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Donnerstag den 17. Juni

Nr. 139.

Amtliches.

Warnung.

In Läden und Geschäften, welche als Lotterie-Komtor, Lotterie- Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Collekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klaffen-Lotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterie­plan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinnabzüge für sich ausbedingen.

Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung und auf Ge- winnzah lung.

Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von Loosantheilschein-Ver- käufern haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch ver­fahren, indem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine aus­geben, als der Umfang ihres Loofebefitzes erlaubt, oder indem endlich sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.

Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stem­pel mit der inneren UmschriftKoen. Pr. Gen. Lotterie-Direktion" tragen.

Zur Unterscheidung zwischen den sich alsLotterie- Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft alsLotterien Einnahmen" oderLotterie-Komtor" bezeichnenden Pri- va tverkäufern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerkfam, da ß die letzteren allein alsKönigliche Lotterie-Einnahmen" oderKö­nigliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.

Berlin am 8. Juli 1882.

Königliche General-Lotterie-Direktion.

_________________Dammas. Liliental.________________ Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Aufgefangen: Ein Rabe.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit Schlüssel. Ein Regenschirm (in einem Laden stehen geblieben). Zwei neue einzelne Kinderschuhe. Eine große Elfenbein - Brache. Ein Strohhut. Ein Paar schwarze defekte Glacehandschuhe. Zwei Taschenmesser. Im Lamboywald gefunden: Zwei schwarze Regenschirme. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein Portemonnaie mit Inhalt. Ein silbernes Armband.

Verloren: Eine Corallenkette mit goldenem Schloß.

Hanau am 17. Juni 1886.

______________________Aus Königl. Landrathsamt. _______________

Tagesschau.

DerR. u. St.-A." veröffentlicht den Allerhöchsten Erlaß vom 19. Mai 1886, betreffend die Errichtung eines besonderen Konsistoriums für die Provinz Westpreußen.

Berlin, 16. Juni. Der Königliche Hof legt für Se. Majestät den König von Bayern die Trauer auf drei Wochen (vom 15. Juni ab gerechnet) an.

Berlin, 16. Juni. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute die Vorträge des Reichskanzlers Fürsten v. Bismarck und des Chefs des Civilkabinets entgegen.

Berlin, 16. Juni. (Rh. K.) Einer Depesche aus Tientsin zufolge hat der chinesische Kaiser dem jetzigen und dem früheren Chef der Admiralität, den Generalen von Caprivi und von Stosch, sowie den sechs höheren Räthen der deutschen Admiralität und einem den Bau beauf- fichtigenden Officier wegen deren Verdiensten an den beim Stettiner Vulkan" erbauten chinesischen Kriegsschiffen den Orden des doppelten Drachen in entsprechender Rangabstufung verliehen.

Berlin, 16. Juni. Das bisherige Mitglied des Herold­amtes, v. Horwitz und Hartlenstein, wurde zum königlichen Heroldsmeister ernannt.

1886.

Berlin, 16. Juni. Der Kaiserliche Gesandte, Wirkliche Ge­heime Legationsrath Kammerherr v. Bülow, hat Bern verlassen, um wäh­rend der bevorstehenden Reise Sr. Majestät des Kaisers und Königs sich behufs des Jmmediatvortrages in auswärtigen Angelegenheiten dem Aller­höchsten Gefolge anzuschließen. Für die Dauer der Abwesenheit des Ge­sandten von seinem Posten fungirt der Legations - Sekretär v. Bülow als interimistischer Geschäftsträger.

Berlin, 16. Juni. (K. Z.) Dem Abgeordnetenhause ist der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Bewilligung von Staatsmitteln zur Beseitigung der im untern Weichselgebiete durch die diesjährigen Früh- jahrshochstuthen herbeigeführten Verheerungen zugegangen. Durch den­selben wird der Staatsregierung der Beitrag von 740 000 M. zur Ver­fügung gestellt, und zwar 1) zur Gewährung von Beihülfen an die im untern Weichselgebiete durch die diesjährigen Frühjahrshochfluthen be­schädigten, insbesondere an einzelne Beschädigte zur Erhaltung im Haus­und Nahrungsstande und zur Wiederherstellung beschädigter Deiche; 2) zur Wiederherstellung der durch die Frühjahrshochfluthen beschädigten fiskalischen Plehnendorfer Schleuse.

Kiel, 15. Juni. Briefsendungen sind zu richten: für S. M. Panzerschiff Friedrich Karl bis auf weiteres nach Suda-Bai über Piräeus; für S. M. Vermessungsfahrzeug Drache bis auf weiteres nach Hull (England); für S. M. Kreuzerfregatte Moltke nach Swineminde bis 11. Juli und vom 12. Juli ab nach Kiel. Die für S. M. Schiff Bis­marck und S. M. Kreuzer Nautilus mit den Ablösungscommandos auf dem Dampfer Roma abzusendenden Gegenstände müssen bis zum 21. d. Mts. und die für S. M. Schiffe Möwe und Hyäne mit dem Dampfer Polyhymnia abzusendenden Gegenstände bis zum 25. Juni in Hamburg zur Verladung eingetroffen sein.

Kiel, 16. Juni. (K. Z.) Der Vice-Admiral v. Wickede ist durch kaiserliche Cabinetsordre vom 15. ds. zum Chef des Manöver-Ge­schwaders, bestehend aus S. M. Schiffen Sachsen, Württemberg Baden und Zielen, ernannt worden.

München, 16. Juni. Der Kaiser von Oesterreich telegraphirte dem Prinzregenten von Bayern wie folgt:Von der Trauernachricht auf das tiefste ergriffen, entsende Ich Ew. Kgl. Hoheit Mein innigstes Beileid mit dem Wunsch, daß Gott Sie in diesem schweren Momente stärke und erhalte. Franz Joseph." Vom König von Sachsen ging folgendes Telegramm ein:Tief erschüttert habe Ich die Nachricht vom Tode des Königs erfahren und spreche Ich Dir Mein innigstes Beileid aus. Möge Dich Gott bei Deinem schweren Geschäft in seinen gnädigen Schutz nehmen und Dir beistehen, das bayrische Volk glücklich zu machen. Albert." Der König von Württemberg telegraphirte:In treuester Anhänglichkeit an Dich und das bayrische Könighaus bin Ich tief erschüttert über die Katastrophe in Berg. Gott walte über Euch und erhalte Mir Deine treue Freundschaft. Karl." Das Telegramm des Großherzogs von Baden lautet:Ew. Kgl. Hoheit spreche Ich Mein aufrichtigstes Beileid aus an dem schmerzlichen Verlust, der das Kgl. Haus und das Königreich so plötzlich betroffen hat. Die erschütternde Kunde von dem Hinscheiden S. M. des Königs Ludwig II. erfüllt Mich mit tiefer Trauer, aber Ich hege die treuesten Wünsche für Ew. Kgl. Hoheit gesegnete Regentschaft. Friedrich."

München, 16. Juni. Von autorativer Seite wird mitge­theilt: Das angebliche Gutachten des Königlichen Leib-Chirurgen (nicht königlichen Leibarztes), Doktor Schleiß, beruht nicht etwa auf einer schriftlichen Erklärung des Genannten, was man nach dem Ausdruck Gutachten" vermuthen sollte, sondern ist nicht mehr und nicht weniger als die Erzählung eines Journalisten, der bei Schleiß war. DieWiener Presse", welcher das sogenannte Gutachten entnommen ist, gibt dies auch ausdrücklich an. Aus der Stellung des Dr. Schleiß würde man unter regelmäßigen Verhältnissen die Vermuthung ableiten können, daß derselbe den König andauernd ärztlich behandelt, jedenfalls öfter gesehen hat, was durchaus nicht der Fall ist. Mit Sicherheit kann behauptet werden, daß seit dem Beginn der siebziger Jahre, also seit ungefähr fünfzehn Jahren, Doktor Schleiß den verstorbenen König nur ein-, höchstens zweimal im Jahre bei Gelegenheit des Empfanges der Beamten von Füßen und Starnberg einige Minuten lang gesehen hat. Da ein solcher Empfang in den letzten anderthalb Jahren überhaupt nicht mehr stattgefunden