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Nr. 123.
Donnerstag den 27. Mai
1886.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
An heutigem Nachmittage wurde in hiesiger Gemeindewaldung der s. g. „Wolfslochheege", einige 20 Schritte von der sonst sehr belebten Burg-Allee, vor Station Wilhelmsbad die Leiche eines, anscheinend dem Arbeiterstande angehörenden ca. 40jährigen Mannes aufgesunden. Der Tode war untersetzter stämmiger Statur und bekleidet mit Schaftenstiefel, blau-baumwollenen Strümpfen, welche mit W. B. 6 und 7 gezeichnet sind, braun und grau gestreiftem wollenen Hemd, dunkelgrünen Höfen, roth- und weißgestreiften Hosenträgern, dunkler Weste, dunkelgrünem Sackrock und weichem schwarzen Filzhut.
Die Leiche lag mit dem Gesicht auf dem linken Arm, während der rechte Arm und bezw. Hand unter dem Körper ein Terzerol hielt.
Der Tode muß schon mehrere Tage an dem Fundort liegen, da der Kopf vollständig mit Leichenwürmern und Maden bedeckt war.
Eine Kugelspur war an dem Körper, nach vorgenommener Untersuchung durch die hiesigen Todtenbeschauer, nicht zu finden, dagegen zeigen Mund und Gesicht Spuren von Sprengungen und könnte angenommen werden, daß der Tod durch Wasser oder Salz herbeigeführt wurde, da das Terzerol total verrostet ist, was durch Temperatureinflüsse nicht geschehen sein kann, da es unter dem Körper lag.
Ueber die Personalien des Verlebten hat bis jetzt noch nichts festgestellt werden können; ich ersuche Diejenigen, welche Mittheilung darüber machen können, solche bei mir vorzubringen.
Kesselstadt, den 24. Mai 1886.
Der Bürgermeister G eibel.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 26. Mai 1886.
Der Königliche Landrath
V, 4140 Gf. Bismarck.
Nachdem in Folge Einführung der neuen Kreis-Ordnung mit dem 1. Mai d. I. die Gemeinden Berkersheim, Bockenheim, Eckenheim, Eschers- heim, Ginnheim, Praunheim, Preungesheim und Seckbach von dem Katasteramte Hanau II abgetrennt und dem neu gebildeten Katasteramt Frankfurt a. M. II zugeführt sind, hat höherer Anordnung zufolge eine anderweite Abgrenzung zwischen den beiden Katasterämtern des Kreises Hanau stattgefunden.
Darnach wird in Zukunft das Katasteramt Hanau I unter der Verwaltung des Steuerinspektors Döhrmann die Amtsgerichtsbezirke Bergen und Hanau, das Katasteramt Hanau II unter der Verwaltung des Steuerinspektors Plitt die AmtsgerichtsbezirkeLangenselbold und Windecken umfassen, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Hanau am 25. Mai 1886.
Der Königliche Landrath
V. 4172 Gf. Bismarck.
Die nachstehende Tagesordnung für die nächste Versammlung des landwirthschaftlichen Vereins wird hierdurch veröffentlicht. Die Herren Bürgermeister wollen die Publikation in ihren Orten besonders bewirken lassen.
Hanau am 20. Mai 1886.
Der Königliche Landrath
V. 4053. In Vertr.: Baabe.
Lkndmrthschastlicher Lreis-Verein Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 29. Mai, Nachmittags 2^/- Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1) Geschäftliche Mittheilungen.
2) Bestimmung des Orts, in welchem in diesem Jahr die abzuhal- tende Lokalviehausstellung stattfinden soll.
3) Gründung von Ortsviehversicherungsvereinen.
4) Besprechung über die Vergebung eines weiteren Vereinsbullen.
5) Ernteaussichten. Referenten: W. Koch, Bruderdiebacherhof;
BürgermeisterZeh, Kilianstädten; O. Hain, Großauheim, und Bürgermeister Ebert, Bischofsheim.
Der Vorstand.
Tagesscha«.
— Berlin, 26. Mai. Dem zum Vize- und Deputy - Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika für Elberfeld ernannten Herrn Hermann Junker in Lüttringhausen ist das Exequatur Namens des Reichs ertheilt worden.
— Berlin, 26. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern Nachmittag um 4 Uhr den neu ernannten Kaiserlich japanischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister an Allerhöchstihrem Hofe, Vicomte Aajiro Sinagawa. — Im Laufe des heutigen Vormittags arbeiteten Se. Majestät längere Zeit mit dem Vertreter des Chefs des Civilkabinets, Geheimen Ober-Regierungsrath Anders, und empfingen den Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Strelitz, welcher Sich zum Obersten befördert meldete.
— Berlin, 26. Mai. Das provisorische Berliner Localcomit6 für die deutschnationale Ausstellung im Jahre 1888 genehmigte sämmtliche Anträge des geschäftsführenden Ausschusses. Die Ausgaben sind auf 8 Millionen, die Einnahmen auf 3^2 Millionen veranschlagt. Zur Deckung der Differenz beantragten am 14. Mai cr. Oberbürgermeister Forckenbeck und der Präsident der Aeltesten der Kaufmannschaft beim Reichskanzler aus Reichsmitteln eine Beihilfe von 3 Millionen ä fonds perdu zu gewähren. Das Comitö beschloß, sofort bei den städtischen Behörden zu beantragen, den Treptower Park unentgeltlich für die Ausstellung zu überlassen gegen Zusicherung der Wiederherstellung des früheren Zustandes, sowie unter der Voraussetzung der Bewilligung des erbetenen Reichsbetrages, ferner eine Beihilfe von 2 Millionen aus städtischen Mitteln zu gewähren. (F. N.)
— Berlin, 26. Mai. In unserer gestrigen Nachricht mußte das zur Verheirathung erforderte Jahreseinkommen der Hauptleute zweiter Classe nicht als 1800, sondern als 1500 Mark angegeben werden.
— Erfurt, 26. Mai. Ueber den bei Alkersleben niedergegangenen Wolkenbruch meldet die „Thüringer Zeitung": Durch den Wolkenbruch wurden die Fluren von Müllersleben, Bösleben, Alkersleben und Ettisch- leben verwüstet. In Ettischleben war der Hagel beinahe einen Meter hoch gefallen. In Bösleben wurde ein Damm durchbrochen. In Alkersleben kam ein Besitzer bei der Rettungsarbeit um.
— Einem Messerstecher aus Gesell bei Sonneberg wurden von der Coburger Strafkammer 2 Jahre Gefängniß zudictirt. Auch hat er dem Verletzten für Cur, Pflege, Versäumniß 2C. eine Buße von 230 M. zu zahlen.
— Eupen, 25. Mai. Heute Vormittag gegen 11 Uhr hat in Verviers ein Wirth (Holländer) seine beiden Töchter mit einer Axt erschlagen. Der Mörder wollte sich flüchten, wurde jedoch von der Polizei ergriffen.
— München, 26. Mai. Durch eine Botschaft des Königs werden beide Landtagskammern bis auf Weiteres vertagt.
— Stuttgar t, 26. Mai. König Karl ist mit Sonderzug um 1 Uhr aus Nizza zurückgekehrt und auf dem Bahnhof von Prinz und Prinzessin Wilhelm und den anderen Mitgliedern des königlichen Hauses, sowie von den Spitzen der bürgerlichen und militärischen Behörden empfangen worden. Der König führ nach Villa Berg, wo die Königin ihn erwartete. (C. Z.)
— Karlsruhe, 25. Mai. Der Erbgroßherzog, der sich von Tag zu Tag sichtlich erholt, wird im Laufe des kommenden Monats eine längere Badecur in Bad Nauheim unter Leitung des dortigen Arztes Dr. Grödel beginnen.
— Wien, 26. Mai. Die „Polit Corr." meldet, ein diplomatischer Schritt des englischen Cabinets bei den Mächten, welcher die Aufhebung i der Blokade an den griechischen Küsten und die Concentrirung der Flotten ; in der Sudabai anrege, stehe unmittelbar bevor.
— Rom, 26. Mai. Von gestern Mittag bis heute Mittag kamen 1 in Bari 3 Cholera-Erkrankungen und 1 Todesfall, in Venedig 22 Erkrankungen und 12 Todesfälle vor.