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Zugleich Amtliches gfrgan für Staöi- und LernöKreis Kancru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 181.
Donnerstag den 5. Angust
1886.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Zugelaufen: Ein gelber Pinscher mit weißen Pfoten und dunkler Ruthe; Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister zu Bruchköbel.
Zu geflogen: Ein Kanarienvogel.
Verloren: Von Hanau bis Niederissigheim: ein Reff zum Fruchtabmachen.
Hanau am 5. August 1886.
____________________Aus Königl. Landrathsamt.____________________
Die Mitglieder der gemeinsamen Ortskrankenkasse werden hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß Extratouren, welche die Kaffenärzte auf Verlangen der Mitglieder machen, von der Kasse nur dann honorirt werden, wenn die schleunige Berufung des Arztes wirklich von diesem als „dringend" anerkannt wurde. Andernfalls hat der Berufer die Extrakosten zu tragen. Die Herren Bürgermeister werden um gefällige ortsübliche Veröffentlichung dieser Bekanntmachung ergebenst ersucht.
Hanau am 4. August 1886.
Der Vorstand der gemeinsamen Ortskrankenkasse des Landkreises Hanau. __ Dr. Gans._______________________
Tagesscha«.
— Berlin, 4. August. Kaiser Wilhelm wird nach den nunmehr erfolgten Bestimmungen seine Kur in Wildbad Gastein am 10. ds. beenden und an diesem Tage Nachmittags von Gastein nach Salzburg abreisen, um dort zu übernachten. Am 11. ds. Nachmittags setzt Se. Majestät die Rückreise fort und gedenkt dann am 12. August früh 83/4 Uhr auf der Station Drewitz einzutreffen, wo die Hof-Equipagen bereitstehen werden, um den Kaiser nebst Begleitung nach Schloß Babelsberg zu führen, wo er für die nächste Zeit Aufenthalt nimmt. Bis zum Tage seiner Abreise setzt der Kaiser in Gastein den Kurgebrauch in der bisherigen Weise fort.
— Berlin, 4. Aug. Se. Excellenz der Staatsminister und Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, Dr. Lucius, ist nach Heidelberg abgereist.
— Berlin, 4. Aug. Der chinesische Gesandte Tseng ist über El- bing, wo er die Schichau'sche Schiffswerft besichtigte, nach Petersburg abgereist.
— Berlin, 4. August. Heute Vormittag um 10 Uhr fand die Trauerfeier für Frau Frieb-Blumauer in deren seitheriger Wohnung, Zimmerstrabe No. 21, statt. Vor dem Hause und in den nächsten Straßen hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Kränze hatten gesandt der Kaiser und die Kaiserin, Generalintendant von Hülsen, das Friedrich-Wilhelmstädtische Theater, das Deutsche Theater, die Hoftheater zu Weimar und Dresden, Director Maurici von Hamburg. Theol. ßteent Hoßbach, der Prediger an der „Neuen Kirche", hielt die Trauerrede, in welcher er die Bedeutung der Entschlafenen für die Schauspielkunst hervorhob und beklagte, daß nun der letzte Stern des seiner Zeit hellstrahlenden Dreigestirnes Berndal-Döring-Frieb-Blumauer erloschen sei. Je ein Gesang des Chorpersonals der Kön. Oper leitete die Feier ein und bildete den Schluß. Dann folgte die Uebersührung der Leiche nach dem Jerusalemer Kirchhofe an der Belle-Allrance-Straße. Director Tietz wies am Grabe auf die reiche Begabung der nun Entschlafenen und auf die hohe Bedeutung der gesandten Kränze hin. Hieran schloß sich das von Prediger Hoßbach gesprochene Gebet und der Segen. (R. K.)
— Der Dampfer Elektra mit der abgelösten Besatzung S. M. Kreuzer Möwe und S. M. Kanonenbot Hyäne ist am 3. ds. in Port Eaid eingklrrffen und beabsichtigt am 4. ds. die Heimreise fortzusetzen.
— Zu einem der technischen Mitglieder der Kaiserlichen Bau- Kommission für den Nord-Ostsee-Kanal ist, den „Hamb. Nachr." zufolge, namentlich der Regierungs-Baumeister Sympher bestimmt, der vor kurzem auch als Deputirter des Zentralvereins für Hebung der Fluß- und Kanalschifffahrt auf dem internationalen Kongreß in Wien mehrfach genannt wurde. Von demselben ist im ministeriellen „Zentralblatt der Buuverwaltung" ein Aussatz über den Plan des Nord-Ostsee-Kanals erschienen. Man erfährt daraus über den nun feststehenden Plan noch, daß die Umarbeitung des Tahlström-Boden'schen Entwurfs und die Feststellung der endgültigen Anschläge im preußischen Ministerium der öffent
lichen Arbeiten durch den geheimen Oberbaurath Baensch, sowie durch eine gemischte Kommission, die aus Vertretern der betheiligten Reichsbehörden und preußischen Ministerien bestand, geschah. Die ganze Bauzeit ist auf 8 bis 9 Jahre angenommen, so daß man zum Sommer 1895 der Eröffnung des Kanals entgegensehen dürfte.
— Der Bau des Nord-Ostsee-Kanals, so schreiben die „Berl. Pol. Nachr.", wird von der Reichsregierung dazu benützt werden, den privaten Unternehmern in der Fürsorge für die dort zusammenströmenden Arbeiterschaaren gewissermaßen als Muster zu dienen. Eine der wichtigsten, aber auch schwierigsten der dabei in Betracht kommenden Fragen ist die Beschaffung einer passenden Unterkunft für die Arbeiter, da es aus verschiedenen Gründen wünschenswerth ist, daß dieselben möglichst in der Nähe der Arbeitsstelle untergebracht werden. Von fachmännischer Seite wird in dieser Hinsicht vor kasernenähnlichen Herbergsräumen eindringlich gewarnt und der Vorschlag gemacht, auf den Trennststücken der Bauanlage oder auch auf gepachtetem Grunde ganz leicht gebaute Häuser zu errichten, welche zwei Familien zur Unterkunft dienen, zugleich aber auch, da erfahrungsmäßig auf jeden verheiratheten Arbeiter mehrere ledige kommen werden, für 4 bis 6 Kostgänger und Schlafburschen Raum bieten müßten.
— Die jüngste Nummer der „Deutschen Consulats - Zeitung" bringt in ihrer Rubrik „Die Konsularberichte in ihren Aeußerungen über den deutschen Export" u. a. folgende Mittheilungen:
Aus Boston: Es ist eine erfreuliche Thatsache, daß deutsche Fabrikate trotz des Durchschnittszolles von 45 pCt. mehr und mehr Eingang finden. Stahl verdrängt in allen Fabrikaten das Eisen, und bis jetzt hat gerade Deutschland das beste und wohlfeilste Material in dieser Beziehung geliefert.
Aus Guatemala: Aus Deutschland direkt wurden bezogen 13 360 Kolli im Werthe von 189 803 Pesos; andere Bezüge deutschen Ursprungs sind über belgische, britische oder französische Häfen gekommen und erscheinen in den Listen dieser Länder. Ueber die aus Deutschland eingeführten Waaren wird Seitens der Empfänger im Allgemeinen günstig geurtheilt und betont, daß die deutsche Fabrikation an Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit mit Bezug auf diesen Markt zunimmt, auch das Bestreben zeigt, in Aufmachung und Verpackung den Wünschen der Besteller entgegenzu- kommen. Indessen fehlt es auch nicht an Klagen, sowohl über Verpackung als Mängel in der Ausführung. . . . Allgemein und in jeder Hinsicht gelobt werden die Lack- und Wichsleder deutschen Ursprungs, die Nähmaschinen, die Biere und verschiedene Sorten Papiere, welche sämmtlich festen Fuß gefaßt haben und sich auch halten werden.
— Die „Leipziger Zeitung" veröffentlicht die Angaben des Leipziger Handelskammerberichts für 1885 über die allgemeine Lage des Handels und der Industrie; es heißt daselbst u. A.: Die Industrie unseres Bezirks hat auch im letzten Jahre mancherlei Fortschritte aufzuweisen. Die Zahl der Eisengießereien hat sich um zwei vermehrt, doch ist die Produktion im Ganzen etwas geringer als im Vorjahr, was zum Theil der zeitweiligen Arbeitseinstellung der Former zuzuschreiben sein dürfte. Für den Bau von Holzbearbeitungs-Maschinen, welcher einen Hauptzweig unserer Maschinen-Jndustrie bildet, sind in Lindenau und Plagwitz drei neue Fabriken entstanden. Der Absatz landwirthschastlicher Maschinen und Ge- räthe war erheblich geringer als in den Vorjahren. Als eine neue Spezialität hat sich im Lauf der letzten Jahre die Anfertigung von Maschinen für die Rüschenfabrikation herausgebildet. Eine andere Spezialität, welche von einer hiesigen und einer Fabrik in Reudnitz gepflegt wird, ist der Bau von Hebezeugen (Fahrstühlen rc.) Eine kleine Fabrik beschäftigt sich mit dem Bau von Faden-Buchheftmaschinen. Ferner sind als besondere Zweige in der Metallwaarenfabrikation die Anfertigung von Buch- druckutensilien, von Dampfkesselarmaturen, von Gasheizöfen zu nennen. Von den Pianofortefabriken unseres Bezirks haben nur wenige eine Vergrößerung erfahren, im Ganzen war das Jahr nicht günstig, und es wird mehrfach über Schleuderkonkurrenz geklagt. Als ein besonderer Neben- zweig wird neuerdings die Verfertigung von Notenpulten, Füßen und Leyern betrieben. Die hiesige Thurmuhrfabrik hat sich erweitert.
— Freiberg, 4. Aug. Das Urtheil in dem Prozesse gegen die wegen Theilnahme an einer geheimen Verbindung angeklagten 9 Sozialisten wurde heute verkündet. Bebel, Auer, v. Vollmar, Viereck, Frohme und