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Nr. 26 L Montag den

8. November 1886.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Die mit der Erledigung meiner in Nr. 206 desHanauer Anzei­ger" erlassenen Verfügung vom 31. August cr., V. 5958, betreffend die Bildung von Schmiede-Innungen, noch im Rückstands befindlichen Orts­vorstände werden hierdurch an die alsbaldige Berichterstattung erinnert.!

Hanau am 5. November 1886.

Der Königliche Landrath

V. 6665. Gf. Bismarck.

LKgesscha«.

Berlin, 6. November. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute Se. Königliche Hoheit den Prinzen Wilhelm, ferner den zum Gouverneur von Mainz kommandirten Obersten von Sommerfeld, den General-Lieutenant von Winterfeld, persönlichen Adjutanten Sr. Kö­niglichen Hoheit des Prinzen Alexander, den neu ernannten Flügel-Adju­tanten Major von Bülow und Se. Durchlaucht den Prinzen Friedrich von Hohenzollern, welcher sich vom Urlaub zurückmeldete.

Berlin, 6. November. Zu den Mitte November stattfindenden Hofjagden in Setzlingen wird nach derK. Z." sicherem Vernehmen nach außer dem Großfürsten Wladimir von Rußland auch der Prinz Ludwig von Bayern, der älteste Sohn des Prinzregenten, nicht aber, wie fälschlich gemeldet, dieser selbst, hierher kommen.

Berlin, 6. November. Prinz Wilhelm ist von feinem Ohren­leiden wenigstens soweit wieder hergestellt, daß er gestern zum ersten Male das Zimmer verlassen und heute wenigstens auf kurze Zeit nach Berlin fahren konnte, um seinen kaiserliche» Großvater zu begrüßen, dem er nach der Rückkehr von den Sommerreisen noch nicht hatte seine Auf­wartung machen können.

Berlin, 6. Novbr. S. M. Kreuzer-KorvetteLuise", Komman­dant Korvetten-Kapitän Junge, ist mit den Ablösungs-Kommandos für S. M. KreuzerHabicht" und S. M. KanonenbootCyclop" am 5. November er. in Sierra Leone eingetroffen und beabsichtigt, am 11. dess. Monats wieder in See zu gehen.

Kiel, 4. Novbr. Briefsendungen sind zu richten für S. M. Kreuzerkorvette Sophie bis 11. November nach Port Said letzte Post aus Berlin am 11. November Abends 8 Uhr über Brindisi, vom 13. November ab bis auf weiteres nach Aden; für S. M. Kreuzerfregatte Charlotte bis auf weiteres nach Wilhelms Hafen.

Der Münsterkirche zu Bonn ist durch ein Vermächtniß eines Bonner Bürgers ein Betrag von 100 000 M. zugefallen, der zur Wieder­herstellung des Gebäudes verwendet werden soll. Das Münster zu Bonn ist eines der schönsten Bauwerke aus der Zeit des 12. und 13. Jahr­hunderts, es enthält sogar noch einzelne Bestandtheile aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhanderts.

Wald (Rheinland), 4. Novbr. Die Eheleute Karl Rautenberg und Maria Sybilla Faldern feiern am 21. ds. das seltene Fest der diamantenen Hochzeit, der Jubelbräutigam im 84., die Jubelbraut im 85. Lebensjahre. Die seltene Feier wird sich um so schöner gestalten, als der einzige Sohn des Jubelpaares am nämlichen Tage die silberne Hochzeit feiert. (K. Z.)

Weimar, 6. November. Heute Nachmittag fand die kirchliche - Trauung des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg und der Prinzessin Elisabeth statt. Hieran schloß sich eine Cour und sodann Galatafel. Bei dieser brächte der Kronprinz das Wohl der Neuvermählten aus; der Großherzog trank auf das Wohl seiner Gäste.

Sigmaringe«, 6. Novbr. Fürst Leopold von Hohenzollern ist mrt seinem zweitältesten Sohne Ferdinand nach Rumänien abgereist.

Pest, 6. Novbr. Der König eröffnete die Delegationen im Thron­saale der Konigsburg in feierlichster Weise. Bezüglich Bulgariens sagt die Thronrede: Dre bedauerlichen Verwickelungen in Bulgarien, welche im Vorjahre mit dem Umstürze der Regierung in Philippopel ihren Anfang nahmen, geben neuerdings Anlaß zu ernsten Besorgniffen. Zwar ist es ,.?.^^^ten Bemühungen der Mächte gelungen, die Bewegung zu lokalifiren und die Wiederherstellung legaler Zustände anzubahnen; die gungsten Ereignisse m Sofia habe« jedoch eine neue gefährliche Krise her- vorgerufen, deren Entwickelung und, wie ich hoffe, friedliche Lösung jetzt

die volle Aufmerksamkeit meiner Regierung in Anspruch nimmt. Die Bemühungen derselben sind dahin gerichtet, daß bei der schließlichen Re­gelung der bulgarischen Frage, welche unter Mitwirkung der Mächte erfolgen muß, in dem autonomen Fürstenthum ein legaler Zustand ge­schaffen werden müsse, welcher, den zulässigen Wünschen der Bulgaren Rechnung tragend, ebenso den bestehenden Verträgen, wie dem Interesse Europas entspricht. Die vortrefflichen Beziehungen, in welchen wir zu allen Mächten stehen und die Versicherungen friedlicher Intentionen, die wir von allen Regierungen erhalten haben, lassen hoffen, daß trotz der schwierigen Lage im Oriente es gelingen wird, unter Wahrung der In­teressen Oesterreich-Ungarns Europa die Segnungen des Friedens erhalten bleiben werden. Auf das Innere übergehend, hebt die Thronrede die Nothwendigkeit der Inanspruchnahme einer erhöhten Opferwilligkeit in Folge der fortschreitenden Entwickelung der Waffentechnik hervor. In Bosnien und der Herzegowina zeigt die Verwaltung in allen Gebieten einen stetigen Fortschritt und beansprucht keinen Zuschuß mehr. Im nächsten Jahr wird eine wiederholte Verminderung der Kosten der dortigen Truppen eintreten. Der Präsident der ungarischen Delegation betonte in feiner Ansprache an den König, daß, wenn die unzertrennbaren In­teressen des Thrones und der Monarchie es erheischen, und wenn es wirklich darauf ankommen sollte, die ungarische Nation vor keinem Opfer zurückscheuen werde, um die Armee in ihrer heldenmüthigen Aufgabe zu unterstützen. (Rh. K.)

Wien, 6. November. (K. Z.) Die Thronrede wird im Allge­meinen friedlich aufgefaßt, jedoch die Meinung ausgesprochen, daß sie, weil die russischen Sonderinteressen gar nicht, dagegen die bulgarischen Wünsche in erster Linie erwähnt seien, die Bulgaren ermuthigen, die Russen verstimmen könnte. Den vorgestrigen Reden der Delegations­präsidenten wurde in russischen Kreisen keine besondere Bedeutung bei­gelegt, da die Regierung nicht dafür verantwortlich sei. Jedoch soll anderseits eine schärfere Sprache der russischen Diplomatie bemerkt worden sein, und man meint, falls die Vorgänge in den Delegationen Ermuthigung und erneuten Widerstand der Bulgaren zur Folge haben sollten, dürfte die Besetzung von Varna und Burgas nicht ausgeschlossen sein.

Paris, 6. Novbr. Der Budgetausschuß ist geneigt, dem Marine­minister vorläufig 33 Millionen für das Jahr 1887 zu bewilligen; diese Ausgabe soll aus den Ersparnissen, welche die Marineverwaltung in den Jahren 1885 und 1886 erzielt hat, bestritten werden.

Paris, 6. Novbr. Der Handelsminister Lockroy kündigte heute im Ministerrath an, daß er den der Kammer vorgelegten Gesetzentwurf über den Vertrieb fremder Erzeugnisse unter französischer Marke zurück­ziehen werde.

Paris, 6. November. (K. Z.) In verwichener Nacht wurde in einem Eisenbahnwagen zweiter Klaffe bei Cannes ein Reisender ermordet. Man hält zwei Männer, welche in die Abtheilung des Wagens während des Fahrens traten und vor Ankunft des Zuges wieder ausstiegen, für die Mörder.

Athen, 6. November. Die Handelskonvention mit Frankreich wurde heute unterzeichnet und enthält die Zusicherung, daß die Zölle auf Corinthen nicht erhöht werden.

London, 6. Novbr. Die Polizei ist entschlossen, die Kundgebung der Sozialisten auf dem Trafalgarsquare zu verhindern, die Ansammlung von Volkshaufen nicht zu gestatten und letztere nöthigenfalls gewaltsain zu zerstreuen.

Newyork, 6. Novbr. Nach weiteren Ermittelungen scheint sich bei den Wahlen in Californien der Sieg auf die Seite der Demokraten zu neigen.

Breme«, 6. November. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd Trave" ist in New-Iork eingetroffen.

New-Nork, 3. November. Der PostdampferRhynland", Kapt. Jamison, ist von Antwerpen angekommen.

Spezial-Telegramme desDeutschen Montägs-Blatt."

Wien, 7. November. Die heute vorliegenden ausführlicheren Urtheile der Wiener Blätter über die Thronrede in Pest lauten um eine Nüance ernster, als man nach dem ersten Eindrucks geglaubt. Einerseits