kündet. Daffelbe lautet nach den „Fr. N." folgendermaßen: 1) gegen Commissar Meyer auf 3 Monate Gefängniß, 2) gegen Schutzmann WingeIeith auf 2 Monate, 3) gegen Schutzmann Homann auf 1 Monat, 4) gegen Schutzmann Schweiger auf 14 Tage und 5) gegen Schneider Leyendecker wegen Vergehens gegen § 9 und 17 des So- zialistengesetzes auf 1 Monat Gefängniß. Jeder der Angeklagten hat die Kosten, soweit sie durch das gegen ihn eingeleitete Verfahren erwachsen sind, zu tragen. Die Angeklagten Meyer, Wingeleith, Homann und Schweiger haben auch noch die Kosten der gegen sie erhobenen Nebenklage zu tragen.
Aus der Begründung des Urtheils ist hervorzuheben: M e y e r war Beamter und hat als solcher die Körperverletzung von Personen begehen lassen, indem er seinen Schutzleuten den Auftrag gab, von ihrer Waffe Gebrauch zu machen. Er hat vorsätzlich gehandelt und kann sich weder auf seine Instruktion noch auf die ihm früher ertheilte Rüge zu seiner Entschuldigung berufen. Er mußte sich der Folgen seiner Handlungsweise bewußt werden und konnte auch voraussehen, daß es zu einem Zusammenstoß kommen würde. Meyer ist allerdings zu Gewaltthätigkeiten nicht geneigt und der ganze Auftrag war ihm unbequem. Das Gericht konnte ihm deßhalb zwar keine mildernden Umstände bewilligen, hatte aber auch keine Veranlassung, über das Strafminimum von 3 Monaten hinaus- zugehen.
Die Schutzleute waren durch den Befehl ihres Vorgesetzten nicht gedeckt, denn dieser Befehl lautete nur dahin, die Menge auseinanderzu- treiben. Bei allen kommen jedoch mildernde Umstände in Betracht. Ställdischc"Lcihbank Hanau.
Bei Leyendecker betrachtet es das Gericht als festgestellt, daß er gesprochen habe, während die Auflösung vom Kommissar verkündigt wurde, und daß er die Auflösungsverkündigung gehört hat. Dagegen habe er nicht provoziren wollen, auch liege kein Vergehen gegen § 11$ des Strafgesetzbuchs vor.
Um ß’/a Uhr wurde die Sitzung, nachdem sie ohne größere Pause von Vormittags 9 Uhr an gedauert hatte, geschloffen. Die Angeklagt« vernahmen das Urtheil mit Gleichmuth, nur Kommissar Meyer hatt^ Thränen in den Augen. Auf dem großen Kornmarkt hatte sich eine zähste reiche Menschenmenge angesammelt, welche auf die Bekanntgabe des Ur-! theils wartete.
— Darmstadt, 17. März. Die Erste Kammer trat dem Be- schluffe der Zweiten Kammer wegen Erbauung einer Klinik zu Gießen und Bewilligung des hierfür angesetzten, durch ein 4proz. Anlehen aufzu- bringenden Kostenbetrages von 1 248 860 M. bei.
KN^ Fortsetzung dieser Rubrik in der Beilage. *1«
Briefkasten der Redaktion.
Zwei Streitende. E- war im Oktober 1815 als zum letzten Mnle Ei» sagte Schelle zum öffentlichen Verkündigungsmittel in Gebrauch genommen wurde.
T h e r m o m e t e r st a n d.
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Gesangverein Samfer.
Unser diesjähriges Stiftungsfest findet Sam-i ftag den 27, März, Abends 8 Uhr, im Saale der „Centrallialle14 statt.
2736 Der Vorstand.
Hämücr^klldcrgcscllschaf 1879.
Montag den 22. März 1886: |
General-Versammlung.
Tagesordnung: ' Ersatz-Wahl. Mitglieder- Aufnahme.
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lernen will. Näh, i. d. Exped.
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2726
Der Vorstand,
Aufforderung.
Im Namen meiner Geschwister fordere ich alle Diejenigen auf, welche noch eine Forderung cn meine Mutter, die verstorbene Wittwe Mok. zu machen haben solche bis zum 30. d. Mts, an mich einzureichen, spätere Forderungen finden keine Berücksichtigung.
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Der Gesammtauflage unserer heutigen Nummm liegt ein Prospekt betr. Abonnements-Einladunß
auf das „Berliner Tageblat" und Montagsblatt" bei
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Danksagung.
Für die vielen Beweise herzliche Theilnahme bei dem Verluste unseres lieben Vaters
Herrn Heinrich Bescher
sagen innigsten Dank
2731 Die trauernden Hinterbliebenen
Stadt-Theater in Hauffs
Freitag den 19. März 1886 : |
Amefiz füc fcanlein GMar6:
Der Stabstrompeter.
Gesangsposse in 4 Acten von A. Weller und. Mannstädt. Musik von Steffen.
Bereits 100 Mal vom Central-Theater in r
Berlin aufgeführt. 2731
Kaffaöffnung 6^2 Uhr.Anfang 7 11^?
Hierzu eine Btatt-Bellage.