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Hananer Ammer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

yOfernvuv* Preis:

Die ispaltige Earmondzeile ob. deren Raum

10 Psg.

Die Sshalt. Seite 20 Psg.

LieSspaltigeZeile 30 Psg

Nr. 50

Montag den 1. März

1886.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgange ein Annahme­buch mit sich, in welches er die von ihm angenommenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnliche Packele und Nachnahmesendungen, sowie etwa von ihm erhobene Zeitungs­Abonnementsbeträge einzutragen hat. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriefträger demselben das Buch vorzu- legen. Bei der Eintragung des Gegenstandes durch den Landbriefträger muß dem Absender auf Verlangen durch Vorlegung des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten Eintragung gewährt werden.

Cassel, 5. Februar 1886.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor Zur Linde.

BetentmadmweK Kümgl. LaNdrathsamtH.

Gefunden: Eine graue Kaputze. Ein Messer. Ein Dienstbuch auf den NamenMargaretha Aldus aus Gassen". Ein Leihhauszettel Nr. 2902.

Verloren: Vom Ostbahnhof bis zum Marktplatz ein schwarzer Pelzstauchen.

Hanau am 1. März. 1886.

,Aus KönigsiLandrathsamt.

Tagesschau.

Berlin, 27. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König haben Allerhöchstsich am Abend des 25. d. M. auf dem Ball im Schlosse durch einen Fall eine Kontusion der linken Hüfte zugezogen, welche, zwar an sich nicht erheblich, doch für die nächste Zeit ein ruhiges Verhalten erforderlich macht.

Berti«, 27. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern Nachmittag den Bischof Dr. Kopp und den Unter- Staatssekretär Grafen Herbert v. Bismarck. Heute nahmen Se. Majestät militärische Meldungen entgegen und hörten den Vortrag des Chefs des Militärkabinets, General-Lieutenants v. Albedpll.

Berlin, 27. Febr. DieNordd. Allg. Ztg." tadelt das Verhalten des griechischen Ministers Delpannis, welcher die mündliche, vertrauliche Aeußerung des deutschen Gesandten darüber, daß der Wechsel des englischen Kabinets keine Aenderung der englischen Politik gegenüber Griechenland herbeiführe, den Zeitungen von Athen mittheilte und durch den griechischen Gesandten in London darüber mehrmals anfragte. Das Verfahren des griechischen Ministers sei nicht geeignet, demselben das Vertrauen der Mächte zu erhalten und müsse dahin führen, daß Grie­chenland durch seine Schuld die Spmpathieen der anderen Kabinete ver­liere.

Berlin, 27. Febr. DieNordd. Allg. Z." bespricht die täg­lich neu auftauchenden Projekte betreffs der Reform der Branntweinsteuer durch Erhöhung der Maischraumsteuer oder durch Einführung der Fabri- katstkuer und sagt dann, die Regierung verwerfe die Besteuerung im Stadium der Fabrikation, weil diese Besteuerung unbillig und unzweck­mäßig sei; bei der Erhöhung der Maischraumsteuer, wie bei der Fabri- katsteuer müsse der Abgabepflichtige die Steuer vorschußweise zahlen und werde steuerpflichtig zu einem Zeitpunkte, wo er sein Produkt noch nicht in den Verkehr gebracht habe, was mit einer gerechten und gesunden Steuerpolitik unvereinbar sei. Dem Branntweingenussc könne man aber auch nur dann erfolgreich steuern, wenn der aus dem Stadium der Fa­brikation in das Studium des Konsums getretene Branntwein besteuert werde. Die Aufgaben, welche die Regierung im Auge habe, ließen sich nur durch das Monopol oder die Lizenzsteuer lösen; dadurch sei es mög­lich, eine gerechte Erhebung der Steuer zu sichern und zugleich der Ueber- Handnahme des Branntweingenuffes entgegenzutreten.

Berlin, 27. Febr. . Für die Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis zum Schluß des Monats Januar 1886 haben betragen die Einnah­men der Post- und Telegraphenverwaltung 143 906 425 Mk. (gegen 1884/85 4- 5 314 297 Mk.), der Reichs-Eisenbahnverwaltung 38 611 300 Mk. (- 481 900 Mk.).

DerAllg. Ztg." wird aus Berlin telegraphirt:Von zuver­lässiger Seite verlautet, für den Fall der Ablehnung des Sozialistenge- fetzes würde die Einführung desselben in den Einzelstaaten, zunächst in Preußen erfolgen."

Kiel, 26. Febr. In der Wohnung des Herausgebers des Kie­ler Tageblatts, Herrn C. Böckel, hat gestern eine längere Haussuchung stattgefunden. Die Frau des Herrn C. Böckel ist nach ihrer gestrigen Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter in Haft genommen worden, da sie des Einverständnisses mit dem verhafteten Redacteur Prohl ver­dächtig ist, der mit Sarauw landesverrätherische Gemeinschaft gepflogen haben soll.

Posen, 27. Febr. Der heutige Frühzug der Stargard- Posener Bahn verunglückte zwischen Kreuz und Dratzig. Die Lokomotive, der Gepäckwagen und mehrere andere Wagen entgleisten; zur Abholung der Reisenden mußte von hier aus eine Lokomotive entgegengesandt werden.

Brüssel, 28. Februar, 11 Uhr 57 Min. Vorm. Belgische Anarchisten halten heute ein Monstre- Meeting in Vilvorde ab; Ruhestö­rungen werden befürchtet. (D. Mont.-Bl.)

Birmingham, 27. Febr. Nachdem die strikenden Arbeiter der Schraubenfabrik von Nettlefold noch etwa 1000 andere Arbeiter ge­zwungen haben, sich an dem Strike zu betheiligen, begaben sie sich nach Birmingham, wo sich eine andere Fabrik Nettlefolds befindet. Eine starke Polizeimacht zwang jedoch die Menge zurückzugehen, worauf die Strikenden auseinandergingen. Sämmtliche Werkstätten Nettlefolds bleiben bis Dienstag geschloffen.

Sofia, 27. Febr. Die Wahrscheinlichkeit des nahen Friedens­schlusses hat die bulgarische Regierung bewogen, die Getreide-Ausfuhr wieder freizugeben.

New-Dork, 26. Febr. Der PostdampferRhynland", Kapt. Jamison, ist von Antwerpen angekommen.

M^- Fortsetzung der Tagesschau in der Beilage, -^gg

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Hanau, den 1. März 1886.

(Verleihung.) Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht dem evangelischen Lehrer und Kantor Hufnagel zu Ravolzhau- sen im Kreise Hanau den Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern zu verleihen.

(Hoher Besuch.) Vorgestern Mittag traf Herr Unterstaats­sekretär Graf Herbert v. Bismarck bei unserem Landrath Herrn Gra­fen Wilhelm v. Bismarck zu Besuch ein, um, wie wir erfuhren, einer dortselbst statthabenden Familienfestlichkeit anzuwohnen. Der hohe Besuch ist, wie man uns mittheilt, gestern Abend wieder abgereist.

0. (Geflügel-Aus st eil ung). Nachdem die Endtermine für die Anmeldungen zur V großen Geflügel-Ausstellung des Geflügel- und Singvögelzucht-Vereins Hanau abgelaufen, läßt sich mit ziemlicher Gewißheit das Gesammtresultat überblicken und kann konstatirt werden, daß alle gehegte Erwartungen weit übertroffen worden sind; ja zahlreiche Anmeldungen mußten den Bestimmungen gemäß suspendirt werde«. Doch wird des diesjährige Katalog mehr als das Doppelte aller Geflügelarten gegen die der früheren Jahre aufweisen. Der Verein mußte deshalb bedeutende Summen für noch nöthige Ausstellungs-Geräthschaflen (Käfige rc) bewilligen und die Arbeiten zur schleunigsten Anfertigung vergeben.

Auch die vorgesehenen Staatsmedaillen sind dem Verein bewilligt und kommen 4 silberne und 8 bronzene Medaillen, sowie 6 sehr schön ausgefertigte Ehrentafeln des landwirthsch. Centralvereins für die Provinz Heffen-Nassau zur Vertheilung.

Mit Freude und Stolz kann der Verein dem Eröffnungstage, Sonntag den 7. März, entgegensehen, der auch den Besuchern zeigen wird, daß nicht nur das Interesse für Sportgeflügel, sondern auch die prak- : tische Hühnerzucht, dieses so rentablen Zweiges der Landwirthschaft, in ; sichtlichem Aufschwung« begriffen, und daß bald die deutschen Züchter im Stande sind, den Ausländern den deutschen Geflügelmarkt streitig zu machen.