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Zugleich AmtLiches Krgcrn für Stcröt- und Lcrrrökveis Karrcru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die Ifpattige Sarmondzeile ab beten Raum

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Die 2fyalt. Seife 20 üüg.

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Nr. 210.

Mittwoch den 8. September

1886.

Amtliches.

Um den praktischen Werth der amtlichen Mittheilungen aus den Jahresberichten der Fabrik-Aufsichtsbeamten für weitere Kreise zu erhöhen, ist für das Jahr 1885 der Versuch gemacht worden, die Wiedergabe der einzelnen Berichte durch einen den wesentlichen Inhalt derselben zusammen- fassenden Gesammtbericht zu ersetzen und diesem Gesammtberichte die die einzelnen Gegenstände betreffenden Mittheilungen im Zusammenhänge zu behandeln. Hierdurch ist der Umfang der Amtlichen Mittheilungen für 1885 und der Preis des Werks, welches wie bisher in dem Verlage der Buchhandlung Fr. Kortkampf zu Berlin Wv Lützowstraße Nr.61, erscheinen wird, erheblich geringer geworden.

Unter Bezugnahme auf die Amtsblattbekanntmachungen vom 25. Juli 1882 (Amtsbl. S. 164) und 30. Juni 1885 (Amtsbl. S. 131) wird bemerkt, daß der Preis der bis zum Erscheinen der Amtlichen Mittheilungen von Behörden oder Korporationen direct bei der Buch­handlung bestellten Exemplare des Jahrganges 1885

4 Mark für ein geheftetes und

5 Mark für ein gebundenes Exemplar beträgt.

Cassel, am 23. August 1886.

Der Regierungs - Präsident. I. V.: Schönian.

Die im Gebrauch befindlichen Gasmesser sollen aichamtlich geprüft und vorschriftsmäßig gestempelt sein. Der Gebrauch ungestempelter oder nicht gehörig gestempelter Gasmesser ist in hohem Grade geeignet, die Interessen ^des ^as Leuchtgas verwendenden Publikums zu schädigen. Das letztere hat daher allen Anlaß, darauf zu achten, daß die Vergütung für den Verbrauch an Gas nur nach gehörig gestempelten Gasmessern berechnet wird. Die Stempelung eines Gasmessers kann nur dann für zureichend erachtet werden, wenn jeder Eingriff in das Innere des Umschlußgehäuses ohne Verletzung eines Aichstempels unmöglich ist. Bei den kleineren Gasmessern, bei welchen das Gehäuse meistentheils aus mehreren durch Löthung zusammengefügten Theilen besteht, sind soviel Aichstempel nöthig, daß keiner jener Theile ohne Vernichtung eines Stempels abgetrennt werden kann. Bei den nassen Gasmassern sollen sich in der Regel wenigstens drei, bei den trockenen Gasmessern wenigstens fünf Aichstempel vorfinden. Bei den in neuester Zeit geaichten Gasmessern bleiben hierbei diejenigen Stempel außer Rechnung, welche das die Her­kunft, den Fassungsraum u. s. w. bezeichnende Schild gegen Abtrennung schützen.

Das betheiligte Publikum wird wohl daran thun, die in seinem Gebrauch befindlichen Gasmesser nach diesen Anhaltspunkten zu prüfen und in Zweifelsfällen eine amtliche Untersuchung herbeizuführen.

Cassel, den 23. August 1886.

Der Regierungs-Präsident. J. V.: Althaus.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Während der Herbstübungen der 49. und 50. Infanterie - Brigade, welche theils auf preußischem, theils auf hessischem Gebiete stattfinden, sinv zur Wahrnehmung des Polizeidienstes, insbesondere zur Abwendung von Flurschäden durch das Publikum, Gendarmerie-Patrouillen, bestehend aus preußischen und hessischen Gendarmen und Mannschaften der Cavalle- rie, kommandirt. Das Publikum wird darauf hingewiesen, daß den An­ordnungen der Gendarmen rc. der hessischen Gendarmerie-Patrouillen auf preußischem Gebiet dieselbe Folge zu geben ist, wie denen der preußischen Gendarmen.

Hanau am M. 4362.

6. September 1886.

Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.

Gefunden: Drei Vierpfünder Laib Brod (von einem Bäcker vor eine unrichtige Stubenthür gelegt).

Halsband ^^"ufe"' ^ $^ kleiner schwarz - grauer Pinscher mit

Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.

Vom Wasenmeister ein gefangen: Ein blau-grauer Wachtelhund m. Geschl.

Hanau am 8. September 1886.

____________________Aus Königl. Landrathsamt._____________________

Tagesschau.

Berlin, 7. Septbr. DerR. u. St.-A." veröffentlicht: Ver­ordnung, betreffend die Einberufung des Reichstages auf den 16. Sep­tember d. I.

Berlin, 7. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vorträge entgegen von dem Polizei-Präsidenten von Berlin, dem Chef des Militärkabinets und dem Chef der Admiralität und em­pfingen demnächst Allerhöchstihren Gesandten in Brüssel, Grafen v. Bran­denburg. Mittags erhielten Se. Majestät den Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm.

Berlin, 7. September. (F. N.) DieNordd. Allg. Ztg." widerlegt eingehend den Artikel desStandard", betreffend das Verhältniß Deutschlands zur bulgarischen Frage, und führt aus, die Interessen Oesterreichs und Rußland ständen keineswegs in unlösbarem Widerspruch, sondern ließen sich sehr wohl vereinigen. Die deutsche Politik sei hierauf gerichtet. Fürst Bismarck konnte unbedenklich die Ueberzeugung von der Bedeutungslosigkeit Bulgariens für Deutschland äußern, weil er mit den befreundeten Kaisermächten cartes sur table spielt. Die Ansicht des Standard", daß eine Entfremdung zwischen den drei Mächten eintreten werde, sobald es sich um den Nachfolger des Fürsten von Bulgarien handele, sei falsch, weil unter des Fürsten Alexander Regierung, der zu­nächst unter russischem Einflüsse regierte, keinerlei Feindschaft zwischen Rußland und Oesterreich bestand. Die deutsche Nation theilte die Ueber­zeugung der Regierung, daß unsere nationalen Interessen durch die bul­garischen Ereignisse nicht berührt würden und daß unsere Politik sich auf dem richtigen Wege befinde. Uns liege die Besorgniß fern, daß der Kanzler sich, wie derStandard" fage, zwischen zwei Stühle setzen werde. Wir seien im Gegentheil überzeugt, daß er für seine Politik die sichere Grundlage von drei Stühlen gewählt habe.

Berlin, 7. September. Minister v. Boetticher ist nach Weimar zum Dienstjubiläum des Ministers v. Stichling gereist. Er überbringt die Glückwünsche des Bundesraths und eine hohe preußische Ordensauszeichnung.

Berlin, 7. September. Die Tagesordnung des Bundes- raths-Sitzung am 10. September weist auch den Ausschußbericht über die Verlängerung des deutsch-spanischen Handelsvertrages auf.

S. M. Kreuzer-FregatteGneisenau", Kommandant Kapitän zur See Valois, ist am 6. September er. in Gibraltar eingetroffen.

Die Vorlage, betreffend die Verlängerung des deutsch- spanischen Handelsvertrages ist jetzt dem Bundesrathe zuge­gangen, dessen Ausschüsse am 10. d. Mts. zur Vorberathung derselben zusammentreten werden. Die Vorlage besteht aus zwei Artikeln, in welchen gesagt ist, daß der Vertrag vom 11. Juli 1883 nebst Nachtrag vom 10. Mai 1885 bis zum 1. Februar 1892 verlängert werde. Die Kündigung des Vertrages hat 12 Monate vor Ablauf desselben zu er­folgen; geschieht dies nicht, so ist der Vertrag auf weitere 12 Monate verlängert und muß diese Kündigungsfrist auch für die Folge von den Kontrahenten innegehalten werden. Das Uebereinkommen ist am 26. August d. J. in Madrid abgeschlossen worden.

Die deutschen Geschäftsleute machen Eroberungen auf eigene Faust. Rudolf Jbach Sohn in Barmen hat ein einziges, extra für die Tropen eingerichtetes Fortepiano nach Habana geschickt und mit ihm die Franzosen aus dem Feld geschlagen. Eine größere Bestellung die schon nach Paris abgegangen war, wurde wieder abbestellt. (Dz.)

Herr Windthorst, sagt die Kölnerin, ist merkwürdig frei­gebig mit der Macht des deutschen Kaisers. Wie er sie gegen Rußland aufbieten wollte, um den Fürsten Alexander auf dem Thron zu erhalten, fo verfügt er jetzt darüber, um Italien mit Krieg zu überziehen, damit dem Papst seine weltliche Unabhängigkeit wieder gegeben und dem König Humbert Rom und der ehemalige Kirchenstaat genommen werde. Das alles sollen deutsche Soldaten besorgen.

Duisburg, 7. September. (K. Z.) Heute früh sind in