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Nr. 242.

Freitag den 15. Oktober

1886.

Tagesscha«.

Berlin, 14. Oktober. Dem zum Consul der Republik Uruguay in Bremen ernannten Herrn Franz Ludwig Michaelis ist das Exequatur Namens des Reichs ertheilt worden.

Berlin, 14. Oktober. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den Geheimen Ober-Regierungs-Rath und vortragenden Rath im Ministerium des Königlichen Hauses, Grafen von Unruh, unter Be­lastung in dieser Stellung zugleich zum Direktor des Königlichen Haus- Archivs zu ernennen.

Berlin, 14. Oktober. Sehr erfreulich ist die Wiener Meldung, daß die österreichisch-ungarischen Eisenbahnen im Einverständniß mit der Regierung die zum ersten November erfolgte Kündigung der österreichisch­rumänischen Verbandtarife rückgängig gemacht haben. Dieser Schritt be­weist, daß die kriegerische Stimmung, die auf wirthschaftlichem Gebiete zwischen den beiden Nachbarstaaten trotz ihrer wechselseitigen Interessen platzgegriffen hatte, endlich zu schwinden beginnt, sodaß jetzt Hoffnung vorhanden ist, daß eine freundschaftliche Verständigung zur Herrschaft ge­langt. Hoffentlich hören wir jetzt auch bald von erfolgreichen Verhand­lungen über einen neuen Handelsvertrag.

Berlin, 14. Oktober. Der Schluß der Jubiläums-Ausstellung ist in der gestrigen Senatssitzung der kgl. Akademie der Künste bis zum 31. Oktober (einschließlich) hinausgeschoben worden.

Berlin, 14. Oktober. Das Todesurtheil gegen den Doppelmörder Gottfried Keller ist rechtskräftig geworden, da gegen das Erkenntniß eine Revision nicht eingelegt worden ist.

S. M. KanonenbootCyklop", Kommandant Kapitän-Lieutenant ..Stubenrauch, ist am 10. September cr. in St. Helena angekommen und am 16. September er. wieder in See gegangen. Der Dampfer Salier" ist mit der abgelösten Besatzung S. M. KreuzersAlbatroß" am 13. Oktober er. in Aden eingetroffen und hat an demselben Tage die Heimreise fortgesetzt.

Elberseld, 14. Oktober. Eine heute hier stattgehabte Versamm­lung von Buchdruckereibesitzern beschloß, die Namen der ohne Kündigung Strickenden sofort dem Vorsitzenden der Sektion mitzutheilen. Ferner ver­pflichteten sich die anwesenden 43 Prinzipale, keinen dieser Gehilfen wieder zu beschäftigen und bei den Nichtanwesenden auf ein gleiches Verfahren hinzuwirken. Das Elberfeld-Barmer Gewerbegericht verurteilte heute 23 strikende Buchdrucker wegen Arbeitseinstellung ohne Kündigung zum Ersatz des Schadens und der Kosten. (F. N.)

Wien, 14. Oktober. DiePolitische Korrespondenz" meldet aus Sofia: Die bulgarische Regierung beantwortete die russische Note betreffs der Ungiltigkeit der Wahlen unter Hinweis auf die unter der Aegide des russischen Kommissärs ausgebreitete bulgarische Verfassung, wonach aus­schließlich die Sobranje Richter über die Giltigkeit der Wahlen ist. (F. N.)

Basel, 14. Oktober. Nachdem die betreffende Kommission des Nationalraths sich mit 8 gegen 3 Stimmen im Prinzip für das Alkohol- monopol erklärt hat, ist heute zwischen den Anhängern der Fabrikatsteuer und denjenigen des Verkaufsmonopols ein Kompromiß erfolgt, nach welchem der Import, die Fabrikation und die Reinigung des Sprits Sache des Bundes sein sollen. Für die Abfindung der Brenner und der Kar­toffelproduzenten sind geeignete Maßregeln in Aussicht genommen.

Paris, 13. Oktober. Heute Nacht hatten wir ein furchtbares Unwetter in Paris. Der Regen stürzte in Strömen vom Himmel herab und ein ungeheurer Sturmwind riß eine Unzahl von Schornsteinen, Läden, Schildern und Zäunen mit sich fort. In der Umgegend wurden viele Bäume entwurzelt. (K. Z.)

Paris, 14. Oktober. Bert veröffentlicht ein Rundschreiben über die Uebernahme dreier Eisenbahnlinien von Hanoi nach den sieben Pagoden, aus Meer und von Bacninh nach Langson. Der Unternehmer derselben würde unter gleichen Bedingungen die Linie nach Laokai erhalten.

London, 14. Oktober. Die Admiralität hat beschlossen, zum besseren Schutz der Fischerboote in der Nordsee das KriegsschiffHearty" dorthin zu entsenden. Der Kommandant desselben wird voraussichtlich die Aufsicht über die zum Schutz der Fischerboote in der Nordsee befind­lichen Kreuzer haben

Die Dinge in Bulgarien haben durchweg einen dem Programm des Generals v. Kaulbars schnurstracks entgegengesetzten Verlauf genom­men. Rußland ist mit tiefer Verstimmung gegen die zeitige Richtung der

bulgarischen Politik erfüllt und dürfte sich kaum bewegen lassen, eine minder schroffe Haltung gegenüber dem Regentschaftsministerium einzu- nehmen. Für letzteres sind daher noch längst nicht alle Schwierigkeiten überwunden, mag auch momentan die Lage für das Ministerium schein­bar ganz zufriedenstellend sein.

Sofia, 14. Oktober. Die bulgarische Regierung wird in ihrer Antwort an Nekjudoff geltend machen, daß die Nationalversammlung allein kompetent sei, über die Legalität der Wahlen zu urtheilen, und daß die Aufforderung der Regierung an die Konsuln, den Ausländern die Betheiligung an den Wahlen zu verbieten, dadurch gerechtfertigt sei, daß den Konsuln eine besondere Jurisdiktion über ihre Landesangehörigen zustehe, während die bulgarische Regierung denselben gegenüber nur eine beschränkte Machtvollkommenheit besitze.

Bremen, 13. Oktbr. Der Dampfer des Norddeutschen Llord Main" ist in Baltimore eingetroffen.

Hambnrg, 13. Oktober. Der PostdampferWieland" der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrts - Aktiengesellschaft ist in New-Iork eingetroffen.

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ansschnffes vom 14. Oktober 1886.

y Anwesend die Herren: Weishaupt, Ausschuß-Vorsteher; Bier, Bode, Brenner, Friedgö, Fues, Gerhardt, Gruber, Herold, Hoffmann, Hopff, Jung, Koch, Körner, Ott, Una, Walter, Weber und Wirth sowie Herr Oberbürgermeister Rauch.

Die Mittheilung des Stadtrathes, daß geeignete Maßregeln ergriffen seien, um die Kanäle und Eintauchen in regelmäßigen Zwischenräumen vom Schlamme zu reinigen und dadurch die üblen Gerüche zu beseitigen, dient zur Nachricht; ebenso die Mittheilung, daß der zweite hier abge­haltene Viehmarkt gleich wie der erste ein befriedigendes Resultat ergeben haben. Die Händler hätten gute Geschäfte gemacht und sich geäußert, die Märkte regelmäßig zu besuchen. Der erste Markt ergab eine Ein­nahme von Mk. 117.55, der zweite eine solche von Mk. 119.30 zur Stadtkasse.

Die Sparkassenrechnung pro 1885 ist geprüft und richtig befunden worden. Zu bemerken ist, daß die Einlagen nicht in demselben Maße zu­genommen haben, wie in den Vorjahren, auch der Verbrauch der Spar- marken hat nicht unerheblich abgenommen.

Die Elementarlehrer von Hanau sind um Abänderung des Statuts der Lehrer-Wittwen- und Waisenkasse beim Stadtrath vorstellig geworden. Der seitherige Pensionssatz von Mk. 300 pro Jahr entspräche den jetzigen Verhältnissen snicht mehr und wünschten sie denselben auf Mk. 500 er­höht. Nachdem sich der Stadtrath mit der Lehrer-Wittwen und Waisen- Kassen-Verwaltung in Cassel in Verbindung gesetzt hat, schlägt er folgende Abänderungen des Statuts vor. Nach § 3 sollen nicht nur die definitiv sondern auch die provisorisch bestellten Lehrer als Mitglieder der Kasse ausgenommen werden; § 7. Der seitherige Beitrag der Lehrer von Mk. 15 soll auf Mk. 20 erhöht werden. Die Stadt foll für jeden Lehrer ei­nen Beitrag von Mk. 5 pro Jahr beisteuern. § 10. So lange die Kasse außer Stande sein sollte die Pensionen zu zahlen, leistet die Stadt den erforderlichen Zuschuß. § 9. Die Wittwen - Pension wird auf Mk. 500 festgesetzt. Diese Abänderungen sollen mit dem 1. April 1887 in Krast treten.

Der Gem.-Ausschuß stimmt diesem Vorschläge nicht in allen Theilen zu, sondern beschließt folgendermaßen:

Zu § 3 wird die Aufnahme der provisorisch bestellten Lehrer in die Kasse abgelehnt; § 7 der Zuschuß von Mk. 5 pro Jahr wird gleichfalls abgelehnt, da die Stadt ohnehin für die Kasse mit Vorschuß eintrete, wenn dies nöthig werde.

Ferner beschließt der Gem.-Ausschuß, daß die Abänderungen mit dem 1. April 1887 in Kraft treten und dieselben auf die vorhande­nen Wittwen und Waisen Anwendung finden sollen.

Das Statut für Verbrauchsabgabe vom Fleisch ist in der Kommission noch nicht vorberathen und wird daher von der Tagesordnung abgesetzt.

Vor Schluß der Sitzung beantragt Herr Bier, dass seitens der städt. Verwaltung Sorge getragen werden möchte, daß an den Tagen,wo Mondschein im Kalender steht", jedoch trübe Witterung vorherrschend sei,