N-ormsmsMIK PreiS:
Mhrlich 9 Mari. H-lbj.4M.S0Pf,.
»i-rtkljLhrlich
, Mark 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen, den Postausschlag. Die einzelne Rnm-
"er 10 Pf«.
Hanniicr Ameiaer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
Preis:
Sie Ispaltige Sarmondzeile ab. deren Raum
10 Psg.
Die 2fpatt Seile 20 Pfg.
LieSspalttgeZeile
30 Psg
Nr. 53
Donnerstag den 4. März
1886.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgange ein Annahmebuch mit sich, in welches er die von ihm angenommenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnliche Packete und Nachnahmesendungen, sowie etwa von ihm erhobene ZeitungsAbonnementsbeträge einzutragen hat. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriefträger demselben das Buch vorzu- legen. Bei der Eintragung des Gegenstandes durch den Landbriefträger muß dem Absender auf Verlangen durch Vorlegung des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten Eintragung gewährt werden.
Cassel, 5. Februar 1886.
Der Kaiserliche Ober-Postdirektor
__Zur Linde.______________
Lekarmtumchrwaen König!. ^andrathsamts.
Bekanntmachung.
An der Landwirthschaftsschule zu Weilburg soll auch im Jahre 1886 ein Fortbildungskursus für Elementarlehrer abgehalten werden und ist hierzu Termin in der Herbstferienzeit (Ende August bis Ende September) in Aussicht genommen.
Die in dem Kursus zu behandelnden Gegenstände sind folgende:
1) Chemie II. Theil (Chlor, Schwefel, Phosphor, Silicium, Kalium, Natrium, Calcium, Aluminium, Eisen);
2) Botanik (Anatomie und Physiologie der Pflanzen);
3) Thierproduktionslehre;
4) Unterrichtswesen.
Den theilnehmenden Lehrern aus dem Regierungsbezirk Cassel wird ein Zuschuß von 80 M. in Aussicht gestellt, sobald die betreffende Gemeinde oder der Lehrer selbst mindestens 35 M. zuzuschießen bereit ist. Den Gemeinden wird anheimgestellt sich durch einen von dem Lehrer aus- zustellenden Revers dahin zu sichern, daß der von der Gemeinde subven- tionirte Lehrer den Betrag zurückzuzahlen hat, wenn er innerhalb Jahresfrist nach dem Kursus die betreffende Gemeinde verläßt.
Diejenigen Lehrer, welche an dem in Rede stehenden Kursus Theil nehmen wollen, werden aufgefordert, ihre Gesuche bis zum 20 Mai l. Js. durch Vermittelung der betreffenden Königlichen Schulvorstände bezw. Stadtschuldeputationen hierher einzureichen.
Cassel, den 13. Februar 1886.
Königliche Regierung,
Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.
Mit Bezug auf den vorstehenden Erlaß ergeht an die Gemeinden und Lehrer die Aufforderung, die Theilnahme an dem in Aussicht stehenden Fortbildungskursus zu fördern und mir von dem Ergebniß ihrer Schritte in den nächsten Wochen Mittheilung zu machen. Dabei ist an- zugeben, in welcher Weise für die Vertretung der an dem Kursus theil- nehmenden Lehrer gesorgt werden könnte.
Hanau am 2. März 1886.
Der Königliche Landrath
V. 1750 Gs. Bismarck.
Die Regierungs-Polizei-Verordnung vom 30. April 1881 enthält in dem §. 10 folgende Bestimmungen:
Fuhrwerke, welche sich begegnen, müssen einander nach der rechten Seite, jedes zur Hälfte, ausweichen.
Jedes von einem andern eingeholte Fuhrwerk muß, wenn der Führer des Letztem die Absicht vorbeizufahren zu erlernten gibt, nach der rechten Seite ausweichen, während das vorbeifahrende Fuhrwerk nach der linken Seite ablenken muß.
Da diese Vorschriften dem fahrenden Publikum ungenügend bekannt zu sein scheinen, so ersuche ich die Herren Bürgermeister, dieselben wiederholt und mit dem ausdrücklichen Hinzufügen in den Gemeinden bekannt zu machen, daß Zuwiderhandelnde einer Strafe bis zu 60 Mark eventuell bis zu 14 Tagen Haft verfallen.
Hanau am 3. März 1886.
Der Königliche Landrath
V. 1892 Gf. Bismarck. '
Tagesschau.
P. Aus dem Abgeordnetenhause. Berlin, 2. März. Das Abgeordnetenhaus erledigte zunächst Petitionen von keinem allgemeineren Interesse, zumeist durch Uebergang zur Tagesordnung. Dann wurden die Wahlen der Abgg. Stephanus (Linden), Jacobs (Bentheim), Pflueg und Seyfarth (Rotenburg) für gültig erklärt, während die Kom- mifsion betreffs der Wahl des Abg. Jacobs die Beanstandung beantragt hatte. Verschiedene Petitionen, welche der Agrarkommission vorgelegen hatten, wurden durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Petitionen seminaristisch gebildeter Lehrer an höheren Unterrichtsanstalten um Aufbesserung der Besoldung und Regelung der Ascensionsverhältnisse wurden der Regierung als Material für die gesetzliche Regelung der Verhältnisse der Lehrer an den höheren Lehranstalten überwiesen. Morgen: Dritte Lesungen kleinerer Vorlagen und Spezialberathung des Etats des Ministeriums für Handel und Gewerbe.
— Berlin, 3. März. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute militärische Meldungen entgegen und hörten sodann den Vor- trag des Civilkabinets.
— Berlin, 3. März. Der „Post" zufolge äußerte Fürst Bismarck, als bei dem gestrigen parlamentarischen Diner die Währungsfrage zur Sprache kam: Ein Privatmann oder Abgeordneter könne sich leicht betheiligen an Agitationen für Bestrebungen, welche unser ganzes wirth- schaftliches Leben doch in eine recht schwierige Lage bringen könnten. Er in seiner verantwortlichen Stellung müsse vorsichtiger sein. Die Nachtheile, welche die Doppelwährung dem deutschen internationalen Verkehr zufügen müsse, solange nämlich England nicht daran denke, sich an einem internationalen Doppelwährungsvertrag zu betheiligen, seien sicher, dagegen könne er sich nicht überzeugen, daß die Vortheile, die sich die Anhänger der Doppelwährung davon versprächen, wirklich eintreten würden. — Die „Berliner Pol. Nachr." melden, auf dem gestrigen parlamentarischen Diner beim Reichskanzler habe dieser betreffs der gegrn die Rede des Bischofs Kopp erfolgten klerikalen Angriffe bemerkt, man dürfe sich von Anfeindungen der bezeichneten Art nicht beirren lassen, müsse dieselben vielmehr mit Nichtachtung strafen. (F. N.)
— Kiel, 3. März. Eine in dem Anwesen des Großhandlungshauses Sartori ausgebrochene Feuersbrunst hat das Comptoirgebäude ganz, das Wohnhaus ganz zerstört. Die Geschäftsbücher sind gerettet. Die Ursache des Brandes ist unbekannt.
— Euskirchen, 2. März. Heute Morgen traf der um 6,33 fällige Zug von Köln erst um 10 Uhr mit SVs Stunden Verspätung hier ein. Derselbe blieb zwischen Weilerswist und Derkum im Schnee stecken. Erst durch Heranziehung von etwa 100 Arbeitern gelang es, den Zug flott zu machen.
— Rom, 2. März. Der Kardinal Angelo Jacobini ist gestorben.
— Amsterdam, 1. März. Die „Köln. Ztg." schreibt: Seit einiger Zeit bestehen in den südlichen Provinzen Nordbrabant und Limburg katholische Militärvereine. An der Spitze steht in der Regel ein Caplan. Protestantische Soldaten können zwar in das Vereinslokal eingeführt werden, sind aber nur geduldete Gäste und werden folglich von ihren katho- lifchen Kameraden nicht als gleichberechtigt angesehen. Die Gliederung dieser Vereine ist eine militärische, es bestehen auch hier Rangunterschiede, die aber wohl nicht von Muth und Tüchtigkeit, sondern von kirchlicher Rechtgläubigkeit abhängen, und überdies verrichten die Mitglieder in der Kirche auf Commando besondere religiöse Ceremonien. Man sieht, wie der Ultramontanismus auch im Heere festen Fuß zu fassen strebt, und seit der Kampf gegen die gemischte Schule so große Erfolge erzielt hat, kann man seine Kräfte getrost auch an der Armee versuchen, und zu der Forderung, Katholiken und Protestanten in besondere Compagnieen einzu- stellen, ist der Weg dann nicht mehr weit.
— Belgrad, 3. März. Nach einer hier von Mijatowic eingegangenen Depesche ist das Friedens-Jnstrument in Bukarest unterzeichnet worden.
— Washington, 3. März. Dem Kongresse ist am Dienstag eine Botschaft des Präsidenten Cleveland zugegangen mit einer Korrespondenz zwischen der Regierung und dem chinesischen Gesandten anläßlich der jüngsten Ausschreitungen gegen die Chinesen. Der chinesische Gesandte