angemeldet worden, von Venen 9 innerhalb der 13 Wochen der Verpfle'- gungszeit der Krankenkasse, sich erledigt hätten, während die übrigen beiden Fälle durch ältere Versicherungen übernommen seien. Ferner wurde das Schema von einer Lohn-Nachweis-Liste zur Begutachtung vorgelegt, welche demnächst zur Einführung gelangen wird. Hierauf stattete Herr E. Sachsenweg er, als Kassirer der Sektion, Bericht über den Stand der Kasse ab, woraus sich ergab, daß bis dato die Verwaltung nur geringe Kosten erfordert habe. Zum Schlüsse wurde noch von dem Beamten der Sektion, Herrn A. Riegelmann, über den allgemeinen Geschäftsgang berichtet, und die weiteren Arbeiten erwähnt, welche demnächst die Sektion vorzunehmen habe, worunter u. A. besonders die Aufnahme der einzelnen Betriebe, Einschätzung in die Gefahrenklasse und Einführung von Sicherheitsmaßregeln gegen Unfälle genannt wurden. Der Vorsitzende theilte alsdann noch die Beschlüsse der am 5. d. M. in Stuttgart statt- gehabten Genossenschafts - Versammlung mit, welche für die Sektionsverwaltungen maßgebend sind. Endlich wurde noch der Beschluß gefaßt, am 17. Februar d. J. eine Sektions-Versammlung einzuberufen, worin Rechnungsablage, Feststellung des Etats für 1886 und die Ergänzungswahl des Vorstandes vorgenommen werden soll.
Die Sitzung, die um 4 Uhr begonnen, schloß um 6V2 Uhr.
— (Technischer Club.) Wie wir hören, wird von hiesigen Architekten, Maschinen-Jngenieuren, Chemikern:c. beabsichtigt, einen technischen Club zu bilden, behufs Austausch von Wissenschaft und Erfahrung.
Es ist gewiß ein solcher Verein von wissenschaftlich-technisch gebildeten Männern nur zu begrüßen, der hier ein ebenso nützliches Feld für seine Thätigkeit finden dürfte, wie dieses bereits in anderen Städten bei solchen Vereinen der Fall ist.
Wir wollen wünschen, daß es dem zu gründenden „technischen Club" gelingen möge, gute Fühlung mit unserer Industrie, unserem Gewerbe, sowie auch mit Haus- und Landwirthschaft zu gewinnen und zu erhalten.
— (Musikalische Abendunterhaltung.) Die vergangenen Donnerstag von Frl. Louise Hartmann hier im Saale des „Riesen" veranstültete musikalische Abendunterhaltung erfreute sich der wärmsten Sympathie eines äußerst zahlreich erschienenen Auditoriums. Was wir an diesen Concerten, die sich seit einiger Zeit in alljährlichen Wiederholungen folgen, so sehr schützen, das ist das Interesse, welches sie durch ihre stetigen Erfolge allseitig erwecken. So legte auch der jüngste Concertabend bestes Zeugniß von den guten Resultaten ab, die bei gegenseitig richtigem Verstehen von Lehrer und Schüler erzielt werden; ein geschmackvoll zusammengestelltes Programm bot dem Zuhörer Gelegenheit sich der fertigen Ausführung der vocalen wie instrumentalen Nummern erfreuen zu können.
Die Mitwirkung des Herrn Ruth zeigte dessen Talent wie Fleiß wiederum im vortheilhaftesten Licht, und wünschen wir diesem jungen strebsamen Künstler auch fernerhin besten Erfolg in seiner Laufbahn.
W . (Hanauer Sanitätsverein.) Seit ungefähr einem Jahre besteht hier ein Sanitätsverein, welcher bezweckt feinen Mitgliedern im Erkrankungsfalle freie ärztliche Behandlung zu gewähren. Die verheira- theten Mitglieder, welche für sich und ihre Familie freie Behandlung beanspruchen können, haben wöchentlich 10 Pf., die ledigen Mitglieder 6 Ps. Beitrag zu entrichten. Der Verein besteht hauptsächlich aus Mitgliedern der hiesigen freien Hilfskassen, welche keine freie ärztliche Behandlung gewähren. Ferner können alle Einwohner Hanau's, welche nicht über 36 Mark wöchentliches Einkommen haben, beitreten. AIs Vereinsärzte fungiren die Herrn Dr. Ditzel, Dr. Eisen ach, Dr. Schweißer und Dr. Z e h. Der Verein, welcher fortwährend im Zunehmen begriffen ist, zählt gegenwärtig nahezu 700 Mitglieder. Nähere Auskunft ertheilt der derzeitige Vorsitzende Herr Friedrich Geiger, Leimengasse Nr. 7.
— (S tiftungsfest.) Morgen Abend feiert der hiesige katholische Männerverein in den Sälen der „Centralhalle" bei Militair-Concert Theater, Tableaux und Ball sein erstes Stiftungsfest.
— (Schwindlerin.) Ein Dienstmädchen, welches bei einer Herrschaft in der Altstadt gedient, ist seit gestern Morgen, nachdem sie verschiedene Schwindeleien bei Schuhwaarenfabrikanten, Metzgern 2c. verübt, verschwunden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß dieselbe außer den bekannten Fällen noch mehrere Schwindeleien verübt hat.
— (Schonzeit.) Vom 1. Februar ab beginnt die Schonzeit für 1) männliches Roth- und Damwild (bis Ende Mai); 2) weibliches Rothwild, weibliches Damwild und Wildkälber (bis 1. September); 3) den Rehbock (bis Ende April); 4) Fasanen-Hennen, Haselwild, Wachteln, Lerchen und Hasen (bis Ende August).
Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Montag den 1. Februar.
Holzversteigerung in der Gemeinde Kesselstadt. Vormittags 10 Uhr werden bei Bahnhof Wilhelmsbad 60 Eichen-Abschnitte verkauft (s. Nr. 24 „Han. Anz."). — Von Nachm. 2 Uhr ab versteigert der beeidigte Taxator Herr Friedr. Kämpfer, Marienkirchgasse Nr. 4 den in Stuben- und Küchenmöbeln, Uhr, Haus- und Küchengeräthen bestehenden Nachlaß der verstorbenen Wittwe Baist gegen Baarzahlung.
— Für heute. Verein Einigkeit: Abends 9Us Uhr Hauptversammlung. — Turn- und Fecht - Club: Abends von ^9 Uhr an Turnen der Männerriege.
— (Gastwirthverband.) Am 27. Jan. tagte im Deutschen Hause zu Bensheim eine vom Rhein-Main-Gastwirthverbande einbe- rufene Versammlung, um das Branntweinmonopol zu berathen und waren Interessenten aus allen Theilen der Bergstraße erschienen. Der Vorsitzende des Verbandes, Herr C. Reinemer von Darmstadt, eröffnete die gut besuchte Versammlung mit einem Vortrage über den jetzt dem Bundesrathe vorliegenden Gesetzentwurf, das Branntweinmonopol betreffend. Gleichzeitig beleuchtete Redner auch die dem Gastwirth- und Brennereigewerbe durch Annahme dieses Gesetzes bevorstehende Schäden und forderte schließlich die anwesenden Wirthe und Brennereibesitzer auf rückhaltslos ihre Ansichten kund zu geben. Es entspann sich hierauf eine lebhafte Debatte, an welcher die Brennereibesitzer Schober von Bensheim, Ries von Zwingenberg, Wenz von Alsbach, sowie die Gastwirthe Baltz von Balkhausen, Ludwig von Lorsch, Simmermacher von Bickenbach, C. Schmidt von Auerbach und Andere sich bethciligten. Ohne Ausnahme sprachen sich Alle gegen das Monopol in irgend welcher Form aus. Einstimmig wurde beschlossen: 1) die Großherzogl. Staatsregierung zu ersuchen, ihren Vertreter im Bundesrathe zu instruiren gegen jedes Branntweinmonopol zu stimnien; 2. den Reichstagsabgeordneten des Wahlkreises Herrn Scipio aufzufordern, gegen das Monopol zu sprechen und zu stimmen; 3. eine Petition an den deutschen Reichstag im gleichen Sinne zu richten. Man trennte sich, nachdem noch Herr Bauer aus Heppenheim den Dank aller Anwesenden dem Vorsitzenden ausgesprochen hatte.
— Wehlheiden, 29. Januar. Von Interesse für Geflügelzüchter dürfte es fein, daß in hiesigem Orte seit dem Monate September v. I. eine Gans bis jetzt 42 Eier gelegt hat und zwar ununterbrochen fast jeden zweiten Tag ein Ei; nur bei kalten Tagen setzte sie 3 Tage aus. Dabei ist noch das eigenthümlich, daß diese Gans, nachdem sie gerupft war, mit dem Eierlegen begann, und bis jetzt keine Federn wieder angesetzt hat.
— Fulda, 29. Januar. Welch' günstigen Aufschwung die hiesige Genossenschaftsmolkerei genommen, kann man aus folgendem Bericht des „Lauterb. Anz." aus Lauterbuch vom 19. cr. ersehen: „Es dürfte wohl für die umliegenden Landwirthe von Interesse sein, zu erfahren, daß heute eine Kommission, bestehend aus dem Betriebs - Dirigenten der Genossenschaftsmolkerei in Fulda und einigen dahin liefernden Milchproduzenten, hier nach einem geeigneten Lokale Umschau hielt, in welchem eine Dampfmolkerei errichtet werden soll, die als Filiale der Fuldaer Genossenschafts- mslkerei mitbetrieben wird. Dadurch wäre doch noch manchem Landwirthe Gelegenheit geboten, seine Milch, ein Produkt, für dessen Gewinnung die Verhältnisse des Vogelsberges so günstig gelagert sind wie wohl kaum sonstwo, viel vortheilhafter zu verwerthen, als ihm seither möglich gewesen, und dürfte wohl aus diesem Grunde das Unternehmen freudig begrüßt werden."
— Frankfurt a. M., 29. Jan. Der Herzog von Anhalt und Gemahlin trafen heute Morgen 7 Uhr 30 Min. mit der Bebraer Bahn hier ein und reisten um 8 Uhr 20 Miu. mit der Main-Neckar-Bahn nach Basel weiter. Sie wurden auf dem Bahnhöfe von Ihrer Königl. Hoheit der Frau Laudgräfin von Hessen nebst Kindern empfangen. Bis zur Weiterreise verweilten dieselben gemeinsam im Fürstenzimmer des Main-Neckar-Bahnhofes. — Ueber 150 Herren haben sich bereits als Mitglieder des Vereins zur Hebung der Pferdezucht (Trabrennvereine) angemeldet. Unsere Sportkreise nehmen das regste Interesse an den zumal für hiesige Rennen, welche durch den Rheinischen Rennverein ver- anstaltet werden, gerade durch diesen neuen Verein eine Ergänzung und erheblichen Zuwachs erhalten. Trabsahren und -Reiten werden immer wieder einen interessanten Theil des Programms für die hiesige Sommersaison bilden. (G.-A.)
— Frankfurt a. M., 30. Jan. Ein hiesiger Einwohner, welcher anfangs dieser Woche einen dreifachen Selbstmordversuch machte, genaß zwar von seinen Wunden, ist aber irrsinnig geworden. — In einer hiesigen Wirthschaft übergab vorgestern Abend ein Gast einem Kellner einen Hundertmarkschein zum Wechseln. Der Kellner brächte weder das gewünschte Kleingeld, noch den Schein zurück und kümmerte sich überhaupt nicht mehr um den fremden Gast. Diesem riß endlich die Geduld, er klopfte mit dem Deckel seines Glases, der Kellner trat an ihn heran und fragte ganz unbefangen, ob er zu zahlen wünsche. Er stellte in Abrede, einen Hundertmarkschein empfangen zu haben, glücklicherweise hatten aber zwei Gäste an einem benachbarten Tische mit angesehen, daß er den Schein erhalten hatte. Der Kellner entschuldigte sich nun,. versprach, den Schein sofort wechseln zu lassen, kam aber nicht mehr zum Vorschein; er hatte rasch seine Effekten gepackt und das Weite gesucht.
(Fr. N.)
— Bürzel, 28. Jan. Bei dem Treibeis am Sonntag kam auf einem Schollen ein sehr schöner Pinscher-Hund getrieben. Der Schiffer Konrad Mangelmann rettete ihn mittelst Nachen von seiner gefährlichen Fahrt. Der Hund befindet sich ganz munter in dem Besitz des Herrn Joh. Weinberg. (O. M.-Z.)
Marktbericht.
Hanau, den 30. Januar, 9^2 Uhr Morgens. Viktualienpreise folgende: Geflügel: Tauben, das Pärchen 80 Ps. bis 1 M.; ein