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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 186.

Mittwoch den 11. August

1886.

Amtliches.

Das nach Maßgabe des Gesetzes vom 27. Juli 1885 (G. S. S. 327), betreffend Ergänzung und Abänderung einiger Bestimmungen über Erhebung der auf das Einkommen gelegten direkten Kommunalabgaben, von der unterzeichneten Behörde festgesetzte kommunalsteuerpflichtige Rein­einkommen aus dem Betriebsjahre 1885 beträgt: rc. 2) für die Preußischen Strecken der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn 10 244,22 Mark.

Berlin den 22. Juli 1886.

Königliches Eisenbahn-Commiffariat. Koschel.

In Abänderung der Bestimmung unter A. I. der Anweisung vom 29. Dezember 1883 zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 1. Juli 1883 betr. Abänderungen der Gewerbeordnung, wird hierdurch bestimmt, daß unter der Behörde, welche Ausnahmen von dem Verbot, im Umherziehen Waaren zu versteigern, oder im Wege des Glücksspiels oder der Ausspielung (Lotterie) abzusetzen, zulassen darf (§ 56c a. a. O.). die Ortspolizeibehörde zu verstehen ist.

Berlin den 13. Juli 1886.

Der Minister des Innern Für den Minister für Handel und

Puttkamer. Gewerbe, v. Boetticher.

Seine Majestät der Kaiser und König haben in Folge der in letzter Zeit vorgekommenen zahlreichen Fälle, daß neu konzessionirte Apotheker unmittelbar oder doch nur ganz kurze Zeit nach der Eröffnung ihrer Apotheke diese veräußerten, durch Allerhöchste Ordre vom 7. d. Mts. aus meinen Antrag zu genehmigen geruht, daß die in der Allerhöchsten Ordre vom S. Oktober 1846 der Regierung ertheilte Ermächtigung bis zur anderweiten gesetzlichen Regelung des Apothekenwesens nur bei denjenigen Apothen in Anwendung zu bringen ist, seit deren Errichtung zehn Jahre verflossen sind, und mich gleichzeitig ermächtigt, die Regierungen entsprechend mit Anweisung zu versehen.

Auf Grund dieser Allerhöchsten Ermächtigung bestimme ich hiermit unter Abänderung der diesseitigen Cirkular-Verfügung vom 21. Oktober 1846 (Eulenberg, das Medizinal-Wesen in Preußen rc. S. 476 und 477), daß bis zur anderweiten Regelung des Apothekenwesens innerhalb der nächsten zehn Jahre nach der Errichtung einer neuen Apotheke der Inhaber der Conzession ohne besondere Genehmigung der Aufsichtsbehörde nicht befugt ist, der Regierung nach Maßgabe der Allerhöchsten Ordre vom 5. Oktober 1846 eine qualifizierte Person mit dem Rechte der Nach­folge zu Präsentiren; die Regierung soll vielmehr, wenn ein Apotheker innerhalb dieser Frist sein Geschäft aufgeben will, ermächtigt sein, die Conzession anderweitig zu verleihen. Ausnahmsweise und unter ganz be­sonderen Umständen wird dem abgehenden Apotheker die Veräußerung gestattet werden können, dies indessen nur nach ganz genauer Prüfung der obwaltenden Verhältnisse und unter Feststellung von Bedingungen ge­schehen dürfen, welche den bisherigen Inhaber bezw. i essen Erben zwar schadlos halten, jedoch eine gewinnsüchtige Verwerthung der Conzession ausschließen.

Die Ertheilung der Genehmigung in allen dergleichen Fällen bleibt meiner Entschließung vorbehalten.

Berlin den 21 Juli 1886.

Der Minister der geistlichen, Unterrichts- u. Medizinal-Angelegenheiten.

______v. G_o ßler.______________________

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

. Den Herren Ortsvorständen des Kreises habe ich heute die Bescheide aus die Klassensteuer-Reklamationen pro 1886/87 zugesandt, um die Aus- f über Steuer-Ermäßigungen und Befreiungen zu den Belegen der Klapeniteuer-Abgangslisten zu nehmen und danach in den Listen das 910- zu wahren, vorher jedoch den Reklamanten Kenntniß davon zu

, , Die zurückweisenden Bescheide sind den betreffenden Reklamanten «/svatd einzuhändigen und ist mir bis spätestens zum 20. d. M. bericht- -cy anzuzeigen, an welchem Tage dies stattgefunden hat.

Hanau am 10. August 1886.

Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.

Tagesschau.

Berlin, 10. Aug. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz wohnte gestern Morgen einer größeren Felddienstübung auf der Insel Töplitz bei und entsprach um 2 Uhr einer Einladung des Offizier- Corps des Lehr-Jnfanterie-Bataillons zum Diner.

Berlin, 10. Aug. Durch Allerhöchste Kabinetsordre ist der General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, General der Infanterie v. Werder, unter Entbindung von der Stellung als Militär- Bevollmächtigter in St. Petersburg und unter Belassung in dem Ver­hältniß als General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, zum Gouverneur von Berlin ernannt worden.

Berlin, 9. August. Der frühere französische Minister der schönen Künste, Antonin Proust, der mit zwei Begleitern, dem General­sekretär Deserguelles und dem Ministerialrath Hebrard, vorgestern Abend hier eingetroffen ist, reist dem Vernehmen nach im amtlichen Auftrage, um über die Lage und Einrichtung der deutschen Textilindustrie Bericht zu erstatten. Deutscherseits findet diese Abordnung, die schon einige größere Industriestädte der Westprovinzen besucht hat, das freundlichste Entgegen­kommen.

Briefsendungen für S. M. Kreuzerfregatte Gneisenau sind bis auf weiteres nach Port Said zu richten."

In Bonn ist eines der drei altkatholischen Mitglieder und der Senior der katholisch-theologischen Fakultät, Professor Andreas Menzel, 72 Jahre alt, gestorben. Seine beiden Kollegen Reusch und Langen, wid­men ihm einen Nachruf. Menzel war früher Professor am Lyzeum in Braunsberg und wurde 1871 vom Bischof von Ermland, zugleich mit dem jüngst verstorbenen Friedr. Michelis suspendirt, weil er die Unfehl­barkeit des Papstes nicht anerkennen wollte, 1874 aber nach Bonn beru­fen. In den Jahren 184952, sowie 1862 und 1863 vertrat Menzel den Wahlkreis Braunsberg - Heilsberg im Abgeordnetenhause, im Jahre 1849 als Mitglied des rechten Zentrums, dann bis 1852 als Mitglied der Linken, endlich 1862 und 1863 als Mitglied des katholischen Zen­trums, des Vorläufers des heutigen Zentrums.

Stettin, 10. Aug. Heute Vormittag hat hierselbst die Eröff­nung der 17. Versammlung der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft stattgefunden, an welcher Mitglieder aus allen Theilen Deutschlands und aus dem Auslande, darunter die Professoren Virchow, Schaafhausen, Dr. Olshausen, Hildebrand (Stockholm), Dr. Tolmatschew (Kasan), Dr. Hampel (Pest) theilnahmen. Die Versammlung wurde von Dr. Virchow eröffnet und von dem Ober-Präsidialrath v. Bülow Namens der Regie­rung, von dem Bürgermeister Giesebrecht Namens der Stadt begrüßt.

Altenburg, 9. August. Laut eben im Skatcongreß erfolgter Preisverkündigung erhielt den ersten Preis von 500 M. Gimpel aus Meuselwitz für 26 überschüssig gewonnene Spiele von 80 Spielen, den zweiten von 300 M. Ziller aus Niederhaßlau für 886 überschüssige Puncte in der gleichen Zahl von Spielen, den dritten von 200 M. Mist- bach ans Kötzschenbroda für zwanzig nur gewonnene Spiele. Der nächste Congreß findet im nächsten Jahre in Leipzig statt.

München, 8. Aug. Der Prinzregent wurde auf seiner Reise zu den Hochgebirgsjagden im Allgäu auf allen Stationen festlich begrüßt und empfangen, sodaß das Einverständniß des Volkes mit den nunmehr geregelten Verhältnissen sichtlich zutage trat. Von Hinterstem aus sprach der von diesen Zeichen treuer Anhänglichkeit aufs angenehmste berührte Prinz telegraphisch den Vorständen der durchreisten Bezirksamtssprengel in herzlichen Worten seinen Dank mit dem Auftrage aus, denselben der Gesammtbevölkerung zu übermitteln.

Gast ein, 10. August. Kaiser Wilhelm und Prinz Wilhelm sind Mittags 11/a Uhr in bestem Wohlsein abgereist. Die Kaiserin von Oesterreich machte dem Kaiser Wilhelm Mittags ihren Abschiedsbesuch; Kaiser Franz Joseph begab sich um 1 Uhr zum Kaiser Wilhelm und be­gleitete ihn zum Wagen. Beide Monarchen umarmten und küßten sich wiederholt, ebenso herzlich war der Abschied des Kaisers Franz Joseph vom Prinzen Wilhelm. Eine dichtgedrängte Menschenmenge begrüßte die Kaiser mit stürmischen Zurufen. (F. N.)

Salzburg, 10. August. Der deutsche Kaiser und Prinz Wilhelm sind Nachmittags 5 Uhr hier eingetroffen. Am Bahnhof von

St. 1651