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SO M,

Nr. 112.

Freitag den 14. Mai

1886.

Amtliches.

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.

Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefähr­lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Druckschrift: Sozialdewokratische Bibliothek. VI. Die sch lesische Milliarde. Von Wilhelm Wolfs. Abdruck aus derNeuen Rheinischen Zei­tung" MärzApril 1849. Mit Einleitung von Friedrich Engels. Hottingen-Zürich. Verlag der Volksbuchhandlung. 1886", nach §.11 des gedachten Gesetzes durch den Unterzeichneten von Landespolizeiwegen verboten worden ist.

Berlin den 1. Mai 1886.

Der Königliche Polizei-Präsident, von Richthofen.

Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefähr­lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nicht periodische Druckschrift:Es werde Licht. Poesien von Leopold Jacoby." Dritte Auflage. 1886. Ohne Angabe des Verlegers und Druckers, nach §.11 des gedachten Gesetzes durch den Unterzeichneten von Landespolizei- wegen verboten worden ist.

Berlin den 7. Mai 1886.

Der Königliche Polizei-Präsident.

_________________Freiherr von Richthofen.__

Nach einem dem Herrn Minister der auswärtigen Angelegenheiten erstatteten Berichte des Kaiserlichen General-Konsulats zu Sofia ist es zur Vermeidung von Schwierigkeiten bei der Beglaubigung von Schriftstücken, welche vor Bulgarischen Behörden gebraucht werden, wünschenswerth, daß die Unterschriften an letzter Stelle den Beglaubigungsvermerk des Aus­wärtigen Amts tragen. Das Bulgarische Ministerium hat sich bereit er­klärt, Schriftstücke, welche ihm mit diesem Beglaubigungsvermerk versehen durch das Kaiserliche General-Konsulat in Sofia zugehen, als ordnungs­mäßig beglaubigt den zuständigen Behörden zu übermitteln.

Es empfiehlt sich daher, wenn künftighin ausnahmslos die zum Ge­brauch vor Bulgarischen Behörden bestimmten Schriftstücke dem Auswär­tigen Amt zur Beglaubigung vorgelegt und von den Betheiligten alsdann dem Kaiserlichen General-Konsulat in Sofia übersandt werden. Gleich­zeitig macht das Kaiserliche General-Konsulat darauf aufmerksam, daß die deutschen Interessenten im Interesse der Beschleunigung gut thun wür­den, sich von ihren Geschäftsfreunden in Bulgarien, denen die beglaubig­ten Schriftstücke ausgehändigt werden sollen, sofort einen Bulgarischen Text zu verschaffen, so daß gleich unter diesen die erforderlichen Beglau- vigungsvermerke gesetzt werden können.

Berlin, den 7. April 1886.

Der Minister des Innern.

Im Auftrage, gez.: v. Zastrow.

An die Königliche Regierung zu Casiel.___________________________________

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Die nach den bestehenden Vorschriften von der Ist - Einnahme mit

^ berechnenden Veranlagungskosten von der Klassensteuer für 1885/86 gelangen an die einzelnen Gemeinden durch Vermittelung der betreffenden Steuerkassen zur Auszahlung.

Die Ortsvorstände werden hiervon zum Zwecke der als baldigen Abhebung der Beträge in Kenntniß gesetzt.

Hanau am 12. Mai 1886.

_ Der Königliche Landrath

. k 1059 Gf. Bismarck.

Tagesschau.

Berlin, 13. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König rahmen heute Vormittag 10 Uhr Allerhöchstselbst die Besichtigung der lombintrten Garde-Jufanterie-Brigade auf dem Tempelhofer Excerzierplatz

ab und empfingen alsdann den Kriegsminister, General-Lieutenant Bron- sart v. Schellendorff, und den Chef des Militärkabinets, General-Lieute­nant v. Albedyll, zum Vortrage.

Berlin, 13. Mai. Eine Bekanntmachung des Staatsministeriums vom 11. Mai bestimmt auf Grund des Paragraphen 28 des Socialisten- Gesetzes mit Zustimmung des Bundesrathes, daß in Berlin, den Stadt­kreisen Potsdam und Charlottenburg, sowie den Kreisen Teltow, Nieder- barnim und Osthavelland Versammlungen zur Berathung öffentlicher Angelegenheiten, ausgenommen Versammlungen zum Zwecke einer ausge­schriebenen Reichstags- oder Landtagswahl, mindestens 48 Stunden vor Beginn einer von dem Unternehmer einzuholenden schriftlichen Genehmigung der Ortspolizeibehörde bedürfen.

Berlin, 13. Mai. Die verstärkte Geschäftsordnungs-Commission hat in ihrer heutigen Sitzung zur Beachtung des Antrages von Dziem- bowski und Genossen beschlossen, dem Abgeordnetenhause vorzuschlagen, den § 27 der Geschäftsordnung unverändert beizubehalten. (Es handelt sich um die bet dem Antrag Achenbach aufgeworfene Frage, ob Ange­legenheiten, welche eine Geldbewilligung in Aussicht nehmen, an die Budget-Commission verwiesen werden müssen. Dabei bleibt also wie i bisher in jedem einzelnen Falle die Entscheidung dem Hause anheim­gegeben.)

Berlin, 13. Mai. Die Commission des Abgeordnetenhauses für die Naffauische Städteordnung genehmigte dieselbe in erster Lesung fast durchweg nach den Herrenhausbeschlüssen und beschloß abweichend davon nur, die Prüfungen der Gemeinderechnungen nicht einer besonderen, zur Regierung gehörenden Commission, sondern den Gemeinden selbst zu überweisen. Die Regierung war für den betreffenden Beschluß des Herrenhauses eingetreten.

Berlin, 13. Mai. (F. N.) DieNord. Allg. Ztg." reproduzirt die von den Bischöfen Dr. Thiel und Namszanoivski anläß- liß der Inthronisation des ersteren in Frauenberg besprochenen Worte, womit der neue Bischof von Ermland in der Kanzelrede seine herzliche Liebe zu seinem Vaterlande betonte und bei dem Festdiner hervorhob, wie das Herz jedes Christen und Patrioten mit besonderer Freude für das Wohlergehen des Papstthums und des Kaiserthums schlage; wie allerseits die innigsten Segenswünsche für das Wohl der beiden höchsten Vertreter derselben gehegt würden. Der frühere Armee-Bischof Nams- zanowski betonte, daß neben dem Glauben und der Liebe zur Kirche den Katholiken Ermlands nichts höher stehe, als die treue Liebe zum Vater­land.In diesem Glauben, dieser Treue festzustehen, verbürgen wir uns rückhaltlos", so schloß er. DieNord. Allg. Ztg." bemerkt dazu: Im ganzen deutschen Vaterlande werden die Worte der beiden Bischöfe freudige Aufnahme finden. Dies Gefühl wird um so stärker sein, als weder der Bischof von Trier, noch der Erzbischof von Köln bei ihrer Inauguration so warm des Vaterlandes gedachten, als es in Frauenberg geschehen ist, obwohl sicherlich die westliche Bevölkerung dadurch gleich sympathisch be­rührt worden wäre, wie jetzt die östliche.

S. M. KanonenbootHyäne", Kommandant Korvetten - Kapitän Langemak, ist am 12. Mai cr. in Zanzibar eingetroffen.

Kiel, 12. Mai. S. M. Kreuzer Adler wird gutem Ver­nehmen nach am nächsten Montag von hier nach der australischen Station abgehen. Das Schiff nimmt seinen Weg durch den Suezcanal.

Köln, 14. Mai. Die Kronprinzessin des deutschen Reiches traf gestern Nachmittag um 2 Uhr 52 Min. in Begleitung des Kammerhcrrn Freiherrn v. Seckendorf hier ein und fuhr nach kurzem Aufenthalt nach Homburg weiter.

Gotha, 12. Mai. Der Landtag des Herzogthums ist auf den 17. d. M. einberufen worden. Nach derGoth. Ztg." werden sich seine Berathungen vorzugsweise auf die Anlage von 5 Sekundärbahnen: Neffe- thal, BallstädtHerbsleben, Gotha Döllstedt, OhrdruffGräfenroda, GeorgenthalTambach erstrecken.

München, 13. Mai. Die Kammer setzte für die abgelehnten 140,000 Mark zu einer Erweiterung der Kaserne in Bamberg dem Antrag des Ausschusses gemäß 95,000 Mark ein für eine Kaserne in Speyer und 45,000 Mark für ein Exercirhaus in Neuulm, und ge- i nehmigte schließlich den Militäretat per 188687 in der Höhe von circa