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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
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Nr. 61.
Samstag den 13. März
1886.
Betarmtmachun len Königl. Landrathsamts.
Der Schuhmacher Jacob Schmidt II. aus Windecken, 36 Jahre alt, hat sich aus Windecken entfernt und seine Frau mit 5 unmündigen Kindern in hülfsbedürftiger Lage zurückgelassen. Derselbe hat vor mehreren Jahren an Geisteskrankheit gelitten und es sollen sich in letzterer Zeit wieder Spuren dieses Leidens bei ihm gezeigt haben.
Es wird ersucht nach dem Aufenthaltsorte des rc. Schmidt zu fahnden und im Ermittelungsfalle Nachricht hierher zu geben.
Hanau am 6. März 1886.
Der Königliche Landrath
P. 997. Gf. Bismarck.
Gefunden: Ein grauer wildlederner Handschuh. Ein Notizbuch. Ein Soldbuch für den Füsilier „Heinrich Wilhelm Geldes der 12. Comp. 97. Jnf.-Regts Ein kleiner Hundemaulkorb. Vor längerer Zeit ein Portemonnaie mit Consumarken.
Zugelaufen: Ein kleiner grauer Pinscher mit weißen Abzeichen. Am 4. d. M. ein weiß-grauer Seidenpinscher mit langer Ruthe weibl. Geschl. mit rothem Halsband, mit weißen Porzellanknöpsen besetzt; Empfangnahme bei Zimmermann Jacob Heck zu Wachenbuchen.
Hanau am 13. März 1886.
Aus Königl. Landrathsamt.
Nach der mit dem 1. April d. I. in Kraft tretenden Veränderung - der Landwehr-Compagnie-Bezirke wird die 6te (nicht 5te Compagnie, wie in Nr. 51 des Anzeigers steht) Compagnie, mit dem Sitze in Hanau, 4 den Stadt- und Landkreis Hanau kontroliren.
Demgemäß ersuche ich die Herrn Bürgermeister des zukünftigen ; Landkreises Hanau, die in den Ortschaften aufgestellten Ortstafeln entsprechend der Numerirung der Landwehr-Bezirks-Compagnie mit dem 1. April c. abändern zu lassen und anzuzeigen, daß dies geschehen ist.
Hanau am 6. März 1886.
Der Königliche Landrath
V. 1567__Gf. Bismarck.________________________
LündwirthschaMichkr Kreis-Verein Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 2 0. März, Nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau. Tagesordnung:
1) Geschäftliche Mittheilungen.
2) Viehmarkt Hanau.
3) Beschaffung von Kleesamen und Saathafer.
4) Besprechung über den landwirthschaftlichen Consumverein Hanau; Ausnahme von Mitgliedern.
5) Vortrag des Herrn A. Riegelmann „über die Bedeutung der Tieskultur".
____■ __Der V^orstand.
Tagesschau.
P. Aus den Parlamenten. Berlin, 11. März. Der Reichs- f ta g beendigte die zweite Berathung des von dem Abg. Dr. Reichensperger eingebrachten Gesetzentwurfs, betr. die Einführung der Berufung gegen Urtheile der Strafkammern. Da die grundlegenden Paragraphen bereits s erledigt sind, wurde der Rest der Vorlage, welcher wesentlich nur Konsequenzen der früheren Beschlüsse enthielt, ohne erhebliche Debatte nach den , Kommissionsanträgen angenommen. Demnächst wurde ein von der Ge- schäflsordnungskommission gestellter Antrag, betr. die Abstimmung über die bei der Berathung des Reichshaushalts-Etats beantragten Resolutionen, angenommen und schließlich Petitionen erledigt. Morgen 1 Uhr: Gesetzentwurf, betr. die Heranziehung der Offiziere zur Kommunalbesteuerung, Nachtragsetat rc.
Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich zunächst mit Petitionen, die im Allgemeinen nach den Beschlüssen der betreffenden Kommissionen ihre Erledigung funden. Zu einiger Diskussion führte dabei zuvörderst eine Petition wegen Einführung der Stenographie als Unterrichts- - Segenstand in die höheren Lehranstalten, welche indeß durch einfache Ta
gesordnung erledigt wurde, und eine Petition von Einwohnern rheinlän- discher und westfälischer Städte wegen gesetzlicher Regelung des Feuerlöschwesens, bezüglich deren, entgegen dem Anträge der Gemeindekommission, die ebenfalls einfache Tagesordnung beantragt hatte, mitivirte Tagesordnung beschlossen wurde. Schließlich gelangte noch der Gesetzentwurf, betr. die anderweite Feststellung des Geschäftsbereiches mehrerer kommunalständischen Anstalten in der Provinz Hessen-Nassau, in dritter Lesung definitiv zur Anahme. Morgen: Kultusetat.
— Berlin, 12. März. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute den General-Intendanten der Königlichen Schauspiele, von Hülsen, den Oberstkämmerer Grafen zu Stolberg - Wernigerode, den ehemaligen Polizeipräsidenten von Berlin, Wirklichen Geheimen Rath von Madai, und den kommandirenden General des IV. Armeekorps, General der Infanterie, Grafen Blumenthal.
— Berlin, 11. März. Die Commission des Abgeordnetenhauses für die Vorlage über Ansiedlungen in Westpreußen und Posen hat sich für Zulassung von Rentengütern und Zeitpacht entschieden und dem entsprechend die einschlägigen Paragraphen abgeändert. Ferner wurde bezüglich der dem Staate zufließenden Schadloshaltung beschlossen, daß die Beträge, welche der Staat als Schadloshaltung erhält, soweit sie nicht aus Veräußerung von Domänen und Forsten herrühren, dem Hundert- millionenfonds zufließen und alljährlich in den Staatshaushalt ausgenommen werden sollen. Nach Ablauf von zwanzig Jahren soll über diese Einnahmen im Staatshaushalt auch anderweitig verfügt werden können. Die Commission wird nach Beendigung der ersten Lesung eine achttägige Frist vergehen lassen, ehe sie die zweite Lesung beginnt. Regierungspräsident v. Tiedemann wird als Berichterstatter in der Staatsrathsabtheilung für die Berathung der Colonisationsangelegenheit walten.
— Berlin, 12. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt, ihr vorgestriger Artikel über das Nichterscheinen des Reichskanzlers in der Monopolkommission bezwecke einen Protest gegen die Zumuthung an den Reichskanzler, sich an der Arbeit einer Kommission zu betheiligen, von welcher unzweifelhaft feststehe, daß sie die Gesetzesvorlage zu Falle bringen will. Der Ver'uch einer Rettung des Monopols in dieser Kommission wäre ein hoffnungsloses Unternehmen. Damit sei die Frage der Betheiligung des Reichskanzlers an derselben entschieden. Der Bries des Fürsten Bismarck an den Staatssekretär von Bötticher war nicht bestimmt, die Verpflichtung des Reichskanzlers zur Theilnahme an den Kommissionssitzungen zu begründen; er sollte lediglich konsiatiren, daß der Fürst nach wie vor an dem Monopol sesthalte.
— Berlin, 12. März. Die Reichstagskommission für den Gesetzentwurf betreffs der Rechtspflege in den deutschen Schutzgebieten nahm mit 8 gegen 4 Stimmen in zweiter Lesung das ganze Gesetz unverändert in der Fassung der ersten Berathung an. (Rh. K.)
— B erlin, 12. März. Der deutsche Handelstag ist im Bürgersaale des Rathhauses zusammengetreten. Staatssekretär v. Bötticher begrüßte denselben mit einer Ansprache, worin er einen Rückblick aus die sünfundzwanzigjährige Geschichte des Handelstages warf und hervorhob, so sehr auch die Meinungen über dasjenige, was dem Handel frommt, auseinandergingen, eins solle man im Auge behalten: das Streben, einen Einigungspunkt zu finden und sich ruhigen Blickes nicht blos auf den Kreis der eigenen Lokalinteressen zu beschränken, sondern darüber hinaus auch die konkurrirenden Interessen anderer Berufszweige im Auge zu behalten. Die wirthschaftliche Lage sei ja leider nicht sehr günstig; es gehe im Handel und Verkehr wie überall: die Wogen gehen auf, sie gehen ab. Man dürfe sich den Blick nicht trüben lassen durch gewisse Depressionen, die an sich vielleicht geeignet sein könnten, Sorge zu veranlassen. Aber die Anzeichen seien ja vorhanden, daß Handel und Wandel sich wieder heben. Er (der Minister) hege die feste Zuversicht, daß der wirthschaftliche Aufschwung nicht lange auf sich warten lassen werde, umsomehr, wenn man bestrebt sei, die Ursachen des Rückganges zu erkennen und etwaigen Mängeln abzuhelfen Nachdem sodann der Delegirte der geltesten der Berliner Kaufmannschaft den Handelstag begrüßt, konstituirte sich das Bureau und trat die Versammlung in die Tagesordnung ein.
— Berlin, 12. März. Die Kommission für die Berathung des