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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Bsilage,

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t -----------------------. ----- ------ Nr. 31 Samstag den 6. Februar 1886.

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BeArmtmachNNgeK

I. Die Herrn Standesbel

Königl. LaDrathsamts.

nten des Kreises ersuche ich ergebenst gemäß §. 8 des Reglements zur Ausführung des Reichs-Jmpfgesetzes vom 4. März 1875, Amtsblatt Seite 118, in den vorgeschriebenen Formularen, welche per Couvert übersandt werden, die Nachrichten über die im Jahre 1885 geborenen und noch am Leben befindlichen Kinder in die Rubriken 1 bis 5 einzutragen und die aufgestellten Listen demnächst an mich einzusenden.

11. Die Herrn Schulvorsteher ersuche ich gemäß §. 8 des Reglements zur Ausführung des Reichs-Jmpfgesetzes vom 4. März 1875, Amtsblatt Seite 118, ergebenst, in den vorgeschriebenen Formularen, welche per 1 Couvert übersandt werden, die im Jahre 1874 geborenen Zöglinge in die Rubriken 1 bis 5 einzutragen und die aufgestellten Listen demnächst an mich zurückzuschicken, sowie ferner 4 Wochen vor Schluß des Schul­jahres (1. März) ein Verzeichniß derjenigen Schüler gefälligst einzureichen, für welche der Nachweis der Impfung nicht erbracht ist.

Hanau am 2. Februar 1886.

Der Königliche Landrath

V. 957 Gf. Bismarck.

An Stelle des aus dem Gemeindeamt geschiedenen Bürgermeisters Dietz zu Windecken hat der jetzige Bürgermeister Re ul daselbst die Geschäfte des dortigen Standesamtes übernommen.

Hanau am 3. Februar 1886.

M Der Königliche Landrath

, V. 880 Gf. Bismarck.

, t Die Budgetverhandlungen int Reichstage.

Die zweite Berathung des Reichshaushaltsetats, welche vor einigen Tagen beendet wurde, hat sich diesmal im Ganzen ziemlich geräuschlos vollzogen: einmal war das politische Interesse mehr anderen Fragen zu­gewandt, und sodann lähmten die bekannten Parteiverhältnisse im Reichs­tage von vornherein die Anstrengungen der nationalen Parteien zu kräf­tigerer. Gegenwehr. Auf der anderen Seite haben die oppositionellen Parteien offenbar ein Interesse gehabt, in ihren Zielen und Forderungen äußerlich möglichst maßvoll und zurückhaltend zu scheinen, damit sie nicht zu sehr den Unwillen des Volks gegen sich heraufbeschwören. Wer den Verhandlungen nicht seine volle Aufmerksamkeit gewidmet hatte, mußte äußerlich den Eindruck gewinnen, daß Alles gut und glatt abgelaufen und dieser Reichstag besser als sein Ruf sei.

Die Freisinnigen haben bereits begonnen, diese angenehme Situation für sich auszubeuten. Herr Rickert suchte im Abgeordnetenhause die Klagen über die Opposition der Reichstagsmajorität damit zu widerlegen, daß diesezahme" Majorität Alles bewilligt hätte, was verlangt worden sei, und speziell rief er den Kriegsminister zum Zeugen dafür auf, daß ihm Alles gegeben worden sei, was er brauche. Dieser Auffassung trat aber Herr Bronsart von Schellendorff sofort entgegen, indem er zwar zugab, daß Alles ganzgemüthlich" zugegangen sei, daß er aber doch im höchsten Maße unbefriedigt sei durch das, was von dem Militäretat im Reichstage Alles abgesetzt sei, und daß er sich ernstlich die Frage vorgelegt habe, ob es ihm überhaupt möglich sei, mit den dort bewilligten Mitteln die Militärverwaltung weiterzuführen. Zu den Abstrichen, welche der Reichstag nach den Vorschlägen seiner Commission beschloß, gehören zahlreiche Militärbauten, die Gehaltserhöhungen für die Zahlmeister, die 'geforderte Erhöhung der Commandozulagen (welche nur den Lieutenants, wenn auch in einem geringeren Betrage, als der Etat vorschlug, bewilligt wurde) und die Erhöhung der Pferderationen, die nur für die Manöver- zeit für nothwendig erachtet wurde; auch die Errichtung einer Unteroffi­zierschule in Neu-Breisach, welche der Germanifirung der Reichslande wesentlich Vorschub geleistet haben würde, fiel wieder durch.

Bei dem Marine-Etat ist die Sache ähnlich gewesen: man hat frei­lich diesen Etat, also Millionen, wie alljährlichbewilligt", aber damit geglaubt, sich einen Freibrief für den Abstrich verhältnißmäßig so kleiner Summen wie 600 000 M. für einen Kreuzer und 800 000 M. als erste i Rate für einen neuen Aviso zu erwerben. Ueber die Wichtigkeit und f Nothwendigkeit dieser Folgerungen hat der Chef der Admiralität nicht

unterlassen, sehr eingehende Ausführungen zu machen und namentlich die Ablehnung des Avisos als mit dem Reichsinteresse nicht verträglich be­zeichnet. Aber diese Ausführungen prallten ebenso an der Reichstags­mehrheit ab wie der Hinweis der Militärverwaltung auf die aus der mangelhaften Ernährung drohende Gefahr der Entwerthung des Pferde­materials für die Schlagfertigkeit der Armee. Was die Cavallerie für das Heer, das sind die Avisos für die Marine, dieAugen der Flotte". Für beide hat sich die Reichstagsmehrheit unzugänglich erwiesen und damit bewiesen, daß sie eben nicht das bewilligt hat, was im dringenden Interesse der Wehrhaftigkeit des Vaterlandes geboten ist.

Beide Mal hat die Mehrheit Sparsamkeitsrücksichten, bezw. die Finanzlage vorgeschützt. Aber dieser Einwand kann dringendsten Bedürf­nissen gegenüber, wie sie von den einzig sachverständigen Autoritäten der Heeres- und Marine-Verwaltung konstatirt wurden, nicht stichhalten. Thatsächlich würde die Ersparniß leicht im Ernstfalle uns sehr theuer zu stehen kommen; anderseits wird auch wie die Köln. Ztg. bezüglich des Avisos und des Kreuzers nachweist nicht einmal eine wirkliche Ersparniß erzielt, da die Admiralität sich gezwungen sehen wird, Privat- dampser zu chartern, welche den erforderlichen Ersatz wenn auch in unvollkommener Weise leisten müssen und sehr theuer sind. Für die Beschneidung des Marineetats wurde auch von gegnerischer Seite die Ab­neigung gegen die Colonialpolitik vorgeschoben. Diese Abneigung mag ja bei Einigen unüberwinvlich sein, indeß da die Colonialpolitik einmal mit Zustimmung des Reichstags und der Nation begonnen worden ist, so ist es wie die Köln. Ztg. mit Recht hervorhebt Pflicht jedes Va- terlandsfreundes, die dazu nöthigen Mittel zu bewilligen, damit nicht einmal beim Fehlen dieser Mittel Deutschland vor den auswärtigen Mächten bloßgestellt werde.

Es ist dringend zu wünschen, daß die dritte Lesung des Etats die bei der zweiten Lesung gemachten Fehler wieder gut mache und daß in­sonderheit die Abgeordneten der nationalen Parteien zur besseren Gegen­wehr auf dem Platze sino, um die gedachten Beschlüsse wieder rückgängig zu machen. Ohne eine solche Remedur wird man dem Reichstage nicht das Zeugniß ausstellen können, daß er bei der Etatberathung seine volle Schuldigkeit gethan habe.

Tages schau.

P. Aus den Parlam enten. Berlin, 4. Februar. Der R eichstag berieth heute in zweiter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Fürsorge für Beamte und Personen des Soldatenstandes in Folge von Betriebsunfällen, und trat im Wesentlichen den Beschlüssen der Kom­mission, welche sich indeß prinzipiell von der Borlage nicht entfernen, bei, währeuv die von deutschfreisinniger Seite gestellten Abänderungsanträge sämmtlich abgelehnt wurden. Nächste Sitzung morgen: Gesetzentwurf, ; betreffend die Bürgschaft des Reichs für eine egpptische Staatsanleihe; Gesetzentwurf wegen Abänderung des §. 137 des Gerichtsverfassungsge­setzes, und Wahlprüfungen.

Im Abgeordnetenhause gelangten heute, nach Verweisung der Verhandlungen des Landeseisenbahnraths und zweier Berichte der Eisen­bahnverwaltung an die respektiven Kommissionen, die Etats der indirekten Steuern und des Finanzministeriums zur Erledigung, ohne daß besondere Momente aus der Debatte hervorzuheben wären. Nächste Sitzung Sonnabend 11 Uhr. (Etat des Ministeriums des Innern.)

P. Aus dem Reichstag. Berlin, 5. Febr. Der Reichstag erledigte heute zunächst den Gesetzentwurf, betr. die Bürgschaft des Reichs i für die Zinsen 2C. einer egpptischen Staatsanleihe, ohne jede Debatte in erster und zweiter Lesung und ging dann zur Berathung des Gesetz­entwurfs, betr. die Abänderung des §. 137 des Gerichtsverfassungsge­setzes, über, gegen welchen ein prinzipieller Widerspruch von keiner Seite erhoben wurde. Demnach beschloß denn auch das Haus, die weitere Er­ledigung der Vorlage im Plenum vorzunehmen. Zum Schluß beschäf­tigte sich das Haus mit Wahlprüfungen. Für gültig erklärt wurden die i Wahlen der Abgeordneten Dr. Virchow, Prinz Handjery, Noppel, Dr. i Delbrück, Klemm und Fährmann. Wegen der Wahl des Abg. Dr. Kro- ; patfcheck wurde die Ergänzung der Beweisaufnahme, und wegen der Wahl