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Mittwoch den 28. Juli

1886.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

300 Mark Aetohnung.

Seit längerer Zeit werden in hiesiger Stadt, besonders in den Nachtstunden, schwere Einbruchsdiebstähle verübt, bei welchen zumeist Ge­genstände von ächtem Silber entwendet worden sind.

Es ist bisher noch nicht gelungen eine sichere Spur von den Dieben ausfindig zu machen, und wird deshalb denjenigen, welche zur Ermitte­lung der Diebe wesentlich beitragen, eine Belohnung im Gesammtbetrage von 300 Mark (Dreihundert Mark) zugesichert.

Außerdem sind zu gleichem Zwecke von zwei Bestohlenen Belohnun­gen bis 50 (fünfzig), resp. 200 (zweihundert) Mark ausgefetzt worden.

Etwaige diesbezügliche Mittheilungen sind bei dem unterzeichneten Königlichen Polizei-Präsidium zu erstatten, werden aber auch auf jedem Revier-Polizei-Bureau entgegen genommen.

Frankfurt a. M., den 23. Juli 1886.

Königl. Polizei-Präsidium.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 25. Juli 1886.

Der Königliche Landrath

P 3297 I. V.: Baabe.

Zugelaufen: Eine Ente.

Hanau am 28. Juli 1886.

____________________Aus Königl. Landrathsamt._____________________

Bekanntmachung.

Wir machen darauf aufmerksam, daß an unserer Gerichtstafel, an der zu öffentlichen Bekanntmachungen bestimmten Stelle der Gemeinde Niederissigheim und in dem Anzeiger des Amtsblatts der Königlichen Regierung zu Cassel Behufs Grundbuchregulirung in der Gemarkung Niederissigheim ein Aufgebot von uns erlassen ist.

Hanau, den 21. Juli 1886.

Königliches Amtsgericht, Abth. III.

_________________________I. V.: Fuchs.________________________

Bekanntmachung.

Die Direktion der städtischen Gasanstalt zu Hanau beabsichtigt auf dem an der Leipziger Straße belegenen Grundstück Karte T 64/8 u. 65/8 einen Neubau des Reinigungshauses nebst Regenerationslokals so­wie des Condensatoren- und Exhaustorenlokals auszusühren und eine Er­weiterung der Einrichtungen derselben vorzunehmen.

Einwendungen hiergegen sind binnen 14 Tagen — vom 27. d. Mts. an gerechnet — bei dem Stadtausschuß schriftlich in duplo oder zu Pro­tokoll anzubringen.

Nach Ablauf der Frist können Einwendungen nicht mehr angebracht werden.

Die Beschreibungen, Zeichnungen und Pläne liegen auf dem Rath­hause im Stadtsekretariat während der Büreaustuuden zur Einsicht aus.

Termin zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Ein­wendungen vor dem unterzeichneten Vorsitzenden des Stadtausschusses wird hiermit anberaumt auf

Donnerstag den 19. August d. I., Vormittags 11 Uhr, im Sitzungssaale des Rathauses.

Im Falle des Ausbleibens des eventuell Widersprechenden wird gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen werden.

Hanau am 23. Juli 1886.

Der Vorsitzende des Stadtausschusses ,Rauch.,

Tages schau.

— Der „R. u. St.-A." veröffentlicht: Gesetz, betreffend die Anstellung und das Dienstverhältniß der Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen Volksschulen im Gebiete der Provinzen Posen und Westpreußen, vom 15. Juli 1886.

— Berlin, 27. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König machten, wie der „R. u. St.-A." aus Gastein meldet, gestern Abend 6 Uhr eine Ausfahrt nach dem Kötschachthal. Heute früh nahmen Se. Majestät der Kaiser ein Bad und fuhren um 10 Uhr aus. Später er­schien der Chef des Militärkabinets, Generallieutenant v. Albedyll, zum Vortrage.

— Berlin, 27. Juli Morgen wird der Reichspostdampfer Neckar Bremerhaven in Fahrt nach Ostasien verlassen. Er wird mit Genehmigung des Reichskanzlers am 1. August Southampton anlaufen, um dort Passagiere an Bord zu nehmen, während die Aufnahme von Gütern ausgeschlossen ist. Von jetzt an werden mit dieser Maßgabe alle Reichspostdampfer in Southampton anlegen.

— In dem Festartikel eines fortschrittlichen Blattes über das Heidelberger Jubiläum heißt es: „Damit können wir unseren Rückblick auf die Universität Heidelberg schließen; an der traurigen Be­rühmtheit, welche auf politischem Gebiete der Name Heidelberg in den letzten Jahren gewonnen hat, ist die Universität unschuldig — unter den Unterzeichnern des neuesten Heidelberger Programms befindet sich unseres Wissens kein einziger Professor der Universität Heidelberg." Wenn nur nicht, so bemerkt hierzu die „Post", dieser finstere Schatten das ganze Fest verdüstert.

— Wegen Entziehung der militärischen Kontrolle ist jetzt nach 16 Jahren ein Mann zur Untersuchung gezogen worden. Derselbe, ein Bremser, welcher 1869 seiner Militärpflicht bei dem Rheinischen Ulanen- Regiment Nr. 7 in Saarbrücken genügt hatte, meldete sich, nach seiner Heimathssiadt Kaffel entlassen, dem Bezirksfeldwebel dortselbst nicht an und so kam es, daß er im Jahr 1870 bei der Mobilmachung nicht ge­funden werden konnte. Der Mann stellte sich auch nicht freiwillig und so konnte er unbehelligt zu Hause bleiben. Jetzt nach Verlauf von sechszehn Jahren ist die Sache ans Tageslicht gekommen und auf Ver­anlassung des Bezirkskommandos der Mann festgenommen und nach Köln in Untersüchungsarrest abgesührt worden. (Elbf. 3)

— Freiberg, 26. Juli. Heute begannen vor dem hiesigen Land­gericht die Verhandlungen über eine Anklage gegen 9 Sozialisten, die nicht nur bereits ein anderes Landgericht, nämlich dasjenige zu Chemnitz, son­dern auch den höchsten Gerichtshof, das Reichsgericht, seiner Zeit beschäf­tigt hat. Es ist das, nach den „Fr. N.", die Anklage, welche wegen der „Theilnahme an einer Verbindung, deren Dasein, Verfassung oder Zweck vor der Staatsregierung geheim gehalten werden soll, und zu deren Zwecken oder Beschäftigungen gehört, Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu entkräften" (Vergehen aus §§ 128 und 129 des Strafgesetzbuches), gegen folgende Personen erhoben worden ist: die Reichstagsabgeordneten v. Vollmar, Bebel, Dietz, Auer, Frohme und Viereck, ferner den Buchdrucker Ulrich in Offenbach, den Schneidermeister Heinzel in Kiel und den Gast­wirth Müller in Darmstadt. Die Genannten sind bei der Rückkehr von dem vom 29. März bis 2. April 1883 in Kopenhagen abgehaltenen sozialdemokratischen Parteikongreß theils in Kiel, theils in Neumünster behördlich angehalten worden und haben in der Hauptsache ihre Theil­nahme am Kongreß, resp, mindestens in Kopenhagen zur Zeit des Kon­gresses gewesen zu sein, rückhaltlos zugestanden.

— München, 26. Juli. Der deutsche Kronprinz wird zu Anfang September im Lechfeld bei Augsburg zur Truppenbesichtigung eintreffen, dann nach kurzem Aufenthalt mit Nachtlager in Augsburg zu gleichem Zwecke nach Nürnberg und von dort nach Jllertissen an der württem- bergischen Grenze zwischen Ulm und Memmingen sich begeben.

— Wien, 27. Juli. (K. Z.) Im Glocknergebiet ist gester beim Abstieg einer Wiener Touristengesellschaft über den Gaisrücken Frau Pauline v. Sonklaar durch einen Sturz verunglückt. Die Leiche ist in Heiligenblut aufgebahrt.

— Salzburg, 26. Juli. Heute ist hier die Techniker-Versamm­lung des Vereins deutscher Eisenbahnen zusammengetreten.

— Aus Brüssel vom 26. Juli wird der „N. Fr. Pr." gemeldet: Gestern haben im Hennegauer Industrie-Bezirke La Louviere zahlreiche * Arbeiter-Meetings mit den üblichen Arbeiteraufzügen stattgefunden, ohne ; daß die Ordnung irgendwie gestört worden wäre. Ueberall ertönte die