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Dienstag den 19. Oktober
Nr. 245.
Tages schau.
Berlin, 18. Oktober. Se. Majestät der Kaiser und König machten, wie der „R. u. St.-A." aus Baden-Baden meldet, gestern der Gräfin Fürstenberg-Herdringen und hierauf der Fürstin Baryatinski einen Besuch. Nachmittags fand bei Ihren Majestäten Familientafel und Abends bei Ihrer Majestät der Kaiserin Familienthee statt.
Berlin, 18. Oktober. Zur Feier des Geburtstages des Kronprinzen hatten in Berlin die königlichen und prinzlichen Palais sowie viele Privathäuser und Geschäftshäuser Flaggenschmuck angelegt. Zahlreiche fürstliche und hochgestellte Personen, Mitglieder des diplomatischen Corps, Militärs und Bürgerliche hatten dem Kronprinzen ihre Glückwünsche durch Einzeichnen der Namen in die ausgelegten Bücher dargebracht. — Kaiser Wilhelm wird übermorgen Baden-Baden verlassen und Abends nach 10 Uhr in Gießen eintreffen, woselbst während eines kurzen Aufenthalts der Thee eingenommen wird. Alsdann reist der Kaiser bis zur Station Drewitz bei Potsdam weiter, trifft dort am Donnerstag früh ein, um daselbst zunächst den Kaffee einzunehmen, bevor die Weiterreise nach Berlin fortgesetzt wird. Die Ankunft auf dem hiesigen Potsdamer Bahnhöfe dürfte Vormittags 8 Uhr 35 Min. erfolgen. (K. Z.)
Berlin, 18. Oktbr. Angekommen sind: Se. Excellenz der Vize- Präsident des Staats-Ministeriums, Minister des Innern, v. Puttkamer, und Se. Excellenz der Staats - Minister, Staatssekretär des Innern, v. Boetticher, aus Frankfurt a. M.
Berlin, 18. Oktbr. Die eisenbahnfachwissenschaftlichen Vorlesungen werden im Winter Semester 1886/87 in folgender Weise stattfinden:
In Berlin werden in den Räumen der Universität Vorlesungen über preußisches Eisenbahnrecht, die Nationalökonomie der Eisenbahnen, insbesondere das Tarifwesen, sowie über den Betrieb der Eisenbahnen gehalten werden. Das Nähere, namentlich auch bezüglich der Anmeldung zu den Vorlesungen, ist aus dem Anschläge in der Universität ersichtlich.
In Breslau werden die fachwiffenschaftlichen Vorträge sich auf die Nationalökonomie der Eisenbahnen mit besonderer Berücksichtigung des Tarifwesens, die Verwaltung der preußischen Staatsbahnen, das preußische Eisenbahnrecht und den Betrieb der Eisenbahnen erstrecken.
In Bonn werden Vorlesungen über preußisches Eisenbahnrecht stattfinden.
S. M. Schiffsjungen-Schulschiff „Nixe", Kommandant Korvetten- Kapitän von Arnim, ist am 16. Oktober er. in Trinidad eingetroffen.
Aachen, 18. Oktober. Der Setzerstrike ist durch Zuzug auswärtiger Setzer paralysirt. Die Zeitungen erscheinen heute wieder in gewöhnlichem Umfange.
Halle, 17. Oktober. Die Strafkammer von Greiz verurtheilte gestern Nachmittag den Landrentew Bankdirektor Leo wegen Betruges zu 1 Jahr und 3 Monat Gefängniß. Er wurde in Haft behalten.
Stettin, 18. Oktober. Heute Mittag fand auf der Werft des „Vulkan" der Stapellauf des zweiten großen Reichspostdampfers statt. Derselbe wurde „Bayern" getauft. (Fr. N.)
Ein Mann in Eefnet, welcher ein Loos der Kgl. Landeslotterie spielte, vergaß die letzte Ziehung zu bezahlen. Jetzt ist das Loos mit einem Gewinn von 15,000 Mk. gezogen worden, von dem er nur das Nachsehen und den ewigen Aerger haben wird.
In einer aus Platten-Dresden datirten Zuschrift an die „Dresd. Ztg." erklärt Abg. Bebel die Behauptung des „Leipz. Tagebl.", daß, weil die in Freiburg verurtheilten sechs sozialdemokratischen Abgeordneten durch die mittlerweile eingetretene Rechtskraft des Urtheils der nächsten Reichstagsseffion nicht beiwohnen können, in den leitenden Kreisen der Partei gegenwärtig Erwägungen stattfänden, wie diese Lücke auszufüllen sei, für aus der Luft gegriffen und sagt sodann: „Die Verurtheilten werden, sobald die Aufforderung an sie ergeht, ihre Haft antreten und ihre Plätze im Reichstage werden während der Dauer ihrer Haft einfach leer bleiben, wie dies in früheren Fällen der Verurtheilung sozialdemokratischer Abgeordneten auch geschah."
Posen, 18. Oktober, Nachm. Zur Feier des 25jährigen Jubiläums Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzessin als Chef des 2. Leib-Husaren-Regiments fand heute Vormittag eine Parade des ganzen, hier vereinigten Regiments vor dem kommandirenden General 1
1886.
von Meerscheidt Hüllessem statt. Nachmittags war das Offizierkorps des Regiments mit einer großen Anzahl eingeladener Gäste zu einem Festdiner, im Saale des Kasino vereint. Für die unteren Chargen ist heute Abend eine Festlichkeit im Lambert'schen Saale veranstaltet.
Die Millionäre haben auch ihren Ehrgeiz und Korpsgeist. Sie haben es sehr übel genommen, daß jüngst behauptet wurde, es gebe ihrer etwa 950 bis 1000 mit zusammen 120 Milliarden Gulden oder Thalern. Sie erklären, unsere Zahl ist viel größer, 950 allein haben jeder mehr als 20 Millionen. In Frankfurt allein soll es 120 vielfache Millionäre geben, von denen aber mancher sein Licht unter den Scheffel steckt wegen der bösen Steuer-Kommissare. Man sollte wirklich einmal eine Ausstellung veranstalten. (Dfz.)
Aus Thüringen, 16. Oktober. Das Müggenburger Moor ist auf bis jetzt unaufgeklärte Weise in Brand gerathen. Der Wind verschafft dem Feuer Verbreitung, so daß bereits ca. 1000 Morgen brennen und zu befürchten steht, daß das ganze 2700 Morgen umfassende Moor von den Flammen ergriffen wird. Ueber 800 Menschen — Bewohner der Umgegend — sind rührig, um den Heerd des Feuers einzudämmen.
München, 18. Oktober. Nach Mittheilungen, welche den „Neuesten Nachrichten" von gutunterrichteter Seite zugehen, beruht die in vielen Zeitungen enthaltene Nachricht, das bayerische Kriegsministerium habe bei bedeutenden Anstalten in München, Nürnberg und Augsburg 2000 Eisenbahnwaggons für die nächsten 4 Wochen bestellt, auf einem Mißverständnisse.
Baden-Baden, 17. Oktober. Die Leiche der seit mehreren Wochen vermißten Gräfin Arnim ist in der Murg unweit Weißenbach aufgefunden worden.
Der Feldwebel v. Piotrowsky vom Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 (seit dem 1. Mai d. I. Nachfolger des Sergeanten Piehlecke in Kamerun) ist daselbst, wie man der „Tägl. Runoschau" schreibt, am klimatischen Fieber verstorben.
Wien, 18. Oktober. Gegenüber den kriegerischen Meldungen der heutigen Blätter versichern unterrichtete Kreise neuerdings,, daß keine russische Besetzung Bulgariens in Aussicht stehe. Rußland dürfte sich begnügen, wie bisher durch Proteste und Versuche der Bandenbildung gegen die Regentschaft zu wirken. Mit Rücksicht auf Europa und den Grafen Kalnocky dürfte eine friedliche Kundgebung Rußlands vor dem Zusammentritt der Delegationen in Pest die Friedlichkeit der Lage bestätigen.
Wien, 18. Oktbr. Der Bureau-Chef der Staatsbahn-Gesellschaft, Dr. Schmidt, welcher am Sonnabend aus Pest hierher zurückkehrte, ist an demselben Tage an der Cholera erkrankt und in der darauf folgenden Nacht gestorben.
Rom, 18. Oktober. Der Sozialist Kerbs, ein preußischer Unterthan, ist wegen Betheiligung an der jüngsten Arbeiterbewegung in Mailand aus Italien ausgewiesen worden.
Paris, 17. Oktober. Der neue vom Ausschuß genehmigte Plan Wilsons zur Herstellung des Gleichgewichts im Budget ist folgender: 10 Millionen Mehreinnahme durch Erhöhung des Eingangszolles auf fremdes Getreide, 29 Millionen Mehreinnahme durch Besteuerung des Nachlasses, der ein Testament erfordert; 16 Millionen Nerwaltungsersparnisse, 30 Millionen durch Herabsetzung des Tilgungsbestandes, 15 Millionen Mehreinnahme durch Einführung einer Einkommensteuer, die ^2 pCt. auf das Einkommen von 3000 Frc. betragen soll; die neue Steuer soll vom I. Juli 1887 ab in Wirkung treten. Die Umwandlung der Rente ist vorläufig vertagt worden.
Lonise Michel läßt im „Cri du peuple" folgende Note erscheinen: „Wenn die Regierung noch einiges Schamgefühl besäße, so würde sie aufhören, mich mit ihrer Gnade zu ohrfeigen. Ich hoffe, unsere Freunde werden nicht so dumm sein, sich mit etwas Anderem als mit der Amnestie zu beschäftigen. Was mich betrifft, so mag man mich nach Belieben verur- theilen, das Urtheil aufheben und abermals verurtheilen, ich kehre mich an so lächerliche Späße nicht."
Bahonne, 17. Oktober. Nach hier eingegangener Meldung ist das Casino in Biarritz durch eine Feuersbrunst zerstört worden; der Schaden wird auf 700,000 Franken geschätzt.
Der „Figaro" bringt folgende Mittheilung: Der General Boulanger