— (Waldfest.) Das Gesangkränzchen „Tonblüthe" feiert morgen ein Waldsest auf dem nahe des Wilhemsbader Stationshauses gelegenen sehr schönen Platze des Keffelstädter Gemeindewaldes.
— (Unfall.) In der Rosengasse fiel gestern ein beladener Heuwagen um. Es kostete viel Mühe, den Wagen wieder so weit flott zu machen, daß er an Ort und Stelle geschafft werden konnte.
— (Jagdkalender.) Im Monat Juli sind jagdbar: männliches Roth- und Damwild, Rehböcke, Enten, Trappen, Schnepfen, wilde Schwäne rc. Alles übrige Wild hat Schonzeit.
Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Montag den 5. Juli.
Nachmittags 2 Uhr sollen theilungshalber gegen Baarzahlung Kleinegasse 6 Goldsachen, Cylinderuhr, sonstige Uhren, Zimmer- und. Küchen- möbel, Bettwerk, Leinengeräth rc. durch den st. beeid. Taxator Herr Fr. Kämpfer verkauft werden,
— Für heute. Restauration zur „Eisenbahn": Abends 8 Uhr Abonnements - Concert der hiesigen Regimentskapelle. — Turn- und Fecht- Club: Abends von ’/*9 Uhr an Turnen der Männerriege.
— Für morgen. Nachmittags 3 Uhr sind behufs Gründung einer Genossenschaft zur Förderung des Obstbaues alle Freunde des Obstbaues zu einer Besprechung in die Adam'sche Wirthschaft zu Oberroden- bach eingeladen. — Hanauer Bienenzüchterverein: Nachmittags 4 Uhr Mitgliederzusammenkunft im Gasthause zum „Schwanen" in Kesselstadt.
— (Sittenzeugniß.) Es hat sich herausgestellt, daß die zum einjährig-freiwilligen Dienst berechtigten jungen Leute bei der Meldung zum Diensteintritt häufig Sittenzeugnisse vorlegen, welche nicht, wie dies der §. 94, Abs. 2 der Ersatzordnung vorschreibt, den ganzen Zeitraum seit Ertheilung der Berechtigung umfassen. Um den hieraus entstehenden Weiterungen vorzubeugen, haben der Kriegsminister und der Minister des Innern im Einverständniß mit dem Reichskanzler bestimmt, daß dem gegenwärtigen Text des Schemas zum Berechtigungsschein noch folgender Passus hinzugefügt werden soll: „Bei der Meldung zum Dienstantritt ist dieser Schein und ein obrigkeitliches Attest über die sittliche Führung seit Ertheilung der Berechtigung vorzuzeigen." Die hiernach erforderliche Vervollständigung der Berechtigungsscheine soll für diejenigen Personen, bei welchen es sich um die erste Verabfolgung derselben handelt, durch die zuständige Prüfungs-Kommission für Einjährig-Freiwillrge, für diejenigen hingegen, welche bereits mit dem Berechtigungsschein versehen und von der Aushebung zurückgestellt sind, durch die mit der Zurückstellung betraute Behörde (Ersatz-Kommission) bei Gelegenheit der Entscheidung auf die bei ihr eingehenden Ausstandsgesuche (Gesuche um Zurückstellung vom Militairdienste) bewirkt werden. Die zum einjährigfreiwilligen Dienst Berechtigten haben also, wenn sie im Militair eintreten wollen, sich vorher ein Sittenzeugniß über den ganzen Zeitraum feit Ertheilung des Berechtigungsscheins zu verschaffen.
— Cassel, 2. Juli. Auf dem gestern zu Ende gegangenen Woll- markt wurden folgende Preise gezahlt: für ordinäre Wolle 85—90 Mk, für mittlere Wolle 95 bis 105 Mk., für feinere Sorten 110—120 Mk. per Zentner. Lammwolle wurde mit 75 Mk. per Zentner bezahlt. (H. M.)
— Hofgeismar, 2. Juli. Die von uns vor einigen Tagen ausgesprochene Vermuthung, daß unser Dragoner-Regiment sich in diesem Jahre schwerlich an dem Herbstmanöver betheiligen werde, gewinnt jetzt immer größere Wahrscheinlichkeit, da nun auch Pferde der in der Stadt einquartierten 5. Schwadron von der Rothlaufseuche ergriffen worden sind. Die neuen Remonten sollen infolge dessen nicht in der Kaserne oder in den städtischen Stallungen, sondern am Gesundbrunnen untergebracht werden. (Hofg. Z.)
— Ein recht trauriges Familiendrama hat sich, wie die „Hofg. Z." schreibt, in Gr eben st ein abgespielt. Vor etwa Jahresfrist erhängte sich dortselbst der Gastwirth Selhas, und gestern ist ihm seine Frau freiwillig in den Tod gefolgt, indem sie sich mit ihren beiden Söhnen im Kelzer Teiche ertränkte. Die Leiche der Selbstmörderin und Mörderin wurde bereits gestern Mittag aufgefunden, den jüngsten Knaben im Alter von 5 Jahren, fest umschlungen haltend. Den älteren 8jährigen Knaben hat man dagegen erst heute Vormittag gefunden..
— Fulda, 2. Juli. Nächsten Sonntag den 4. d. Mts. wird der Hessische Kriegerverband von Morgens 10 Uhr ab seinen diesjährigen Delegirtentag dahier in Giesel's Brauerei abhalten. Zu Ehren der Herren Delegirten wird Nachmittags von 5 Uhr an ein Concert — Entree 25 Pf. — ausgeführt von der hiesigen Stadtkapelle stattfinden.
— Frankfurt a. M., 2. Juli. (Vermißt.) Eine zwanzigjährige Dame aus guter Familie aus Neuchatel, welche sich als Pensionärin im hiesigen Marthahause aushielt, wird seit dem 29. v. M. vermißt. Sie ging zur Nachmittagszeit dieses Tages aus, angeblich um einen Spaziergang zu machen und ist weder zurückgekehrt, noch bis jetzt zu ermitteln gewesen Einem zurückgelassenen Briefe nach scheint sie den Tod im Main gesucht zu haben, obschon ihr jederzeit fröhliches Temperament die Ausführung eines solchen Entschlusses zweifelhaft erscheinen läßt.
— Frankfurt a. M., 3. Juli. Einem im Westend wohnenden Rentier wurde von seinem Dienstmädchen, dem er gekündigt hatte, aus Rache der ganze Vorrath an Bettwäsche durch Bespritzen mit Tinte
beschädigt. — Ein junger Mann aus Hannover, der in einer hiesigen Großhandlung beschäftigt war, entwendete zu wiederholten Malen Waaren aus dem Lager und sandte sie an seine Eltern. Er hätte seine Unredlichkeit noch lange fortsetzen können, wenn sie nicht durch Zufall an den Tag gekommen wäre. Auf dem Transport zur Post ging ein Packet mit entwendeten Waaren verloren. Der Finder öffnete es und fand darin Papiere mit der Firma des Absenders. Er lieferte hierauf den Fund an den Inhaber der Firma ab, welcher sofort sah, daß der Adressat nicht zu seinen Kunden gehörte. Nachforschungen ergaben nun, daß der Inhalt des Packeis aus seinem Lager gestohlen war. — Das Jmmabilien- Geschäft ging am Anfang des verflossenen Monats besser, als gegen das Ende. In die erste Hälfte fiel der Verkauf größerer Piecen, während in der letzten Hälfte mehr Umsatz in Häusern stattfand, die zum Betrieb wirthschaftlicher Etablissements geeignet sind. Im Ganzen wurden 14 Häuser resp. Bauplätze zu 1,236,000 M. verkauft. (F. N.)
— Offenbach, 2. Juli. Vom 1. Juli an ist die Jagd im Großherzogthum Hessen auf nachstehende Wildarten offen: Enten, Trappen, Schnepfenarten, Brachvögel und Kiebitze. (O. Z.)
— Darmstadt, 2. Juli Nachdem gestern Abend zur Vorfeier die Studirenden und ehemalige Studirende dem Großherzog einen Fackelzug und ein Ständchen dargebracht, worauf der Großherzog eine Abordnung aus dem Zuge empfing und ihr seinen herzlichen Dank aussprach, fand heute Morgen im prächtig geschmückten großen Saale des Saalbaues der Festact der fünfzigjährigen Jubelfeier der technischen Hochschule unter Betheiligung des gesammten Lehrercollegiums und der Studentenschaft, in Anwesenheit des Großherzogs nebst Familie, der Spitzen der Behörden und eines gewählten Publikums statt. Director Schmitt hielt die Festrede. Zahlreiche Abordnungen brachten Glückwünsche. Der jetzige und die früheren Directoren wurden durch Titel und Orden ausgezeichnet. (K Z.)
(Verband der Vereine Creditreform.) Vom 27. bis 30. Juni tagte der 4. Verbandstag und die Commissionen des Verbandes der Vereine Creditreform in Frankfurt a. M. Es waren 64 Delegirte und zwar aus folgenden Städten erschienen: Altona, Arnstadt, Bayreuth, Braunschweig, Bamberg, Bingen, Bochum, Breslau, Cassel, Coblenz, Cöthen, Chemnitz, Cöln, Crefeld, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Eschwege, Essen, Freiburg i B., Gießen, Gleiwitz, Grefrath, M.-Gladbach, Görlitz, Graudenz, Hamburg, Hannover, Halle, Halberstadt, H a n a u, Hagen, Heidelberg, Hof, Heilbronn, Kempten, Karlsruhe, Konstanz, Kreuz- nach, Leipzig, Landau, Mannheim, Mainz, Melz, Mühlheim a. Rhur, Neuß, Neustadt a. H., Offenbach, Rheyd, Saargemünd, Siegen, Sommerfeld, Speyer, Schw. Gmünd, Straßburg, Saarbrücken, Stuttgart, Trier, Wetzlar, Würzburg, Zittau, Zweibrücken, Zwickau.
Zum Ehrenpräsidenten wurde der Vorsitzende des Vororts Speyer Fabrikant Ackermann, zum Vorsitzenden Kaufmann Hopff-Hanau gewählt. Das außerordentlich rasche Anwachsen des Verbandes, es sind binnen Jahresfrist 100 neue Vereine entstanden, machte eine völlige Umarbeitung der Statuten, sowie eine neue Geschäftsordnung nothwendig und hiermit hat sich der Verbandstag auch hauptsächlich beschäftigt. Es wurde der Verkehr der Vereine untereinander nach streng bindenden Formen präcis geregelt und dem Vorort, der für die Folge nur alle 2 Jahre neu gewählt wird, die Gewalt gegeben, gegen die einzelnen Vereine in Beschwerdefällen mit Erfolg vorzugehen. Um eine größere Beweglichkeit zu erzielen, können wichtige Beschlüsse ferner nicht nur auf dem Verbandstage, sondern auch durch Circularbeschluß herbeigeführt werden. Ein Antrag auf Vergütung der den Delegirten entstehenden Kosten durch die Verbandskasse wurde als unthunlich abgelehnt, dagegen die Bildung von Gauverbänden waren befürwortet. Nach jedem Jahresschluß soll der Vorort einen Bericht über die Thätigkeit sämmtlicher Vereine herausgeben, zu welchem ihm rechtzeitig das nöthige Material zu liefern ist. Die Verbandszeitung wird in derselben Art wie seither weiter erscheinen, wenn nöthig mit einer Beilage, um den redaktionellen Theil reicher ausstatten zu können, die Mitarbeiterschaft sämmtlicher Vereine ist erwünscht. Ein Gebührentarif für Auskunft im Ausland ist in Arbeit, für Deutschland ist die Gebühr einheitlich auf 80 Pf. für eine Auskunft festgesetzt. Da der Adreßkalender (Verzeichniß der Auskunfts- resp. Vertrauenspersonen) durch zu massenhafte Nachträge ungenauer wird, soll ein neuer Auskunftskalender angefertigt werden, vorher aber durch die Vereine und den Vorort die Richtigkeit der Adressen genau zu revidiren sein. An den Geschäftsführer des Vereins ist eine entsprechende Vergütung aus der Verbandskasse zu zahlen. Die Leistungen des Vororts fanden unter allgemeinem Beifall Anerkennung und wurde Speyer auch auf weitere 2 Jahre zum Vorort gewählt. Der nächste Verbandstag wird kommendes Jahr in Cassel abgehalten. Die von nah und fern erschienenen Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer konnten nur Günstiges über die Entwickelung der Vereine mittheilen. Ueberall wird das Interesse für dieselben reger und ihre Thätigkeit gewinnt immer mehr an Umfang und Bedeutung. Dabei verhehlte man sich aber nicht, daß noch viel zu thun fei und daß jeder Verein die Angabe habe, unermüdlich an dem Ausbau des Verbandes weiter zu arbeiten, um das Ziel, welches sich der Verband gesteckt hat, möglichst rasch zu erreichen. Die vier arbeitsvollen Tage in