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Die 2U>aIt. Seife 20 Pfg.

Die SfpaHigeflctU 80 Psg

Nr. 204.

Mittwoch den 1. September

1886.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Die Herren Ortsvorstände haben während der diesjährigen Herbst­übungen da wo Flurbeschädigungen vorkommmen können, Holzanpflanzun­gen, Tabaksfelder, Saaten rc., soweit sie nicht deutlich zu erkennen sind, mit Strohwischen umstecken zu lassen.

Entstehen bei Truppenübungen Flurschäden, so fordert der Ortsvor­stand die Beschädigten zur Anmeldung ihrer Entschädigungsforderungen auf und stellt letztere in einer Liste zusammen. Auch haben die Grund­besitzer bei Vermeidung des Ausschlusses unmittelbar nach eingetretener Beschädigung letztere den Ortsvorständen anzumelden. Die erforderlichen Formulare können auf landräthlichem Büreau in Empfang genommen wer­den. In diesem Formular sind die Kolonnen 17 auszufüllen. Kolonne 6 und 7 wird mit Blei ausgefüllt. Beschädigungen, welche nicht durch die Truppenübungen selbst, sondern auf andere Weise, insbesondere da­durch entstanden sind, daß die Betheiligten das rechtzeitige Abernten Unter­lasten haben, begründen keinen Anspruch auf Vergütung.

Arbeiten und Aufwendungen, von welchen die Interessenten gewußt haben, daß sie durch die Truppenübungen der nächsten Tage gestört wer­den mußten, begründen einen Anspruch auf Schadloshaltung gleichfalls nicht.

Die Ortsvorstände derjenigen Gemeinden, in welchen Flurschäden entstanden sind, haben dies unverzüglich hierher anzuzeigen. Das Ein­treffen der Abschätzungs - Commission wird demnächst mitgetheilt werden. Die betheiligten Grundbesitzer resp, deren Bevollmächtigte sind zu den Ab­schätzungsterminen vorzuladen.

Hanau am 30. August 1886.

Der Königliche Landrath

M. 4289. Gs. Bismarck.

Ausschreiben.

Heute Abend um 7 Uhr wurde in einem Garten dahier ein Kind weiblichen Geschlechts, etwa 5 Tage alt, aufgefunden. Dasselbe ist beklei­det mit: 1) einem schwarzen wollenen Halstuch ; 2) einem weißen Kinder­hemd M. R. 12 gez.; 3) einem weißen baumw. Jäckchen; 4) einer weiß und blau carrirten Windel; 5) einer desgl. etwas größer carrirten Win­del; 6) einer Windelschnur von grauem Flanell mit grauer Wolle ein­gefaßt.

Die Windelschnur besteht aus zwei Stücken, von denen das eine Stück etwas dunkler als das andere ist. Die Schnur der Windel ist carrirt.

Wir ersuchen um gefällige Anstellungen von Recherchen nach der Mutter des Kindes und Mittheilung.

Offenbach, den 26. August 1886.

Die Polizeiverwaltung

Bräuning.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 30. August 1886.

Der Königliche Landrath

P. 3945. Gf. Bismarck.

Am 31. August cr. vom Wasenmeister ein gefangen: Ein wolfs- streisiger Doggenhund m. Geschl.

Hanau am 1. September 1886,

Aus Königl. Landrathsamt.

Grundstücksverpachtung.

Die domainenfiskalischen Grundstücksparzellen:

Karte Lit. YY Nr. 24 = 39 a 14 qm Acker und

26a = 39 a 86 qm Weg bei dem Teiche, unweit des Krebsbaches, . i« der Gemarkung von Hanau, sollen anderweit vom 1. Januar 1887 ab auf elf Jahre öffentlich merftbietend verpachtet werden.

Termin hierzu ist auf

Montag, den 6. September d. I., Bormittags 10 Uhr, in das Bureau des Königlichen Domainen-Rentamts Frohnhof Nr. 4 dahier anberaumt. Pachtbewerber werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessenes Gebot der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins erfolgen wird.

Hanau, am 31. August 1886.

Der Königliche Domainen-Rentmeister 8123 Bell.

Tagesschau.

Berlin, 31. August. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern in Babelsberg den Reichskanzler Fürsten v. Bismarck zum Vortrage. Heute Abend beabsichtigen Se. Majestät, das Allerhöchste Hoflager nach Berlin zu verlegen.

In Schwabach in Mittelfranken ist am 29. August die Eröffnung und Weihe des 3. deutschen Reichs Waisenhauses unter großen und erhebenden Feierlichkeiten erfolgt. DerFechtvater" Nadermann sprach vortrefflich und brächte das Hoch auf den deutschen Kaiser aus. Der katholische Stadtpfarrer hatte es abgelehnt, sich an der Weihe dessoge­nannten" Reichswaisenhauses zu betheiligen.

Wien, 31. August. DasFremdenblatt" schreibt: Der Artikel derNordd. Allg. Ztg." in Betreff der bulgarischen Frage gibt den Journalen Gelegenheit zu verschiedenen Schlußfolgerungen. Mit Recht wird aus den Ausführungen des Artikels der Hinweis darauf hervor­gehoben, daß die Interessen Serbiens Oesterreich-Ungarn näher berühren, als die Situation in Bulgarien; wenn aber hieraus gefolgert werden will, daß ein mehrfach behauptetes Einverständniß zwischen Oesterreich- Ungarn und Rußland über die Abgrenzung der Interessensphären auf der Balkanhalbinsel thatsächlich existirt, so können wir dies als unrichtig bezeichnen.

Wien, 31. August. (K. Z.) Auch hier wird dem Grasen Eugen Zichy, welcher mit anderen ungarischen Rittern über Belgrad nach Sofia zur Begrüßung des Fürsten Alexander reist, die Absicht zuge­schrieben, ein serbisch-bulgarisches Bündniß zu vermitteln; doch glaubt man hier, daß vom guten Einvernehmen mit dem Fürsten bis zum Bündniß noch erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden sein werden.

Pest, 31. August. Die zur Feier des 200. Jahrestags der Wiedereroberunz Ofens entsandte preußische militärische Deputation ist gestern Abend hier eingetroffen und auf dem Bahnhöfe von dem Flügel­adjutanten des Kaisers, Major Resch, vom Oberbürgermeister und vom Generalconsul Bojanowski empfangen worden. Der Oberbürgermeister richtete in Vertretung des Municipiums an die Deputation eine kurze Ansprache, in welcher er sagte: Ich halte es für meine angenehme Pflicht, hier zu erscheinen, um die Deputation des deutschen Heeres zu der Feier der Wiedereroberunz Ofens namens der Stadt herzlich zu begrüßen. Wohl ist das deutsche Reich in Pest ständig durch einen Staatsmann vertreten, dem wir die höchste Achtung und Sympathie entgegenbringen, welcher auch dieser Feier beiwohnt. Gleichwohl gereicht es uns zur hohen Ehre und Freude, das deutsche Reich bei der Feier, die von hervorragen­dem militärischen Charakter ist, auch durch so illustre Angehörige des deutschen Heeres vertreten zu sehen. Daher lag es mir am Herzen, die Herren bei ihrem ersten Schritte in Budapest sofort zu begrüßen. Ich bitte Sie, davon überzeugt zu sein, daß dieser Gruß, welchen ich Ihnen hier entbiete, bei allen Angehörigen der Stadt Wiederhall findet. Seien Sie somit herzlich willkommen! Namens der Deputation gab General­lieutenant von Schlichting in seiner Erwiderung der ganz besonderen Freude Ausdruck, daß es der Deputation vergönnt sei, bei einer so bedeutsamen Feier anwesend zu sein, und dankte dann in seinem und der übrigen Deputations-Mitglieder Namen für den freundlichen Empfang. Hierauf wurde die Deputation vom Major Resch in dasGrand-Hotel Hungaria" geleitet, wo für sie Zimmer bestellt waren. Die Osficiere sind die Gäste des Königs und werden, wie derPester Lloyd" meldet, auch an den Manövern theilnehmen.

Pest, 31. Aug. Gelegentlich der Ankunft der Abordnung des preußischen Heeres feiern die hiesigen Blätter in zahlreichen Leitartikeln