
Vorstehende Bekanntmachung theile ich den Herrn Wahlvorstehern zur Kenntnißnahme ergebenst mit.
Hanau am 5. Februar 1887.
Der Königliche Landrath.
V. 537. Gf. Bismarck.
I. Die Herren Standesbeamten des Kreises ersuche ich ergebenst, gemäß des § 8 deI Reglements zur Ausführung des Reichs-Jmpfgesetzes vom 4. März 1875, Amtsblatt Seite 118, in den vorgeschriebenen Formularen, welche per Couvert übersandt werden, die Nachrichten über die im Jahre 1886 geborenen und noch am Leben befindlichen Kinder in die Ruvriken 1 bis 5 einzutragen und die aufgestellten Listen demnächst an mich zurückzuschicken.
II. Die Herren Schulvorsteher ersuche ich gemäß 8 des Reglements zur Ausführung des Reichs-Jmpfgesetzes vom 4. März 1875, Amtsblatt Seite 118, ergebenst, in den vorgeschriebenen Formularen, welche per Couvert übersandt werden, die im Jahre 1875 geborenen Zöglinge in die Rubriken 1 bis 5 einzutragen und die aufgestellten Listen demnächst an mich zurückzuschicken, sowie ferner 4 Wochen vor Schluß des Schuljahres, d. i. am I.März, ein Verzeichniß derjenigen Schüler gefälligst einzu- reichen, für welche der Nachweis der Impfung nicht erbracht ist.
Hanau, am 3. Februar 1887.
Der Königliche Landrath.
A. 384. Gf. Bismarck.
Gefunden: Ein Cigarren-Etui mit Cigarren. Ein Ketten armband. Ein weißes Armband. Ein kleines Portemonnaie mit einigen Pfennigen. Ein desgl. mit Inhalt. Ein Rechenbuch. Ein Hundemaulkorb.
Zugelaufen: Ein kleiner weißer Pinscher m. Geschl.
Vom Wasenmeister eingefangen: Zwei schwarze Pinscher, einer derselben mit gelben Abzeichen, beide m. Geschl.
Verloren: Ein Portemonnaie mit 9 Mk. Ein schwarzes wollenes Tuch.
Hanau am 8. Februar 1887.
Aus Königl. Landrathsamt.
T a F e s s ch « «.
Berlin, 7. Febr. Der „R. u. St.-A." veröffentlicht: Verordnung über die Ausübung der Rechte des Staats gegenüber der evangelischen Kirche im Bezirk des Konsistoriums zu Cassel, vom 10. Januar 1887.
— Berlin, 7. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König hörten heute die Vorträge des Chefs des Civilkabinets und des Vizepräsidenten des Staats-Ministeriums, v. Puttkamer. Am Vormittage nah- men Se. Majestät die Meldung des Korvetten-Kapitäns und Flügel- Adjutanten Freiherrn v. Seckendorff entgegen.
Berlin, 7. Februar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des Reichskanzlers, welcher besagt: Dem Kaiser gingen Anträge von Vereinen zu, wodurch letztere die gute Absicht äußern, Allerhöchst- demselben zur bevorstehenden Feier der Vollendung des neunzigsten Lebens
jahres ihre Gestnnungstreue und Verehrung durch persönliche Huldigungen zu bethätigen. So wohlthuend diese Kundgebungen Se. Majestät berühren, sehen Allerhöchstdieselben sich doch durch das Bedürfniß der Ruhe und Schonung zu lebhaftem Bedauern genöthigt, auf derartige Beweise der Theilnahme zu verzichten. Directe persönliche Kundgebungen dieser Art, welche zum 22. März geplant werden, würden im Interesse der Schonung des Kaisers zurückzuhalten sein. Um solchen wohlgemeinten Absichten zeitig vorzubeugen, bestimmten Se. Majestät der Kaiser, daß Allerhöchst- ihre Willensmeinung durch die öffentlichen Blätter zur allgemeinen Kenntniß gebracht werde.
Potsdam, 6. Febr. Das hiesige Schöffengericht verurtheilte den Redakteur der „Potsd. Nachr." wegen groben Unfugs (Verbreitung der falschen Nachricht von der Erschießung des Militärbevollmächtigten von Villaume durch den Zaren) zu sechs Wochen Haft.
Magdebnvg, 7. Febr. Bei Schönebeck ist man gestern auf ein mächtiges Steinsazlager gestoßen.
Cleve, 7. Febr. Gegen den Centrumsabgeordneten Domkapitular Dr. Perger in Münster, der seit Jahren Cleve-Geldern vertritt, ist Kaufmann Ludwig von Ham in Geldern aufgestellt, der, ein treuer Katholik und in religiösen Angelegenheiten unbedingt dem Centrum zugethan, für das Septennat stimmen würde.
Dresden, 6. Febr. Der Abgeordnetentag des „Allgemeinen deutschen Realschulmänner-Vereins, welcher im vorigen Jahre in Dortmund stattfand, wird in diesem Jahre in unserer Stadt am 13. und 14. April seine Berathungen abhalten.
Weimar, 5. Febr. Bei der am 14. ds. in Wiesbaden stattfin- denden Conferenz der Linienkommission behufs Feststellung des Mobil- machungsfahrplans handelt es sich um die „Linienkommission U", welche in Frankfurt a. M.-Sachsenhausen ihren Sitz und die Fahrplane für die mitteldeutsche (thüringisch-rheinische) Strecke feststellt. Irgend eine Bedeutung angesichts der gegenwärtigen Lage hat die Conferenz nicht, da sie auch bei den ruhigsten Verhältnissen in diesem Monat hätte statt- finden müssen.
Der Münchener Korrespondent der „Köln. Ztg." schreibt derselben: Ohne voraus die Namen nennen zu dürfen, weiß ich gewiß, daß zwei weitere Centrumskandidaten dem Septennat freundlich sind, zusammen also bisher sechs. Die Umwandlung innerhalb des Centrums ist damit noch lange nicht abgeschlossen.
München, 6. Januar. Die Socialdenwkraten hatten auf heute eine Volksversammlung auf dem Marienplatze angesagt. Dieselbe wurde indeß verboten Trotzdem waren auf dem Platze etwa 1000 Menschen erschienen. Die Gensdarmerie suchte um ^3 Uhr den Platz zu säubern. Sie wurde mit Pfeifen und Hochs auf Vollmar empfangen. Da die Gensdarmen nichts ausrichteten, übernahm das Militär die Säuberung, die ziemlich schnell von starten ging, und sperrte die Straßen ab. Gegen 4 Uhr rückte das Militär ab, nachdem es zahlreiche Verhaftungen vorgenommen hatte.
Wien, 7. Februar. Ein Brünner Telegramm des „Fremdenblattes" meldet, daß in Leitomischl der Gastwirth Tichy mit Frau und Sohn verhaftet wurde, unter der Anschuldigung, elf Morde an wohlhabenden Gästen, die bei ihm wohnten, begangen zu haben.
Brüssel, 7. Februar. Am Sonntag fand bei der Zeitung „Le peuple" eine Haussuchung statt, wobei das Blatt „le Eonscrit", dessen erste Nummer am Samstag erschienen war, beschlagnahmt wurde.
Rom, 7. Febr. (K. Z.) Graf Robilant hat infolge der Ereignisse von Massauah gestern seine Entlassung eingereicht. Die Bemühungen, ihn zur Zurücknahme seines Entlassungsgesuches zu bewegen, sind bisher vergeblich gewesen, werden aber fortgesetzt. Sollte der Graf bei seinem Rücktritt beharren, so werden wohl auch die übrigen Minister folgen müssen. Das neue Ministerium zu bilden, wird große Schwierigkeit haben; doch halte ich es für ausgeschlossen, daß es aus der Opposition genommen werden kann, da diese im Parlament nicht über die Mehrheit verfügt.
London, 6. Februar. Nach einer Meldung aus Suez hat sich Stanley heute Nachmittag daselbst nach Zanzibar eingeschifft.