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Nr. 173. Dienstag den

Amtliches.

Abschrift.

Reichs-Versicherungsamt.

Laut Bekanntmachung vom 27. Mai 1886 im Reichsgesetzblatt Nr. 17 Seite 190 hat der Bundesrath auf Grund des § 1 Absatz 8 des Un­fallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 (Reichs - Gesetzblatt Seite 69) beschlossen:

Arbeiter und Betriebsbeamte, welche von einem Gewerbetrei­benden, dessen Gewerbebetrieb sich auf die Ausführung von Schreiner- (Tischler-), Einsetzer-, Schlaffer- oder Anschläger­arbeiten bei Bauten erstreckt, in diesem Betrieb beschäftigt werden, mit der Wirkung vom 1. Januar 1887 an für ver- sicherungspflichtig zu erklären.

Es ist daher gemäß § 11 des Unfallversicherungsgesetzes jeder Unter­nehmer eines der vorgenannten Betriebe verpflichtet, denselben unter An­gabe des Gegenstandes und der Art des Betriebes, sowie der Zahl der durchschnittlich darin beschäftigten versicherungspflichtigen Personen binnen einer vom Reichsversicherungsamt zu bestimmenden Frist bei der unteren Verwaltungsbehörde anzumelden.

In Ausführung dieser Bestimmungen hat das Reichsversicherungs­amt eine Anmeldefrist bis zum 1. September d. I. einschließlich festgesetzt und diese Frist durch Bekanntmachung im Centralblatt für das deutsche Reich und im amtlichen Theile des Reichsanzeigers veröffentlicht. -

. . . Exemplare dieser Bekanntmachung beehrt sich das Reichs-Ver­sicherungsamt anliegend mit dem ganz ergebensten Ersuchen zu übersen­den, für recht baldige weitere Verbreitung derselben durch Abdruck in den jenseitigen Publikationsorganen geneigtest Sorge tragen zu wollen.

Auf Grund der bei den unteren Verwaltungsbehörden einlaufenden und eventuell von ihnen ergänzten Anmeldungen haben jene Behörden den höheren Verwaltungsbehörden, und haben sodann die letzteren dem Reichs­versicherungsamt Verzeichnisse sämmtlicher Betriebe ihrer Bezirke einzu- reichen.

Da die Unfallversicherung in den oben bezeichneten Betrieben am 1. Januar 1887 in Kraft zu treten hat und die Vorbereitungen hierfür noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen werden, gestattet sich das Reichs-Versicherungsamt schließlich das ganz ergebenste Ersuche» auszu- sprechen, gefälligst dahin Vorsorge treffen zu wollen, daß jene Nachwei- sungen spätestens bis zum 1. Oktober d. I. vollständig hierher gelangen.

Berlin, den 10. Juni 1886.

Das Reichs-Versicherungsamt. gez. Bödiker.

An . . . .......

R V. A. I 10942.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Seitens des Direktoriums des landwirthschaftlichen Centralvereins für den Regierungsbezirk Caffel ist ein Verzeichniß der für den Anbau im genannten Regierungsbezirk sich vorzugsweise eignenden Kernobstsorten durch Drucklegung zur Veröffentlichung gelangt.

In Folge höherer Anordnung wird jedem Volksschullehrer in den Dörfern und Landstädten, sowie den Lokalschulinspektoren und Gemeinde- vorständen ein Exemplar jenes Verzeichniffes von mir zugesandt werden, um nach Anleitung desselben für die möglichste Verbreitung guter Obst­sorten zu wirken.

Hanau am 23. Juli 1886.

Der Königliche Landrath

V. 5126 Gf. Bismarck.

Den Herren Bürgermeistern und Gutsvorstehern gereicht hiermit zur Kenntniß, daß meine Verfügung vom 12. März cr. V 2355, betr. perio­dische Berichterstattung über Reblauskrankheit rc. (Nr. 65 und 66 des Hanauer Anzeiger"), für die Zukunft nur auf diejenigen Gemeinden resp. Gutsbezirke Anwendung findet, in welchen Weinbau überhaupt betrieben wird. Es sind dies zunächst die Gemeinden Bergen, Bischofsheim, Hoch­stadt und Langenselbold, sowie Erbstadt (bezüglich der Naumburg).

27. Juli 1886.

Von der Anlegung neuer Weinberge in den übrigen Gemeinden und Gutsbezirken ist mir in jedem Falle Nachricht zu geben.

Hanau am 26. Juli 1886.

Der Königliche Landrath

V. 5186. In Vertr.: Baabe.

Bekanntmachung.

Die Direktion der städtischen Gasanstalt zu Hanau beabsichtigt auf dem an der Leipziger Straße belegenen Grundstück Karte T 64/8 u. 65/8 einen Neubau des Reinigungshauses nebst Regenerationslokals so­wie des Condensatoren- und Exhaustorenlokals auszusühren und eine Er­weiterung der Einrichtungen derselben vorzunehmen.

Einwendungen hiergegen sind binnen 14 Tagen vom 27. d. Mts. an gerechnet bei dem Stadtausschuß schriftlich in duplo oder zu Pro­tokoll anzubringen.

Nach Ablauf der Frist können Einwendungen nicht mehr angebracht werden.

Die Beschreibungen, Zeichnungen und Pläne liegen auf dem Rath­hause im Stadtsekretariat während der Büreaustuuden zur Einsicht aus.

Termin zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Ein­wendungen vor dem unterzeichneten Vorsitzenden des Stadtausschuffes wird hiermit anberaumt auf

Donnerstag den 19. August d. I., Vormittags 11 Uhr, im Sitzungssaale des Rathauses.

Im Falle des Ausbleibens des eventuell Widersprechenden wird gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen werden.

Hanau am 23. Juli 1886.

Der Vorsitzende des Stadtausschusses Rauch.

Tagesschau.

Berlin, 26. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König machten, wie derR. u. St.-A." aus Gastein meldet, gestern Vormittag 9^2 eine Promenade auf dem Kaiserwege. Um 11 Uhr wohnten Se. Majestät der Kaiser dem von dem Hofprediger D. Frommel abgehaltenen Gottesdienst bei. Zum Diner waren der Land-Hofmeister im Königreich Preußen, Graf Dohna-Schlobitten, und der Hof-Jägermeister, Graf Dohna- Schlobitten, welche in Gastein eingetroffen sind, sowie der Hofprediger D. Frommel geladen. Der Statthalter Graf Thun ist am Sonnabend nach Salzburg abgereist.

Berlin, 25. Juli. DieK. 3" schreibt: Hiesige Blätter veröffentlichen Nachrichten über wichtige Umwandlungen, die in unserem diplomatischen Personal bevorstehen sollen. Darnach würde unter anderm Graf Münster Paris verlassen und durch Graf Hatzfeldt ersetzt werden, während der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Graf Herbert Bismarck, seinen hiesigen Posten aufgeben und zum Botschafter in London ernannt werden würde. So viel Nachrichten, so viel Unwahrheiten! Keine jener Veränderungen ist auch nur entfernt in Aussicht genommen und man darf in den obigen Mittheilungen eben nichts weiter erblicken, als die üblichen Erzeugnisse der an Ereigniffen armen und an Erfindungen desto reicheren sogenannten Sauergurkenzeit.

S. M. Kreuzer-KorvetteCarola", Kommandant Korvetten-Kapi- tän Aschmann, ist am 26. Juli cr. in Singapore eingetroffen und beab­sichtigt am 25. August cr die Weiterreise fortzusetzen. Der Dampfer Electra" mit den abgelösten Besatzungen S. M. KreuzersMöwe" und S. M. KanonenbootHyäne" an Bord, hat am 25. Juli cr. von Aden aus die Heimreise angetreten.

Kiel, 24. Juli. Briefsendungen für S. M. Panzerschiff Friedrich Karl sind bis auf Weiteres nach Gibraltar zu richten.

Der Gouverneur von Berlin, General der Cavallerie Freiherr von Willisen, ist gestorben.

Münster, 25. Juli. Ein furchtbares Unglück ereignete sich im Dörfchen Herzebrock. Bei dem Brande eines ländliches Wohngebäudes kamen die Frau und die Tochter des Eigenthümers, letztere ein blühendes 17 Jahre altes Mädchen, in den Flammen um; man fand ihre Leichen