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Nr. 271.
Freitag den 19. November
1886.
Bekanntmachungen Königl. LandrkLhsamts.
Ausschreiben.
Am 9. d. Mts. oberhalb der Centralbahnhofbrücke im Mainfluffe gelandet: eine unbekannte männliche Leiche, ca. 28 Jahre alt, mit blondem Haar und blondem Schnurrbart u sog. Fliege, grauen Augen, dunkeln Augenbrauen, vollem Gesicht, etwa 1,60 Meter groß, untersetzt. Kleidung: schwarzer Ueberzieher, grauer Gehrock, braune Weste, braune Hosen, graue Unterhosen, braun gestreiftes Hemd, braune Unterjacke, weißer Umlegkragen, schwarzer Schlips, grau-wollene Strümpfe. In den Taschen befand sich: ein Portemonnaie mit Mk. 5.13, stählerne Uhrkette, Cra- vattennadel, Messer, Bleistift mit Cigarrenabschneider und 36 Stück Schuhknöpfe.
Um Auskunft wird ersucht, falls die Person der qu. Leiche bekannt sein sollte.
Frankfurt a. M., den 12. November 1886.
Königl. Polizei-Präsidium.
Das Ausschreiben wird veröffentlicht.
Hanau am 16. November 1886.
Der Königliche Landrath
P. 5728. Gf. Bismarck.
Nachstehend werden die diesjährigen Durchschnittsmarktpreise zu
Johanni und Martini d. I. zur Kenntniß gebracht.
1.
I.
Weizen
Johanni-Marktpreise.
ä 100 Kilogramm 17
Mark 75 Pfg.
2.
Roggen
ä 100 „ 14
„ 50 „
3.
Gerste
ä 100 „ 14
4.
Hafer
ä 100 „ 14
„ 50 „
5.
Roggenstroh
ä 50 „ 2
„ 20 ,,
6.
Haferstroh
ä 50 „ 2
7.
Heu
ä 50 „ 3
„ 75 „
8.
Kartoffel (ordinaire) ä 100 ;, 4
ZZ zz
9.
Kartoffel (englische) ä 100 „ 8
10.
Welschkorn
a 100 „ 15
zz zz
11.
Buchenscheitholz
ä 1 Raummeter 8
zz zz
12.
Eichenscheitholz
ä 1 „ 5
„ 50 „
13.
Tannenscheitholz
ä 1 „ 8
zz zz
II.
Martini-Marktpreise.
1.
Weizen
ä 100 Kilogramm 16
Mark 88 Pfg.
2.
Roggen
ä 100 „ 13
ZZ 73 „
3.
Gerste
ä 100 „ 13
ZZ 34 „
4.
Hafer
ä 100 „ 12
zz 50 „
5.
Roggenstroh
ä 50 „ 2
13 „
6.
Haferstroh
ä 50 „ 1
ZZ 90 zz
7.
Weizenstroh
ä 50 „ 1
zz 70 ,,
8.
Hm
ä 50 „ 2
zz 62 „
9.
Kartoffel (ordinaire) ä 100 „ 3
zz 93 „
10.
Kartoffel (englische) ä 100 „ 8
ZZ zz
11.
Welschkorn
ä 100 „ 14
zz zz
12.
Krauthäupter
ä 100 Stück 7
zz 38 ,,
13.
Buchenscheitholz
ä 1 Raummeter 8
f/ //
14.
Eichenscheitholz
ä 1 „ 5
zz zz
15.
Tannenscheitholz
ä 1 „ 5
zz 50 „
Hanau, den 18. November 1886.
Der Königliche Landrath
Gf. Bismarck.
Tagesscha».
Berlin, 18. Novbr. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs an Stelle des auf seinen Antrag aus dem Reichsdienst ent- lassenen Vize-Konsuls Schulze den Kaufmann Friedrich Philippi zum Vize-Konsul in Mayaguez (Puerto Rico) zu ernennen geruht.
Berlin, 18. Novbr. Kaiser Wilhelm hat in den letzten Tagen besonders wichtige Vorträge nicht entgegengenommen, sondern sich auf Er
ledigung der laufenden Regierungsgeschäfte beschränkt. Der ungünstigen Witterung halber hat der hohe Herr auch die gewohnten Nachmittags- Ausfahrten einstweilen suspendirt.
Berlin, 18. November. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen im Laufe des heutigen Vormittags den Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern, Höchstwelcher Sich vor Seiner heute Abend beabsichtigten Abreise verabschiedete. Sodann empfingen Se. Majestät den Besuch Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen und arbeiteten später längere Zeit mit dem Chef des Militärka- binets, General v. Albedyll.
Berlin, 18. Novbr. Zu der beschränkten Anzahl von Personen die der Reichskanzler Fürst Bismarck während seines kurzen Aufenthaltes hierselbst empfangen hat, gehört auch der italienische Botschafter Graf Launay, mit dem er sich nach der Staatsministerialsitzung am Sonntag nahezu eine Stunde lang berathen haben soll. Diese Thatsache beweist der „K. Z." zur Genüge, welche Vertrauensstellung sich Graf Launay während seiner hiesigen Wirksamkeit beim deutschen Reichskanzler erworben hat. Seiner Wirksamkeit wird es insbesondere zugeschrieben, daß das Verhältniß zwischen Deutschland und Italien, das in der letzten Zeit des Mancinischen Regiments nicht ganz ungetrübt gewesen war, sich jetzt wieder überaus freundschaftlich und innig gestaltet hat.
Berlin, 18. Novbr. Auf Anregung des Ausschusses für Zoll und Steuerwesen hat der Reichskanzler die verbündeten Regierungen um Mittheilung darüber ersucht, nach welchen Gesichtspunkten im Allgemeinen Zollerlasse aus Billigkeitsrücksichten seither bewilligt worden sind. Aus den Erwiderungen habe sich ergeben, daß es an allgemeinen Vorschriften bis jetzt darüber fehle. Der Ausschuß hat daher dem Bundesrath über allgemeine bezügliche Vorschriften wegen Behandlung der Zollerlasse aus Billigkeitsrücksichten entsprechende Vorschläge unterbreitet.
Berlin, 18. Novbr. Die „Post" meldet: Dem Vernehmen nach wurde heute der Gesetzentwurf wegen Feststellung des neuen Septennats bis 1895 im Bundesrathe vertheilt. Die darin vorgesehenen Mehrforderungen halten sich in den Grenzen des durch die Reichssicherheit unbedingt Erforderlichen. — Gutem Vernehmen nach wird die heute verteilte Septennatsvorlage zu den ersten Vorlagen zählen, mit denen der Reichstag sich noch vor Weihnachten wird beschäftigen können. (F N.)
Berlin, 18. Novbr. S. M. Kreuzer-Korvette „Sophie", Kommandant Korvetten-Kapitän Cochius, ist am 17. November cr. in Port Said eingetroffen.
Berlin, 18. Novbr. Betreffs der reinen Arbeitszeit, bei welcher von den Ueberstunden abgesehen ist, ergibt sich aus den Berichten der Fabrikinspektoren, daß bei der eigentlichen Fabrikindustrie im Durchschnitt eine geringere Arbeitsdauer stattfindet, als beim Handwerk und Handelsgewerbe.
Potsdam, 18. Nov. Heute Nachmittag fand die feierliche Grundsteinlegung des neuen Offizierkasino des Gardehusaren - Regiments statt. Prinz Wilhelm verlas die Grundsteinurkunde. Die ersten drei Hammerschläge that der Kronprinz mit den Worten: Auf daß in diesen Räumen der deutsche Reitergeist und gute Kameradschaft für immer gepflegt werden.
Die „Kreuzzeitung" bringt eine Darstellung über die Wahl in Hünfeld-Gersfeld, woraus erhellt, daß das Centrum den Wahlkreis darum verlor, weil die Parteileitung in dem im Grunde konservativ gesinnten Wahlkreise einen gänzlich unbeliebten Candidaten aufgestellt hatte. Wozu also der Lärm?
Die Anssichten der Candidaten des höheren Schulamtes auf Anstellung scheinen ebenso wie die der jungen Juristen immer trostloser werden zu sollen. Nach offiziellen Angaben warten nach bestandener Prüfung und abgelegtem Probejahr z. B. in Ostpreußen 80, in Westpreußen 50, in Brandenburg 102, in Sachsen 77 Candidaten zum Theil seit mehreren Jahren schon vergeblich auf Anstellung. Hervorragend be- theiligt an diesem Ueberfluß sind die Candidaten des mathemathisch-natur- wissenschaftlichen Gebietes. Wenn also heutzutage einer nicht gleich an- kommt, so braucht noch lange nicht etwas gegen ihn „vorzuliegen," wie mancher ehrsame Spießbürger, namentlich in Kleinstädten, irrthümlicher-