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Nr. 247.

Donnerstag den 21. Oktober

1886.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises haben diejenigen Personen, welche für das nächste Kalenderjahr Wand er-Ge­werbescheine zum Gewerbebetriebe im Umherziehen wünschen, mittelst ortsüblicher Bekanntmachung aufzufordern, die deshalbigen Anträge und zwar wenn dieselben seither schon im Besitze eines solchen Scheins gewe­sen sind, unter Vorzeigung des zuletzt ertheilten, bei Ihnen anzu- bringe n, dieselben auch ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß alle, welche dieses unterlassen würden, sich die nachtheiligen Folgen, welche durch verspätete rechtzeitige Anmeldung entstehen könnten, selbst zuzuschrei- ben haben.

Die Anträge sind in die vorgeschriebene, im Waisenhaus« dahier zu empfangende Nachweisung resp. Signalementsverzeichniß einzutragen und gehörig vollzogen bis zum 1. November d. J. an mich einzureichen, oder es ist berichtlich anzuzeigen, daß keine Anträge gestellt worden sind.

Hanau am 4. Oktober 1886.

Der Königliche Landrath

St. 1951 J. V.: Baabe.

Das Ausschreiben vom 20. v. Mts. (Hanauer Anzeiger Nr. 224) gegen den Tagelöhner Eduard Caspar Bergmann, geboren am 22. Oktober 1846 in Kleinkrotzenburg, wird hiermit erneuert.

Hanau, am 18. Oktober 1886.

Der Königliche Landrath F. 4938. Gf. Bismarck.

Tagesscha«.

Berlin, 20. Oktober. Der Kronprinz und die Kronprinzessin werden mit den Prinzessinnen Töchtern am 8. November aus Portofino wieder in Berlin eintreffen. Der König von Sachsen wird am 29. ds. in Berlin eintreffen, um am nächsten Tage an der Hofjagd in Hubertus- stock theilzunehmen. Der Erbprinz von Sachsen-Meiningen wird am 24. ds. aus Meiningen nach Charlottenburg zurückkehren, während die Frau Erbprinzessin noch bis Ende dieses Monats in Meiningen zu verbleiben beabsichtigt. Der russische Botschafter Graf Schuwalow, der sich, wie gemeldet, gestern nach Varzin zum Fürsten Reichskanzler begeben hat, wird bereits heute Abend von dort hier zurückerwartet. Der deutsche Gesandte in der Schweiz, Wirk!. Geh. Legationsrath v. Bülow, welcher sich bisher als Vertreter deS Auswärtigen Amtes im Gefolge des Kaisers in Baden-Baden befand, wird nach der Abreise Sr. Majestät von dort auf seinen Gesandschaftsposten nach Bern zurückkehren. Der bairische Gesandte Graf v. Lerchenfeld-Köfering wird in diesen Tagen vom Urlaub in Berlin zurückerwartet. (K. Z.

Berlin, 20. Oktober. Der Minister der Unterrichts-Angelegen- Heiten hat den Bezirks-Regierungen einen besonderen Abdruck des amtlich bereits veröffentlichtenNormal-Lehrplans für die höheren Mädchenschulen in Berlin" übersandt und sie veranlaßt, gutachtlich zu berichten, mit welchen Aenderungen dieser Lehrplan für die höheren Mädchenschulen in den Provinzen annehmbar sei und wirksam werden könne. Es sind jetzt, so schreiben dieFr. N.", Vorkehrungen getroffen, um für die Unter­offiziere der deutschen Armee eine systematische Erlernung der Telegraphie zu ermöglichen. Augenblicklich sind in der Schützen-Kaserne zu Berlin Kurse für einige 100 Unteroffiziere, meist von Kavallerie- und Pionier- Regimentern eingerichtet, welche sowohl theoretische als praktische Kennt- nisse bezüglich der Telegraphie im Zeitraum mehrerer Monate erwerben sollen.

Berlin, 20. Oktbr. S. M. KreuzerMöwe", Kommandant Kor- retten-Kapitän Boeters, ist am 20. Oktober cr. von Bombay in See ge­gangen. S. M. KreuzerNautilus", Kommandant Kapitän-Lieutenant von Hoven, ist am 20. Oktober cr. in Nagasaki eingetroffen.

Berlin, 19. Oktober. Direktor Rösicke, der als deutschfreisinniger Candidat im ersten Berliner Reichstagswahlkreis vorgeschlagen worden war, erklärt, eine Candidatur daselbst nicht annehmen zu können, weil er nicht zu der dort herrschenden Richtung der freisinnigen Partei, insbe- i sondere nicht zu denen gehöre, welche das freisinnige Programm lediglich '

im fortschrittlichen Sinne auszulegen bestrebt sind. Ein neuer Beweis zur Zweiseelen-Lehre im deutsch freisinnigen Lager!

Berlin, 20. Oktober. (K. Z.) Der russische Botschafter Graf Paul Schuwalow, der gleich nach seiner Rückkehr aus Petersburg mi dem Staatssekretär Grafen Bismarck eine längere Unterredung gehabt hat, ist zum Fürsten Reichskanzler nach Varzin abgereist.

DerReichs-Anzeiger" veröffentlicht eine Verordnung vom 15. Oktober 1886, wonach auf Grund des Gesetzes über die Rechtsver- Hültnisse der deutschen Schutzgebiete der kaiserliche Commissar für das Schutzgebiet der Marschall-, Brown- und Providenze-Jnseln ermächtigt wird, für die allgemeiue Verwaltung, das Zoll- und Steuerwesen Ver­ordnungen zu erlassen.

Der Geheime Ober-Regierungsrath Körte, welcher seit einer Reihe von Jahren mit der Führung der Geschäfte des Präsidenten vom Reichs- Eisenbahnamt betraut war, hat nun seinen Abschied aus Gesundheitsrück­sichten nachgesucht. An seiner Stelle führt schon seit einiger Zeit der Ge­heime Regierungsrath Kräft die Leitung des Reichs-Eisenbahnamts.

Breslan, 20. Okt. Der Präsident der hiesigen Handelskammer, Geheime Kommerzienrath Friedenthal, ist gestern Abend gestorben.

Breslan, 18. Oktbr. In dem Walde bei Herbersdorf erhängte sich ein Ehepaar aus Klemnitz (Kreis Glogau) gemeinschaftlich an einer Kiefer, der Mann oben, die Frau an einen tiefern Ast desselben Baumes, und zwar aus Verzweiflung darüber, daß sie, wegen einer Bürgschaft über 150 Mk. in Anspruch genommen, die Summe nicht bezahlen konn­ten. Sie hatten vorher den Betrag bei dem Pfarrer in H. zu borgen ge- fucht, derselbe war ihnen auch in 14 Tagen versprochen worden. 27 Mark fanden sich bei den Leichen noch vor.

Baden-Baden, 20. Oktober. Se. Majestät der Kaiser ist heute Nachmittag nach Berlin abgereist.

Wien, 20. Oktober. DerN. Fr. Pr." wird aus Sofia ge­meldet : Gabdan Pascha überreichte der bulgarischen Regierung eine Note, worin Namens der türkischen Regierung verlangt wird, den Zusammen­tritt der Sobranje bis auf Weiteres zu vertagen, da die russische Re­gierung mit den Wahlen und der Einberufung der Sobranje nicht ein­verstanden sei und die Mächte über den Thronkandidaten noch keinen Entschluß gefaßt hätten. Da ferner mehrere Bulgarien betreffende Fragen noch schwebten und Bulgarien an den Berliner Vertrag gebunden sei, würde der Zusammentritt der Sobranje zwecklos und erfolglos bleiben.

(Fr. N.)

Wien, 20. Oktober. Nach einem Telegramme des Telegraphen­korrespondenzbureaus aus Rustschuck (wo General Kaulbars weilt) würde zu einer Verständigung mit Rußland kaum das Entgegenkommen des gegenwärtigen bulgarischen Kabinets genügen. Die Bedingung zu einer Annäherung würde ein Kabinetswechsel sein, dem alsdann ein ruffen- freundliches Kabinet die Einberufung einer neuen Sobranje folgen zu lassen hätte. Nach der Ansicht Rußlands würde ein solches neue Kabinet kon- stituirt werden, resp, die Sobronje sich auflösen können, wenn Europa über den Thronkandidaten einig sei. Gegen die kompromittirten bulgari­schen Offiziere liege nach Ansicht Rußlands ein Grund zur Verfolgung nicht vor, da Stambulow am 24. August von Tirnowa aus Amnestie für die Theilnehmer am Staatsstreiche erließ und diese Amnestie vom Fürsten in Lemburg ratifizirt wurde. Der Kommandant in Rustschuk, Major Filow, welcher erklärt hatte, er könne die gegen ihn verhängte Versetzung in Disponibilität, sowie die zehntägige Arreststrafe nicht annehmen, sei auf Befehl des Kriegsministers durch den Kommandanten des Rust- schuker Regiments verhaftet worden. Nach Telegrammen derN. fr. P." aus Sofia hätte die bulgarische Regierung eine russische Note, worin ihr eröffnet wird, die russische Regierung werde vom 1. (13.) Oktbr. ab jede den russischen Rathschlägen nicht entsprechende Handlung als ungesetz­lich betrachten, dahin beantwortet, sie werde in allen ihren Handlungen nach wie vor im Sinne der Verfaffung vorgehen. (Rh. K.)

Brüssel, 19. Okt. Der Entwurf, betreffend die Konvertirung der Schuld der Stadt Brüssel, ist vom Gemeinderath angenommen worden.

Utrecht. Auch in unserer in der Geschäftswelt als solide bekann­ten Stadt ist im Laufe dieses Jahres eine Schwindelfirma aufgetaucht. Dieselbe legte sich im Beginn darauf, ihre Schwindeleien im Julande zu