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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Samstag den 21. August

Nr. 195

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Tagesschau.

Berlin, 20. Aug. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den bisherigen Kaiserlichen Konsul a. i. in New-Pork, Lega­tionsrath Dr. Freiherr» von Heyking, zum Konsul des Reichs in Valpa­raiso zu ernennen geruht.

Berlin, 20. August. Se. Majestät der Kaiser und König fuhren heute Morgen 9 Uhr mittelst Extrazuges von Babelsberg nach Berlin und besuchten hier die Verkaufsräume der Königlichen Porzellan- Manufaktur am Leipziger Platz. Sodann besichtigten Se. Majestät län­gere Zeit das Zeughaus und nahmen um 11V- Uhr im Palais militä­rische Meldungen entgegen. Von 121/! ab hatte der Unterstaatssekretär Graf v. Berchem Vortrag. Nachmittags kehrten Se. Majestät nach Ba­belsberg zurück.

Babelsberg, 20. Aug. Se. Maj. der Kaiser empfing nach seiner Rückkehr aus Berlin den preußischen Gesandten beim Vatikan Herrn v. Schlözer und den baierischen Gesandten Grafen Lerchenfeld-Köfering, die auch zur Tafel beim Kaiser waren.

Berlin, 20. Aug. Die Frau Kronprinzessin wird mit ihren drei Töchtern Victoria, Sophie und Margarethe heute Abend eine Reise nach Campiglio antreten, morgen in Trient übernachten und am nächsten Tage die Reise nach Campiglio fortsetzen.

Berlin, 19. August. (K. Z.) Die Ankunft des Königs von Portugal in Berlin und Potsdam wird im Laufe der nächsten Woche er­wartet. Von hier wird sich der König zum Besuch feiner Verwandten zu­nächst nach Coburg und Sigmaringen begeben. Der König soll auch die Absicht haben, der silbernen Hochzeitsfeier des hohenzollernschen Fürsten­paares beizuwohen. Der chinesische Gesandte Marquis Tseng, der auf der Rückreise von Petersburg hier einen kürzeren Aufenthalt zu nehmen gedenkt, wird voraussichtlich von Kaiser Wilhelm empfangen werden. Von hier aus beabsichtigt er sich zunächst nach Essen zu begeben, um die Kruppschen Werke zu besichtigen. Mehrfach scheint die Auffassung zu herrschen, daß der jüngste Bescheid des preußischen Kultusministers, wo­nach Frauen weder als Studirende noch als Hospitanten auf den preußi­schen Unversitäten zugelassen werden dürfen, einen neuen Grundsatz ent­halte. Das ist nicht der Fall. Während es auf andern deutschen Hochschulen meist in das Belieben der einzelnen Professoren gestellt war, Damen auf deren Bitten den Besuch der Vorlesungen zu gewähren oder zu versagen, blieben die preußischen Universitäten von Anfang an dem weiblichen Geschlecht grundsätzlich verschlossen. Der Kultusminister hat also lediglich den bisherigen Grundsatz von neuem bestätigt.

Gegen das Geheimmittelwesen scheint die preußische Regierung energisch vorgehen zu wollen. Der Regierungspräsident von Breslau hat an die Landräthe seines Bezirks die Weisung ergehen lassen, dieses Un­wesen durch Aufklärung des Publikums zu bekämpfen und gegebenen Falls gegen die Geheimmittelfabrikanten das Strafverfahren einzuleiten. Zweckmäßig sei die Veröffentlichung der diesbezüglichen Bekanntmachungen des k. Polizeipräsidiums in Berlin.

Kiel, 19. Aug. Briefsendungen für S. M. Aviso Loreley sind bis auf weiteres nach Galatz (Rumänien) zu richten.

Metz, 19. Aug. Der Großherzog von Baden ist heute Abend hier eingetroffen, um als General-Inspektor des 15. Armeekorps während der nächsten Tage Truppenbesichtigungen vorzunehmen. Der Großherzog hat imEuropäischen Hof" Wohnung genommen.

Metz. Wie schon telegraphisch gemeldet, ist Bischof Dupont des Loges hente gestorben. Der Verewigte wurde am 11. November 1804 zu Rennes geboren. Er entstammte einer alten Adelsfamilie der Bretagne. Seine theologischen Studien machte er bei St. Sulpice zu Paris, worauf er die seesorgerische Thätigkeit anfangs als Almosenier eines Karmeliten- klosters, dann in anderen geistlichen Stellungen ausübte. Anfangs 1843 wurde er auf den durch den Tod des Bischofs Besson erledigten Bischofs­sitz in Metz berufen. Die Nachfolge im Bisthum ist seit 5 Jahren ge­regelt. Coadjutor Ludwig Franz Fleck, Bischof von Sion i. p infidelium, fieberen am 8. Februar 1824 zu Niederbronn, zum Bischof geweiht in hiesiger Kathedrale am 25. Juli 1881, wird der Nachfolger des ver­ewigten Bischofs sein. (F. N.)

Der vor einigen Tagen aus Auerbach im sächsischen Vogtlande

1886.

unter Mitnahme von etwa 9900 Mk. Kassengeldern entwichene Postassistent B. ist bereits Anfangs dieser Woche in Marseille verhaftet worden. Im Besitz des Verbrechers befand sich der größte Theil des unterschlagenen Guts.

München, 19. August. Prinz Leopold ist heute Abend nach Dresden abgereist, um den Manövern des 12. (Königlich sächsischen) Armeekorps beizuwohnen. 20. Aug. Dr. von Schmitt, Mitglied der Reichskommission zur Ausarbeitung des Entwurfs eines bürgerlichen Ge­setzbuchs, ist zum Ober-Landesgerichts-Präsidenten in Nürnberg ernannt worden.

Gotha, 19. Aug. DerAllgemeine evangelisch-protestantische Missionsverein", der hier versammelt ist, wählte Braunschweig als Ort der nächstjährigen Generalversammlung. Aus dem erstatteten Jahres­bericht sei erwähnt, daß der Verein 5400 Mitglieder zur Zeit zählt. Die Zahl der Zweigvereine ist 50. Die Gesamteinnahmen betragen 20,000 Mk.

Die deutsche Kolonial-Gesellschaft für Südwestafrika hat, nach derDeutschen Kolonial-Ztg.", durch Erkenntniß des Auswärtigen Amtes das bisher streitige Kaokofeld zugesprochen erhalten und befindet sich nun­mehr im Besitze der ganzen Küste des südwestafrikanikanischen deutschen Schutzgebietes zwischen der englischen Kapkolonie im Süden und der portu­giesischen Kolonie Angola in Norden.

W i en, 20. Aug. In Triest sind von gestern bis heute Mittag 16 Personen an der Cholera erkrankt und 3 gestorben.

G astei n, 20; August. Der Kaiser von Oesterreich besuchte gestern den Fürsten Bismarck in dessen Familie, wo er eine Stunde verweilte.

Pest, 19. Aug. Die ungarische Staatsbahn beschloß eine Er­höhung der Frachtsätze für höherwerthige Waaren, insbesondere der ersten und zweiten Frachtklasse. Die übrigen Verkehrsanstalten werden diesem Beispiele folgen.

Bern, 20. August. Anläßlich der drohenden Ausbreitung der Cholera in Oberitalien ließ der Bundesrath die üblichen cholerapolizei- lichen Maßregeln sofort in Kraft treten, erneuerte die früheren bezüglichen Vorschriften für den Gotthardbahnverkehr, für die Dampfschifffahrten auf dem Luganersee und für die Postfahrten und untersuchte die Ein- und Durchfuhr ungeheizter Häute, ungewaschener Wolle, Hadern, alter Kleider und des Reisegepäcks; ausgenommen ist das Gepäck, welches Reisende auf ihrer Fahrt von Italien nach der Schweiz mit sich führen.

Rom, 19. Aug. Das Abkommen zur Wahrung der religiösen Interessen der Katholiken in Montenegro ist gestern vom Kardinal-Staats­sekretär Jacobini und dem Privatsekretär des Fürsten von Montenegro unterzeichnet worden.

Paris, 19. August. Die Lage der Dinge in Vierzon ist un­verändert; auf die Versuche, die Soldaten zum Abfall zu bewegen, haben die Behörden mit gerichtlicher Verfolgung geantwortet.

Petersburg, 20. August. Die großen Manöver in der hiesigen Umgegend, welchen deutsche, österreichische, englische, französische, schwedische, dänische und japanische Offiziere beiwohnen, begannen gestern und endigen am Montag; ihretwegen nahmen der Kaiser und die Kaiserin von Rußland ihren zeitweiligen Aufenthalt in Krasnojeselo.

Petersburg, 17. August (K. Z.) Seit den Tagen von Plewna scheint im russischen Heere eine besondere Vorliebe für feldmäßige Befestigungen zu herrschen, welche sich dadurch kundgibt, daß man in dem Lager von Kraßnoje-Selo damit beschäftigt ist, das stehende Lager in einen befestigten Platz umzuändern. Vor kurzem wurde von Soldaten aller Waffengattungen eine Redoute aufgefüht und nach ihrer Fertig­stellung sofort ein Probeangriff und eine Vertheidigung vorgenommen. Bei der großen Ausdehnung, welches dieses Lager hat, will man rund um dasselbe unter Leitung von Jngenieuroffizieren im ganzen 30 Redouten herstellen, welche durchweg mit drei Ellen hohen Brustwehren und tiefen Gräben versehen werden sollen. Das also befestigte Loge will man dann einer regelrechten Belagerung unterziehen und bei dieser Gelegenheit auch Versuche mit Luftballons machen, und zwar sowohl mit gefesselten als auch mit freifliegenden Signal-Luftballons. Ebenso sollen Versuche mit dem Heliographen gemacht werden, welcher sich in den verschiedenen Feld-