«»entiettienf*- UteiS:
Athrlich 8 M«l.
Haldj.E. S0Ps,. ViericUihrlich
, $iart 25 Ar.
Für auswärtig« Udonuenten «il dem betreffenden fgoftaufMlag. $teeinzelne Nummer 10 »a.
MW ÄiBfigcr.
Irrgteich AmLtictzes Krgarr für SLcröt- und Lcrnökveis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Uwil:
Sie ifgoltige eurmenbieite «h beten Kaum
10 Ufa-
Sie walt. Bette 20 Ufa.
SieSflwIHgeBeite 80 Ufa.
Nr. 279. Montag den 29. November 1886.
Bekanntmachungen Königl. Lanvrathsamts.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, nachstehende Bekanntmachung des Vorstandes des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden öffentlich publiziren zu lassen.
Hanau am 26. November 1886.
Der Königliche Landrath
V. 7387. Gf. Bismarck.
Landwirtschaftlicher Lreis-Verein Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 4. Dezember, Nachmittags
2 Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
” 1) Geschäftliche Mittheilungen.
2) Referat über die Ausstellung in Kirchhain. Referenten: Kreisthierarzt Collmann, W. Schönmeyer.
3) Referat über die Ausstellung in Bruchköbel. Referenten: Bürgermeister Schröder, W. Schönmeyer.
4) Berichterstattung über die diesjährige Herbstbestellung. Referenten: Bürgermeister Z eh-Kilianstädten, Bürgermeister Kopp-, Großkrotzenburg, K. H o f m a n n - Niederdorfelden und H. Goy- Roßdorf.
5) Gründung eines Pferdeversicherungs-Vereins für den Kreis Hanau. ______________________________________Der Vorstand.
Tagesscha«.
Berlin, 27. Novbr. Se. Majestät der Kaiser haben nach Maßgabe des Gesetzes vom 17. März 1878 (Reichs-Gesetzblatt S. 7) mit der Stellvertretung des Reichskanzlers in den Finanz - Angelegenheiten des Reichs, insoweit sie sich in der ausschließlichen Verwaltung desselben befinden, den Staatssekretär des Reichs-Schatzamts, Dr. Jacobi, zu beauftragen geruht.
Berlin, 27. Novbr. Die Einnahmen der Reichs-Post- und Tele- graphen-Verwaltung für die Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis zum Schluß des Oktober d. J. haben betragen 101 541 766 Mk., 2 826 835 Mk. mehr als in demselben Zeitraum des Etatsjahres 1885/86, die der Reichs-Eisenbahn-Verwaltung 27 745 600 Mk. (— 297 900 Mk.).
Düsseldorf, 26. Nov. Die hiesige Zeitung meldet: „Ein großes Unglück ereignete sich gestern Mittag an der Düsselthalerstraße. Dort stürzte ein im Bau begriffenes Haus zum Theile ein und begrub unter seinen Trümmern 9 Arbeiter. Sieben schwer Verletzte wurden ins Ma- rienhospital gebracht. Gestern Nachmittag wurde die Baustelle eingehend von sachverständigen Baumeistern, städischen Beamten, Gerichtsbeamten und der Staatsanwaltschaft untersucht. Die Ursache des Einsturzes ist endgültig noch nicht festgestellt."
Düsseldorf, 27? Novbr. Die Ursache des gemeldeten Hauseinsturzes glaubt man in dem zu frühzeitigen Wegnehmen der Bogenver- schalungen und infolge dessen zu starker Belastung des Hauses suchen zu müssen. Nach Aussage des Arztes im Marienhospitale dürften auch die Schwerverletzten mit dem Leben davon kommen.
Essen a. R, 26. Nov. Auf der Zeche „Hibernia" bei Gelsen- kirchen, hat, wie die „Rhein.-Westf. Ztg." meldet, gestern Abend eine Entzündung schlagender Wetter stattgefunden, durch welche 6 Arbeiter und 1 Aussichtshauer mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Von den 2 lebensgefährlich Verwundeten ist einer im Krankenhause verstorben. Die Ursache der Entzündung ist nicht bekannt. Der Betrieb hat keinerlei Störung erfahren.
, Halle a. d. S., 27. November. Freiherr v. Hagen, langjähriger Bürgermeister von Halle und bekannter Historiker, ist gestorben.
Leipzig, 26. Nov. (K. Z ) Der Verein der Rechtsanwälte hier- silbst beschloß in seiner gestern abgehaltenen Sitzung, bei dem Verein der Rechtsanwälte am Reichsgericht vorstellig zu .werden, der dahin wirken soll, nach Berlin eine Versammlung sämmtlicher Rechtsanwälte Deutschlands einzuberufen, um entschiedene Stellung zu der geplanten Abkürzung der Rechtsanwaltsgebühren zu nehmen.
. . Pest, 27. Novbr. Die ungarische Delegation bewilligte ohne Debatte einstimmig die Forderung für das Nepetirgewehr und nahm dann das Heeresbudget und den Okkupationskredit an.
Pest, 27. Nov. In der ungarischen Delegation interpellirte Minister Falk den Grafen Kalnoky wegen der Mittheilungen Karaweloffs bezüglich der Entfernung des Fürsten Alexander am 21. August. Er fragte, ob Kalnoky im voraus über das Attentat unterrichtet gewesen sei, ob er mit dem Fürsten Bismarck am 22. Juli zu Kiffingen darüber verhandelt und stillschweigend die Pläne Rußlands unterstützt habe, sowie ob die Verhandlungen anfangs August fortgesetzt worden seien und zur Unterstützung der russischen Ziele geführt hätten. Der Chef der Sektion Szegyeny erwiderte namens des Grafen Kalnoky, ihm seien die Mittheilungen Karaweloffs nur aus den Zeitungen bekannt; er müsse unter Hinweisung auf die Rede des Ministerpräsidenten Tisza vom 30. September, worin die Zumuthung von der Kenntniß der Theilhaberschaft am Attentat entschieden zurückgewiesen sei, die in den Fragen des Interpellanten erwähnten Umstände entschieden als unwahr bezeichnen.
Der bekannte deutschfeindliche Afrikareisende Scholz Rogozinski ist von Liverpool nach den Canarischen Inseln abgereist und wird sich von da nach Westafrika zur Erforschung des Innern begeben.
Brüssel, 27. November. Die „Etoile belge" meldet aus Verviers: Heute Morgen beim Eintreffen des Expreßzuges aus Ostende wurde wahrgenommen, daß 22 Postbeutel mit Werthsendungen für Deutschland, Rußland, Oesterreich und dem Orient ausgeleert waren. Die gewöhnlichen Briefe waren unberührt. F. N.)
London, 27. November. Wie die „Morning Post" erfährt, schweben Verhandlungen zwischen England und China wegen Abtretung von Port Hamilton an China.
London, 27. Novbr. Die irische Regierung hat die für morgen in Sligo geplante nationalistische Kundgebung, bei welcher Dillon und O'Brien Reden halten sollten, untersagt.
Konstantinopel, 27. Nov. Heute Vormittag wurden in Smyrna, in der Hafenstadt Tschesme in Kleinasien und aus der Insel Chios heftige Erdstöße wahrgenommen.
Homburg, 26. November. Der Postdampfer „Rhenania" der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrts - Aktiengesellschaft ist am 24. d. M. in St. Thomas eingetroffen.
Bremen, 26. Novbr. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Aller" ist in New-Aork eingetroffen.
Aus Stadt, Provinz nno Umgegend.
—ls. Stadttheater. Wir haben heute zunächst über eine ganz gute Aufführung von dem Kneisel'schen Schwank „Sie weiß etwas" zu berichten, welcher am Mittwoch in Scene ging. Unser Lob gebührt in erster Linie der Frau Frey, die als „Frau Möller" in ihrem Fahrwasser war und auch diese Saison wieder den ungetheiltesten Beifall erzielte; derartige Rollen sind dieser trefflichen Darstellerin wie auf den Leib geschrieben und kann man sich eine bessere Vertretung kaum denken. Den galanten Herrn Gemahl spielte Herr H a r d e r und bot damit gleichfalls eine abgerundete Leistung. Wir nennen ferner noch das „Ehepaar Raunisch" (Frl. Bauer und Herr M e i x n e r) sowie die Damen L e n a u (Lydia) und Brüning (Wally) und Herrn Portz (Dettmann); ein allerliebstes Kammerkätzchen war Fräul. Steinmann.
Der Freitag brächte uns eine Repetition von „Drei Paar Schuhe" in welcher unsere beiden Gäste Fräul. Sophie König und Herr Grün von Frankfurt a. M. das vollbesetzte Haus wieder in die größte Heiterkeit versetzten.
Am gestrigen Sonntag sahen wir nach längerer Pause wieder mal L'Arronge's unverwüstlichen „Doctor Klaus" und verfehlte das beliebte Stück auch dieses Mal seine Wirkung nicht; Doctor Klaus gehört eben zu den Lustspielen, die man immer wieder gerne sieht und bei denen man sich auch immer wieder vortrefflich amüsirt. Die Darsteller der Hauptrollen hatten keinen leichten Stand, denn gerade die „Klaus"-Auf- führungen waren in früheren Jahren stets mit die Besten im Repertoir unserer Bühne. Die Titelrolle lag in den Händen des Herrn Hecken, der bemüht war ein möglichst getreues Bild des, äußerlich zwar rauhen, aber doch so seelensguten, Arztes zu schaffen, was ihm auch theilweise ganz gut gelang. Herrn Hecken's Auftreten war nicht bestimmt genug und gerade diese Rolle verlangt das unbedingt. Recht gut dagegen sprach Herr Hecken die Erzählung im dritten Akte. Herr Harder gab den „Griesinger", konnte uns aber trotz aller Mühe seinen Vergänger nicht