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Dienstag den 31. August
Nr. 203.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Postanweisungen im Verkehr mit Argentinien.
Vom 1. September ab können nach Buenos-Aires Zah- ungen bis zum Betrage von 100 Pesos Gold im Wege der Postanweisung durch die deutschen Postanstalten vermittelt werden.
Auf den Postanweisungen, zu deren Ausstellung Formulare der für den internationalen Postanweisungsverkehr vorgeschriebenen Art zu verwenden sind, ist der dem Empfänger zu zahlende Betrag vom Absender in Pesos und Centavos (Goldgeld, oro sellado) anzugeben; die Umrechnung auf den hierfür in der Markwährung einzuzahlenden Betrag wird durch die Aufgabe-Postanstalt bewirkt.
Die Postanweisungsgebühr beträgt 20 Pfennig für je 20 Mark, mindestens jedoch 40 Pfennig. Der Ab schnitt kann zu schriftlichen Mittheilungen jeder Art benutzt werden. Ueber die sonstigen Ver- sendungs-Bedingungen ertheilen die Postanstalten auf Erfordern Auskunft.
Berlin W., 26. August 1886.
Der Staatsfecretair des Reichs-Postamts.
______________v. Stephan._____
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Dachdeckermeister Thomas Eli er dahier ist auf Grund der Anweisung der Königlichen Regierung vom 18. Juli 1885 (Amtsblatt S. 145) als Ortsschätzer-Stellvertreter für die Abschätzung von Gebäulichkei- ten und Baugrundstücken in hiesiger Stadt auf Widerruf bestellt und in Pflichten genommen worden.
Unter Bezugnahme auf das in Nr. 54 des Kreisblatts am 1. März d. I. veröffentlichte Namensverzeichniß der Ortsschätzer und deren Stellvertreter wird solches hiermit bekannt gegeben.
Hanau am 27. August 1886.
Der Königliche Landrath
V. 5824. Gf. Bismarck.
TageSscha«.
— Berlin, 30. August. Dem General-Konsul der Argentinischen Republik für das Deutsche Reich mit dem Sitz in Hamburg ernannten Herrn Carlos Vega Belgrano ist das Exequatur Namens des Reichs ertheilt worden.
— Berlin, 30. August. Se. Majestät der König von Portugal ist heute Nachmittag nach Dresden weitergereist.
— Berlin, 30. August. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen gestern Mittag den Vortrag des Reichskanzlers Fürsten v. Bis- marck entgegen.
— Berlin, 30. August. Fürst Bismarck ist auch heute um 11 Uhr wiederum zum Kaiser nach Babelsberg zum Vortrag gefahren.
— Berlin, 30. Aug. Morgen Mittag um 2 Uhr findet eine Staatsministerialsitzung unter dem Vorsitz des Reichskanzlers statt.
— Noch immer kommen außer Umlauf gesetzte alte Fünfmarkscheine vor, welche, wie hier bemerkt sein möge, einzig in Berlin bei der Schuldenverwaltung eingelöst werden. Die Reichsbankstellen besorgen zwar auch den Umtausch, doch erheben sie 10 Pf. für jedes Stück als Ersatz der Porto-Auslage.
— Ein amtlicher Verwaltungsbericht der städtischen Behörde bekundet das gedeihliche Wirken des Fortbildungsschulwesens in Berlin. Bei drer höheren Echulen bestehen solche Anstalten, dann noch zehn Fort- budungsschulen für männliche und acht für weibliche Theilnehmer. Auch sur taubstumme und Blinde bestehen solche Schulen.
, . ^^ die Nordd. Allg. Ztg." mittheilt, hat der Kaiser bestimmt, oatz Heg zu den am 1. und 2. September in Ofen stattfindenden Festlich- teiten eine militairtfdje Deputation begebe, bestehend aus dem Komman- deur der ersten Garde-Jnfanterie-Division, Generallieutenant von Schlich- tmg, dem Kommandeur des ersten ostpreußischen Grenadier-Regiments Kronprinz, Obersten von Etzdorff, dem Kommandeur des Leibkürassier- Regimems, Obersten Frhrn. v. Schleinitz, dem Hauptmann von Kalck- stern, vom Karser Garde-Grenadier-Regiment und dem Rittmeister Grafen
1886.
v. Dohna, vom ersten Garde-Dragoner-Regiment. Die genannten zwei Obersten sind die Kommandeure der beiden noch in derselben Formation bestehenden Regimenter, welche im Jahre 1686 mit den Verbündeten gefochten haben, die beiden anderen Offiziere tragen Namen, die sich vor Ofen zu jener Zeit einen besonders guten Klang erworben haben.
— Herr von Goßler, welcher sich nach Beendigung der Heidelberger Jubiläumsfeier nach Tarasp begeben hat, wo er gegenwärtig noch weilt, kehrt zu Anfang der zweiten Hälfte des September, und der Minister Dr. Lucius, welcher seinen diesjährigen Urlaub erst kürzlich angetreten hat, erst Ende September nach Berlin zurück. Danach wird das Staatsministerium erst Ende September wieder vollzählig in Berlin versammelt sein.
— S. M. Kreuzer-Korvette „Luise", Kommandant Korvetten-Kapitän Graf von Haugwitz, ist am 29. August cr. in Leith eingetroffen und beabsichtigt am 7. September er. wieder in See zu gehen. — S. M. Kreuzer „Adler", Kommandant, Korvetten-Kapitän von Wietersheim, ist am 29. August cr. in Soecrabaia (Java) eingetroffen und beabsichtigt am 1. September cr. wieder in See zu gehen. — S. M. Brigg „Musquito", Kommandant Korvetten-Kapitän Piraly, ist am 29. August cr. in Kiel eingetroffen. — Der Dampfer „Salier" mit dem Ablösungskommando für S. M. Kreuzer „Albatroß" ist am 29. August cr. in Largs-Bey (Süd-Australien) eingetroffen und beabsichtigt an demselben Tage die Weiterreise fortzusetzen.
— Breslau, 30. August. Die hier eingetroffenen Theilnehmer an der 33 Generalversammlung deutscher Katholiken wurden gestern Abend vom Grafen Ballestrem begrüßt. Derselbe brächte ein Hoch auf Kaiser und Papst aus. Ein päpstliches Breve mit dem apostolischen Segen ist der Versammlung zugegangen.
— Wesel, 30. August. Auf der Spelnerheide bei Friedrichsfelde trug sich dieser Tage beim Jnspicirungsschießen ein Unglücksfall zu. Nach dem Abschießen der zweiten Tour wollten die mit den „Aufnahmen" aus Stand 15 beschäftigten Mannschaften vor dem Nachhausegehen noch fünfzehn Kanonenschläge, welche nicht functionirt hatten, auf einen Karren laden, als plötzlich einer derselben explodirte und die andern auch ent. zündete. Dabei wurden fünf Leute schlimm verbrannt. Sie liegen hier im Lazareth. (K. Z.)
— Aus Metz wird geschrieben: Die Gedenktage der großen Schlachten in der Umgegend von Metz gingen auch in diesem Jahr nicht vorüber, ohne die Gräber der Gefallenen — die amtliche Gräberliste weist nicht weniger als 1800 Masten- und Einzelgräber auf — geschmückt vorzufinden. Dieser patriotischen Pflicht hat sich der Kriegerverein in Verbindung mit dem hiesigen Turnverein in anerkennenswerther Weise unterzogen. Die beiden Vereine brachen in aller Frühe, mit Kränzen aller Art beladen, in einzelnen Gruppen nach den verschiedenen Schlachtfeldern auf. Die Kränze, sowie die Geldmittel waren in diesem Jahr aus allen Theilen Deutschlands so reichlich eingetroffen, daß nicht blos sämmtliche Gräber bei Metz, sondern auch die übrigen in Lothringen zerstreuten Kriegergrabstätten geschmückt werden konnten. Der Besuch auf den Schlachtfeldern war ein ziemlich lebhafter, besonders bei Gravelotte und St. Privat, den interessantesten Punkten der Schlachtfelder. Auch aus den französischen Grenzorten waren zahlreiche Besucher herüber gekommen, um sich den Schauplatz der großen Augustschlachten anzusehen. Außer den Gräbern und den Ruinen einiger nicht wieder aufgebauten Häuser ist übrigens Nichts mehr vorhanden, was an die Kämpfe vor 16 Jahren erinnert. (Dz.)
— In Metz wurde dieser Tage der Raubmörder Ruprich hinge- richtet, Als er aus der letzten Stufe des Schaffots stand, fragte ihn der Geistliche: Vertraust Du auf Gott? — Ja, antwortete er laut. Einige Minuten nachher lebte er nicht mehr.
— Schleswig, 28. Aug. Der verhaftete Nagelschmied Schlich- ting hat, wie man der „N. Pr. Z." berichtet, als Vertrauensmann des Züricher „Sozialdemokrat" fungirt, um das Blatt in Schleswig-Holstein verbreiten zu helfen. Von Zürich aus wurde der „Sozialdemokrat" meistens von Schmugglern über die Grenze gebracht. Die in Kisten verpackten Sendungen kamen unter falscher Deklaration hier her. Die in der Kiste befindlichen Packete wurden dann den Vertrauensmännern in