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Nr. 288.

Donnerstag den 9. Dezember

1886.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Am 4. d. M. Abends gegen 6 Uhr ist aus hiesiger Stadt und zwar von der Nürnbergerstraße ein dem Handelsmann Friedrich Ham­burger aus Langenselbold gehörendes Fuhrwerk, bestehend aus zwei wohl­genährten hellbraunen Pferden (Wallachen), eins mit Blässen, und einem Leiterwagen, entwendet worden.

Die eifrigsten Nachforschungen nach dem Verbleib des Fuhrwerks haben bis jetzt zu keinem Resultat geführt.

Ausgeschlossen ist nicht, daß dieser Diebstahl von Zigeunerbanden ausgeführt oder begünstigt ist.

Es wird ersucht, noch dem Verbleib des bezeichneten Fuhrwerks zu fahnden und im Ermittelungsfalle Drahtnachricht hierher gelangen zu lassen.

Hanau, am 9. Dezember 1886.

Der Königliche Landrath Gf. Bismar ck.

Die frühere Dienstmagd Margaretha Stahl, geboren am 30. De­zember 1853 zu Klein-Steinheim, welche längere Zeit in hiesiger Stadt wohnte, hat sich von hier entfernt, ohne für ihr am 5. Februar 1884 geborenes Kind Anna Stahl zu sorgen.

Es wird ersucht, nach dem Aufenthaltsorte der Genannten zu fahnden und im Ermittelungsfalle Nachricht hierher zu geben.

Hanau, am 4. Dezember 1886.

Der Königliche Landrath

P. 6239. Gf. Bismarck.

Die Herren Bürgermeister veranlaffe ich zu der Einreichung eines Namensverzeichnisses der im Orte praktizirenden Hebammen binnen 14 Tagen. Zugleich ist anzugeben, ob dieselben als Bezirkshebammen ange­stellt sind oder frei praktiziren, und in welchem Jahre die Bestellung er­folgt ist.

Hanau am 7. Dezember 1886.

Der Königliche Landrath

A. 1711. Gf. Bismarck.

Gefunden: Ein schwarzer Regenschirm. Eine feine Infanterie- Säbelscheide. Ein Petschaft. Eine Pferdedecke.

Verloren: Ein Geldtäschchen mit 10 Mark und etwas Klein­geld.

Hanau am 9. Dezember 1886.

____________________Aus Königl. Landrathsamt._____________________

Tagesschau.

Berlin, 8. Dezember. Se. Majestät der Kaiser und König hörten heute von 11 Uhr ab die Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des Militärkabinets. Um 1 Uhr empfingen Se. Majestät den Kaiserlich russischen Botschafter, Grafen Schuwalow. Zu Ehren Sr. Königlichen Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern findet heute im Königlichen Palais ein Gala-Diner statt.

Berlin, 8. Dezember. Se. Königliche Hoheit der Herzog Max Emanuel in Bayern ist heute früh hier eingetroffen und im Königlichen Schlosse abgestiegen.

Berlin, 8. Dezember. Der Prinzregent von Bayern äußerte sich tief gerührt über das Erscheinen des Kaisers am Bahnhöfe und den überaus herzlichen Empfang seitens der Bevölkerung. Nachmittags fuhr er bei dem Grafen Moltke vor, später ging er in Civilkleidern unerkannt unter den Linden und den Hauptstraßen entlang spazieren. (Rh. K.)

Berlin, 8. Dezember. Der Prinzregent besichtigte heute Morgen unter Führung des Kronprinzen anderthalb Stunde lang das Zeughaus und die Ruhmeshalle; besondere Aufmerksamkeit widmete er der Geschütz­sammlung. Augenblicklich nimmt der Prinzregent weitere Sehenswürdig- reiien der Stadt in Augenschein. Das Wetter ist prachtvoll. Der Prrnzregent von Bayern begab sich Mittags nach Charlottenburg, be- Nchllgle daselbst das neue Polytechnikum und frühstückte dann bei den

E"^Wchen Herrschaften. Prinz Max Emanuel nahm das ! Frühstück bei dem Kronprinzen ein. Der Kaiser machte Nachmittags 2 Uhr eine Spazierfahrt. (K. Z.)

Berlin, 8 Dezbr. (K. Z.) Bei der heutigen Galatafel saß der I prrnzregent zwischen dem Kaiser und der Kaiserin. Der Kaiser trank

auf den Prinz-Regenten, dankte ihm für den Besuch und schloß mit dem Wunsche, daß beide für immer und ewig gute Freunde bleiben würden. Letztere Worte sprach der Kaiser mit besonderer Wärme.

Düsseldorf, 7. Dez. Der in Oberbilk gegenüber der Josephs­straße auf dem Platze der frühern Kesselschmiede von Gobiet aufgeführte Neubau stürzte, nach derDüsseld. Z.", gestern Abend kurz nach 6 Uhr zusammen. Der Bau ist vor ungefähr sechs Wochen angefangen worden, und man wollte in diesen Tagen das Dach aufbauen. Es blieb nur der Hinterbau und ein an das Nebengebäude grenzendes Stück der Hinter- mauer stehen. Eine Kommission war schon gegen ^28 Uhr an Ort und Stelle und nahm eine Besichtigung vor. Das stehengebliebene Nebenhaus zeigt in der Giebelwand ebenfalls Risse. Man hörte von verschiedenen Seiten, daß der ganz in der Nähe seit 14 Tagen aufgestellte, 200 Ctr. schwere Hammer solche Erschütterungen hervorrufe, daß der Einsturz viel­leicht darauf zurückzuführen sei.

Dresden, 7. Dezbr. In der heutigen Versammlung des hiesigen konservativen Vereins, an welcher über 1000 Personen theilnahmen, kon- stituirte sich, nach einem von Dr. Carl Peters gehaltenen Vorträge, eine AbtheilungDresden" der Gesellschaft für deutsche Kolonisation unter dem Vorsitz des Landtags-Abgeordneten Dr. Mehnert.

München, 8. Dezember. DieAllg. Ztg." bringt eine Erklärung Doellinger's, wonach die jüngst erfolgte Veröffentlichung zweier Briefe des verstorbenen Königs an Doellinger vollständig ohne Wissen Doellinger's erfolgt ist.

Aus Fürth, 5. Dezember, schreibt man demNürnb. Anz.": Heute früh sollte der Reisende eines hiesigen Handlungshauses, welcher der Unterschlagung von 600 Mark beschuldigt war, im Auftrage seines Prinzipals verhaftet werden. In dem Augenblicke, als der betreffende Polizeisoldat die Verhaftung vornehmen wollte, schoß sich der Reisende, ein noch junger Mann, eine Kugel durch den Kopf, was seinen sofortigen Tod zur Folge hatte.

Meinungen. Eine von dem herzoglichen Physikat hierselbst auf höheren Ortes erfolgte Anordnung vorgenommene chemische Untersuchung von Artikeln der jetzt so weit verbreiteten Gummiwäsche auf etwa dabei mit verwendete giftige Stoffe, -wie z. B. Bleiweiß, hat ein günstiges Re­sultat ergeben, indem diese Waaren als gänzlich frei von schädlichen Bei­mengen befunden worden sind, sicher für manchen minder bemittelten jungen Herrn, dem der mit Linnen gefüllte Wäscheschrank fehlt, recht er­freulich. (Dfz.)

Wien, 8. Dezbr. Die bulgarische Abordnung wird morgen Nach­mittag vom Grafen Kalnoky empfangen werden.

Dreizehn Stadträthe Modena's hatten gegen die Absendung eines Telegrammes an den König, worin ihm Namens der Stadt der Dank für die Bekräftigung der Unantastbarkeit Roms ausgesprochen wurde, öffentliche Verwahrung eingelegt. Die Sache wurde Gegenstand einer Anfrage in der Kammer. Minister-Präsident Depretis erklärte den Wählern Modena's das Richteramt zu überlassen. In Modena selbst fand gegen die Dreizehn gestern Nachts eine große Kundgebung statt; ihrer Mehreier haben in Folge derselben ihre Entlassung eingereicht.

Die französische Ministerkrisis ist noch immer nicht beendet. Die Parteien der Linken bemühten sich, Herrn Freycinet ein neues Ver­trauensvotum in Aussicht zu stellen und ihn zum Bleiben zu bewegen. Aber Freycinet ist es satt, sich mit der Kammer herumzuschlagen, in wel­cher eine geschlossene Majorität nicht vorhanden ist. Präsident Grevy hat mit dem gegenwärtigen Kammerpräsidenten Floquet eine Unterredung ge­habt und auf die Möglichkeit hingewiesen, ihm die Cabinetsbildung zu übertragen; auch mit dem früheren Cabinetschef Brisson, sowie mit dem Radicalen Clemenceau hat Grevy konferirt

Die Krisis ist, wie hervorzuheben ist, eine vollständige, d. h. sämmt­liche Minister also auch Boulanger haben demissionirt, was nicht ausschließt, daß dieser wie mehrere andere auch in einem neuen Cabinet figuriren werden. Bezüglich der wahren und inneren Gründe des Sturzes des Ministeriums Freycinet, welcher namentlich durch das Verhalten der Radicalen veranlaßt worden ist, wird in einigen Blättern der Vermuthung Raum gegeben, daß Freycinet der Opposition in letzter Zeit zu friedlich und friedliebend erschienen sei. In wie weit diese Auffassung zutrifft, bleibe dahingestellt.

Paris, 7. Dezember. Der Afrikareisende Brazzo ist heute nach dem Congogebiete abgereist. Die Nachricht des Observer, daß die