Abonnements« Preis:
Jährlich 9 Mart. H^!bj.4M. 50Pfg.
Vierteljährlich
L SWart 25 Pfg. Für auswärtige Abünueuten rnn dem betreffenden Poftüufschlag. D:e errlzeure Summer 10 Pfg.
haiianer Aiuciger.
IrrgLeich AmtLieHes Organ für Stcröt- un6 Lernök^eis Kcrncru.
9*fetti«t* »rei»t
Sie Isp-Itige Sarmondzeile ob. beten Raum
10 Pfg.
Sie 2»aIL Seite 20 Pfg.
MeSspaltig-Zeil- 30»
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 228.
Mittwoch den 29. September
1886.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Bei der heute in Gegenwart eines Notars öffentlich bewirkten 2. Verloosung von 3^/sprocentigen, unterm 2. Mai 1842 ausgefertigten Staatsschuldscheinen sind die in der Anlage verzeichneten Nummern gezogen worden.
Dieselben werden den Besitzern mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgeloosten Nummern verschriebenen Kapitalbeträge vom 1. Januar 1887 ab, gegen Quittung und Rückgabe der Staatsschuldscheine nebst Zinsscheinanweisungen, bei der Staatsschulden-Tilgungskasse, Taubenstraße 29 hierselbst, zu erheben.
Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jeden Monats.
Die Einlösung geschieht auch bei den Regierungs-Hauptlasten und bei der Kreiskaffe zu Frankfurt a. M.
Zu diesem Zwecke können die Effekten einer dieser Kassen schon vom 1. Dezember d. I. ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden- Tilgungskaffe zu Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung vom 1. Januar 1887 ab bewirkt.
Mit den verloosten Staatsschuldscheinen sind die Anweisungen zur Abhebung der Zinsscheine Reihe XX abzuliefern.
Mit dem 1. Januar 1887 hört die Verzinsung der verloosten Staatsschuldscheine auf.
Die Staatsschulden-Tilgungskasse kann sich in einen Schriftwechsel mit den Inhabern der Staatsschuldscheine über die Zahlungsleistung nicht einlassen.
Formulare zu den Quittungen werden von sämmtlichen obengedachten Kasten unentgeltlich verabfolgt.
Berlin den 3. September 1886.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Wird hierdurch veröffentlicht mit dem Hinzufügen, daß die vorerwähnte Nummernliste dahier eingesehen werden kann, auch in den Geschäftslokalen der Königlichen Steuerlasten offen gelegt ist.
Hanau den 22. September 1886.
Der Königliche Landrath
V 6315 I. V.: Baabe.
Polizei-Verordnung.
Auf Grund des §. 5 der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltung und der §§. 143 und 144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird unter Zustimmung des Oberbürgermeisters dahier Folgendes verordnet:
Art. 1.
In den Straßen der Stadt, in welchen erhöhte Bürgersteige hergestellt sind oder hergestellt werden, dürfen die Haus- und Tagwaster Seitens der Adjacenten im öffentlichen Verkehrsintereffe nur unter der Oberfläche des Bürgersteigs vermittelst überdeckter Rinnen resp, eiserner Röhren in der von der Polizeibehörde vorzuschreibenden Weise nach den Straßenrinnen abgeleitet werden.
Art. 2.
Zuwiderhandlung gegen diese Bestimmmung wird mit einer Geldbuße bis zu 30 Mk. eventuell entsprechender Hast bestraft.
Hanau am 18. September 1886.
Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.
Handelsmann Jsaac Heß I. zu Hüttengesäß ist zum Aeltesten der Synagogen-Gemeinde daselbst bestellt und in Pflichten genommen worden.
Hanau am 28. September 1886.
Der Königliche Landrath
v- 6392. J. V.: Baabe.
Entlaufen: Ein braun und schwarzgefleckter Doggenhund m. Geschlechts; dem Wiederbringer eine Belohnung.
Hanau am 29. September 1886.
Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesscha«.
— Berlin, 28. Sept. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den bisherigen Kaiserlichen Konsul in Mailand, Dr. jur. Grisebach, zum Konsul des Reichs in Port au Prince zu ernennen geruht.
— Berlin, 28. Sept. Prinz Friedrich Leopold wird am 1. Oktober eine längere Reise antreten und sich zuerst nach Indien begeben, wo derselbe mit dem Herzog und der Herzogin von Connaught, seiner Schwester, welche bereits in Bombay anwesend sind, zusammentrifft. Der Prinz gedenkt bei seinen Verwandten mehrere Monate in Indien zu verbleiben.
— Berlin. Aus militärischen Kreisen verlautet mit Bestimmtheit, daß weit über hundert französische Officiere in bürgerlicher Kleidung den Manövern in den Reichslanden beigewohnt hätten; dem Kriegsminister sei dies nicht unbekannt geblieben, doch hätte derselbe nicht gewünscht, daß den Herren Hindernisse in den Weg gelegt würden. Diese Haltung hat überall den günstigsten Eindruck gemacht, namentlich gegenüber des fast krankhaften Spionenriecherei der Franzosen.
— Berlin, 28. Sept. Zu einem lOtägigen Jnformationskursus bei der Militär-Schießschule ist eine größere Anzahl Stabsoffiziere gestern hier eingetroffen, ebenso Stabsärzte der Armee und Marine zu einem hier stattfindenden LOtägigen Militär-ärztlichen Fortbildungs-Kursus.
— S. M. Kreuzer-Fregatte „Gneisenau", Kommandant Kapitän zur See Valois, ist am 27. September in Kiel eingetroffen.
— Schalk, 27. Sept. Heute hat die Beerdigung der 50 Opfer des Unglücks auf Zeche Consolidation stattgefunden. Der ganze Ort, die Kirchen und die Werke hatten zu Ehren der Verunglückten Fahnenschmuck angelegt, alle Fahnen aber trugen Trauerflore. Von den Todten wurden 33 auf dem Friedhofe in Gelsenkirchen und 17 auf dem Friedhofe in Schalke beerdigt und zwar waren die ersteren katholischen, die letzteren evangelischen Bekenntnisses. Die Ueberführung geschah von der Zeche aus auf mit Eichengrün geschmückten Leiterwagen. Von den in den Krankenhäusern befindlichen Verletzten war bis heute Vormittag noch keiner gestorben. (K. Z.)
— München, 27. Sept. Nach den „N. Nachr." wird als Einführungstermin des neuen Militärhelms der 1. Januar bezeichnet.
— Nürnberg, 28. Sept. Der Prinz-Regent besuchte im Laufe des gestrigen Tages verschiedene Anstalten und Kirchen. Im Germanischen Museum, wo Se. Königliche Hoheit von dem Direktor Effenwein und dem gesammten Verwaltungsausschuß empfangen wurde, übernahm der Prinz- Regeüt auf die an ihn gerichtete Bitte das Protektorat der Anstalt. Um 2 Uhr fand auf der Burg ein Festmahl statt, zu welchem an sämmtliche hervorragende Persönlichkeiten Nürnbergs Einladungen ergangen waren. Dem Abends im Rathhaussaale von der Stadt veranstalteten Festconcert wohnten gegen 700 geladene Gäste bei. Später brachten die hiesigen Gesangvereine dem Prinz-Regenten auf der Burg eine Serenade, an die sich ein großer Zapfenstreich schloß. Die ganze Stadt war prachtvoll erleuchtet. — Den Armen der Stadt überwies der Prinz-Regent 4000 Mk.
— Baden-Baden, 28. Sept. (K. Z.) Der Kaiser nahm heute Vormittag den Vortrag des Chefs des Militärkabinets, General der Kavallerie v. Albedyll, entgegen und machte nach dem Frühstück eine Spazierfahrt. Zum Essen waren Graf Stolberg-Wernigerode, General v. Petersdorf, Oberst v. d. Knesebeck aus Freiburg sowie der Staatsminister Turban geladen. Abends fand bei der Kaiferin Thee statt, an welchem 20 Personen theilnahmen.
— Wien, 28. Sept. Cholerabericht. In Triest 2 Erkrankungen und 3 Todesfälle, in Pest 25 Erkrankungen und 17 Todesfälle, in Jstrien 4 Erkrankungen. In Fiume und Raab kam kein neuer Cholerafall vor. (F. N.)
— Brüssel, 28. Sept. Der König reiste heute Abend 6 Uhr zum Besuche des Kaisers Wilhelm nach Baden-Baden ab. (F. N.)
— Lüttich, 28. Sept. Auf Antrag des Bischofs Korum nahm die dritte Abtheilung des katholischen Congresses für sociale Reform den Lehrsatz an, wonach eine staatlich verbindliche Arbeiterversicherung im deutschen Sinne mutatis mutandis einzuführen sei. Die Verhandlung