Einzelbild herunterladen
 

Steimemnrt*« »rett:

-thrlich 9 Stets. »«I9i.4W.WSfj.

M«rt«lMrltch Mark 11 SfJ.

Bit auswärtig« Uonnenten »it dem betreffe», »tu SeftaufMlaj. Lt« einzelne Num­mer 10 Piß.

Haiianer 2lii;ciyr.

Jugteich Arntttches Kvgem füL KLaöt- und LcrnöKveis ^anau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die ifpaltige «arm-ndzeile »k kett« Raum 1» Wa.

Sie ripalt. Zeile «Plg.

Ste3fpeltige3e«e w W

Nr. 4.

Donnerstag den 6. Januar

1887.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamis.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, nachstehende Bekannt­machung des Vorstandes des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden veröffentlichen zu lassen.

Hanau am 30. Dezember 1886.

Der Königliche Landrath.

I. V.: B a a b e.

Lan-wirthschaftlicher Kreis-Verein Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 8. Januar 1887, Nach­mittags 2 Uhr, im Gasthaus zumgoldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1) Die Obstbaumzucht.

2) Die Kreis-Pferdeverficherung.

Am Schluß der Versammlung wird der landwirthschaftliche Consum- Verein eine Generalversammlung abhalten. Der Vorstand.

Tsgesscha«.

Berlin, 5. Jan. DerR. u. St.-A." veröffentlicht in seiner Nr.

3 an der Spitze des Blattes folgende Allerhöchste Kundgebungß

Ew. Kaiserliche und Königliche Hoheit haben Mir heute in Ihrer Eigenschaft als rangältester General-Feldmarschall der Armee umgeben von einer die einzelnen Theile derselben repräsentirenden hohen Generalität die Glückwünsche der Armee zu Meinem 80jährigen militärischen Dienstjubiläum ausgesprochen.

Ich habe Ew. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit und den Sie umgebenden Generalen aus warmem und tief bewegtem Herzen gedankt, empfinde aber das Bedürfniß, Meinen Dank auch an die ganze Armee weiter gehen zu lassen und an dem heutigen Tage auch an diese einige Worte zn richten.

Die Armee weiß, wie nahe sie Meinem Herzen immer gestanden hat, und sie wird verstehen, welche Empfindungen Mich heute in dem Gedanken bewegen, ihr-nun 80 volle Jahre angehört zu haben.

Es ist eine lange und wahrlich eine wechselvolle, ereignißreiche Zeit, die heute an Meiner Erinnerung vorbeigeht. Beginnend in ernsten Ta­gen schwerster Prüfung, habe Ich wohl auch in ihrem weiteren Verlauf mancher Sorge und manches Tages, wo Mir das Herz schwer war, zu gedenken, aber es sind deren doch nur sehr wenige gewesen im Vergleich zu den vielen des Glücks und der Freude, die Mir zu erleben vergönnt war.

Mein Blick kann sich nicht in die Vergangenheit richten, ohne Mein tief bewegtes Herz von Dank für die Gnade des allmächtigen Gottes über­strömen zu lassen, die wahrlich Großes an Mir gethan, die Mich so lange erhalten und die Mir so viel des Glücks gegeben hat.

Und welchen Wechsel hat die Arme in diesen 80 Jahren mit Mir erlebt!

Sie stand, als Ich in dieselbe trat, nach dem schwersten Schlage, der Preußen jemals getroffen, zurückgedrängt an die äußersten Grenzen des Reichs, aber der Soldaten-Sinn, den Meine glorreichen Vorfahren in sie gepflanzt, blieb ungebrochen und trieb bald neue Keime. Das bethä­tigten, die schönste Erinnerung Meiner Jugend, die Befreiungskriege, das erhielt sie sich in der treuen Arbeit einer langen Friedenszeit, und die Ruhmesthaten der Armee in neuester Zeit bezeugen wahrlich, daß dieser Sinn in voller Kraft erhalten und weiter gediehen ist.

Ich habe viele Veränderungen mit der Armee erlebt, in ihrer äuße­ren Form in ihrer Truppenzahl, Ich habe die Vereinigung mit den deutschen Kontingenten sich vollziehen und die Marine entstehen sehen , es find unter Meinen Augen Generationen durch die Armee gegangen, aber innerlich in den Herzen und dem Empfinden der Armee gibt es keine Veränderung!

Den Sinn für Ehre und für Pflicht über Alles hoch zu halten und jederzeit bereit sein, das Leben dafür zu lassen das ist das Band, welches alle deutschen Stämme eng umschließt, welches Enkel und Urenkel jetzt eben so fest wie früher die Vorfahren vereinigt, und welches Meine Regierung mit Siegen geschmückt hat, deren Ich heute als der hellstrah­

lendsten Stellen Meines militärischen Lebens in hochgehobenster Empfin­dung gedenke.

Es ist wahrlich eine hohe Freude für Mich, an dem heutigen Tage in solcher Weise zur Armee sprechen zu dürfen und über diese 80 Jahre sagen zu können, daß wir sicherlich, voll und ganz, fest zu einander ge­hört haben, Ich mit Meinem ganzen Herzen und Denken, die Armee mit vollster Treue, Hingebung und Pflichterfüllung, für welche Mein Dank und Meine Anerkennung die lebendigste Empfindung Meines Herzens bis zu Meinem letzten Athemzuge bleiben wird.

Ew. Kaiserliche und Königliche Hoheit wollen diese' Meine Worte durch die hierher berufenen Generale zur Kenntniß der Armee bringen lassen.

Berlin, den 1. Januar 1887.

Wilhelm."

An den General - Feldmarschall, Kronprinzen des

Deutschen Reichs und Kronprinzen von Preußen,

Kaiserliche und Königliche Hoheit.

Berlin, 5. Januar. Die Militärcommission des Reichstags be­gann heute die zweite Lesung der Militärvorlage. Abg. Rickert beantragt, die Friedenspräsenzstärke auf 454,402 Mann festzusetzen. Abg. v. Huene beantragt, die Regierungsvorlage, welche 468,409 Mann festsetzt, wieder- herzustellen, dagegen die Zeitdauer auf 3 Jahre zu bemessen. Beide Anträge werden abgelehnt. Bei der Gesammtabstimmung wird auch § 1 der Vorlage vollständig abgelehnt, ebenso zu § 2 der Antrag des Abg. v. Köller auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage mit 16 gegen 12 Stimmen und nahm den § 2 nach den Beschlüssen der ersten Lesung an. § 3 (Aufhebung der der Vorlage entgegenstehenden früheren Bestimmungen des Reichsmilitärgesetzes) und § 5 (Bestimmung über die Ausführung der Vorlage in Bayern und Württemberg) angenommen; § 4 (Antrag Huene auf Befreiung der Theologen vom Militärdienste) wird abgelehnt. Die durch die Beschlüsse der zweiten Lesung abgeänderte Vorlage wird bei der Schlußabstimmung mit 14 gegen 12 Stimmen angenommen. Die Feststellung des Berichts soll in der nächsten Sitzung am Freitag Vor­mittag erfolgen. (Rh. K.)

Berlin, 4. Januar. Wie die Kreuzztg. berichtet, hat die Com­mission für die Ausarbeitung des Entwurfs eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuchs gestern im Reichsjustizamt unter dem Vorsitze des Wirklichen Geheimraths Dr. Pape wieder eine Sitzung abgehalten. Damit hat sie ihre durch das Weihnachtsfest unterbrochene Thätigkeit wieder ausge­nommen. Sie beräth gegenwärtig über das Erbrecht, den von dem Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. v. Schmitt redigirten fünften und letzten Theil des Civilgesetzbuches. Der Entwurf dieses Theils soll so weit vorgeschritten sein, daß die Plenarberathung desselben bis zum Sommer zur Beendigung gelangen wird. Alsdann werden von der Commission noch einige mit dem eigentlichen Gesetzbuch im Zusammen­hang stehende Gesetze ausgearbeitet werden, nämlich das Einführungsgesetz, die Grundbuchordnung, Gesetze betreffend die Ergänzung und Berichtigung oder die Revision der Civilproceßordnung und der Cancursordnung, ein Gesetz betreffend die Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Eigenthum und ein Gesetz betreffend die Behandlung der Extrajudicialsachen. Für die letzteren Gesetze sollen zum großen Theile schon Entwürfe vorliegen, und sonach steht zu erwarten, daß die Berathungen hierüber nicht allzu lange Zeit in Anspruch nehmen werden.

Der Königsberger Allg. Ztg. zufolge werden im kommenden Herbst in der Provinz Ostpreußen die Kaisermanöver stattfinden, zu welchen das ganze kaiserliche Hoflager in Königsberg i. Pr. erwartet wird.

45 000 Mk. hat ein jetzt im 70. Lebensjahr verstorbener Sonder­ling Namens Klemert in Schmiera hinterlassen. Seine gesammten Werthpapiere trug er im Schirm seiner Mütze und mit diesem gewiß sonderbaren Portemonnaie ging er täglich nach Erfurt, um daselbst in der Volksküche zu Mittag zu speisen. Die Erben werden lachen.

Lübeck, 5. Januar. Nicht nur hier, sondern auch in Hamburg, Alton«, Ottensen, Rendsburg, Neumünster und Schwartau fanden gestern