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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 144.

Mittwoch den 23. Juni

1886.

Abonnements-Einladung.

Mit dem 1. Juli 1886 beginnt ein neues Abonnement auf den Hanauer Anzeiger", zugleich amtliches Organ für Stöbt- und Landkreis Hanau.

Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Cours- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ausschusses, ferner Geschäfts- und Privat - Anzeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.

Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.

Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.

Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.

Neu zutretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung ab bis Anfang des Quartals unentgeldlich.

Die Expedition des Hanauer Anzeigers.

Amtliches.

In Gemäßheit des §. 59 letzter Absatz der Statuten bringen wir nachstehend den Rechnungs-Abschluß für das Jahr 1885 zur öffentlichen Kenntniß:

A. Einnahmen.

1. Aus den Vorjahren . . . . M. Pf.

2. Zinsen von Activ-Kapitalien . . . 30 55

3. Eintrittsgelder und Beiträge . . . 13,600 27

4. Ersatzleistungen Dritter (§. 57 des Ges.) . 26 50 Sa. 13,657 M. 32 Pf.

B. Ausgaben.

1. Für Rechnung der Vorjahre M. Pf.

2. ärztliche Behandlung . 2324 93

3. Medicamenteu. Heilmittel 1034 54

4. Krankengelder . . . 3484 76

5. Wöchnerin-Unterstützung . 28 80

6. Verpflegungskosten anKranken-

Anstalten . 645 75

7. Ersatzleistungen an Dritte (§.

57 des Ges.) . . . 142

8. Sterbegelder . . . 306 70

9. Verwaltungskosten . . 1264 17

10. SonstigeAusgaben(Formul.rc.) 913 40

10,145 M. 05 Pf.

Mithin Ueberschuß 3,512 M. 27 Pf. wovon 3000 M. verzinslich bei der städtischen Sparkasse zu Hanau an­gelegt sind.

Hanau am 5. Juni 1886.

Der Vorstand der gemeinsamen Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau Vorsitzender: Dr. G a n s.

Tagesscha«.

Berlin, 22. Juni. Se. Majestät der Kaiser und König tranken, wie derR. u. St.-A." aus Ems meldet, heute früh am Kessel- kunnen, machten sodann eine Promenade und nahmen später den Vor­tag des Chefs des Militärkabinets, Generallieutenants v. Albedyll, ent­gegen. Zum Diner haben Einladungen erhalten Se. Königliche Hoheit der Erbgroßherzog von Oldenburg, Se. Hoheit der Herzog Georg von Oldenburg und Prinz Reuß XIII.

Berlin, 22. Juni. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin ist gestern Abend gegen 6 Uhr mittels Extrazuges von Baden-Baden in Koblenz eingetroffen.

Berlin, 21. Juni. Der Kronprinz von Japan, Sadanaro Fushimii, ist heute Abend von hier nach Kopenhagen gereist. Gestern Vormittag hatte er, begleitet von dem hiesigen japanischen Gesandten, Vicomte Sinagawa, dem Reichskanzler einen Besuch abgestattet.

Berlin, 22. Juni. Das Armee-Verordnungsblatt veröffentlicht die schon bekannte allerhöchste Ordre vom 20. Mai d. I., betreffend den Vermögensnachweis der Officiere vom Hauptmann und Rittmeister zweiter Klasse bei Nachsuchung des Heirathsconsenses.

Berlin, 22. Juni. In der heutigen Sitzung der Branntwein­steuer-Commission, woran Minister Scholz und Staatssecretär Bötticher theilnahmen, war Referent Spähn am Erscheinen verhindert. Der Bericht desselben wurde deshalb auf Vorschlag des Vorsitzenden der Commission durch Canzleirath Schlüter verlesen. Da im Laufe der Verlesung sich herausstellte, daß in Abwesenheit des Referenten der Bericht nicht feststell­bar sei, wurde beschlossen, den Bericht erst drucken und vertheilen zu lassen und die nächste Sitzung, Freitag Vormittag, abzuwarten. Im Laufe der Debatte erklärte der Finanzminister, daß es sich bei der Ver- befferung der Gehälter der Reichsbeamten sowohl um Officiere wie Civil- beamte handele. (F. N.)

Berlin, 22. Juni. DieNordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Nachricht von einer bevorstehenden allgemeinen Erhöhung der Eisenbahn- Personentarife als eine Ente, wenigstens soweit sie die Tarife der preußi­schen Bahnen betrifft.

Einer der reichsten Bürger Berlins, Herr WalterBauendahl, ein geborener Westfale, der früher ein großartiges Waarenausfuhrhaus leitete, durch seine große Betheiligung bei verschiedenen industriellen Ge­sellschaften, vor Allem durch seinen reichen Berliner Grundbesitz in der Berliner industriellen und wirthschaftlichen Welt sehr einflußreich und wegen seiner Liebenswürdigkeit und Opferwilligkeit sehr beliebt war, ist am 21. ds. in Wiesbaden, wo er zur Cur weilte, am Herzschlage gestorben. (K. Z.)

Posen, 21. Juni. In sämmtlichen hiesigen katholischen Kirchen wurde gestern der erste Hirtenbrief des Erzbischofs Dinder verlesen, in der Franziskanerkirche in deutscher Sprache. In letzterer hielt Nachmit­tags der Erzbischof gelegentlich eines Ablasses eine deutsche Ansprache, in welcher er hervorhob, daß er es für seine Pflicht erachte, zu seinen Diö- zesanen in deren Muttersprache zu reden.

General v. d. Goltz. Der seit einigen Jahren im türkischen Staatsdienste stehende preußische General v. d. Goltz ist entschlafen, seinen Vertrag mit der türkischen Regierung nicht mehr zu erneuern; die Familie desselben ist bereits nach Deutschland abgereist.

Hirsch be rg, 22. Juni. Nachts 2 Uhr hatte der Bober den höchsten Stand (4 m) erreicht. Seitdem ist derselbe um 0,2 m gefallen. Auch aus Warmbrunn wird das Zurücktreten des Zacken gemeldet.

Der für den Dienst in Kamerun bestimmte Dampfer Nach- tigal, der im vorigen Jahre in Falmuth liegen blieb, hat am 3. ds. seine Weiterreise angetreten und verweilte vom 7. bis zum 14. ds. im Hasen von Lissabon. Als nächste Poststation ist Santa Cruz auf Teneriffa, St. Louis und Cap Coast Castle angegeben.

München, 21. Juni. Die Reichsrathssitzung begann um 5 Uhr. Anwesend waren sämmtliche Prinzen und Minister, fast alle Neichsräthe. Der Präsident theilt mit, daß er im Namen des Reichs­raths der Königin-Mutter dessen Beileid ausgesprochen habe. Neumaper berichtet über die Verhandlungen des geheimen Ausschusses, betreffend die Regentschaft. Der Ausschuß hat die Aerzte Grashey, Hubrich, Hagen und Müller in Betreff der eingereichten Gutachten über den Zustand König Ludwigs vernommen, insbesondere auch über die Feststellung der Paranoia und den Sectionsbefund, ferner die früheren Cabinetssecretäre Ziegler und Müller, sowie die Diener, welche in letzter Zeit den König ausschließlich umgeben hatten, Hesselschwerdt, Maper, Belker und den Stallmeister Hornig, der dem Könige jahrelang nahegestanden, schließlich eine Reihe unwichtigerer Zeugen. Aus dem so gewonnenen ^Gesammt- material stellt sich die Krankheit des Königs dar als entwickelt aus der Einsamkeitssucht, so daß dem Könige schließlich der Verkehr mit Menschen