Einzelbild herunterladen
 

heute in der prächtigen Aula das staatliche Kaiser Wilhelm - Gymnasium feierlich eröffnet. Nachmittags findet ein Festmahl im Curhause statt.

Madrid, 1. Mai. Der Prozeß gegen die Anstifter des An­griffs auf das deutsche Gesandtschaftshaus im August vorigen Jahres wird am 5. Juni zur Verhandlung kommen.

Paris, 30. April. Die Lage in Decazeville ist fortwährend beunruhigend. Wie es scheint, wollen die Arbeiter, bevor sie einlenken, den Ausfall der Pariser Wahl abwarten.

Paris, 30. April. Der von Köln abgegangene Expreßzug ist bei Tergnier in der Nähe von St. Quentin entgleist, doch ist Niemand verletzt. Unter den Reisenden befand sich auch der Botschafter Graf Münster mit Familie.

London, 1. Mai. DieDaily News" bezeichnen die grie­chische Antwort auf das Ultimatum als unbefriedigend, hoffen jedoch, daß ein gütlicher Ausgleich zu Stande komme; im Jntereffe Griechen­lands sei ein baldiger Ministerwechsel angezeigt.

Petersburg, 1. Mai. DasJournal de St. Petersbourg" weist die Deutungen zurück, denen zufolge die Reise des rumänischen Kriegsministers Angelescu nach Livadia in Zusammenhang gebracht wird mit dem Durchzuge russ. Truppen durch Rumänien nach Bulgarien und bemerkt, es sei doch bekannt, daß nach dem herrschenden Brauche, wenn ein Souverän sich an der Grenze seines Gebietes aufhalte, die benach­barten Länder einen ihrer Staatsmänner zur Begrüßung des Souveräns entsenden.

Amerika. Johann Most soll wegen einer Rede, in welcher er die Zuhörer zur offenen Empörung aufforderte, verfolgt werden.

Bremen, 1. Mai. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd Werra" ist gestern Nachmittag 2 Uhr in New-Aork eingetroffen.

Hamburg, 1. Mai. Der PostdampferWestphalia" der Hamburg - Amerikanischen Packetfahrts - Aktiengesellschaft ist gestern Nach­mittag 1 Uhr in New-Aork eingetroffen.

Spezial-Telegramme desDeutschen Montags-Blatt."

Petersburg, 2. Mai. DasJournal de St. Pötersbourg" bespricht die in der Antwort auf das Ultimatum enthaltene Aeußerung der griechischen Regierung, daß dieselbe zu einer graduellen Reduktion des Effektivbestandes nur in Fristen schreiten werde, wie sie für eine solche Maßregel durch die unerläßliche Vorsicht geboten erscheine, und bemerkt dazu: Es sei gewiß, daß die Mächte auf diese unerläßliche Vorsicht Rück­sicht nehmen werden, aber dieselben müssen ebenso fordern, daß die griechi­sche Regierung sich nicht damit begnüge, den Termin für die Abrüstung festzusetzen, sondern auch, daß die Abrüstung sich unter Bedingungen voll­ziehe, welche Europa gegen die Rückkehr kriegerischer Velleitäten sicher stellen und der Pforte gestatten, den Effektivbestand ihrer Armee zu ver­mindern.

Athen, 2. Mai. Die Vertreter der fünf Mächte hielten gestern Abend eine Konferenz, in welcher gutem Vernehmen nach eine letzte an die griechische Regierung zu richtende Mittheilung berathen wurde, da die Antwort Delyannis auf das Ultimatum allseitig als nicht ausreichend angesehen wird.

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Hanau, den 3. Mai 1886.

Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschusses vom 30. April 1886.

(Schluß.)

Weiter bemerkt Herr Koch, ob es nicht zweckmäßig sei, wenn auch das Zifferblatt der Uhr auf der Nordseite des Rathhauses transparent gemacht werde. Herr Oberbürgermeister Rauch erwähnt hierzu, daß die gleiche Frage die städt. Behörden bereits hinsichtlich der Uhr auf der Realschule beschäftigt habe, daß sich jedoch hier technische Schwierigkeiten entgegenstellen, ob dies auch bei der Rathhausuhr der Fall, wisse er nicht, verspricht jedoch der Angelegenheit näher zu treten.

Schließlich nimmt Herr Koch noch Veranlassung, des massenhaften Bezugs von Bäumen und Sträuchern von auswärtigen Firmen zu geden­ken, die doch sicher bei öffentlichem Ausschreiben auch von hiesigen Gärt­nern geliefert werden könnten. Dem entgegnet Herr Oberbürgermeister Rauch, daß die städtische Verwaltung verschiedentlich schlimme Erfahrung bei Lieferung von Bäumen seitens hiesiger Gärtner gemacht habe, daß aber trotzdem in den letzten 5 Jahren für 1700 Mk. Bäume und Sträu­cher an hiesigem Platze gekauft und nur für ca. 900 Mk. von auswärts bezogen worden seien.

Ueberhaupt sei es bei ihm Grundsatz, daß alle Waaren u. s. w., welche hier gekauft werden könnten, auch hier gekauft wer­den müßten, ohne Rücksicht auf etwa billigeren Preis, so lange dieser nicht zu bedeutend gegen den auswärtiger Firmen sich unterscheide.

(Militärisches.) Dr. Schneider, Assist.-Arzt I. Kl. vom Hess. Feldart.-Regt. Nr. 11, ist zum Stabs- und Bats.-Arzt des 2. Bats. 1. Westpreuß. Gren.-Regts. Nr. 6, Dr. Thel, Assist.-Arzt 1. Kl. in der

etatsmäßigen Stelle bei dem Gen. und Korpsarzt des 11. Armeekorps, zum Stabs- und Bats.-Arzt des 3. Bats. Hess. Füs.-Regts. Nr. 80, be­fördert.

(Erledigte Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 1 1. Armee-Corps.) Netra, Amtsgericht, Kanzleige­hülfe auf Kündigung, 5 Pf. für die Seite. Nieder - Wildungen, Fürstl. Amtsgericht, Kanzleigehülfe auf Kündigung, 600700 Mk. Kreis Wetz- lar, Dienstwohnsitz noch nicht bestimmt, Landrathsamt, Kreisstraßenauf- aufseher, auf monatliche Kündigung, 1000 Mk. Ziegenhain, Bürger­meisteramt, Forstaufseher, vorläufig auf 1 Jahr, nach dargelegter Quali­fikation auf Lebenszeit, 288 Mk. Gehalt jährlich und freie Wohnung im Schützenwald.

Frequenz der städtischen Badeanstalt im Monat April 1886.

Abgegeben wurden:

251 Bäder I. Cl.

392 II. Cl.

531 III. Cl.

6 2 Douchebäder.

6 5 Römisch-Irische Bäder.

Sa. 1301 Bäder.

Treffen bei 29 Betriebstagen per Tag durchschnittlich: 44,9 Bäder. Die höchste Tagesabgabe betrug: 143 Bäder am 24. April.

Die geringste 21 je am 12 u. 13. April.

(Neue Straße.) Mit der Herstellung der zu den Durchbruchs­arbeiten in der Altstadt gehörenden neuen Straße wird demnächst begon­nen, da der Submissionstermin für die Arbeiten und Lieferungen hierzu schon auf den 10. d. M. anberaumt ist, wie aus einer Bekanntmachung des Herrn Oberbürgermeister Rauch in unserer heutiger Nummer er­sichtlich.

(Communion.) Gestern, am s. g. weißen Sonntag, gingen in der hiesigen katholischen Pfarrkirche 82 Kinder, und zwar 45 Knaben und 37 Mädchen zur ersten heiligen Kommunion.

(Warnung.) Vorgestern spielten mehrere Knaben im Alter von 4 bis 11 Jahren auf den Flößen des Steinausladeplatzes am Main. Ein etwa 4jähriges Bübchen fiel bei dieser Gelegenheit in den Fluß und nur die Beherztheit zweier älterer Spielgenossen rettete das Kind vom sicheren Tode des Ertrinkens. Wir bitten Eltern und Pflegeeltern wieder­holt, den Kindern diesen sehr gefährlichen Spielplatz strengstens zu ver­bieten.

(Sommerturnen.) Morgen Abend beginnt in hiesiger Turn- gemeinde das Sommerturnen.

(W a l d b r ä n d e.) Da man aus verschiedenen Gegenden über Waldbrände berichtet, die aus Unvorsichtigkeit entstanden sind, so kann nicht nachdrücklich und oft genug vor unvorsichtigem Umgehen mit Zünd­hölzern und brennenden Cigarren gewarnt werden.

(Singvögel.) Bei der jetzt eingetretenen Brutzeit der Sing­vögel, während welcher Zeit die Jugend so gerne durch Wald und Flur streift, wird es nicht unangemessen erscheinen, wenn die Eltern ihre Kin­der, bezw. Zöglinge auf die zum Schutze unserer gefiederten Sänger be­stehenden Vorschriften und die damit verbundenen Strafbedingungen aufmerk­sam machen. Nach diesen Vorschriften dürfen folgende Vögel weder ge- tödtet noch gefangen, oder deren Nester zerstört werden: Staar, Dohle, Meise, Finken aller Art, Sperling, Specht, Saatkrähe, Rabe (Mandel­krähe), Rothkehlchen, Blaukehlchen, Grasmücke, Nachtigall, Lerche, Stein- schmetzer, Bachstelze, Pieper, Zaunkönig, Pirol, Goldhähnchen, Ammer, Hänfling, Zeisig, Stieglitz, Baumläufer (Kleiber), Wiedehopf, Schwalbe, Tagschlaf, Fliegenschnepper, Würger, Kuckuck, Wendehals, Bussard, Eule. Zuwiderhandlungen hiergegen werden mit 30 Mk Geld- oder entsprechen­der Haftstrafe geahndet.

(Fohlenweide.) Die Bibersteiner Fohlenhute wird auch in diesem Jahr in der zweiten Hälfte des Monats Mai eröffnet werden. Das Hutegeld beträgt 15 Mk. und 100 Kilogramm Hafer. Der Hafer braucht nicht in natura eingeschickt zu werden, sondern wird auf Wunsch von der Verwaltung beschafft gegen Vergütung nach dem gegenwärtig be­stehenden Marktpreis. Anmeldungen sind bis zum 16. Mai an die Herren R. Thaler in Fulda und Committi-Gerhardsmühle bei Fulda zu richten.

Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Dienstag den 4. Mai.

Nachmittags 2 Uhr beginnt die hiesige Leihbank - Vergantung; die­selbe wird an den folgenden Nachmittagen jedesmal um 2 Uhr beginnend fortgesetzt.

Für heute. Nationale Krankenkasse der deutschen Gold- und Silberarbeiter u. v. Berufsgenossen, Verwaltungsstelle Hanau: Abends 8*72 Uhr Mitglieder-Versammlung im Weismantel'schen Saale; Tages­ordnung: Rechnungsablage, Abgeordnetenwahl, Anträge zur Generalver­sammlung, Verschiedenes. Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 4 in der Karthaune"; Nr. 5 imgoldnen Herz"; Brandwache und Rettungs­Corps in der Kaiser'schen Brauerei.

(Beförderung.) Der ordentliche Lehrer Jakob Löber bei dem Gymnasium in Marburg ist zum Oberlehrer befördert worden.