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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 215.

Dienstag den 14. September

1886.

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Berlin, 13. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König beabsichten, wie derR. u. St.-A." aus Straßburg meldet, morgen Vor­mittag das Münster zu besuchen; Mittags soll der gestern abgesagte Em­pfang der Behörden und Körperschaften und Nachmittags die Huldigung der Landleute aus der Umgegend von Straßburg stattfinden. Für 5l/a Uhr ist ein großes Diner in Aussicht genommen, an welchem die Civil- behörden, der Landesausschuß und der Gemeinderath theilnehmen werden.

Berlin, 13. September. (K. Z.) Der königlich preußische Gesandte beim Vatican, v. Schlözer, hat gestern Nachmittag Berlin wieder verlassen und sich zunächst nach München begeben; von dort kehrt derselbe an einem der nächsten Tage auf seinen Posten nach Rom zurück. Der kaiserlich deutsche Gesandte Graf Brandenburg ist nach Brüffel zurück­gekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen. Der Gesandte v. Bülow in Bern hat sich an das kaiserliche Hoflager begeben; während der Abwesenheit desselben von seinem Posten fungirt der Legationssecretär v. Bülow IL als interimistischer Geschäftsträger. Der hiesige amerikanische Gesandte George H. Pendleton ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen. Der diesseitige Gesandte in Oldenburg, v. Normann, ist vorgestern hier eingetroffen und im Hotel Kaiserhof abgestiegen. Der kaiserliche Consul Dr. Schmidt ist nach Kairo zurückgekehrt und hat die Geschäfte des dortigen Consulats wieder übernommen; demselben ist gleichzeitig die Führung des kaiserlichen General-Consulats zu Alexandrien bis auf Weiteres übertragen worden.

Berlin, 13. September. DerKreuzzeitung" zufolge würde dem Reichstage in seiner Herbstsession die Unfallversicherung für Seeleute vorgelegt werden; auch seien Erwägungen im Gange über die Unfall­versicherung für die bei Canalbauten beschäftigten Bodenarbeiter.

DasMilitär-Wochenblatt" brächte in seiner letzten Nummer einen Aufsatz über die Möglichkeit, die neuerdings bei unseren Truppen aus Anlaß der großen Hitze mehrfach vorgekommenen Unglücksfälle durch Einführung eines Nackenschutzes nach englischem Muster fernerhin gänzlich zu vermeiden oder aber wesentlich zu verringern. Es wird hiergegen offiziös erinnert, daß eine solche Maßregel doch in der Hauptsache nur gegen denSonnenstich", nicht aber gegen denHitzschlag" zu helfen im Stande sein könnte; gerade aber der letztere, nicht der erstere, bildet die Gefahr für unsere Truppen in der heißen Jahreszeit. Sonnenstich" undHitzschlag" sind sehr wesentlich von einander zu unterscheiden, indem der erstere durch direkte Einwirkung der Sonnen­strahlen auf den Kopf und Rücken entsteht, der letztere aber sich als eine Störung der Wärmeökonomie des Körpers darstellt, welche durch die Stauung der im Körper produzirten und durch Versiegung der Schweiß­produktion am Abfluß verhinderten Wärme entsteht. Ferner sei es un­richtig, zu meinen, daß durch sehr frühes Ausrücken solche Gefahren völlig, oder fast ganz beseitigt werden können. Ein Soldat, dem nicht wenigstens die nothwendigste Zeit der Nachtruhe gelassen ist, wird zweifel­los am ersten der Gefahr des Hitzschlages ausgesetzt sein; man darf aber nicht vergessen, daß ein Soldat, welcher um 4 Uhr ausrücken soll, zum großen Theil schon um 2 Uhr, vielfach noch früher aufstehen muß. Daß von Seiten der militärischen Vorgesetzten, wie des militärärztlichen Per­sonals alles geschehe, um Verluste, welche für die Armee durch die Eigen­artigkeit des Dienstes herbeigeführt werden, auf ein verschwindendes Minimum herabzudrücken, sei bekannt, und der überaus hohe Prozentsatz der nach nur kurzem Unwohlsein wieder völlig hergestellten Hitzschlag- kranken sei ein sprechender Beweis davon. Man könne wohl mit Be­stimmtheit annehmen, daß dies bei keiner anderen Armee sich so günstig gestalte, als bei der deutschen.

Bei der afrikanischen Gesellschaft in Deutschland ist die tele­graphische Nachricht eingetraffen, daß der Afrikareisende Robert Flegel in Braß (Nigermündung) gestorben ist.

' Der Dampfer Nachtigal, Commandant Lieutenant zur See Vanselow, ist am 6. Sept. in Kamerun eingetroffen.

Wilhelmshaven, 12. September. Das gesammte Manöver­geschwader hat um 11 Uhr Vormittags die hiesige Rhede verlassen und ist nach Memel in See gegangen.

. Aachen, 11. September. Von einem guten Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zeugt der Umstand, daß in der hiesigen

Tuchfabrik von Karl Nelleffen J. M. Sohn in den letzten Jahren neun Arbeiter und Arbeiterinnen von allerhöchster Stelle mit Auszeichnungen für langjährige treue Dienste bedacht werden konnten. Auch heute wieder wurden den Arbeiterinnen Frauen Hansen, Kohl und Putz, welche seit fünfzig Jahren in der Fabrik thätig sind, im Auftrage der Kaiserin je eine goldene Brosche feierlich überreicht. Dieselbe enthält auf der Vorder­seite ein Kreuz, auf der Rückseite ein von der Krone überragtes gothi­sches A.

Danzig, 13. Septbr. Wie dieDanziger Zeitung" meldet, wird das große Uebungsgeschwader der deutschen Marine am 16. Sep­tember auf der hiesigen Rhede, und zwar vor Zoppot eintreffen, wo der Schluß der Manöver vor dem Chef der Admiralität, Generallieutenant v. Caprivi, stattfindet.

Straßburg, 12. September. Der Kaiser machte heute Nachmittag eine Spazierfahrt. Um halb 6 Uhr fand bei den Majestäten ein Effen statt, an welchem die hier anwesenden fürstlichen Personen mit ihrem Gefolge theilnahmen.

Straßburg, 13. September. Der Kaiser weilte gestern nach dem Diner einige Zeit auf dem Balköne des Statthalter-Palais und wurde von der draußen harrenden Volksmenge jubelnd begrüßt. Der Kronprinz begab sich Abends nach der Freimaurerloge. Der Groß- Herzog und die Großherzogin von Baden wohnten der Vorstellung der OperCarmen" bei. (RH. K.)

Straßburg, 13. September. Der Kaiser ist mit einem Extrazuge um 10 Uhr 10 Minuten zu dem Corpsexerciren nach Brumath abgereist.

Leipzig. Auf die Ermittelung der an der Abfassung, Her­stellung und Verbreitung eines zur Sedanfeier hier verteilten Marsch - liebes für die deutschen Truppen" Betheiligten hat der Staatsanwalt 1000 Mk. Belohnung ausgesetzt.

Wien, 13. September. DasFremdenblatt" meldet: Der Kaiser Franz Josef brächte am Samstag beim Galadiner zu Ehren des Czaren einen Toast aus das Wohl desselben aus. Die Kapelle spielte die russische Nationalhymne. Im Laufe der Nacht traf ein Danktelegramm des Czaren ein. Dem gestrigen Kaiserdiner wohnte Sturdza bei, welcher den Besuch des Grafen Kalnocky empfing und erwiderte und Nachts nach Lemberg zurückreiste.

Wien, 13. Sept. (K. Z.) Nach hier eingetroffener Nachricht aus Radna (Ungarn) brach in der dortigen Wallfahrtskirche während der zahlreich besuchten Frühmesse an der Decke eines Nebenaltars Feuer aus. Bei der dadurch hervorgerufenen Verwirrung spangen viele Personen von den Emporen auf die im Schiff der Kirche zusammengedrängte Menschenmenge herab. Die Zahl der Verunglückten soll eine sehr erheb­liche sein.

Rom, 13. Septbr. Gestern Abend fand eine nicht unerhebliche Senkung des Bodens vor dem Hauptthore der deutschen Botschaft (Palast Caffarelli) statt. Es hat dabei Niemand Schaden genommen. Nach dem Urtheil der Bauverständigen ist auch für das Botschaftspalais selber keine Gefahr zu besorgen.

Paris, 12. Sept. Der Kriegsminister, General Boulanger, empfing gestern Nachmittag auf dem Kriegsministerium die fremden mili­tärischen Missionen, welche den Manövern des 12. und 18. französischen Armeekorps beiwohnen werden. Von Seiten Deutschlands ist dieses Jahr keine besondere Mission hierher entsendet worden und werden daher nur die beiden Militär-Attachöes der deutschen Botschaft, Oberstlieutenant und Flügeladjutant Sr. Maj. des Kaisers von Villaume und Hauptmann von Schwartzhoff, den französischen Manövern folgen.

London, 13. Septbr. DieMorning Post" schreibt, die Ant­wort Englands auf die türkische Note werde mit den Interessen des euro­päischen Friedens und mit den Tradition Englands übereinstimmend be­funden werden. Der Zweck der englischen Politik sei nicht, einfach einen zeitweiligen Frieden zu schaffen, der nur momentane Verwickelungen ab- wende, aber einen Zeitraum folgen lasse, in welchem politische oder mili­tärische Vorbereitungen eintreten und zu einer Katastrophe führen würden. Was England erstrebe, sei die Sicherung eines dauerhaften Friedens, der den ganzen Kontinent von den Befürchtungen und Bürden erlöse, welche durch die gegenwärtigen Zustände auferlegt würden.

Sofia, 12. September. In Philippopel haben hier einge­gangenen Nachrichten zufolge unbedeutende Ruhestörungen stattgefunden,