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Hnmiin Ameiaer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
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Jntertlons-
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Die lipalttge Garmondzeile ob.
deren Raum
10 W
Die Sipalt. A-il- 20 Big.
Lie3jpattrzeZeile
30 Pj,
Nr. 34
Mittwoch den 10. Februar
1886.
BekaUKtmachungen KömgL. LmLdrsthsaMts.
Uebersicht
über die Wirksamkeit der kreisständischen Natural-Verpflegungs- und Ar- beits-Sationen während des Monats Januar 1886.
1) Groß«»Heim: Zahl der Unterstützten 68. An dieselben wurden verabreicht: 28 Mittagessen, 40 Abendessen, 40 Nachtquartiere, 20 Frühstücke = 26 Mk. 72 Pf.
2) Langenselbold: Zahl der Unterstützten 102. An dieselben wurden verabreicht: 6 ganze Portionen Brod, 40 Mittagesien, 56 Abendessen, 56 Nachtquartiere, 41 Frühstücke = 40 Mk. 74 Pf.
3) Bergen: Zahl der Unterstützten 28. An dieselben wurden verabreicht: 3 ganze Portionen Brod, 8 Mittagessen, 17 Abendessen, 17 Nachtquartiere, 17 Frühstücke = 12 Mk. 39 Pf.
4) Windecken: Zahl der Unterstützten 40. An dieselben wurden verabreicht: 3 ganze Portionen Brod, 6 Mittagessen, 30 Abendessen, 30 Nachtquartiere, 1 Frühstück = 13 Mk. 91 Pf.
Hanau am 6. Februar 1886.
Der Königliche Landrath
V. 1089 Gf. Bismarck.
Gefunden: Ein silbernes Armband (Kettenform). Ein Impfschein, auf den Namen Christian Haas von Gutach lautend. Ein Ge- bund Rosenstöcke.
Zugelaufen: Ein Zrau-braun gescheckter Hund (Bastard) m. Geschlechts, mit geschnittenen Ohren und Ruthe.
Hanau am 10. Februar 1886.
Aus Königl. Landrathsamt.
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Ta g e s s ch a «.
P. Aus den Parlam enten. Berlin, 8. Februar. Der Reichstag verwies wider Erwarten die Vorlage, betreffend die Bürgschaft für die egyptische Anleihe, die in erster und zweiter Lesung debatte- los genehmigt worden war, in die Budgetkommission, nachdem die Abg. Kayser (Soz.-Dem.), Dr. Windthorst (Zentr.) und Dr. Bamberger (deutschfr.) dazu gesprochen hatten. Im Uebrigen wurde bei der dritten Lesung des Etats in die Generaldebatte eingetreten, dieselbe auch beendet. Es kamen dabei mit Ausnahme der Polen und der deutschen Volkspartei alle Fraktionen des Reichstags zum Wort: Abg. Liebknecht (Soz-Dem.), v. Kardorff (Reichspartei), Dr. Windthorst (Zentr.), Dr. Hänel und Rickert (deutschfr.), v. Lenz (nat.-lib.) und v. Helldorff (deutschkonf.). Die Debatte führte über das eigentliche Finanz- und wirthschaftliche Gebiet ziemlich weit hinaus und drehte sich wesentlich um die Stellung und das Ansehen des Reichstags den Einzellandtagen und dem Reichskanzler gegenüber. Ferner wurde die Polendebatte sowie die Verhandlungen der neuesten Zeit überhaupt in den Kreis der Erörterungen gezogen, so daß die ganze Debatte wesentlich sich als eine Rekapitulation der letzten Vorgänge in diesem Hause wie im preußischen Landtage darstellte. — Morgen wird bei der dritten Lesung des Etats in die Spezialdebatte einge= treten.
Das Abgeordnetenhaus setzte die Berathung über den Etat des Ministeriums des Innern fort und erledigte eine Reihe von Kapiteln ohne wesentliche Debatte. Zu einer ausführlicheren Diskussion führte nur das Kapitel „Landräthliche Behörden", bei welchem vom Vizepräsidenten des Staatsministeriuins, Minister des Innern v. Puttkamer, die Erklärung abgegeben wurde, daß dem Zigeunerunwesen, soweit es sich dabei um die ausländischen Zigeuner handle, nur durch eine gemeinschaftliche Aktion der Bundesstaaten, die bereits in Anregung gebracht worden fei, mit Erfolg begegnet werden könne. Bei dem Titel „Polizeiverwaltung in den Provinzen" gelangte auf den Antrag der Budgetkommission eine Resolution bezüglich der Uebernahme der Polizeiverwaltung in einzelnen Städten auf die Kommunen und anderweilen Regelung der staatlichen Beitragspflicht zu der örtlichen Polizeiverwaltung zur Annahme, nachdem sich der Vertreter der Staatsregierung im Wesentlichen mit derselben einverstanden erklärt hatte. Zum Schluß gab noch die Position „Distriks- kommissarien in der Provinz Posen" zu einer längeren Debatte Veranlassung, in welcher der Herr Minister des Innern für diese Beamtenkategorie dem aus dem Hause ausgesprochenen Wunsche entsprechend schon
in dem nächsten Etat eine Gehaltsaufbesserung in Aussicht stellte. Darauf wurde die Berathung abgebrochen und auf morgen 11 Uhr vertagt.
— Berlin, 7. Febr. Se. Maj. der Kaiser und König nahmen gestern nach einer Spazierfahrt den Vortrag des Reichskanzlers Fürsten von Bismarck entgegen. Heute empfingen Se. Maj. den Polizei-Präsidenten Frhr. v. Richthofen und hörten demnächst den Vortrag des Chefs des Militärkabinets, Generallieutenants v. Albedyll.
— Berlin, 9. Febr. Die Zuckersteuerkommission beendete die erste Lesung der Vorlage. Der Beschluß, betreffend die freien Lager, lautet: Die in öffentlichen Niederlagen gelagerten Zucker können in 2 Jahren entweder über die Grenze ausgeführt oder gegen Erstattung der Steuervergütung, fei es in baar oder durch Uebergabe des betreffenden Vergütungsscheines, wieder in den freien Verkehr gebracht werden. Der Betrag des dem Einleger gewährten Vergütungsscheins ist vom Fälligkeitstermine an bis zur Wiedereinführung des Zuckers in den Jnlandver- kehr mit 5 pCt. zu verzinsen. Zu §. 4 wurde der Antrag des Abg. Robbe angenommen: Bei der Verwendung von Zucker als Futter für Vieh oder als Hilfsstoff zur gewerblichen Darstellung von Fabrikaten, welche nicht Verzehrungsgegenstände sind, kann die Steuer nach den im §. 2 festgestelllen Sätzen vergütet werden. (Rh. K.)
— Wilhelmshaven, 9. Febr. (K. Z.) Die Kreuzerkorvette Marie ist heute Mittag von der südaustralischen Station auf hiesiger Rhede wohlbehalten eingetroffen.
— Düsseldorf, 8. Febr. Heute Morgen gegen 4 Uhr brach ein bedeutender Brand in der Malzfabrik der Firma Ruthemeyer & Söhne an der Kavalleriestraße aus. Der Brand war nicht zu bewältigen, nur die Umfassungsmauern des großen Gebäudes blieben stehen, das innere Holzwerk und die ganze innere Einrichtung wurde vernichtet, die Maschinen beschädigt und der große Vorrath an Malz und Frucht ging verloren. Der Schaden wird der „Düffeld. Ztg." zufolge auf mehrere Hunderttausend Mark geschätzt, welcher den Versicherungsgesellschaften zur Last fällt.
— Bonn, 9. Febr. Die Besserung in dem Befinden des Prinzen Friedrich Leopold schreitet stetig fort. Nach guter Nacht ist der Zustand weiter fieberfrei.
— Braunschw ei g, 9. Febr. Der Landtag genehmigte einstimmig den Gesetzentwurf betreffs Feststellung des neuen Huldigungseides.
— Lübeck, 8. Febr. Die Bürgerschaft hat zur Vergrößerung des Hafens die Summe von 1,562,000 Mk. bewilligt.
— Dessau, 7. Febr. Die Beisetzung der Leiche des Erbprinzen Leopold wird am 10. d. M. stattfinden. Der Sarg mit der Leiche wird am Mittwoch früh in der Schloßkirche aufgebahrt sein. Abends 6 Uhr findet ein Trauergottesdienst in der Schloßkirche statt. Nach Beendigung des Trauergottesdienstes heben 12 Herzogliche Förster den Sarg aus und tragen ihn unter Vortritt des Hofmarschalls, der Hofkavaliere und der beiden Adjutanten des Herzogs (mit den Orden des hohen Entschlafenen) nach der Gruft im Thurme der Schloßkirche.
— In Neckargerach hat die Frau eines Briefträgers in einem Anfall von Geistesstörung sich und ihre zwei Kinder, ein Mädchen von drei und einen Knaben von zwei Jahren, im Neckar ertränkt. Zuerst fand man die Leiche der Mutter, die mit ihren Armen das jüngere Kind krampfhaft umschlungen hielt, später die Leiche des Mädchens.
— Wien, 9. Febr. Die Abgeordneten Scharschmid und Genossen beantragen einen Gesetzentwurf, durch welchen der Besitzstand der deutschen Sprache umfassend festgestellt und die deutsche Staatssprache mit entsprechenden Ausnahmen für Galizien und die italienischen Theile normirt werden soll und der Begriff der „landesüblichen Sprache" nach dem Grundsätze der „Bezirksüblichkeit" erläutert wird. (Fr. N.)
— London, 9. Febr. Die gestrigen Verwüstungen durch Ruhestörer waren sehr erheblich: ein Menschenhaufen von einigen Tausenden zog vom Trafalgar-Square in der Richtung nach dem Hydepark und zertrümmerte auf seinem Wege die Fenster fast eines jeden Hauses und Ladens; dazu bedienten sich die Ruhestörer meist verschiedener aus den Läden geraubter Gegenstände, wie Flaschen, Kisten, Schuhwerk. Die Läden der Goldarbeiter und Juweliere litten am erheblichsten; einzelne Ladenbesitzer schützten ihr Eigenthum, indem sie vom Revolver Gebrauch