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Nr. 47
Donnerstag den 25. Februar
1886.
Amtliches.
Grundstücksverpachtuag.
Von dem Domanialgrundbesitz in der Gemarkung von Groß- krotzenburg sollen die nachstehenden Parcellen, als:
Nr. 208 = 9 a 36 qm Acker die obere Beune,
„ 213 = 8 „ 45 „ „ daselbst und
„ 214 - 8 „ 25 „ „ daselbst, Dom 1. Januar d. Js. ab anderweit auf zwölf Jahre öffentlich meistbietend im Einzelnen verpachtet werden.
Termin hierzu ist auf
Mittwoch, den 3. März d. Js.,
Nachmittags 2 Uhr, in die Gastwirthschaft „zum goldenen Schlüssel" in Großkrotzen- burg anberaumt.
Pachtbewerber werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessene Gebote der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins ertheilt werden wird.
Hanau, am 23. Februar 1886.
Der Königliche Domainen-Rentmeister
1969 _____________________Bell.__________________________
Tagesschau.
P. Aus den Parlamenten. Berlin, 23. Februar. Der Reichstag hielt vor schwach besetzten Bänken eine kurze Sitzung, in welcher der Gesetzentwurf, betr. die Abänderung des § 137 des Gerichts- verfassungsgesetzes (Ausgleich des Widerspruchs zwischen Entscheidungen der Zivil- und Strafsenate des Reichsgerichts), mit einem Zusatzantrags des Abg. v. Graevenitz (Reichspartei), wonach der Ober - Reichs- anwait in gewissen Fällen mit seinem schriftlichen Gutachten zu hören ist, in zweiter Berathung genehmigt wurde. — Wegen schwacher Besetzung des Hauses wurde von dem Eintritt in die zweite Berathung des Antrages Reichensperger (Wiedereinführung der Berufung) Abstand genommen und um 2sh Uhr die Sitzung geschlossen. Morgen 2 Uhr: Initiativanträge.
Das Abgeordnetenhaus beendigte die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betr. dieBeförderung deutscher Ansiedelungen in den Provinzen Westpreußen und Posen, nachdem sich noch die Abgg. Dr. v. Stablewski (Pole), Dr. Windthorst (Zentrum) und Dr. Hänel (deutschfreis.) gegen, die Abgg. Dr. Wehr und Kennemann (freikons.) und Hobrecht (nat.-lib.) für die Vorlage ausgesprochen, auch der Minister für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten Dr. Lucius sich an der Debatte zur Richtigstellung verschiedener Einwendungen betheiligt hatten. Die Vorlage wurde an eine besondere Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen. Morgen: Fortsetzung der Berathung der übrigen auf die Sicherung des Deutschthums in den Ostprovinzen bezüglichen Gesetzentwürfe.
P. Aus dem Reichstag. Berlin, 24. Febr. Der Reichstag wollte heute zunächst die Anträge in zweiter^ Lesung berathen, welche die Aenderungen der Dauer der Legislaturperiode betreffen. Ein Antrag, diesen Gegenstand von der Tagesordnung mit Rücksicht auf die schwache Besetzung des Hauses abzusetzen, führte schließlich zur Auszählung, wobei sich ergab, daß nur 147 Mitglieder anwesend waren; das Haus war also nicht beschlußfähig. Es mußten die Verhandlungen abgebrochen werden. — Morgen 1 Uhr: Nord-Ostsee-Kanal und Novelle zum Viehseuchen- gesetz. ___________________________________
— Berlin, 24. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag die Meldung des von Urlaub zurückgekehrten Herzogs zu Schleswig-Holstein, sowie der hier eingetroffenen Generale, Freiherr von Schlotheim und Graf von Haeseler, entgegen und ließen Sich von dem Wirklichen Geheimen Rath von Wilmowsti Vortrag halten. Später empfingen Se. Majestät den Fürsten zu Pulbus sowie den Fürsten zu Loewenstein-Wertheim.
— Berlin, 24. Febr. Dem Abgeordnetenhause ging ein Gesetzentwurf zu, betreffend die Errichtung und Unterhaltung von Fortbildungsschulen in Westpreußen und Posen. Danach sollen dem Handelsminister jährlich 200 000 Mark für den gedachten Zweck zur Verfügung gestellt
werden. Die Arbeiter unter 18 Jahren sollen an Orten, wo Fortbildungsschulen errichtet werden,' zum Besuche derselben verpflichtet werden. Die auf Grund dieses Gesetzes zu leistenden Ausgaben sind vom 1. April 1887 ab in den Etat aufzunehmen. Den Motiven des Gesetzentwurfes zufolge sollen Fortbildungsschulen in den gedachten Provinzen an etwa 115 Orten von über 2000 Einwohnern und ferner in einer Reihe von kleineren Gemeinden mit Gewerbebetrieb errichtet werden. (RH. K.)
— Berlin, 24. Februar. Auf Allerhöchsten Befehl haben die Offiziere des Hessischen Füsilier - Regiments Nr. 80 zu Ehren des Angedenkens ihres verstorbenen Chefs, des General-Adjutanten, Generals der Infanterie, von Sollen, drei Tage Trauer (Flor um den linken Unterarm) anzulegen.
— Berlin, 24. Febr. Im Dorfe Zöschen bei Halle sind heute Mittag 10 Morgen Land mit mehreren Arbeiterhäusern und 3 Menschen plötzlich versunken. Die meisten Bewohner waren außerhalb. Unter der Stelle befand sich früher ein alter Schacht, jetzt ist an derselben ein Teich.
— Nach einer Andeutung der Berliner Politischen Nachrichten soll der Ausgleich in der Frage der Communalbesteurung der Offi- ciere dahin vorgeschlagen werden, daß die Officiere in allen Städten gleichmäßig von ihrem Privatvermögen 100 pCt. der Staatssteuer zu den Gemeinde-Abgaben beitrügen, einerlei, ob in den betreffenden Städten die Zuschläge diesen Betrag überstiegen oder nicht erreichten.
— Cannes, 23. Febr. Der Herzog von Anhalt hat Herrn Ellmer, Besitzer des Hotel du Pavillon hier (einem geborenen Nassauer), den Orden Albrecht des Bären 2. Kl. verliehen in Anerkennung der großen Dienste, die er dem Erbprinzen während dessen Krankheit und bei seinem Tode geleistet hat.
Das päpstliche Breve, welches die Bestätigung der Wahl des Herrn Dr. Andreas Thiel zum Bischof von Ermland enthält, ist beim Domkapitel in Frauenburg eingetroffen. (K. Z.)
— London, 24. Febr. Der Bericht der Kommission über die jüngsten Ruhestörungen in Westend kritisirt scharf das Verhalten der Polizei und bezeichnet die Vorkehrungen der Polizei bezüglich der Kundgebungen auf dem Trafalgarsquare als unzulänglich und ohne Umsicht entworfen ; der Bericht kommt zu dem Resultate, daß die Verwaltung und Organisation der Polizei eine gründliche Untersuchung erheische. Der Polizeichef Henderson erklärte vor der Kommission, er habe die Absendung von hundert Polizisten nach Pallmall angeordnet, um dem Treiben des Pöbels zu steuern, aber irrthümlich seien die Polizisten nach Mall und dem Buckinghampalast, anstatt nach Pallmall, gesendet worden. (RH. K.)
— Belgrad, 24. Febr. Im Verfolg des jetzigen Standes der Friedensverhandlungen zwischen Serbien und Bulgarien wurden hier die militärischen Bestellungen sistirt.
— New-Aork, 23. Februar. Der Dampfer „Holland" von der National-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messing'sche Linie) ist hier angekommen.
Aus Stützt, Prvvi«z und UmHegend.
Hanau, den 25. Februar 1886.
— (Zur Säcularfeier von Wilhelm Grimm.) Wir haben der gestrigen würdigen Feier noch folgendes nachzutragen: Nachdem der sehr stattliche Festzug am Geburtshause der Brüder Grimm angekommen und die Musik ein Stück gespielt hatte, ergriff Herr Oberbürgermeister Rauch zu folgender Ansprache das Wort:
„Deutsche Männer und Frauen!
Als vor 2 Jahren in unserer Vaterstadt Hanau der Gedanke angeregt wurde, den Gebrüdern Grimm ein Denkmal zu setzen, da fand dieser Gedanke nicht nur in Hanau sondern auch in allen Gauen des deutschen Vaterlandes die begeistertste Aufnahme. Das deutsche Volk, an welches wir uns mit der Bitte wandten, beizusteuern zu dem schönen Werke, hat in dem Erkennen, daß es sich hierbei um ein vaterländisches Unternehmen handele, mit reichen Gaben geantwortet und noch weiter regen sich die Herzen und Hände, sodaß wir hoffen dürfen, unsern Wunsch, die Errichtung eines Denkmals, bald verwirklicht zu sehen. An dem heutigen Tage, an dem vor 100 Jahren Wilhelm Grimm geboren wurde, haben wir uns vereinigt, ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung zu widmen dem Mann des deutschen