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9 War! 25 Pf,. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen« d«i Postaufschlag. Die einzelne Nuix-

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

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Nr. 71.

Donnerstvg den 25. März

1886.

Abon«emeAts'EinlsdrmK.

Mit dem 1. April 1886 beginnt ein neues Abonnement auf den Hanauer Anzeiger", amtliches Organ für Kreis und StaM Hanau.

Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen, die wichtigsten politischen und Tagesereignisse, Cours- und Markt­berichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Ge- schästs- und Privat-Anzeigen. Das Nuterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannichialtige.

Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ifpaltige Zeile nur 10 Pf.

Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.

Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.

Neu zutretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung ab bis Anfang des Quartals unentgeldlich.

Die Expedition desHanauer Anzeiger".

T a g e s s ch a u.

DerR. u. St.-A." veröffentlicht an der Spitze seiner neuesten Nummer folgende Allerhöchste Kundgebung:

Noch ist die freudige Bewegung, welche jüngst bei der Feier Meines fünfundzwanzigjährigen Regierungs Jubiläums durch das ganze Land ging, Mir in lebendiger Erinnerung, noch ist der tiefe Eindruck, welchen Ich durch zahlreiche Huldigungen zu jenem Tage empfunden, aus Meiner Seele nicht entschwunden, und schon wieder nach Verlauf von nur weni­gen Wochen stehe Ich vor einer Fülle von Glück- und Segenswünschen, welche Mir von Meinem geliebten deutschen Volke, von nah und fern, zur Vollendung Meines 89. Lebensjahres am 22. März in mannigfal­tigster Weise dargebracht worden sind. In Adressen und Telegrammen wird Mir von städtischen und kirchlichen Gemeinden, Korporationen und Vereinen, Verbänden und Anstalten jeglicher Art Liebe und Anhänglichkeit aufs Neue bestätigt. Poesie und Musik, Malerei und Kunstgewerbe sind in den Dienst des Tages gestellt, um Mir auch sichtbare Zeichen treuer Ergebenheit zu gewähren. Ueberall im Lande ist die Wiederkehr Meines Geburtstages als ein nationales Fest begangen. Inmitten eines reichen Blumenflors, welcher Mir von den verschiedensten Seiten gespendet wor­den, schlägt mein Herz in dankbarer Freude über diese erhebenden patrio­tischen Kundgebungen. Aus ihnen schöpfe Ich erneut Kraft und Ver­trauen, trotz Meines Alters für des Volkes Wohlfahrt in ernstem Be­mühen auch ferner, so lange es Gottes Wille ist, zu wirken. Tief ge­rührt von so vielen Beweisen warmer Theilnahme drängt es Mich, Allen, welche durch liebevolle Aufmerksamkeiten dazu beigetragen haben, Mir den neunzigsten Geburtstag zu einem weihevollen Festtage zu gestalten, Meinen innigsten Dank dafür auszusprechen.

Ich beauftrage Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntniß zu brin­gen.

Berlin, den 24. März 1886.

Wilhelm."

Sln den Reichskanzler.

Berlin, 24. März. Die Behauptung derFreisinnigen Zeitung", daß der Reichskanzler von Rechtsgelehrten ein Gutachten darüber erbeten habe, wie das bestehende direkte geheime Reichstagswahlrecht ohne Zustimmung des Reichstags zu beseitigen sei, wird von derNordd. Allg. Ztg." für selbstredend auf Erfindung beruhend erklärt.

DieKölnische Zeitung" sagt in ihrem Kaisergeburtstags- Artikel:

. . . Das ist ja das große Geheimniß, das alle Welt, das ganze Deutschland wie das weite Ausland unwiderstehlich zwingt, sich ihm w tiefster Ehrfurcht und lebhafter Bewunderung zu beugen. Kaiser Wilhelm ist ein unvergleichlicher Kriegsheld, ein unübertrefflicher Mehrer ^»d Festiger des Reiches. So oft die Weltgeschichte große weltumwälzende Thaten zu verzeichnen haben wird, wird sie zu gleicher Zeit unseres Kai­

sers hohes Ringen und große Erfolge erwähnen und im Vergleiche preisen müssen. Uns Lebenden aber, die wir diese Erfolge vielleicht etwas über­mäßig gleichgültig genießen, die wir im politischen Kampfe weniger an die trostlose Vergangenheit, als an eine neuauszugestaltende Zukunft i denken, uns bietet es eine wahre Genugthuung, eine stolze Befriedigung, zu glauben und zu wissen, daß über dem erbitterten und wenig erfreu­lichen augenblicklichen Kampfe der Parteien ein Weiser steht, der auf nichts anderes sinnt und trachtet, als alle seine Kräfte unserem durch ihn groß und mächtig gewordenen deutschen Vaterlande zu widmen und zu opfern. Für die Welt ist Kaiser Wilhelm der zuverlässigste Schirmer des Friedens, für seine Unterthanen ist er das Vorbild vollendetster Pflicht­erfüllung und Aufopferung, weisester Mäßigung, unerschütterlichen Recht­sinnes, aufrichtiger Gottesfurcht und wahrer Bescheidenheit. Er ist das Muster eines deutschen Mannes und deutschen Fürsten, wie es die Welt­geschichte nicht glänzender aufweisen kann. Zu seinem Geburtstage ver­einigen sich allerwärts die Gefühle wärmsten Dankes mit den aufrichtigsten Wünschen, daß auch im hohen Alter ihm Gesundheit und Glück wie bis­her treu und unerschütterlich zur Seite stehen mögen.

Das preußische statistische Bureau hat jetzt die vorläufigen Er­gebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 veröffentlicht. Danach betrug die Gesammtbevölkerung des preußischen Staates an die­sem Tage 28313833 Personen, 49,07 Procent männlich, 50,93 Procent weiblich. Sie hat sich in fünf Jahren um 1034 722 Personen vermehrt. Berlin zählte an diesem Tage 1 315 297 Einwohner oder 192 967 mehr als bei der letzten Volkszählung vor fünf Jahren.

Braunschweig, 24. März. Der Landtag genehmigte in seiner Abendsitzung einstimmig und ohne Debatte die Militärkonvention mit Preußen. (Fr. N.)

München, 23. März. In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten wurde angekündigt, daß die Landtagssession bis zum 30. April verlängert worden ist.

Karlsruhe, 24. März. In der ersten Hälfte der vergange­nen Nacht hatte der Erbgroßherzog Schlaf mit bedeutender Temperatur- Herabsetzung; bei Tagesanbruch stieg die Temperatur. Die Pleuritis ist unverändert, der Gelenkschmerz geringfügig.

Wien, 24. März. Aus Vorarlberg wird gemeldet, daß in Folge einer Erdabrutschung der Bahnverkehr augenblicklich unterbrochen ist. Die Züge von Lindau fahren nur bis Bludenz. An der Freimachung des Bahnkörpers wird eifrig gearbeitet.

Wien, 24. März. Das Abgeordnetenhaus beschloß mit großer Majorität das Eingehen in die Spezial-Debatte des Budgets, dafür stimmte auch der deutsch-österreichische Klub, dagegen stimmte nur die äußerste Linke. Sodann wurde nach längerer Debatte der Dispositions­fond mit Majorität angenommen, nachdem Ministerpräsident Graf Taaffe das Vorgehen der Regierungspresse wiederholt gerechtfertigt hatte. (Rh. K.)

Prag, 23. März. Aus allen Theilen Böhmens wird bedeuten­des Steigen sämmtlicher Flüsse und Bäche gemeldet. Hier in Prag tre­ten in vielen Gassen die Kanäle aus: mehrere Gassen sind bereits über­schwemmt. Auf der Kleinseite ist das Wasser in mehrere Häuser gedrun­gen. Im ganzen Jnundationsgebiet sind Hülfscomitö's unter der persön­licher Mitwirkung des Statthalters und des Polizei-Direktors in voller Thätigkeit.

Lüttich, 24. März. Die Strikebewegung der Grubenarbeiter der in der Umgebung der Stadt befindlichen Grubenreviere hat weiter um sich gegriffen. Zur Verhütung von Unordnungen wurden Verstär­kungen der Truppen angeordnet. Die Ankunft von weiteren 500 Mann wurde für heute Nacht angekündigt. In der Stadt selbst herrscht Ruhe.

Lüttich, 24. März. Der bei den Unruhen am 18. d. M. verhaftete Wagner, welcher die Menge zur Plünderung aufreizte, ist zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. In Cockeril ist ein neuer Strike ausgebrochen. Der Strike der Stahlarbeiter in Angleur und Tilleur verläuft friedlich. Vielfach sind aufreizende Broschüren, betitelt Volkskatechismus", vertheilt worden. Die Arbeitseinstellung in den in der Nähe der Stadt befindlichen Gruben ist jetzt eine allgemeine Vor der Stadt haben sich augenblicklich gegen 1500 Arbeiter angesammelt, welche in den Werken Marguerite, Lahape und Esperance diL Arbeit ein-