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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 208. Montag den

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Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Nach einer Mittheilung des Central - Vorstandes des Jnnungsver- bandesBund deutscher Schmiede-Innungen" zu Berlin an die Königliche Regierung zu Cassel beabsichtigt derselbe, ein möglichst kräftiges Schmiede- Jnnungs- Wesen in ganz Deutschland wieder einzuführen. Der Vorstand bittet daher, auch in dem diesseitigen Bezirke den ev. Betheiligten die Bildung neuer Schmiede-Innungen recht ans Herz zu legen. Derselbe er­klärt sich bereit, eine jede Regung zur Bildung besagter Innungen mit Rath und That unentgeltlich zu unterstützen und überall helfend einzu- treten. Indem ich die Herren Bürgermeister hiervon in Kenntniß setze, beauftrage ich dieselben, den Schmiedemeistern ihrer resp. Gemeinden diese Angelegenheit unter Hinweis auf die Nützlichkeit eines solchen einheitlichen Verbandes zur Beschlußfassung vorzutragen und auf die Bildung von Innungen hinzuwirken. Sofern sich, wie ich nicht zweifle, Theilnehmer genug zu diesem Unternehmen finden werden, wird es sich empfehlen, für Landkreis Hanau analog den Amtsgerichtsbezirken 4 Innungen zu bilden. Ueber den Erfolg Ihrer Bemühungen in vorliegender Sache sehe ich ei­nem Berichte innerhalb 2 Monaten entgegen.

Hanau am 31. August 1886.

Der Königliche Landrath

V. 5958. Gf. Bismarck.

Die Herren Ortsvorstände haben während der diesjährigen Herbst- übungen da wo Flurbeschädigungen vorkommen können, Holzanpflanzungen, Tabaksfelder, Saaten rc., soweit sie nicht deutlich zu erkennen sind, mit Strohwischen umstellen zu lassen.

Entstehen bei Truppenübungen Flurschäden, so fordert der Ortsvor­stand die Beschädigten zur Anmeldung ihrer Entschädigungsforderungen auf und stellt letztere in einer Liste zusammen. Auch haben die Grund­besitzer bei Vermeidung des Ausschlusses unmittelbar nach eingetretener Beschädigung letztere den Ortsvorständen anzumelden. Die erforderlichen Formulare können auf dem landräthlichen Bureau in Empfang genommen werden. In diesem Formular sind die Kolonnen 1 7 auszufüllen. Ko­lonne 6 und 7 wird mit Blei ausgefüllt. Beschädigungen, welche nicht durch die Truppenübungen selbst, sondern auf andere Weise, insbesondere dadurch entstanden sind, daß die Betheiligten das rechtzeitige Abernten unterlassen haben, begründet keinen Anspruch auf Vergütung.

Arbeiten und Aufwendungen, von welchen die Interessenten gewußt haben, daß sie durch die Truppenübungen der nächsten Tage zerstört wer­den mußten, begründet einen Anspruch auf Schadloshaltung gleichfalls nicht.

Die Ortsvorstände derjenigen Gemeinden, in welchen Flurschäden entstanden sind, haben dies unverzüglich hierher anzuzeigen. Das Ein­treffen der Abschätzungs-Commission wird demnächst mitgetheilt werden. Die betheiligten Grunvbesitzer resp, deren Bevollmächtigte sind zu den Ab­schätzungsterminen vorzuladen.

Hanau am 30. August 1886.

Der Königliche Landrath

4289. Gf. Bismarck.

Mersteigernug.

Mittwoch den 8. d. Mts., von Nachmittags 2 Uhr ab, sollen im Polizei-Bureau hier nachfolgende, vom 1. Juni 1885 bis 1. Juni 1886 als gefunden an Polizeistelle abgegebene und weder von den Eigen­thümern noch von den Findern reklamirte Gegenstände, als: Regen- und Sonnenschirme, Taschentücher, Hüte, Brillen, Messer und andere Gegen­stände gegen gleich baare Zahlung meistbietend verkauft werden.

Hanau am 4. September 1886.

Der Königliche Landrath

4034. Gf. Bismarck.

Der am 27. v. Mts. aus der Strafanstalt zu Ziegenhain entlassene ! Cigarrenmacher Carl Conrad Koch aus Hanau, 28 Jahre und 1,64 Mieter groß, über welchen Polizeiaufsicht von 3 Jahren verfügt ist, hat stcb «us hiesiger Stadt entfernt und sich dadurch der Aufsicht entzogen.

6. September 1886.

Derselbe wird sich unter falschem Namen umhertreiben. Es wird ersucht, nach dem Aufenthaltsorte des Genannten zu fahnden und im Ermitte­lungsfalle Nachricht hierher zu geben.

Hanau am 3. September 1886.

Der Königliche Landrath

P. 4014. Gf. Bismarck.

Gefunden: Ein altes Notizbuch. Ein Kinderschuh. Ein Buch Neuer deutscher Liederkranz". Auf dem letzten Wochenmarkt liegen ge­blieben : Ein alter Sack mit Inhalt, sowie 2 Säcke, in einem derselben ein kleines Quantum Gurken. Ein Spazierstock. Ein leeres Portemonnaie. Ein Kindertaschentuch. Sechs Leihhausscheine. Ein Theil von einer Pe- troleumpe. Auf der Post liegen geblieben: Ein schwarzer Regenschirm, ein Herrn-Sonnenschirm, eine Petschaft und eine Zehnpfennig-Marke, eine Mütze mit den Buchstaben K. P.

Verloren: Eine Kriegsdenkmünze von 1870/71.

Zugelaufen: Zwei Schaf-Lämmer; Empfangnahme bei Kasper Wenzel und Jakob Friedrich Schäfer zu Niederdorfelden. Ein kleiner gelber Pinscher mit 4 weißen Pfoten und schwarzer Ruthe.

Hanau am 6. September 1886.

Aus Königl. Landrathsamt.

Die Abdankung des Fürsten Alexander.

(A. d.D. M.-Bl.")

Sofia, 4. Sept., Nachmittags. (Verspätet eingetroffen.) (Tele­gramm derAgence Havas"). Als der Fürst gestern, nach den ihm von der Bevölkerung gebrachten Huldigungen und nach dem Defilö der Truppen, in sein Palais zurückgekehrt war, versammelten sich in dem großen Saale desselben die Offiziere und die Mitglieder des diplomatischen Korps.

An dieselben hielt der Fürst eine Ansprache, in welcher er etwa Folgendes sagte:

Während 7 Jahren habe er an der Unabhängigkeit und für die Interessen Bulgariens gearbeitet. Seine beständige Sorge habe besonders der Armee und den Offizieren gegolten; er habe Letztere wie seine Fa­milie, wie seine Kinder betrachtet und sei, was seine persönliche Lage anbelange, beruhigt gewesen, da er sich von Offizieren umgeben gesehen, die seine Gefährten in den Kämpfen für den Ruhm Bulgariens waren.

In jener traurigen Nacht habe er, als er das erste Geräusch ver­nommen, gefragt, ob Truppen da seien, und sei auf Bejahung der Frage beruhigt gewesen, da er Vertrauen in seine Armee gehabt habe. Dieses Vertrauen zu seinen Offizieren habe er auch trotz der jüngsten unglück­lichen Ereignisse nicht verloren; dieselben hätten sich, Dank Popoff und Mutkuroff, bei den nach seiner Abreise vorgekommenen Unruhen auf der Höhe der Situation befunden. (Hier umarmte der Fürst die genannten Offiziere).

Die, Ehre der bulgarischen Armee sei wiederhergestellt. Er sehe heute Offiziere um sich versammelt, die ihm ihre Ergebenheit bewiesen hätten.

Er könne Bulgarien verlassen, ohne daß die Ordnung gestört werde, welches auch immer die Umstände sein möchten, in denen er selbst sich befinde. Er werde stets zu Gott beten für dieses Land, sein Herz werde stets mit sein und er werde der Erste sein, der als Freiwilliger zuge­lassen zu werden verlangte in einem Feldzuge für Macedonien.

Er könne nicht in Bulgarien bleiben, denn der Kaiser von Rußland wolle es nicht, weil seine Anwesenheit in Bulgarien im Widerspruch stehe mit den Interessen des Landes, Er sei also gezwungen, das Land zu verlassen.

Hier bemerkte Popoff:Wir waren, sind und werden stets mit ihnen sein. Muth! Vorwärts!"

Der Fürst erwiderte, daß die Unabhängigkeit Bulgariens verlange, daß er das Land verlasse, denn, wenn er es nicht thäte, würde es zu einer Okkupation mit Rußland kommen. Aber bevor er gehe, werde er ! die höheren Ossiziere befragen und eine Regentschaft einsetzen, welche ver- > suchen solle, die Interessen der Offiziere sicher zu stellen. In allen Fällen ; rechne er auf die Armee. Gegenüber dem russischen Generalkonsul Bog- danoff, welcher sich gestern Abend in das Palais begab, soll der Fürst seinen Entschluß, binnem Kurzem die Gewalt niederzulegen, bestätigt hassen.