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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die Sspalt. Beile 20 Pfg.

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Nr. 188.

Amtliches.

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.

Auf Grund des §.11 des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878 gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie ist die Nr. 1 desOffenbacher Localanzeigers", Anzeige- und Localaus- gabe desOffenbacher Sonntagsblatts" (Verlag von Carl Ullrich in Offenbach) verboten und zugleich das fernere Erscheinen des ge­dachten Blattes untersagt worden.

Offenbach am 3. August 1886.

Großherzogliche Kreisamt Offenbach.

___________________I. E.: Fuhr, Amtmann.___________

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Es ist seit Inkrafttreten der Bauordnung vom 1. Juli 1885 vor­gekommen, daß Bauten in Benutzung genommen worden sind, bevor die zweite Abnahme (Schlußabnahme) stattgefunden hat. Ich mache deshalb auf den § 90 der Bauordnung, nach welchem vor Benutzung der Bauten die zweite Abnahme unter Beifügung des Rohbau - Abnahme - Attestes zu beantragen ist, aufmerksam.

Formulare zu diesen Anträgen sind in der hiesigen Waisenhaus­druckerei zu haben.

Hanau am 10. August 1886.

Der Königliche Landrath

P. 3576 Gs. Bismarck.

Die Herren Bürgermeister werden hierdurch im Anschluß an meine Verfügung vom 21. Januar cr. V 442 (Kreisblatt Nr. 24) an die als- baldige Einreichung der Nachweisungen über die zur Zwangsvollstreckung überwiesenen Posten an Communalsteuer und Schulgeld pro II. Quartal 1886/87 erinnert.

Hanau am 12. August 1886.

Der Königliche Landrath

V. 5588 Gf. Bismarck.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, die ihnen zugehenden Placate über die Abhaltung der hiesigen Viehmärkte an den geeigneten sichtbaren Plätzen alsbald anschlagen zu lassen und darauf hinzuwirken, daß eine rege Betheiligung aus den Kreisen der Landwirthe und Ge- schäftstreibenden erfolgt.

Hanau am 12. August 1886.

Der Königliche Landrath

V. 5608 Gf. Bismarck.

Entflogen: Zwei weiße Tauben (Brünner) roth gezeichnet.'

Hanau am 13. August 1886.

_____________________Aus Königl. Landrathsamt.______________________

Tagesscha«.

DerR. u. St.-A." Nr. 188 veröffentlicht: Uebereinkunft zwi­schen Deutschland und Großbritannien, betreffend den gegenseitigen Schutz der Rechte an Werken der Literatur und Kunst, vom 2. Juni 1886.

Berlin, 12. August. Se. Majestät der Kaiser und König trafen heute Vormittag kurz vor 11 Uhr im besten Wohlsein auf der Bahnstation Drewitz ein. Zum Empfange waren der General - Adjutant Fürst Radziwill und der Landrath Stubenrauch erschienen. Der Krieger­verein und die Schulen bildeten an dem festlich geschmückten Bahnhof Spalier und begrüßten den Kaiser mit lebhabten Hochrufen. Se. Maj. begaben Sich alsbald zu Wagen nach Schloß Babelsberg, wo Allerhöchst- dieselben gegen 11 O2 Uhr ankamen und von Ihren Kaiserlichen und- niglichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin nebst Ihren Königlichen Hoheiten den Prinzessinnen Victoria, Sophie und Margarethe, towie^ Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Alexander empfangen wurden. Ferner hatten sich zum Empfang eingefunden : der General - Major von Versen, der Major von Canitz, der Oberpräsident, Staatsminister Dr. Achenbach, der Regierungspräsident von Neefe, der Polizeipräsident Wolf- gram und der Oberbürgermeister Boie.

Freitag den 13. August

1886.

Berlin, 11. August. Zu Schiedsrichtern bei den Kaiser- mannövern im Elsaß sind ernannt: der Führer des 15. Armeecorps, Generallieutenant v. Heuduck, als Oberschiedsrichter, ferner Generallieute­nant v. d. Burg, Gouverneur von Straßburg, Generallieutenant von Scheliha, Inspecteur der 4. Feld-Artillerie-Jnspection, Generalmajor von Hellfeld, Commandeur der 4. Fuß-Artilleriebrigade, und Generalmajor v. Arnim, Jnspector der Jäger und Schützen; für die Cavallerie sind bestimmt: Generallieutenant v. Hänisch, Director des allgemeinen Kriegs­departements, Generalmajor v. Krosigk, Chef des Militär-Reitinstituts, und Oberst Graf v. Schliessen, Abtheilungschef im Großen Generalstabe.

S. M. KreuzerAdler", Kommandant Korvetten - Kapitän von Wietersheim, ist am 11. August cr. in Singapore eingetroffen und beab­sichtigt am 19. August cr. die Reise fortzusetzen. S. M. Schiffsjungen- SchulschiffLuise", Kommandant Korvetten - Kapitän Graf v. Haugwitz, ist am 11. August cr. in Gravesend eingetroffen und beabsichtigt am 24. August cr wieder in See zu gehen.

Kiel, 11. August. Nach einer Verfügung des Chefs der Admiralität ist in Zukunft der älteste See-Offizier der auf der west- afrikanischen Station befindlichen Fahrzeuge ermächtigt, die erforderlich scheinenden Umkommandirungen von Mannschaften sebstständig an- zuordnen.

Halle, a. d. S., 12. Aug. (K. Z.) Gestern hat ein furcht­bares Unwetter im Regierungsbezirk Merseburg gehaust und die Fluren verwüstet. Bei Nordhausen und auf dem Eichsfelde hat heute abermals ein Wolkenbruch stattgefunden. Die Ernte ist vernichtet, viel Vieh ist ertrunken; allenthalben herrscht großer Jammer.

Saarbrücken, 9. Aug. Heute Nachmittag fand auf dem Militärfriedhofe im Ehrenthal die Beerdigung der weltbekanntenSchultzen- kathrin" statt. Die werkthätige Menschenliebe, welche Katharina Weiß­gerber den Verwundeten am (. Aug. 1870 angedeihen ließ und welche ihr das Verdienstkreuz und die Kriegsdenkmünze eintrugen, rechtfertigte ihre Bestattung auf dem Militärfriedhofe. In Bürgerkreisen soll eine Sammlung behufs Herstellung eines einfachen Grabsteins für die Ent­schlafene angeregt werden. Es war grade am 16. Jahrestage der Schlacht an den Spicherer Höhen, als Katharina Weißgerber im 69. Jahre ihres mühevollen Lebens starb. Ueber ein Menschenalter hinaus, schreibt man der Saarbr. Ztg., war die Brave tei einer und derselben Familie als Dienstmagd, theilte Freud und Leid mit derselben, und als über die Dienstherrschaft Tage des Unglücks kamen, und die treue Magd sogar ihren ganzen Lohn verlieren mußte, da nahm sie sich der Kinder liebevoll an und versah mehr als Mutterstelle an denselben. Sie miethete sich eine Kammer in dem früher ihrer Herrschaft gehörenden Hause und ernährte sich und ihre Schutzbefohlenen durch den schwachen Verdienst als Tag- löhnerin. Am 6. August 1870, als auf dem Schlachtfelde die Kämpfer und die Verwundeten vor Hitze zu verschmachten drohten, ging Katharina Weißgerber unsern Frauen als leuchtendes Beispiel voran; eine Wasser­bütte auf dem Kopfe, erschien sie furchtlos in der Fechtlinie und labte die Kämpsenden und die am Boden liegenden Verwundeten, während der Tod rings um sie her reiche Ernte hielt. In diesem gefahrvollen Sama­ritergeschäft suchte sie ein höherer, auf sie zusprengender Offizier zu warnen:Weib, sieht Sie denn nicht, wie gefahrvoll es hier ist; mache Sie sich fort, hier wird ja geschossen!" rief er ihr zu. Die brave Katharine aber, ein Hünenweib von Gestalt, antwortete ruhig:Das sehe ich wohl, Herr Lieutenant, aber ich bin ja kein Soldat und schieße auch nicht!" Ungestört setzte sie ihr Werk fort, die Verwundeten labend und auf den starken Armen aus der Gefechtslinie tragend. Von Sr. Majestät wurde sie infolge dessen mit der Medaille für Nichtcombattanten und dem Ehrenkreuz belohnt; ebensowohl wurde ihr bis zu ihrem Ende die allge­meine Achtung aller ihrer Mitbürger zu Theil. Sie verschied gestern in einem Ruhesessel sitzend.Ich lege mich in kein Bett", sprach sie,die Katharine will sitzend sterben!" Mit Katharine Weißgerber ist ein deutsches Weib im edelsten Sinne des Wortes aus dem Leben geschieden, und wenn je jemand Anspruch hat, in unsermEhrenthal" begraben zu werden, so ist es sie; die Brave findet ihre ewige Ruhe auf der Stelle, wo sie genau vor 16 Jahren sich unbewußt das Recht hierzu erworben hat. (K. Z.)

Trier, 10. Aug. Nachdem sich heute Nachmittag die Hitze