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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 147.
Samstag den 26. Juni
1886.
Abonnements-Einladung.
Mit dem 1. Juli 1886 beginnt ein neues Abonnement auf den „Hanauer Anzeiger", zugleich amtliches Organ für StaM- und Landkreis Hanau.
Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Cours- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ansschusses, ferner Geschäfts- und Privat - Anzeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der „Hananer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.
Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.
Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.
Neu zutretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung ab bis Anfang des Quartals unentgeldlich.
Die Expedition des Hanau er Anzeigers.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Jmpforduuug
für die diesjährigen Impfungen in den nachstehenden Gemeinden: Langendiebach: den 12. Juli, Nachmittags 5 Uhr, Impfung, „ 19. „ „ 5 „ Revision,
(im Rathhause daselbst.)
Bruchköbel: den 13. Juli, Vormittags 8 Uhr, Impfung, „ 20. „ „ 8 „ Revision,
(im Rathhause daselbst.)
Rückin gen: den 14. Juli, Vormittags 8 Uhr, Impfung, „ 21. „ „ 8 „ Revision,
(im Rathhause daselbst.)
Qberissigheim: den 15. Juli, Vormittags 7 Uhr, Impfung, „ 22. „ „ 7 „ Revision,
(im Schulhause daselbst.)
Niederissigheim: den 17. Juli, Vormittags 7 Uhr, Impfung, „ 24. „ „ 7 „ Revision,
(im Rathhause daselbst.)
Niederrodenbach: den 27. Juli, Nachmittags 5 Uhr, Impfung, „ 3. Aug., „ 5 „ Revision,
(im Rathhause daselbst.)
Oberrodenbach: den 27. Juli, Nachmittags 6 Uhr, Impfung, „ 3. Aug., „ 6 „ Revision,
(in der Fickert'schen Gastwirthschaft daselbst.)
RavolzHausen: den 28. Juli, Nachmittags 3 Uhr, Impfung, „ 4 Aug., „ 3 „ Revision,
(im Schulhause daselbst.)
Rüdigheim: den 28. Juli, Nachmittags 4 Uhr, Impfung, „ 4. Aug., „ 4 „ Revision,
(im Rathhause daselbst.)
Marköbel: den 28. Juli, Nachmittags 5 Uhr, Impfung,
„ 4. Aug., „ 5 „ Revision,
(im Rathhause daselbst.)
Die Herren Bürgermeister der vorstehend genannten Orte mache ich >usmerksam auf die genaue Befolgung der ihnen per Couvert zugesandten «Urschriften, insbesondere des §. 3, für die Ortspolizeibehörden bei der Mübung des Jmpfgeschäfts.
Hanau am 24. Juni 1886.
. Der Königliche Landrath
■ 536 Gf. Bismarck.
Gefunden: Ein Paar weiße wildlederne Handschuhe. Ein Porte
monnaie mit etwas Geld und weiterem Inhalt. Ein schwarzer Damen- Sonnenschirm. Ein Goldstück.
Entlaufen: Ein junger schwarzer Spitz.
Hanau am 26. Juni 1886.
____________________Aus Königl. Landrathsamt._____________________
Bekanntmachung.
Am 10. d. Mts. wurde auf dem Geleise der Frankfurt - Limburger Eisenbahn, zwischen der Frankfurter Gasfabrik und Griesheim, am Kilometerstein 4,2, die Leiche des nachstehend beschriebenen, unbekannten Mannes aufgefunden, welcher sich von dem von Limburg kommenden, Abends 8 Uhr 51 Min. hier eintreffenden Schnellzuge hatte überfahren lassen.
Signalement: Anscheinend Arbeiter, im Alter von 30—40 Jahren, von mittlerer Statur, mit dunkelblonden Haaren, desgl. Schnurrbart und starkem Haarwuchs im Gesicht — vielleicht 6—8 Tage nicht rasirt gewesen.
Bekleidung: dunkler Jaquet-Rock, dunkle Hose mit grauen Streifen, Schnürschuhe mit gelben Haken, schwarzer runder Filzhut, weißes Shirtinghemd mit eingesetzter Brust, grau-baumwollenes gewirktes Unterhemd, braun-wollene Strümpfe.
Bei der Leiche wurde gefunden ein alter schwarzseidener Regenschirm, ein weißes Taschentuch mit schmalen rothen Streifen an der Kante, 2 Schlüssel (Haus- und Kofferschlüssel).
Es wird um Auskunft ersucht, falls über die Person des Unbekannten etwas bekannt sein oder ermittelt werden sollte.
Frankfurt a. M., den 21. Juni 1886.
Königliches Polizei-Präsidium.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 24. Juni 1886.
Der Königliche Landrath
P. 2761 Gf. Bismarck.
Tagesscha«.
— Der „R. u. St.-A." veröffentlicht: 1) Verordnung, wegen Ergänzung der Verordnung vom 23. Dezember 1875, betreffend die Pensionen und Kautionen der Reichsbankbeamten, und der Verordnung, betreffend die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Reichsbankbeamten, vom 8. Juni 1881, vom 20. Juni 1886. 2) Bekanntmachung, betreffend eine Abänderung des Verzeichnisses der gewerblichen Anlagen, welche einer besonderen Genehmigung bedürfen, vom 16. Juni 1886.
— Berlin, 25. Juni.' Se. Majestät der Kaiser und König machten, wie „W. T. B." aus Ems meldet, heute eine Kurpromenade und nahmen dann die Vorträge des Hosmarschalls Grafen Perponcher und des Chefs des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Rath von Wil- mowski, entgegen. — Zu der heutigen Tafel waren geladen: Prinz Nicolaus von Nassau, der Ober-Präsident von Hessen-Nassau, Graf zu Eulenburg, die Generale von Geliere und von Minkwitz und der dänische Jägermeister Grüner
— Berlin, 26. Juni. Für Se. Majestät den hochseligen König Ludwig II. fand heute Vormittag in der reich geschmückten Hedwigskirche ein feierliches Requiem statt, welches Probst Aßmann celebrirte. Im Austrage Sr. Majestät des Kaisers war der Flügel-Adjutant Oberst- Lieutenant von Pleffen zu der Feier erschienen. Derselben wohnten ferner bei die Staats-Minister Maybach, Dr. Friedberg, von Boetticher, Dr. von Scholz und Bronsart von Schellendorf, der Unter-Staatssekretär Graf von Berchem als Vertreter des Auswärtigen Amts sowie viele Generale und hohe Staatsbeamte. Zahlreich war das diplomatische Corps vertreten. Die Mitglieder des hiesigen Bayernvereins waren mit Vereinsabzeichen erschienen.
— Berlin, 24. Juni. (K Z.) Die unerwartete Abreise des Botschafters v. Keudell von Rom hat italienische Blätter zu der Auffassung verleitet, dieselbe führe sich auf eine Verstimmung zwischen dem deutschen und italienischen Cabinet zurück und sei der Vorgänger der demnächstigen Abberufung des Herrn v. Keudell. Diese Vermuthung ist indeß grundlos. In der letzten Zeit haben überhaupt keine Fragen zwischen der deutschen und italienischen Regierung aesckwebt, die zu irgend einer Meinungsverschiedenheit oder gar zu einer Mißstimmung hätten Anlaß geben können. Die Ursache des jetzigen Urlaubs des Herrn