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Nr. 133.
Mittwoch den 9. Juni
1886.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Bei der, dem Plane gemäß, heute vor Notar und Zeugen stattge- fundenen 82sten Serien-Ziehung der vormals kurhessischen, bei dem Bank- Hanse M. A. von Rothschild u. Söhne zu Frankfurt a. M. aufgenommenen Staats-Lotterie-Anlehns vom Jahre 1845 sind folgende 120 Serien-Nummern gezogen worden:
125 186 276 322 392 407 425 488 490 495 523 592 601 933 1078 1106 1114 1145 1232 1276 1396 1403 1462 1477 1490
1514 1552 1595 1662 1704 1725 1771 1799 1812 1892 1916
1918 1930 2002 2086 2096 2101 2175 2209 2230 2316 2477
2491 2598 2677 2693 2754 2777 2833 2889 3070 3073 3158
3204 3254 3278 3286 3338 3471 3601 3660 3716 3820 3987
4001 4063 4123 4148 4243 4244 4275 4394 4477 4535 4567
4573 4576 4616 4638 4755 4780 4803 4882 4908 4924 4927
5263 5360 5372 5379 5420 5476 5581 5588 5608 5743 5761
5874 6015 6018 6024 6177 6225 6267 6337 6370 6445 6518
6565 6587 6684 6725.
Wir bringen solches hierdurch zur öffentlichen Kenntniß.
Cassel den 1. Juni 1886.
Königlichliches Regierungs-Präsidium. Magdeburg.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Bewerber um die erledigte erste Lehrerstelle in Mark übel, mit ^welcher ein Einkommen von 840 Mk. nebst freier Wohnung und 90 Mk. für Feuerung verbunden ist, werden aufgefordert, ihre deshalbigen mit den nöthigen Seminar- und sonstigen Zeugnissen versehenen Meldungsge- suche binnen drei Wochen bei dem Schulvorstand einzureichen.
Hanau am 9. Juni 1886.
Namens des Schulvorstandes in Marköbel.
Der Königliche Landrath
X. 4319 Gf. Bismarck.
Verloren: Von der Post nach der Nußallee: ein Taschenmeffer mit schwarzem Griff, 2 Klingen rc.
Z ugelaufen: Ein gelber Pinscher und ein hellgelber Pinscher beide m. Geschl.
Hanau am 9. Juni 1886.
Aus Königl. Landrathsamt.
TageSschau.
P. Aus dem Landtage. Berlin, 8. Juni. Das Herrenhaus erledigte heute zunächst das Lehreranstellungsgesetz für die östlichen Provinzen nach längerer Debatte, in welcher die polnischen Mitglieder Namens ihrer polnischen Landsleute gegen diese Ausnahmegesetzgebung, die nicht blos für die beiden Provinzen, sondern für die gesammte Monarchie schädlich wirken müsse, Verwahrung einlegten, durch unveränderte Annahme, nachdem der Herr Cultusminister Dr. v. Goßler eingehend die Zwecke desselben, sowie die Gründe, welche zu dessen Erlaffe geführt, erörtert hatte. Der Gesetzentwurf, betreffend die Heranziehung von Militärpersonen zu Abgaben für Gemeindezwecke, wurde en bloc angenommen. Morgen: Kreis- und Provinzialordnung für Westfalen vnd Gesetzentwurf, betreffend das Diensteinkommen der Lehrer an den vichtstaatlichen höheren Lehranstalten.
— Der „R. u. St.-A." Nr. 133 veröffentlicht: Gesetz, die Besteue- Ning des Zuckers betreffend, vom 1. Juni 1886.
— Berlin, 8. Juni. Se. Majestät der Kaiser und König iffichtigten auf dem Tempelhofer Felde heute Morgen von 9 Uhr an die Garde-Feldartillerie Brigade und das Garde-Kürassier-Regiment. Nach- vlittags hatte der General-Superintendent von Schleswig-Holstein, Kaftan, bte Ehre des Empfanges. Später hörten Se. Majestät den Vortrag des ^hefs des Militärkabinets, General-Lieutenants v. Albedyll.
— Berlin, 8. Juni. Die „Post" meldet: Die Ernennung des Geheimraths Rommel vom Handelsministerium zum Senatspräsidenten
des neu zu bildenden dritten Senats des Oberverwaltungsgerichts ist jetzt erfolgt.
— Berlin, 8. Juni. In der zweiten Hälfte des September wird voraussichtlich in Eisenach der Ausschuß des Centralverbandes deutscher Industrieller eine Sitzung abhalten. Ob die große Delegirtenversammlung sich an die Ausschußsitzung anschließen oder erst im Spätherbst nach Berlin zusammenberufen werden soll, darüber ist ein Directorialbeschluß noch vorbehalten.
— S. M. Kanonenboot „Wolf", Kommandant Kapitän-Lieutenant Jaeschke, ist am 7. Juni er. in Perim eingetroffen und beabsichtigt am 8. deff. Mts. wieder in See zu gehen.
— Die „Köln. Ztg." schreibt: Wenn, wie verlautet, Graf Herbert Bismarck, dessen Reichstagsmandat in Lauenburg durch seine Beförderung zum Staatssekretär erloschen ist, eine Wiederwahl ablehnt, so wird der Wahlkreis, falls die Conservativen einen Vertreter der äußersten Richtung aufstellen, wahrscheinlich an die Deutschfreisinnigen fallen, die den im dortigen Bezirk sehr beliebten Gutsbesitzer Westphal wieder aufstellen wollen.
— Der „Köln. Ztg." wird von Berlin berichtet: „Die in einem Theil der Presse umlaufenden Gerüchte über umfangreichere Truppenver- schiebuugen nach der Westgrenze scheinen sich nicht zu bestätigen, zumal bis jetzt nur als feststehend zu betrachten ist, daß das in Hanau und Cassel stehende Infanterie-Regiment Nr. 9 7 im nächsten Jahre nach Saarburg verlegt werden soll, woselbst die nöthigen Kasernenbauten bereits im Gange sind. Auch ist vielfach davon die Rede, dem 15. Armeekorps, dessen Feldartillerie eine reitende Abtheilung nicht besitzt, eine solche beizugeben; dabei wird die in Saarlouis stehende reitende Abtheilung des Rheinischen Feld-Artillerie-Regiments No. 8 genannt, welche nach Metz verlegt werden soll. Alle auftauchenden Nachrichten über den Zeitpunkt dieser Verlegungen müssen als verfrüht und ungenau bezeichnet werden, da Entscheidungen in dieser Beziehung noch nicht ergangen sind. Dagegen werden in nächster Zeit einige Standortsveränderungen höherer Jngenieurbehörden zur Durchführung gelangen, und es verlautet in dieser Hinsicht, daß der Sitz der 3. Ingenieur-Inspektion von Mainz nach Straßburg und der der 4. Ingenieur-Inspektion von Köln nach Mainz verlegt werden wird. Diese Verlegungen sind schon seit längerer Zeit geplant und stehen in keinerlei Beziehung zu dem für den Reichstag noch zu erwartenden Nachtragsetat, der überhaupt keine militärischen Forderungen von Erheblichkeit aufweisen soll."
— Posen, 8. Juni. Die Feier der Inthronisation des Erzbischofs Dinder fand unter großer Betheiligung des polnischen Adels und der Bevölkerung statt. Alle Gewerke und die Schützengilde bildeten Spalier. Vom Palais begab der Erzbischof sich zu Fuß, unter Geleite der gesammten Geistlichkeit, in die Marienkirche, wo ihm die erzbischöflichen Gewänder angelegt wurden, von dort nach dem gegenüberliegenden Dome. Nach i Beendigung der kirchlichen Feier hielt der Erzbischof in polnischer Sprache i eine Anrede, worin er sagte, daß er mit schwerem Herzen, der Weisung ! des Papstes folgend, diese hohe, verantwortliche Stellung angenommen habe, er hoffe von der Geistlichkeit, daß sie mit ihm arbeite, und vom Volke, daß es ihn mit seinen Gebeten unterstütze und seine Weisungen mit Liebe befolge. (F. N.)
— Kiel, 8. Juni. (K. Z) Unter großer Betheiligung und vom herrlichsten Wetter begünstigt hat soeben die Einweihung der Jacobikirche stattgefunden. Prinz Heinrich, der im Jahre 1882 den Grundstein legte, öffnete heute der Gemeinde die Kirchenthür. Generalsuperintendent Jensen hielt die Weihrede.
— Köln, 7. Juni. Eine neue Verbindung zwischen England und Köln über Antwerpen, welche einen lange gehegten Wunsch des reisenden Publikums erfüllt, ist seit dem 1. d. M. in's Leben getreten. Im Anschluß an den um 9 Uhr 55 Minuten Morgens hier eintreffenden Courierzug vom Oberrhein geht jetzt um 10 Uhr 14 Minuten Morgens ein Zug mit directen Wagen nach Brüssel und Antwerpen über Herbesthal bezw. Mecheln ab und trifft in Antwerpen um 4 Uhr 46 Min. Nachmittags am Quai tu Sud ein. Von diesem Stadeu fahren sodann um 5 Uhr Nachmittags die Schnelldampfer der Great Eastern Eisenbahn, neue, vor- ! züglich ausgestattete Zwillings-Schraubenschiffe, na ch Harwich ab, woselbst