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Nr. 96. Samstag den 24. April 1886.

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Amtliches.

Polizei-Brrordnung.

Auf Grund des §.11 der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landestheilen wird hierdurch für den Umfang unseres Regierungsbezirkes Folgendes ange­ordnet :

Einziger Paragraph.

Die Begleit-Kommandos militairischer Pulvertransporte haben be­hufs Verhütung der Gefährdung der Transporte die ihnen begegnenden Wagenführer, Schiffsführer, Reiter und sonstigen Personen zu den je nach Umständen erforderlichen Handlungen oder Unterlassungen insbesondere zu langsamem Vorbeipassiren oder Ausweichen, zum Unterlassen von Ta­backrauchen, zum Auslöschen von Feuer aufzufordern.

Wer solcher Aufforderung nicht ungesäumt Folge leistet, wird unbeschadet des nöthigenfalls zur Anwendung zu bringenden unmittelbaren Zwanges nach §. 367 Nr. 5 des Strafgesetzbuches bestraft.

Cassel den 8. April 1886.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Da in letzterer Zeit Zweifel darüber entstanden sind, ob die Polizei- Verordnung vom 17. März 1884 B. 2378, betreffend die Bestrafung der Schulversäumnisse, und die zu derselben erlassene Instruktion von demselben Tage (Amtsblatt Nr. 12 vom 19. März 1884) auch auf die Dorfschulen Anwendung zu finden habe, so weisen wir die betreffenden Königlichen Schulvorstände darauf hin, daß die in der erwähnten Polizei- Verordnung und Instruktion enthaltenen Vorschriften allerdings auch auf die Dorfschulen in entsprechende Anwendung zu bringen sind.

L Cassel den 26. März 1886.

Königliche Regierung, __Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.

Bekanntmachungen Kömgl. Landrathsamts.

In Folge der zum 1. Mai d. I. in's Leben tretenden anderweiten Abgrenzung der Katasterämter des Kreises wird

1) das Katasteramt Hanau I die Amtsgerichtsbezirke Bergen und Hanau,

2) das Katasteramt Hanau II die Amtsgerichtsbezirke Langenselbold und Windecken umfassen.

Die Herrn Bürgermeister wollen dies in ihren Ortschaften bekannt machen.

Hanau am 19. April 1886.

Der Königliche Landrath

V. 3461 Gf. Bismarck.

Gefunden: Ein Spazierstock. Eine Pferdedecke.

Hanau am 24. April 1886.

___________ Aus Königl. Landrathsamt.____

t Das Osterfest.

DasChrist ist erstanden" tönt auch heute wieder in der ganzen Welt der Christenheit, zurFreude dem Sterblichen, den die verderblichen, schleichenden, erblichen Mängel umwanden." Diese Osterbotschaft kündet der Welt Frieden und Erlösung von des Grabes Nacht und Finsterniß, in ihr ruht der Glaube der' Christenheit an das Jenseits, aber auch ihre Zuversicht, daß aller Irrthum, alles Trübe, alles Elend, alle Noth, aller Kampf und aller Hader, welcher das menschliche Leben durchzieht, auch schon auf Erden siegreich überwunden werden kann, und daß bald früher, bald später ein Strahl der Ostersonne in eines Jeden Leben, in eines Beden Hütte dringen wird.

Ein solcher Strahl der Ostersonne beleuchtet heute unser Vaterland w mannigfacher Beziehung. Unser Kaiser feiert das Fest in jugendlicher Frische, der Sorgen überhoben, welche Krankheit über sein Haus herauf- beichworen hatte. Das nationale Bewußtsein hat sich soeben zu neuer Bethätigung mächtig entfaltet, Deutschland steht nach außen hin geeint, stark und angesehen da. Ein Strahl der Ostersonne fällt diesmal auch auf das Verhältniß zwischen dem Staat und der katholischen Kirche, welche nach vierzehnjährigem Streite die Waffen bei Seite zu legen und iriedlich und freundschaftlich zusammenzuleben sich entschlossen haben. Die

i innere Ruhe und Ordnung ist von den Gefahren verschont geblieben, welche andere Länder heimgesucht haben.

Doch wo Licht, da ist auch Schatten. Die Ostersonne hat noch manche andere Stellen des öffentlichen Lebens dunkel gelassen.Ach! an der Erde Brust, sind wir zum Leide da!" So sehen wir nach wie vor noch mannigfache Kräfte thätig, welche uns den kirchlichen Frieden ver­gällen möchten. Andere wiederum sind thätig, um auf anderen Gebieten Unzufriedenheit zu schüren und Zwietracht zu säen. Weiter sind finstere l Gewalten bereit, um Thron und Altar, die Grundlagen unserer Cultur, : umzustoßen und unter Mißbrauch der christlichen Lehre ein wahres Teu- : felswerk aufzubauen. Erst vor wenigen Wochen haben wir an den Er- i eignissen in Belgien einen kleinen Vorschmack von dem erhalten, womit l uns die socialdemokratisch-anarchistischen Propheten zu beglücken wünschen. ! Wir wollen auch nicht unterlassen, auf die Thatsache hinzuwessen, daß l in einem Theile Europas trotz aller Bemühungen der Mächte der Frie­denszustand keinerlei Gewähr für Dauer und Sicherheit gibt, und daß : dieser schwarze Punkt doch immerhin weitere Gefahren in sich bergen kann.

Aber das Osterfest gibt uns auch den Glauben an den endlichen Sieg der Ostersonne, mag es auch zu Stürmen und Gewittern gekommen sein oder nicht. Zum Verzagen haben wir keinerlei Anlaß, wenn wir nur den Glauben nicht an Den verlieren, dessen Auferstehungsfest die Christenheit zu Ostern feiert, und wenn wir nur nicht aufhören, ein frommes, rechtschaffenes, gottesfürchtiges Volk zu sein, welches Christen­thum und Monarchie zu seinem Heile braucht und darin auch die Waffen finden wird, um die mancherlei Nebel zu verscheuchen, welche den Glanz der Ostersonne uns jetzt noch verdunkeln.

Tagssschau.

Berlin, 22. April. Dem zum Konsular-Agenten der Vereinig- j ten Staaten von Amerika in Hannover ernannten Herrn A. Moritz i Simon ist das Exequator Namens des Reichs ertheilt worden.

Berlin, 22. April. Für Beive Kaiserlichen Majestäten und ! die hier anwesenden Mitglieder der Königlichen Familie fand heute im : Königlichen Palais die heilige Abendmahlsfeier statt.

Berlin, 22. April. DieNordd. Allg. Ztg." bringt einen ausführlichen Artikel über die Bedeutung des österreichischen Lanvsturm- : gesetzes, welcher folgendermaßen schließt: Deutschland kann nur mit Freu- ; den die neue, der Wehrkraft des verbündeten und befreundeten Nachbar- I reichs ein so wichtiges Element der Stärkung zuführende Landsturm- I Organisation begrüßen und dem patriotischen Entschlüsse der gesetzgebenden ; Faktoren, die letzten Konsequenzen der allgemeinen Wehrpflicht zu ziehen, ! von Herzen Beifall zollen.

Berliner Blätter stellen heute die Wiener Nachricht, daß sich die verwittwete Prinzessin Friedrich Karl in Nizza mit einem Herrn v. Wangenheim zu vermählen gedenke, rund in Abrede.

In derNati onal-Zeitung" lesen wir:

Der Export aus Norddeutschland nach den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich in dem ersten Vierteljahr dieses Jahres gegen das erste Vierteljahr 1885, nach den uns zugänglichen Ziffern, in ganz be­deutender Weise gehoben. Im 1. Quartal 1885 betrug er aus Nord­deutschland d. h. den zu dem General-Konsulat Berlin ressortirenden Konsulatsdistrikten 8 878 077 Dollars. In diesem Quartal (1886) stieg er auf 11 248 318 Doll., hat also um 2 570 240, d. h. mehr als 10V« Will. Mark zugenommen. Es ist bemerkenswerth, daß an dieser Zunahme sämmtliche Konsulate partizipiren. Die Zunahme beträgt von Annaberg 373 788 Doll., Berlin 177 092 Doll., Bremen 51 776 Toll., Breslau 7803 Doll., Braunschweig 443 149 Doll., Chemnitz 476 894 Doll., Dresden 111 668 Doll., Hamburg 772 780 Doll., Leipzig 129 629 Doll. und Stettin 25 707 Doll. Es unterliegt, wie wir aus zuverläs­siger Quelle hören, keinem Zweifel, daß die Zunahme in Westdeutschland (Krefeld, Köln u. s. w ) und in dem General-Konsular Frankfurt a. M., welches ganz Süddeutschland umfaßt, eine entsprechend gleich große ge­wesen ist, und es wird hinzugefügt, daß das erste Quartal des Jahres stets das schwächste Exportquartal ist. Demnach sind die Aussichten für dieses. Jahr überhaupt günstige, und dies um so mehr, als dieAlrsache der größeren Aufträge an Deutschland in dem unverhältnißmäßigen Stei­gen der Arbeitslöhne in den Vereinigten Staaten liegen soll.