Einzelbild herunterladen
 

■»omtemeate« PreiS:

Aihrlich 9 Mark. H-lbj.E. SOPfg.

Bierteljährlich - Mark 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag. Die einzelne iLum- "CT 10 Pfg.

Hanmer Lnzeiaer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

JnsertionS»

Preis:

Die ispaltige Garmondzeile ob« deren lUaum tu ^fg.

Die Lspatd Zeile 20 Pf ;.

LsMipalngeZerle du vfj

Nr. 41.

Donnerstag den 18. Februar

1886.

Tagesschau.

— Der „R. u. St.-A." Nr. 42 veröffentlicht: Gesetz, betreffend die Kontrole des Reichshaushalts und des Landeshaushalts von Elsaß- Lothringen für das Etatsjahr 1885/86, vom 8. Februar 1886.

— Berlin, 17. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen gestern Nachmittag den Vortrag des Reichskanzlers, Fürsten v. Bismarck, entgegen. Im Laufe des heutigen Vormittags ließen Sich Se. Majestät der Kaiser von dem Chef des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Rath v. Wilmowski Vortrag halten und empfingen kurz nach 1 Uhr in Gemeinschaft mit Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin den Besuch Sr. Hoheit des Fürsten von Montenegro.

— Berlin, 17. Febr. Der Fürst von Montenegro besuchte heute Nachmittag den Reichskanzler. (Fr. N.)

— Berlin, 17. Febr. Nach einer Bestimmung Sr. Majestät des Kaisers, vom 2. d. M., darf der Consens zur Verheirathung eines See­offiziers, vom Kapitän-Lieutenant einschließlich abwärts, fortan nur dann nachgesucht werden, wenn der betreffende Seeoffizier zuvor aus seinem oder seiner Braut eigenem Vermögen ein sicheres Privateinkommen nach- zuweisen im Stande ist, welches mindestens betragen muß: bei einem Kapitän-Lieutenant 1. Gehaltsklasse 1200 Mk., bei einem Kapitän Lieute­nant 2. Gehaltsklaffe 2000 Mk. und bei einem Lieutenant zur See oder Unter-Lieutenant zur See 3000 Mk. jährlich.

— Berlin, 16. Februar. Die Ausschüsse des Bundesraths ha­ben gestern die zweite Lesung der Monopolvorlage beendigt; die Berathung im Bundesrathsplenum wird voraussichtlich noch in dieser Woche erfolgen können; die im ersten Entwurf in Aussicht gestellte eingehende Ertrags­berechnung wird dem Plenum vorgelegt werden.

— Berlin, 17. Febr. Die Zuckersteuerkommission beschloß ein­stimmig, die steuerfreien Läger zu verlangen. Die Regierungsvertreter verhielten sich ablehnend. Ueber die Beibehaltung der bisherigen sechs­monatlichen Steuerkreditfrist herrschte in der Kommission keine Meinungs­verschiedenheit.

— Berlin, 17. Febr. Auf dem Präsidententische des Abgeord­netenhauses prangte zum Geburtstage des Herrn v. Köller, der heute in sein 64. Lebensjahr tritt, ein großer Strauß aus rothen und weißen Camelien, Maiglöckchen und Rosenknospen, der von Mitgliedern des Hauses als Zeichen ihrer Verehrung überreicht worden war. — Der Bischof Dr. Kopp aus Fulda ist zur Theilnahme an den Sitzungen des Herrenhauses, das jetzt die wichtige kirchenpolitische Vorlage zu behandeln hat, heute früh hier angekommen.

— S. M. Panzerschiff „Friedrich Carl", Kommandant Kapitän zur See Stempel, ist am 15. Februar cr. in Meffina eingetroffen. — S. M. Kreuzer „Albatroß", Kommandant Kapitän - Lieutenant Graf von Bau- dissin I., ist am 23. Januar cr. von Tonga wieder in See gegangen.

— In Sp and au ist in räthselhaster Weise eins der neuen Repe- tirgewehre verschwunden, womit probeweise ein Theil des 3. Garde-Grena­dier-Regiments Königin Elisabeth ausgerüstet ist. Nach den bisher amt­lich nicht bestrittenen Meldungen der Blätter ist Ende Januar Abends ein Mann in Osfiziersuniform in die dortige Schloßkaserne gekommen, in der ein Theil des Elisabeth-Regiments liegt. Nachdem er sich von einem Soldaten die Handhabung eines Gewehrs hat zeigen lassen, ist er an den aufgestellten Gewehren der Wachmannschaften bemerkt worden. Seitdem hat ein Gewehr gefehlt. Es ist thatsächlich der französischen Regierung angeboten, von dieser aber zurückgewiesen worden. Der deutsche Botschaf­ter, dem davon französischerseits Mittheilung gemacht war, hat dies nach Berlin an das Kriegsministerium berichtet. Die Untersuchungen haben das Fehlen des Gewehrs, das schon seit einiger Zeit bemerkt worden war, und den obigen Sachverhalt bestätigt.

— Münste r, 12. Febr. Gestern Abend gegen 7*/ä Uhr war das hiesige Akademie-Gebäude Schauplatz eines entsetzlichen Unglücks. Der Installateur Kleine, dessen Sohn und ein Gehülfe waren im Kellerraum der Akademie mit Reparaturen an der Gasleitung beschäftigt, als plötz­lich eine Gasexplosion eintrat. Kleine und der Gehülfe wurden sofort getödtet und der Sohn des erstern so schwer verletzt, daß er noch in ver­gangener Nacht im Krankenhause verschied. Die Leichen sollen in schreck­licher Weise verstümmelt sein. (Wests. Merk.)

— Dresden, 17. Febr. Die Zweite Kammer genehmigte zum Bau eines neuen Kunst-Akademiegebäudes und eines Kunstausstellungs­Gebäudes in Dresden als zweite Rate des gesammlen Bauaufwandes von 2,900,000 M. die Summe von 1,300,000 M.

— Wien, 17. Febr. (K. Z.) Der österreichische Gesandte in Belgrad Graf Khevenhüller, dessen eigenmächtiger persönlicher Politik zum großen Theil die unfriedliche Haltung Serbiens zugeschrieben worden ist, wird, wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, auf seinen Posten nach Belgrad nicht mehr zurückkehren.

— Kopenhagen, 16. Febr. Die Nationalbank setzt von morgen ab den Wechseldiskont auf 4 bis 4^2 pCt. herab; der Lombardzinsfuß bleibt unverändert.

— London, 17. Febr. Die Sozialistenführer Burns, Hyndmann, Champion und Williams erschienen heute Vormittag vor dem Polizeige­richtshof Browstreet unter der Anschuldigung, am 8. d. auf dem Tra- salgar Square aufrührerische Reden gehalten zu haben, durch welche eine Menschenmenge zum Aufruhr und Straßenraub aufgereizt wurde. Die Angeschuldigten beantragten Vertagung der Verhandlung, weil sie noch nicht zur Vertheidigung vorbereitet seien. Der Gerichtshof lehnte die Vertagung ab. Der Staatsanwalt beantragte, die Angeschuldigten vor die Assisen zu verweisen.

— London, 17. Febr. Die weitere Verhandlung in der Unter­suchung gegen die Sozialistenführer wurde auf 8 Tage vertagt und die Angeklagten gegen Kaution freigelassen. Die Berichterstatter der „Times" legten Zeugniß über die von den Angeklagten gehaltenen aufrührerischen Reden ab. — Der Bürgermeister von Birmingham untersagte in einer Proklamation Ansammlungen von Menschen in den Straßen nach Eintritt der Dunkelheit. (Fr. N.)

— London, 17. Febr. Der „Daily News" zufolge würden nach der Ankunft der zur Verstärkung der britischen Flotte in der Suda-Bai bestimmten zwei Kriegsschiffe alsbald die Operationen beginnen, um die griechische Flotte kampfunfähig zu machen. In einem Artikel über die griechische Frage sagen die „Daily News", das britische Kabinet habe sich nach reiflicher Erwägung dahin entschieden, daß ein Krieg zwischen Grie­chenland und der Türkei gegenwärtig nicht zugelassen werden dürfe. In beiden Häusern des Parlaments werde die Regierung morgen über die Verhältnisse in Osteuropa eine Erklärung abgeben.

— Liverpool, 17. Febr. Die Zahl der Arbeiter, welche bei dem Einstürze eines für die Schifffahrts-Ausstellung errichteten Gebäudes verletzt wurden, beschränkt sich auf dreizehn; darunter befinden sich drei schwer Verletzte. Getödtet wurde niemand.

— London, 17. Febuar. Eine der englischen Missionsgesellschaft zugegangenen Depesche aus Zanzibar, vom 12. d., bestätigt die Nachricht von der Hinrichtung des Bischofs Hannington und seiner aus 50 Perso­nen bestehenden Begleitung. Die Hinrichtung sei auf Befehl des Königs von Uganda erfolgt.

— Hamburg, 16. Februar. Der Postdampfer „Gellert" der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrts - Aktiengesellschaft ist gestern Nach­mittag 5 Uhr in New-Nork eingetroffen.

MT» Fortsetzung der Tagesschau in der Beilage. ^310

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Hanau, den 18. Februar 1886.

— (Aus dem Verwaltungsberichte der Stadt Hanau.) Abschnitt 11 des Verwaltungsberichtes behandelt ausführlich die „Steuer- verwaltung" und zwar in Abtheilung A „Staats-Steuern", in Ab­theilung B „Gemeindesteuern" und in einem Anhang das „Schulgeld". Bezüglich der Volkszählung findet sich in diesem Abschnitt folgende inte­ressante Notiz:

„Während des Drucks dieses Berichts hat am 1. Dezember cr. die Volkszählung stattgefunden und eine ortsanwesende Bevölkerung von 24 379 Seelen ergeben, gegen 23 086 im Jahre 1880; 22 730 im Jahre 1815; 20 434 im Jahre 1871; 19 225 im Jahre 1867 und 17 164 im Jahre 1865. Im Einzelnen ergab die Zählung am 1. Dezember 1885 folgendes Resultat: Personen am Zählort wohnhaft und anwesend männl. 12 043, weibl. 12 084, zusammen 24 127; nicht wohnhaft aber