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Nr. 104.

Mittwoch den 5 Mai

1886.

Amtliches. i

Bekanntmachung.

Vom 5. Mai ab wird die Wortgebühr für Telegramme aus Deutschland nach allen bedeutenderen Verkehrsorten in den Vereinigten Staaten von Amerika und Canada bei der Beförderung über das Deutsche Kabel EmdenValencia von 1 Mark 65 Pf. bis Weiteres auf 6 5 Pfennig ermäßigt. Gleichzeitig tritt für Telegramme nach Mexico, sowie nach Mittel- und Südamerika rc. eine; entsprechende Ermäßigung der bisherigen Wortgebühr ein. Nähere Aus­kunft ertheilen die Reichs-Telegraphenanstalten.

Berlin W., 3. Mai 1886.

Der Staatssekretair des Reichs-Postamts. von Step h an.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Die Direktion der Aktien-GesellschaftMainkette" zu Mainz beab­sichtigt zum Betriebe der Dampfkettenschleppschifffahrt auf dem Main in diesen Tagen eine Kette vorerst von Aschaffenburg bis Oberrad zu legen. Es wird dies dem schifffahrttreibenden Publikum mit dem Be­merken zur Nachricht bekannt gegeben, daß die Ausführungs-Anordnungen in Gemäßheit des §. 11 ff. der Conzession vom 26. April 1884 durch den Königlichen Baurath Eckhardt zu Frankfurt a/M. erfolgen werden. Hanau am 30. April 1886.

Der Königliche Landrath P- 1935 Gf. Bismarck.

Bekanntmachungen Kgl. Landrathsamts des Stadtkreises Hanau.

Bekanntmachung.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Grund- und Gebäudesteuer-Rolle hiesiger Stadt für das Jahr 1886/87 vom 6. bis 13. Mai d. Js. zur Einsicht der Betheiligten im Lokale der König­lichen Steuerkaffe 1 hieselbst (Badergasse 2) offen liegen wird.

Hanau am 4. Mai 1886.

Königliches Landrathsamt des Stadtkreises Hanau. Rauch.

Tagesschau.

P. Aus dem Landtage. Berlin, 4. Mai. Das Abgeord­netenhaus begann heute die erste Lesung der kirchenpolitischen Vorlage, zu der sich auf den Tribünen ein zahlreiches Publikum eingefunden hatte. Auch die Plätze im Hause waren äußerst zahlreich besetzt; am Minister­tische hatten außer dem Ministerpräsidenten, Reichskanzler Fürsten v. Bismarck, die Minister v. Puttkamer, Dr. v. Goßler, Lucius Platz ge­nommen. In der Generaldiskussion, die übrigens heute noch nicht zu Ende geführt wurde, nahmen von nationalliber Seite gegen die Vorlage die Abgg. Dr. Gneist, Seyffardt und v. Cuny, und von freikonservativer Seite der Abg. Frhr. v. Zedlitz - Neukirch das Wort, während für die Vorlage Abg. Dr. Windthorst (Zentr.), v. Rauchhaupt (kons.) und Rich­ter (deutschfreis.) sprachen.

Die Ausführungen der nationalliberalen Redner gaben dem Herrn Ministerpräsidenten Reichskanzler v. Bismarck Veranlassung, wiederholt in die Debatte einzugreifen und namentlich der Auffassung entgegenzutre- ten, als ob die Gesetzgebung für sich allein im Stande sei, den Frieden zwischen Kirche und Staat dauernd herzustellen, man müsse vielmehr durch gegenseitiges Vertrauen ein friedliches Verhältniß herzustellen suchen. Er seinerseits habe das Vertrauen, daß ihm dieser Versuch unter dem gegen­wärtigen Träger der päpstlichen Gewalt gelingen, und daß er auch bei feinen katholischen Mitbürgern dabei Unterstützung finden werde. Um 4 Uhr wurde die weitere Debatte auf Mittwoch 11 Uhr vertagt.

Berlin, 4. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern noch den Reichskanzler, Fürsten v. Bismarck. Heute nahmen Allerhöchstdieselben militärische Meldungen entgegen, hörten den Vortrag des Chefs des Militärkabinets, Generallieutenants v. Albedyll, und empfingen die Orden des verstorbenen Generals v. Colomb aus den Handen der Söhne desselben, des Lieutenants zur See, v. Colomb, und

des Second Lieutenants im 2. Garde Feld-Artillerie-Regiment, v. Colomb, zurück.

Berlin, 4. Mai. Der Staatssekretär des Reichspostamts bringt den Ober-Postdirektionen und Verkehrsanstalten das unterm 21. v. Mts. vollzogene Reichsgesetz über die Abänderungen des Reichsbeamtengesetzes zur Mittheilung und bemerkt, daß wegen Ermittlung und Feststellung der­jenigen Beträge, um welche sich die Ruhegehälter der in Betracht kommen­den Beamten und Unterbeamten sowie die Witwen- und Waisengelder der Betheiligten vom 1. April 1886 ab erhöhen, das Erforderliche veranlaßt worden.

Berlin, 3. Mai. Das selbständige Vorgehen der französischen Regierung in der griechischen Frage hat, wie vorauszusehen war, den Griechen neuen Muth gegeben. Die Nachrichten aus Athen lauten heute nicht befriedigend, denn es erhellt daraus, daß Herr Delyannis den auf ihn ausgeübten moralischen Druck nicht stark genug empfinbet; um ihm nachzugeben. Es ist deshalb wohl anzunehmen, daß die Mächte, die den Trotz der friedenstörerischen kleinen Macht mit beispielloser Langmuth er­tragen haben, nunmehr ohne weitem Verzug zur Actionspolitik übergehen werden. Sie sind das der Würde ebensowohl wie dem Frieden Europas schuldig. Nachdem Frankreich aus der isolirten Stellung, die es eine Zeit­lang eingenommen hatte, herausgetreten ist und sich den andern Groß­mächten wieder genähert hat, darf man hoffen, daß das einmütige Vor­gehen der Mächte schnellen Erfolg haben wird.

Unterstaatssekretär Graf Herbert Bismarck und der englische Botschafter Sir Edward Malet haben am 6. April namens der beider­seitigen Regierungen eine Demarkationslinie behufs Abgrenzung der deutschen und englischen Machtsphäre im westlichen Stillen Ozean vereinbart, welche von einem Punkte unweit Mitre Rock an der Nordostküste Neu-Guineas unterm achten Grad südlicher Breite ausgehend die Salomonsinseln durchschneidet, so daß die drei größeren nördlichen Inseln Bougainville, Choiseul, Jsabel Deutschland verbleiben, dann geht die Linie nordöstlich zu den Marschallsinseln. Beide Mächte verpflichten sich zu gegenseitiger Aufgabe ihrer in das Bereich des andern fallenden früheren Erwerbungen oder Schutzherrschaften und daselbst weder neue Gebietserwerbungen vorzunehmen, noch der Ausdehnung des Einflusses des andern Theiles entgegenzutreten. Auf Samoa, Tonga und die Niue- Jnsel findet diese Abmachung keine Anwendung.

Ferner wurde am 10. April eine Erklärung über gegenseitige Handelsverkehrsfreiheit in den beiderseitigen westpazifischen Machtsphären vereinbart, wonach die Schiffe beider Staaten gegenseitig gleiche Behandlung als meistbegünstigte Nation genießen.

Kiel, 3. Mai. Briefe und Sendungen für das seit dem 17. April auf der Heimreise von Hongkong begriffene Kanonenboot Iltis sind bis 4. Juni nach Aden letzte Post aus Berlin am 4. Juni 8 Uhr Abends über Brindisi, vom 5. Juni ab und bis 19. Juni nach Port Said letzte Post aus Berlin am 19. Juni 8 Uhr Abends über Neapel , vom 20. Juni bis weiter nach Gibraltar zu entsenden.

Breslau, 3. Mai. Dr. Hermann Kletke, Chefredakteur der Bossischen Zeitung bis zum Jahre 1880, ist im Alter von 73 Jahren nach längerm Leiden heute gestorben.

Trier, 4. Mai. Heute Mittag trafen der Erzbischof Dr. Philippus Krementz von Köln, der Bischof Dr. Bernhardt Brinkmann von Münster, der Bischof Roos von Limburg und der Bischof Koppes von Luxemburg bei unserem Bischof Dr. Korum hier ein. (F. g )

Aus der Rheinprovinz, 3. Mai. Die kalten Nächte, welche der Anfang desWonnemonats" brächte, haben an Blüthen und Knospen der Bäume wie auch an den Saaten manchen Schaden ange­richtet. Eine baldige Witterungsänderung wird von der; Landwirthen zur Verhütung weiteren Uebels sehnlichst herbeigewünscht.

Die Generalversammlung des Allgemeinen deutschen Schulvereins hat am Sonnabend in Chemnitz getagt. Anwesend waren Vertreter von fast sämmtlichen deutschen und von vielen äußer- deutschen Ortsgruppen. Stiftspfarrer Kühne hielt die Festrede.

Karlsruhe, 3. Mai. Großes Aufsehen erregte am Samstag Abend und am Sonntag eine Anzahl Herren, die auf der -Kaiserstraße mit blauen und grünen Cylindern promenirten. Man hätte glauben können, dieselben seien etwa aus Kamerun hierher gekommen, vielleicht