10) Antike Charakterköpfe. Eine Sammlung von 12 Bildnissen nach antiken Büsten, gezeichnet von P. P. Rubens.
11) Buchauszug von Pros. I. E. Hähnel.
12) Album-Venitien.
(Nr. 1—6 sind neu erschienen.)
— (Ernennung.) Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den Ober-Landesgerichts-Rath Schmedes in NaumbUrg a. S. (früher Amtsrichter in Hanau) zum Senats-Präsidenten bei dem Ober- Landesgericht in Hamm zu ernennen.
— (Geschichts-Verein.) Sonntag den 6. Mai, von 11 bis 12 Uhr Vormittags, ist die Sammlung des Hanauer Bezirksvereins für hessische Geschichte und Landeskunde im Altstädter Schlosse zur Besichtigung für das Publikum geöffnet.
— (Stadtgräben.) Nächsten Montag wird eine Reinigung der Stadtgräben vorgenommen, welche diesmal ein Ablassen derselben für zwei Tage nöthig macht.
— (Turn- und Fecht-Club) Der Turn- und Fecht-Club hält morgen sein 17. Stiftungsfest ab. Von Nachmittags 3V2 Uhr findet Schau-Turnen- und -Fechten und von 5^2 Uhr Commers auf der „Ro- senau" statt.
— (Soir öe.) Mr. Homes und Madame Fey, ein Anti- spiritistenpaar, welches seither in Frankfurt a. M. mit großem Erfolge aufgetreten, wird nächsten Dienstag auch hier eine Soiree im Hotel zum „Riesen" veranstalten. Das Künstlerpaar führt, wie die „Düsseldorfer Ztg." schreibt, alle diejenigen Experimente aus, durch welche die Spiritisten Hansen und Slade sich seiner Zeit einen so großen Nimbus als Medien, die mit den Geistern der vierten Dimension in Verbindung ständen, erwarben. Die einzelnen Vorführungen, das Gedankenlesen, Aufsuchen oder Errathen eines verborgenen Gegenstandes 2c. sind höchst interessant und nicht den geringsten Reiz bildet schließlich die Erklärung wie's gemacht wird. In Wien sprach der Kronprinz von Oesterreich und verschiedene andere Mitglieder der Kaiserlichen Familie den Künstlern die höchste Bewunderung aus, in Konstantinopel wurde den Frauen des Sultans im Harem eine Soiree gegeben und in Berlin experimentalen die Antispiritisten unter anderen Notabilitäten auch mit Moltke und Adolf Wenzel.
— (16. Mittelrheinisches Turnfest.) Ein neuer Beweis der regen Theilnahme für dieses Fest ist wohl die Zahl der Freiquartiere, welche von Bewohnern unserer Stadt dem Wohnungs- und Empfangsausschusse zur Verfügung gestellt worden sind. Von den zu erwartenden 1500 bis 2000 Turnern sind weit über 600 in Privatwohnungen geladen. Der geschäftsführende Ausschuß hat auch die Errichtung von Massenquartieren in Aussicht genommen.
— (Kinderbillets.) Eine verschärfte Verordnung die Kinder- Mets betreffend ist vom Minister der öffentlichen Arbeiten in Preußen erlassen worden. Nach derselben sind die dem Fahrpersonal angehörigen Beamten der Staatsbahnen angewiesen worden, in allen Fällen, wo erwachsene Reisende das Alter der von ihnen mitgeführten Kinder zum Zweck einer Fahrgeldersparniß wissentlich falsch angegeben, nicht allein den doppelten Fahrpreis (mindestens 6 Mk.) einzuziehen, sondern thun- lichst auch die Namen festzustellen, damit die Verwaltung nach Lage des Falles die Einleitung des Strafverfahrens wegen Betrugs veranlassen könne.
— (Warnung.) Die Gewohnheit der Kinder, Sauerampfer, Sauerklee oder Habermark zu essen, ebenso abgeriffene Pflanzen in den Mund zu nehmen, hat schon oft dadurch üble Folgen gehabt, daß die vermeintlichen unschädlichen Pflanzen mit Giftpflanzen verwechselt wurden. Zu wiederholten Malen brachten in diesem Frühjahre Zeitungen Nachrichten von heftigen Erkrankungen und selbst Todesfällen aus genannten Ursachen. Bei näherer Besichtigung der Pflanzenblätter zeigt sich auch öfters, daß auf deren Rückseite Insekten, Spinnen, Käfer, Räupchen, Fliegen oder Eier derselben sich befinden, was ebenfalls ein Grund wäre, Kinder von deren Genuß abzuhalten.
— (Vorsicht.) Eine Arbeiterfrau zu Gotha verwendete, zur Kartoffelsuppe anstatt Petersilie versehentlich Schierling. Die Familien- Mitglieder sind nun alle an Blutvergiftung erkrankt. Dieser Fall sollte unsere Hausfrauen zur größten Vorsicht mahnen.
Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Montag den 7. Juni.
Angebote zur Herstellung von Einfriedigungen auf dem zur Abhaltung von Viehmärkten bestimmten Platze sowie zur Lieferung von Hürden auf denselben sind bis spätestens Vormittags 11 Uhr schriftlich auf dem Rathhause abzugeben (s. Nr. 123 „Han. Anz."). — Nachmittags 2 Uhr wird an Ort und Stelle das den Kindern der verstorbenen Simon Seikel- schen Eheleute zu Großauheim gehörende, gut frequentirte Gasthaus „zum Stern" öffentlich verkauft (s. Nr. 128 „Han. Anz."). — Nachm. 3 Uhr hält der st. beeid. Taxator Herr Friedr. Kämpfer im Gasthaus zur „weißen Taube" 4. Termin zum Verkauf des I. B. Petri'schen Hauses (Gärtnergasse 26) ab.
— Für heute. Kirchenchor der Johanniskirche: Abends präcis 8
Uhr Probe in der Kirche. — Turn- und Fecht-Club: Abends von SA9 Uhr an Turnen der Männerriege.
— (Sehenswürdigkeiten.) „Museum der Wetterauischen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen Vormittags von 11 bis 12 Uhr (Kindern allein ist der Zutritt nicht gestattet).
— Cassel, 3. Juni. In der gestrigen, 12 Uhr Vormittags eröffneten Sitzung des Kommunallandtages wurde das Statut für den Bezirksverband des Regierungsbezirks Cassel in der vom Hauptausschuß vorgeschlagenen Fassung genehmigt. Hiernach wird später der Landesaus- fchuß (früher Verwaltungsausschuß) außer dem Vorsitzenden und dem Landesdirektor aus 9 Mitgliedern bestehen. Der von mehreren Seiten befürwortete Antrag, die Mitgliederzahl auf 7 herunterzusetzen, bleibt in der Minorität. Unter vielseitigem Beifall wurde von einem Abgeordneten es zur Ersparung von Kosten als der zweckmäßigste Weg bezeichnet, die Vergütung für die Mitglieder des Landesausschusses demnächst auf 5 — 6 Mk. pro Tag, also ungefähr auf die Hälfte der seitherigen Diäten (12 Mk.) herabzusetzen. Die Wahl der Mitglieder des Landesausschusses kann ebenfalls erst später, wenn das Statut die Allerhöchste Genehmigung erhalten hat, bewirkt werden. Der Tag für Abhaltung der nächsten Plenarsitzung konnte noch nicht bestimmt werden. (M. T.)
— Fulda, 4. Juni. Bei Kerzell ging in vergangener Nacht ein Wolkenbruch nieder, der großen Schaden anrichtete. Der Bahnkörper wurde unterwühlt, so daß der Güterverkehr vorläufig eingestellt wurde.
— Frankfurt a. M., 4. Juni. Ein Wirth, der in den letzten Wochen über schlechten Geschäftsgang zu klagen hatte, hatte zur rechten Zeit das Glück, in der Ulmer Dombau-Lotterie einen sehr namhaften Treffer zu machen. — Die Frankfurter uniformirte Militär-Musik-Schule unter Leitung ihres Musikmeisters Herrn H. Stiehl gibt gegenwärtig im Königl. Belvedere in Dresden Concerte, welche eine große Anziehungskraft auf das Dresdener musikalische Publikum ausüben. Die Dresdener Blätter sprechen sich sehr anerkennend über die Leistungen der jungen Musiker aus. — Die in vergangener Woche hier abgehaltene Missions- conferenz faßte einstimmig folgende Resolution: Die in Frankfurt a. M. tagende allgemeine Missionsconferenz für die Provinz Hessen-Nassau, das Großherzogthum Heffen und Kreis Wetzlar, spricht ihre Ueberzeugung aus, daß dem deutschen Reiche aus der ihm nach Gottes Fügung zugefallenen Machtstellung in Mittelafrika die Aufgabe erwachsen sei, die offene Wunde Afrikas zu heilen und den dort im Schwünge stehenden Sclavenhandel zu unterdrücken. Die Conferenz beschloß ferner, auch im nächsten Jahr in Frankfurt zu tagen und mit den bestehenden Missionskreisen, namentlich mit dem hiesigen Missionsverein, Fühlung zu suchen. (G.-A.)
— Frankfurt a. M., 5.Juni. Eine alte Dame, welche unlängst starb, vermachte ihr mehrere Tausende betragendes Baarvermögen, unter Umgehung ihrer Verwandten, zum größten Theil einem Dienstmädchen, das erst sechs Monate bei ihr in Diensten gestanden. Die Verwandten fechten das Testament an. — Ein alter Herr, großer Blumenfreund, wurde gestern Morgen in bewußtlosem Zustande in seinem Zimmer aufgefunden. Der Betreffende feierte am Donnerstag seinen Geburtstag und es hatten ihm deshalb seine Enkelchen und sonstigen Verwandten sein Zimmer geradezu mit Blumen überfüllt. Der alte Herr fand Gefallen daran, in dem mit Blumen geschmückten Zimmer zu schlafen. Der starke Duft der Blumen hatte ihn bis zum anderen Morgen vollständig betäubt, doch kam er bald wieder zu sich. — Ein seit zwei Jahren verheiratheter hiesiger Einwohner unternahm kürzlich eine Geschäftsreise nach dem südlichen Frankreich und machte dabei einen Abstecher nach Monaco, um sich die dortigen Spielsäle anzusehen. Er riskirte 20 Frcs. und verlor, dann setzte er mehr und immer mehr, bis er von den ihm anvertrauten Geldern beinahe 20,000 Frcs. verspielt hatte. Er schrieb an seine Frau und an die Schwiegermutter, theilte ihnen seinen Verlust mit und schloß mit der Versicherung, daß er den Tod der Schande vorziehe. Sofort nach Eingang des Briefes wurde eine Depesche nach Nizza aufgegeben und mit dem nächsten Zuge reiste die Schwiegermutter dahin ab. Sie fand den jungen Mann zwar krank, aber noch lebend, deckte den Verlust und nahm den Schwiegersohn nach einigen Tagen mit nach Frankfurt zurück. (F.N.)
— Darmstadt, 3. Juni. Die diesjährige Versammlung mittel- rheinischer Aerzte wird am 15. Juni (Pfingstdienstag) in Darmstadt tagen. Die Sitzung findet Mittags 1 Uhr in den Räumen des Saalbaues statt und wird, da bereits mehrere Professoren der benachbarten Universitäten, sowie sonstige hervorragende Aerzte Vorträge zugesagt haben, jedenfalls eine interessante und anregende werden.
— Ems, 3. Juni. Dem Vernehmen nach erfolgt die Ankunft Sr. Majestät des Kaisers in unserem Bade nicht am 18., sondern am 19. Juni. (Rh. C.)
Auszüge aus dem Amtsblatt Königlicher Regierung zu Kassel. —
Windecken. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Windecken auf den Namen des Wilhelm Förter (Konrads Sohn) und dessen Ehefrau, Susanne Maria, geb. Wagner,