Einzelbild herunterladen
 

»«annntat*« «fieU:

Jährlich 9 Wirk. ch«idj.E.S0Pf,. gietteU66rIic6 i eiair üb $fg. g& auSwärligt

Tbonnenten

Mir den', betreffen» »er. Postaufschlag. Sie einzelne ikuin* nur 10 Pfg.

Hananer Inniger.

ArrgteicH Amtttches ^rgan für StcröL- unö FanöLveis Karrau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Preis-.

Sie Ifpatttge Earmondzeile ob deren Raum

10 PK.

Sie sipalt. Seite 20 M.

SieSfpaWtgeScW 30 Pig

Nr. 207. Samstag den

Amtliches.

Bekanutmachnngen aus Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.

Das von A. Vogel u. Co. in Braunschweig verlegte und gedruckte Flugblatt mit der Ueberschrift:An die Reichstagswähler im Herzogthum Lauenburg" ist auf Grund des §. 11 des Reichsge­setzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 von der unterzeichneten Landes-Polizeibehörde ver­boten worden.

Schleswig den 19. August 1886.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern, von Uckro.

Das im Verlage von W. Blos und im Druck von Georg Baßler zu Stuttgart erschienene Flugblatt mit der Ueberschrift:

I. Braunschweigischer Reichstagswahlkreis.

An meine Wähler!" und mit der Unterschrift:

Stuttgart im August 1866. Wilhelm Blos" ist auf Grund des §. 11 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 durch die unter­zeichnete Behörde, als zuständige Landes-Polizeibehörde, verboten.

Braunschweig den 22. August 1886.

Herzogliche Polizei - Direktion.

Proetzel.

Tagesscha«.

Berlin, 3. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König wohnten heute den Uebungen der Garde-Kavallerie-Division auf dem Tem- pelhofer Felde von 8 Uhr an bei. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin wird morgen nach Baden-Baden abreisen, um dort Se. Majestät den Kaiser und König zu erwarten.

Berlin, 3. September. Der russische Minister v. Giers machte heute Vormittag dem Fürsten Bismarck einen Besuch.

Berlin, 3. September. Der russische Minister des Aeußeren, von Giers, ist Nachmittags vom Kaiser empfangen worden, nachdem er zuvor vom Kronprinzen war empfangen worden.

Das Befinden des Fürsten Bismarck ist leider augenblicklich sehr wenig erfreulich; die Anfänge seines alten Beinleidens haben sich wieder eingestellt. Doch geben dieselben zur Zeit zu Bedenken keinen Anlaß.

DieK. Z." schreibt: Wie man hört, soll der Reichstag schon am 10. September zusammentreten.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:Auf die Autorität der Halle'schen Zeitung hin geht durch unsere Presse folgende Notiz: Das großherzogliche Haus (von Hessen) war entschieden gegen die Rückkehr des Fürsten nach Bulgarien. Ein Telegramm an den deutschen Reichskanzler wurde dahin beantwortet, man müffe dem Fürsten die vollkommene Freiheit seiner Entschlüsse lassen; er selber rathe weder ab noch zu. Diese Notiz ist unrichtig, der Reichskanzler hat kein solches Telegramm, wie die Halle'sche Zeitung behauptet, empfangen und er hat auch nicht die Antwort ertheilt, welche die Presse ihm zuschreibt. Von dem ganzen Depeschenwechsel ist kein Wort wahr."

DerReichsbote" meint, der Sedantag müsse ein Tag nationaler Selbstprüfung sein und sagt:

...... Kein Volk hat eine so große, so reiche aber auch so thränenreiche Geschichte, wie das deutsche Volk. Was haben wir, um nur einiges anzuführen, erlitten in dem 30jährigen Kriege, was in den französischen Kriegen unter Ludwig XIV. und unter Napoleon aber im letzten Grunde lag immer die Hauptschuld an der Uneinigkeit der deutschen Volksstämme. Sie ist der Fluch der deutschen Geschichte! sie sind die krächzenden Raben, welche das Haupt des schlafenden deutschen Heldenkaisers, in welchem das deutsche Volksgemüth Einheit und Kraft verkörpert sah, umschwärmten. Die deutsche Politik muß deshalb immer in erster Linie diesen Erbfeind der deutschen Nation, ihren Hang zur Uneinigkeit, zur particularistischen Absonderung, zur starrköpfigen Recht- |

4. September 1886.

haberei, die sich dem Interesse des Ganzen nicht unterordnen will, zu überwinden suchen. Auch hier darf man aber den Teufel nicht durch Beelzebub austreiben wollen, indem man auf den harten Klotz einen ebenso harten Keil setzt, sondern indem man bei aller Festigkeit und klaren Bestimmtheit die Herzen des Volkes für die großen Gedanken, die Blüthe des Vaterlandes, seines Wohles, seiner Macht, Größe und Ehre zu ge­winnen sucht und indem man durch Hebung des Wohlstandes, Sicherung der wahren bürgerlichen Freiheit, insbesondere einer im christlichen Geiste geleiteten, das Wohl des armen und kleinen Mannes im Auge haltenden Socialpolitik auch dem Geringsten das Gefühl der Freude am Vaterlande, die Liebe zum Deutschen Reiche einflößt. Die Regierung unseres Kaisers hat diese Bahnen betreten. Die Macht, die Größe und das Ansehen des Deutschen Reiches ist von Jahr zu Jahr gewachsen, hat sich als Hort des Friedens für Europa bewährt. Auch der Wohlstand hat sich, nachdem die tolle Zeit der liberalen Gründer-Aera mit ihren schlimmen Folgen überwunden und eine gesunde, deutschen Verhältnissen entsprechende wirth- schaftliche Reformpolitik eingeführt wurde, wieder allmählich gehoben. Die deutsche Industrie hat ihren Siegeslauf in den fremden Ländern gegenüber der Industrie auderer Staaten angetreten, und wenn der Concurrenzkampf auch ein harter ist, so müssen wir uns doch vergegen­wärtigen, was wohl geworden wäre, wenn wir noch in der früheren Abhängigkeit von anderen Ländern, namentlich England, ständen und das Deutsche Reich mit seiner Flotte unserer Industrie nicht die selbstständigen Wege in die große Welt gebahnt hätte! Das sollten Diejenigen bedenken, welche Unzufriedenheit zu fäen suchen, weil noch nicht Alles ist, wie es gewünscht wird, sondern es noch immer Klagen und Nothstände gibt. Das wird immer so sein. Ein Paradies kann auch das Deutsche Reich nicht werden; aber es kann ehrlich und redlich sich bestreben, immer bessere Zustände herbeizuführen. Und das geschieht. Dafür bürgt die kaiserliche Botschaft, deren Ausführung auch im nächsten Reichstage fortgesetzt werden soll. Allein die Regierung und die Gesetze können nicht Alles allein thun; das Beste und die Haupsache muß das Volk selbst thun durch treue, fleißige Arbeit, Gewissenhaftigkeit, sittliche, gottesfürchtige Haltung, Pflege echten Familiensinnes, gute Kinderzucht und ernstes Streben nach steten Fortschritten in allen Gewerben, Künsten und Wissen­schaften......

DieNationa l-Zeitung" nimmt aus dem Sedanfest Ver­anlassung, auch auf die Vorgänge auf den Balkanländern hinzuweisen und äußert:

Wir werden darüber ist wohl alle Welt einig keinen sieben- wöchentlichen und keinen siebenmonatlichen Krieg mehr führen; bei der ungeheueren Vermehrung der Kampfmittel fast aller Staaten seit der Entscheidung von Sedan muß ein Krieg zwischen Großmächten ganz andere Dimensionen annehmen. Das ist einerlei für wen schließlich das Schlachtenglück den Ausschlag geben mag eine so ungeheuere Gefahr für alle Cultur, materielle und geistige, daß selbst die Armee-Budgets der europäischen Staaten keine unverhältnißmäßige Versicherungsprämie dagegen darstellen. Um so mehr bleibt eine kühle, nach den deutschen Interessen abgewogene Behandlung aller internationalen Fragen jener Gefahr gegen­über die erste Pflicht, und wenn dieselbe erfolgreich erfüllt wird, das höchste Verdienst der Leitung der deutschen auswärtigen Politik. Am Tage von Sedan aber sollte es nicht nothwendig sein, ausdrücklich zu betonen, daß Fürst Bismarck in dieser Beziehung einigen Anspruch auf Vertrauen hat. Es scheint freilich nicht überflüssig, wenn man gerade jetzt Erörterungen über auswärtige Politik findet, in denen dem Kanzler ungefähr so der Text gelesen wird, wie 1864, als gewisse Poliker ver­sicherten, Herr v. Bismarck stehe im Begriff, Schleswig-Holstein für immer an Dänemark zu ketten. Damals hatten sie doch wenigstens die Entschuldigung für sich, daß man Herrn v. Bismarck nicht kannte. Aber 16 Jahre nach Sedan! . . .

DieKöln. Ztg." schreibt: Sedan ist auch in diesem Jahre, wie zahllose Depeschen und briefliche Berichte uns melden, allenthalben im Reich in Stadt und Land festlich begangen worden. In der That haben wir in diesem Jahre doppelten Anlaß gehabt, uns der Opfer zu erinnern, die wir für unsere nationale Einigung haben bringen müssen, damit wir vor jeder Versuchung bewahrt bleiben, sie durch frivole Maßnahmen ohne Noth aufs Spiel zu setzen.