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Nr. 284.

Samstag den 4. Dezember

1886.

Amtliches.

Bekanntmachung. Die Weihnachtssendungen betreffend.

Das Reichs-Postamt richtet auch in diesem Jahre an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtsversendungen bald zu be­ginnen, damit die Packetmassen sich nicht in den letzten. Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet.

Die Packete sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Pappkasten, schwache Schachteln, Cigarrenkisten 2c. sind nicht zu benutzen. Die Auf­schrift der Packete muß deutlich, vollständig und haltbar her­gestellt sein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Packet gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, welches der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier. Dagegen dürfen Formulare zu Post-Packetadressen für Packetaufschriften nicht verwendet werden. Der Name des Bestimmungsorts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Packetaufschrift muß sämmtliche Angaben der Begleitadresse enthalten, zu­treffendenfalls also den Frankovermerk, den Nachnahmebetrag nebst Namen und Wohnung des Absenders, den Vermerk der Eilbestellung u. s. w., damit im Falle des Verlustes der Begleitadresse das Packet auch ohne dieselbe dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Packeten nach größeren Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Packelen nach Berlin auch der Buchstabe des Postbezirks (C., W., SO. u. s. w.) anzu- geben. Zur Beschleunigung des Betriebes trägt es wesentlich bei, wenn die Packete franfiti aufgeliefert werden. Das Porto für Packete ohne angegebenen Werth nach Orten des Teutschen Reichs-Postgebiets beträgt bis zum Gewicht von 5 Kilogramm: 25 Pf. auf Entfernungen bis 10 Meilen, 50 Pf. auf weitere Entfernungen.

Berlin W., 2. Dezember 1886."

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

._________________________I. V.: Sachse.__

Bekanntmachungen Königl. Lsndrüthsawts.

Gefunden: Am 30. v. Mts. an dem Garten Bebraerbahnhof- straße Nr. 6 ein großer Packkorb.

Zugelaufen: Ein weißer Hund männl. Gefchl. mit Halsband. Ein gelber Hund; Empfangnahme bei Gastwirth Lehning zu Bruch- köbel.

Hanau am 4. Dezember 1886.

Aus Königl. Landrathsamt.

Tagesscha«.

Berlin, 3. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den Kaufmann Leopold Heß zum Vize- Konsul in Port Alfred (Britisch Süd-Afrika) zu ernennen geruht.

P. Ans dem Reichstage. Berlin, 3. Dezember. Der Reichstag trat heute in die Berathung der Militairvorlage ein. (Näherer Bericht folgt).

Berlin, 3. Dezember. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute die Meldung des General-Lieutenants und Generals ä la suite, Heinrich XIII. Prinzen Reuß entgegen und empfingen die zwölf General-Superintendenten der älteren Provinzen Preußens. Demnächst hörten Se. Majestät die Vorträge des mit der Leitung der General- Intendantur der Königlichen Schauspiele beauftragten Grafen Hochberg und des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts, Grafen Bismarck.

Berlin, 3. Dezember. Se. Excellenz der General-Lieutenant von Boehn, kommandirender General des 6. Armeekorps, ist nach Breslau abgereist.

Berlin, 3. Dezember. Bei den Abrechnungsstellen der Reichsbank sind im November cr. 1 260 693 300 Mark abgerechnet worden gegen i;210 662 800 Mk. im Oktober cr. und 969 043 600 Mk. im November 1885.

Berlin, 3. Dezember. (K. Z.) Es bestätigt sich, daß Deutsch­land vor einigen Monaten der ihm in dem römischen Protocoll zuge- I

sprochenen Station oder Kohlenniederlage auf einer der Carolinen- oder Palaos-Jnseln auf den Wunsch Spaniens entsagt hat, nachdem Deutsch­land inzwischen auf den MarschalleJnseln besser geeignete Häfen zu jenen Zwecken erhalten hatte. Man nimmt an, daß zur Erfüllung des spani­schen Wunsches auch handelspolitische Rücksichten beigetragen haben.

Berlin, 3. Dezember. In dem heute begonnenen Schwurgerichts- proceffe gegen den Vorstand des Vereins zur Wahrung der Interessen der Arbeiterinnen, Frau Dr. Hoffmann und Genossen, wozu die Ver­theidigung die Vorladung des Ministers von Puttkamer, des Polizei­präsidenten und des Polizeidirectors Krüger als Zeugen beantragt hatte, wurde ein Schreiben des Ministers v. Puttkamer verlesen, worin er sich für sein Nichterscheinen auf einen Befehl des Kaisers beruft und dem Polizeipräsidenten, dem Polizeidirector Krüger und dem Criminalcommissar Schöne die Erlaubniß versagt, sich im Proceffe als Zeugen vernehmen zu lassen. Seitens der Anklage sind 25 Polizeiofficiere, seitens der Vertheidigung neben anderen auch die Abgeordneten Windthorst, Rickert, Heinze und Singer, sowie Frau Hofprediger Stöcker geladen. (Rh. K.)

Berlin, 2. Dezbr. Die Zahl von 17 preußischen Bevollmächtig­ten beim Bundesrathe ist durch die Ernennung des Grafen Herbert v. Bisviarck wieder ergänzt worden. Wie dieN. Pr. Ztg." bemerkt, konnte der Graf nicht früher in den Bundesrath berufen werden, weil er bei seiner Ernennung zum Unterstaatssekretär, als welcher er bei Erledi­gung des Staatssekretärpostens die Geschälte des Auswärtigen Amts führte, noch Mitglied des Reichstags war. Als aber sein Mandat durch die Beförderung zum Staatssekretär erlosch, lehnte er eine Wiederwahl ab, und deshalb stand seiner Ernennung zum Bundesraths-Bevollmächtigten nichts entgegen. Vom Auswärtigen Amte war bisher schon Unterstaats­sekretär Graf v. Berchem Bevollmächtigter und die Direktoren Hellwig und Reichardt sind Stellvertreter, desgleichen der Geheime Legationsrath Humbert.

Berlin, 2. Dezbr. Zur Förderung des telegraphischen Verkehrs übernimmt es jetzt die Reichspost- und Telegraphen - Verwaltung, auf kürzere Entfernungen Nebentelegraphen zum Anschluß an Reichstelegra- phen herzustellen und Privatpersonen zu deren eigenem und ausschließ­lichem Gebrauche entweder miethweise oder eigenthümlich zu überlasten. Unter Umständen können verschiedene, an eine und dieselbe Reichs - Tele­graphenanstalt in dieser Weise angeschlossene Geschäftsstuben, Fabriken, Wohnungen u. s. w. telegraphisch miteinander in Verbindung treten.

Köln, 3. Dezbr. DieKöln. Ztg." meldet die Errichtung einer rheinisch-westfälischen Sprengstoff-Aktien-Gesellschaft in Köln mit 3 Mill. Mark Kapital, welche hauptsächlich Sprengstoffe für den Bergbau her­stellen will.

Bremen, 2. Dezbr. Die Rettungsstation Büsum telegraphirt: Durch das Rettungsboot der Station Büsum sind 7 Personen von der auf Frischensand gestrandeten norwegischen BarkValborg" gerettet wor­den.

Wien, 3. Dezember. In Prag überreichte Professor Knoll Herrn Schmepkal eine Adresse der Deutschböhmen mit 100,000 Unterschriften, darunter 1500 Gemeindevertretungen; Schmeykal dankte mit einem herz­lichen Hoch auf die Einigkeit des deutschen Stammes; auch der deutsche Club überreichte eine Adresse, worin Schmepkal's Geburtstag als ein nationaler Gedenktag gepriesen wird.

Paris, 2. Dezbr. Die Mitglieder des heute ernannten Ausschusses zur Prüfung des Antrags betreffs der Veräußerung eines Theils der Kronjuwelen sind dem Antrag günstig, so wie derselbe aus dem Senat zurückgekommen, d. h. der Veräußerung und dem Vorbehalt der Verwen­dung der daraus entspringenden Summen.

Paris, 2. Dezbr. Die internationale Konferenz zum Schutze der unterseefichen Kabel trat gestern wieder in Paris zusammen. Der spani­sche Botschafter führte für den erkrankten Postenminister den Vorsitz. Die Konferenz vertagte sich auf Montag.

Paris, 3. Dezember. In Folge des Beschlusses der Deputirten- kammer betreffs Abschaffung der Unterpräfecten begaben sich die Minister heute Abend ö'/s Uhr in das Eliföe und überreichten dem Präsidenten Grdvp ihre Demission.

London, 2. Dezember. Heute Morgen von 11 bis 1 Uhr raste in der City ein Feuer, welches eine Menge von Waarenlagern und schließ-